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Passwort-Manager im Test: Keeper

Keeper traut sich was: Im hart umkämpften Feld von Passwort-Managern verzichtet das Programm auf etwas, das schon fast zum guten Ton gehört: eine Gratis-Version. Keeper bietet ein tolles Gesamtpaket und einen guten Service, und den möchte man sich vom Benutzer auch bezahlen lassen. Ob sich dieses Vertrauen ins eigene Produkt auszahlt, erfahren Sie im Test.

Was ist Keeper?

Keeper ist ein digitaler Daten-Tresor und Passwort-Manager, der Passwörter, finanzielle Informationen und andere sensible Daten von Privatpersonen und Unternehmen sicher und verschlüsselt aufbewahrt. Die Desktop-App des Programms gibt es für Mac, Windows und Linux, die mobile Version für iOS, Android, Windows Phone und Blackberry. Mit Browser-Erweiterungen bedient Keeper Chrome, Firefox, Safari, Internet Explorer, Edge und Opera.

Testbericht

Mobile Nutzung
Note 1,3
Support
Note 1,7
Sicherheit
Note 1,7
Features
Note 2,0
Einrichtung
Note 2,0
Benutzeroberfläche & Bedienkomfort
Note 2,3

Pro & Contra

hohe Personalisierung der Autofill-Einstellungen

24-Stunden-Support

übersichtliche Ordner-Struktur mit Drag & Drop

hohe Sicherheit

Browser-Erweiterung besitzt kaum Features

keine Gratis-Version

zahlungspflichtige Zusatz-Pakete etwas aufdringlich

Einrichtung

Wie bei den meisten anderen Passwort-Managern beginnt die Einrichtung von Keeper mit der Festlegung eines Master-Passwortes. Anders als die meisten anderen Programme dieser Art stellt Keeper hingegen gleich zu Beginn eine Recovery-Methode vor, mit der Sie Ihren Account wiederherstellen können, falls Sie Ihr Passwort doch einmal verlieren oder vergessen sollten. Sie können (ganz ohne Vorgaben) eine Sicherheitsfrage erstellen.

Die bei anderen Account-Eröffnungen beliebte Methode der Wiederherstellung ruft bei Passwort-Managern eher Skepsis hervor. Immerhin verzichten die meisten Programme nicht ohne Grund auf den bequemen Reset: Hinter Ihrem Master-Passwort verbergen sich alle Ihre Accounts, und mit dem Zugriff auf das Programm erhält man Zugriff auf Ihre gesamte Identität. Die Antworten auf Sicherheitsfragen sind wesentlich einfacher zu erraten als Passwörter. Immerhin benötigt man zum Zurücksetzen des Passwortes erst einen Verifizierungs-Code, der an die registrierte E-Mail gesendet wird.

Keeper unterscheidet wie die meisten Passwort-Manager zwischen der Desktop-App und der zugehörigen Browser-Erweiterung. Bei der Erstanmeldung steuert Sie die Keeper-Webseite hingegen zunächst zum Web-Tresor, also dem über Ihren Browser erreichbaren Online-Interface. Zur Installation der Browser-Erweiterung fordert das Programm im anfänglichen Kurz-Tutorial auf, was im Test mit Google Chrome allerdings nicht funktionierte. Die manuelle Installation der Extension nimmt jedoch nur wenige Sekunden in Anspruch.

Im Download-Portal auf der Keeper-Website finden Sie die Desktop-Apps für Windows, Mac und Linux. Das Interface der Applikation ist dabei absolut identisch mit dem Web-Tresor. Wie bei jenem führt Sie ein kleines Tutorial durch die ersten Schritte und erklärt beispielsweise, wie Sie selbst HotKeys verteilen, um die Bedienung des Programms zu personalisieren.

Natürlich können Sie auch Ihre bereits anderswo gespeicherten Passwörter importieren. Unterstützte Browser sind Chrome, Firefox, Internet Explorer, Edge und Opera, Programme unter anderem Dashlane, LastPass, 1Password und viele andere. Im Browser-UI funktionierte der Import beim Test nicht, bei der Dekstop-App hingegen schon. Allerdings erstellte das Programm beim Import einer Dashlane-Datei einige Nonsens-Einträge und hinterließ bei den korrekten Einträgen zahlreiche Lücken.

Insgesamt ist die Einrichtung von Keeper recht unkompliziert, wenn auch nicht immer alles sofort klappen wollte - besonders beim Import. Warum die Anmeldung nicht automatisch zum Download der Desktop-Software führt, ist zudem fragwürdig. Weniger technisch versierte Nutzer könnten Letztere ganz übersehen und nur das Browser-UI nutzen.

Note: 2,0

Benutzeroberfläche & Bedienkomfort

Neben dem Browser-UI (und der mobilen Version) besteht Keeper wie andere Passwort-Manager aus zwei Hauptkomponenten: Desktop-App und Browser-Erweiterung. Erstere ist wie bereits erwähnt mit dem Browser-Auftritt identisch, doch eine dedizierte App ist einfach bequemer als ein Browser-Fenster, weshalb die meisten Menschen jene als Fenster zur Funktionalität von Keeper nutzen werden.

Das Programm ist in drei Bereiche untergliedert: Links ist das navigierbare Hauptmenü, in der Mitte Ihre Ordner und rechts die einzelnen Datensätze, die sich in den Ordnern befinden. Die Ordner und Unterordner können Sie frei erstellen und Ihre Datensätze nach Belieben verschieben oder kopieren, sodass Sie schnell Ordnung ins anfängliche Import-Chaos bringen können.

Sie können den Datensätzen in der Ordner-Ansicht Farben zuweisen, doch die Logos der Webseiten werden nur in der Kachelansicht dargestellt - und auch dann nur manche davon. Hier schaffen andere Passwort-Manager mehr Übersicht.

Die Browser-Erweiterung von Keeper dient eigentlich nur als Interface für die AutoFill-Einstellungen des Programms. Andere Features, wie einen Passwort-Generator, sucht man hier vergebens.

Die AutoFill-Einstellungen selbst überzeugen jedoch und wären auch bei anderen Programmen ein willkommener Zusatz. Sie können genau festlegen, wie sich Keeper bei Eingabefeldern in Ihrem Browser verhalten soll und Funktionen wie Auto-Login völlig frei konfigurieren.

Keeper ist übersichtlich und aufgeräumt, doch die Bedienung ist nicht immer intuitiv. Manchmal sucht man bestimmte Einstellungen unter einem Button, nur um sie unter einem anderen zu finden. Besonders hübsch ist die App auch nicht - obwohl Sie zumindest das Farbschema Ihren Wünschen anpassen können.

Note: 2,3

Features

Keeper hat ein solides Feature-Paket im Schlepptau, wobei sich einige interessante Funktionen hinter weiteren Bezahlschranken verstecken.

Sicherheitsüberprüfung

Hier gibt Keeper einen Überblick über Ihre allgemeine Passwort-Sicherheit und die Stärke Ihrer einzelnen Passwörter. Das Besondere dabei ist, dass der Passwort-Generator direkt ins Datensatz-Feld integriert ist, was eine Passwort-Änderung auch ohne Password-Changer-Tool recht angenehm macht. Allerdings wäre es wünschenswert, auch der Browser-Erweiterung einen Generator zu spendieren.

AutoFill-Optionen

Bei der Personalisierung der AutoFill-Einstellungen lässt Keeper seine Konkurrenten im Schatten stehen. Sie können einstellen, wann Sie welche Hinweise von Keeper in den Eingabefeldern in Ihrem Browser haben möchten, und wann Sie vom Programm lieber in Ruhe gelassen werden möchten. Diese Freiheit, dem Programm einen Maulkorb zu verpassen, ist eine willkommene Abwechslung.

Ganz ohne Probleme kommt die AutoFill-Funktion aber nicht daher, und die Anmeldung auf Reddit beispielsweise wollte mit keinem der hinterlegten Accounts gelingen. Bei den meisten anderen getesteten Webseiten hingegen machte das Programm einen guten Job.

Freigabe & Teilen

Eine weitere Standard-Funktion, die Keeper hervorragend meistert, ist die Freigabe von Datensätzen. Sie können ganz einfach die E-Mail-Adressen derjenigen, denen Sie Zugriff auf bestimmte Datensätze geben möchten, verwalten, und ihre genauen Nutzergenehmigungen festlegen.

Insgesamt stellt das Funktionspaket von Keeper absolut zufrieden, auch wenn an der ein oder anderen Stelle Potenzial verschenkt wird.

Note: 2,0

Sicherheit

Die Passwortsicherheit bei Keeper basiert auf dem Zero Knowledge-Prinzip. Keeper kennt Ihr Master-Passwort nicht und speichert keine Information auf den eigenen Servern, die nicht zuvor lokal ver- und entschlüsselt wurde.

Die Verschlüsselung geschieht nach dem AES-256 bit Standard, der höchste Sicherheit gewährleistet. Zudem können Sie in den Sicherheitseinstellungen angeben, wie viele PBKDF2-Iterationen bei der Verschlüsselung durchgeführt werden werden sollen - von 1.000 bis 100.000.

Natürlich können Sie Ihren Account auch mit 2FA hinter eine zusätzliche Sicherheitsbarriere stellen. Unterstützt werden neben der Authentisierung mit Ihrer Handynummer die Apps Google Authenticator, RSA SecurID, Duo Security und die Authenticator-App von Keeper selbst.

Mit aktivierter 2FA sollte auch die Recovery-Methode mit Sicherheitsfrage keine allzu große Sicherheitslücke darstellen. Dennoch bietet Keeper hier Hackern eine Option, die andere Passwort-Manager von vornherein ausschließen.

Note: 1,7

Mobile Nutzung

Die mobile Version von Keeper ist für Android, iOS, Windows Phone und Blackberry erhältlich. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine für Mobilgeräte optimierte Kopie der Desktop-Applikation, und Sie finden dieselben Funktionen, die Sie von dort kennen, aufgrund der intuitiven Bedienung recht einfach.

Doch die App hat auch zusätzliche Funktionen, beispielsweise Keeper DNA. Mit dem Identitäts-Prüfungssystem können Sie die Verifikation auf Ihrem Mobilgerät personalisieren - beispielsweise mit Fingerabdruck, über ein Wearable oder sogar die Gesichtserkennung.

Die AutoFill-Funktion KeeperFill müssen Sie zunächst in den allgemeinen Einstellungen aktivieren und dem Programm die notwendigen Berechtigungen geben. Im Test funktionierte das automatische Ausfüllen der Anmelde-Formen leider nicht konsequent. Amazon, Evernote und Facebook beispielsweise bereiteten dem Programm keine Probleme, bei Reddit und Netflix hingegen blieben die Felder leer.

Ansonsten funktioniert die App aber genau so wie die Desktop-Version von Keeper - mit allen Stärken und Schwächen. Den Passwort-Generator beispielsweise gibt es nicht als eigenen Menü-Unterpunkt, wie man ihn erwarten würde, sondern in jedem Datensatz neben dem zu generierenden Passwort.

Note: 1,3

Support

Eine Chat-Funktion gibt es nicht, dafür wirbt Keeper mit 24-Stunden-Support - auch in deutscher Sprache, was bei vielen Passwort-Managern bisher eher nicht der Fall ist. Im Support-Center können Sie Ihr Anliegen schildern oder sich zu geplanten Webinaren anmelden.

Im Test kam eine Antwort bereits nach etwa 90 Minuten. Allerdings entschuldige sich der Support-Mitarbeiter darin nur für sein schlechtes Deutsch und bat um mehr Informationen zu einer recht einfachen Frage - vermutlich sollten Sie Ihr Support-Glück also besser in englischer Sprache versuchen.

Note: 1,7

Preis

Eine kostenlose Version von Keeper gibt es leider nicht. Privatanwender müssen mindestens 2,50€ im Monat springen lassen, das Familienabo für bis zu fünf Angehörige kostet 5€ pro Monat.

Bei den geschäftlichen Preisen unterscheidet Keeper zwischen Groß-und Kleinunternehmen. Letztere zahlen mit Keeper Business 2,50€ pro Benutzer pro Monat. Keeper Enterprise für größere Unternehmen schlägt pro Benutzer pro Monat mit 3,75€ zu Buche.

StandardFamilienaboBusinessEnterprise
Preise
Einrichtungsgebühr 0.00 € 0.00 € 0.00 € 0.00 €
Grundpreis pro Monat 2.50 € 5.00 € 0.00 € 0.00 €
Preis pro Nutzer 0.00 € 0.00 € 2.50 € 3.75 €
Mindestpreis 0.00 € 0.00 € 12.50 € 18.75 €
Vertragslaufzeit (Monate) 12 12 12 12
Limits
Anzahl Benutzer 1 5 unbegrenzt unbegrenzt
Anzahl Passwörter unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Anzahl Geräte unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Features
Sync mehrerer Geräte
Passwörter teilen
Teams
Nur lokale Speicherung
Zero-Knowledge Encryption
Notfallkontakte
Zwei-Faktor-Authentisierung
Speichert auch
- Kreditkarten
- Adressen
- Notizen
- Kreditkarten
- Adressen
- Notizen
- Kreditkarten
- Adressen
- Notizen
- Kreditkarten
- Adressen
- Notizen
Browser
- Internet Explorer
- Edge
- Chrome
- Firefox
- Safari
- Internet Explorer
- Edge
- Chrome
- Firefox
- Safari
- Internet Explorer
- Edge
- Chrome
- Firefox
- Safari
- Internet Explorer
- Edge
- Chrome
- Firefox
- Safari
Plattformen
- Cloud / SaaS
- Windows
- macOS
- Linux
- iOS
- Android
- Cloud / SaaS
- Windows
- macOS
- Linux
- iOS
- Android
- Cloud / SaaS
- Windows
- macOS
- Linux
- iOS
- Android
- Cloud / SaaS
- Windows
- macOS
- Linux
- iOS
- Android

Fazit

Mobile Nutzung
Note 1,3
Support
Note 1,7
Sicherheit
Note 1,7
Features
Note 2,0
Einrichtung
Note 2,0
Benutzeroberfläche & Bedienkomfort
Note 2,3

Auch wenn Keeper nicht wirklich aus der Masse hervorsticht, macht der Passwort-Manager viele Dinge einfach verdammt gut - und einige davon besser als die Konkurrenz. Die tollen AutoFill-Einstellungen beispielsweise würden wir gerne auch bei anderen Programmen sehen. Allerdings gibt es keinen Grund, dafür die restlichen Funktionen einer Browser-Erweiterung zu opfern.

Keeper SecurityKeeper Passwort Manager
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2,50 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Hohe Kundenzufriedenheit
Zero-Knowledge Encryption
Gute Unternehmenstarife
14 Tage Testversion
Keeper Security Standard
Passwörter
Geräte
1
Nutzer

Während die meisten anderen Programme dieser Art eine Gratis-Version anbieten, gibt es Keeper nur gegen eine monatliche Gebühr - und allerlei Zusatzoptionen, die einem das Programm recht penetrant aufschwatzen möchte, können den Preis ganz schön in die Höhe treiben. Dies könnte es schwierig machen, in einem Feld mit Mitbewerbern wie Dashlane, LastPass und 1Password herauszustechen.

Wer jedoch nur sekundär auf den Preis schaut und am User Interface von Keeper Gefallen findet, bekommt einen tollen Passwort-Manager mit vielen Funktionen.

Kundenbewertungen

Bei den Kunden-Reviews macht Keeper eine wirklich gute Figur und kann mit überwiegend sehr guten Noten punkten. Zufriedene Nutzer heben vor allem die einfache Bedienbarkeit hervor, während der Preis manchmal negativ bewertet wird.

Experte.de hat die Erfahrungsberichte und Bewertungen von verschiedenen Bewertungsportalen untersucht und dabei 1832 Bewertungen mit einer Gesamtwertung 4.5 von 5 ermittelt (Quellen).

Ihre Bewertung

Sie möchten Ihre Erfahrungen mit Keeper Security mit anderen Nutzern teilen? Veröffentlichen Sie jetzt Ihren Erfahrungsbericht!

Alternativen

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So testen wir

Die Desktop-App von Keeper wurde auf einem Lenovo Laptop mit Windows 10 getestet, die Browser-Erweiterungen auf Google Chrome und Microsoft Edge, die mobile Applikation auf einem Android-Gerät (Version 8.1.0).

Autor: Martin Gschwentner

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