ETFs kaufen » In 3 Schritten in ETF investieren

Martin Gschwentner

ETFs sind der Anlagetrend unserer Zeit: Das Fondsvermögen der ETFs, die auf Deutschlands größter elektronischer Börse Xetra handelbar sind, erreichte 2020 einen Rekord von 788,1 Milliarden €. Immer mehr Anleger möchten in ETFs investieren, und suchen nach der einfachsten Methode, diesen Plan in die Tat umzusetzen.

Wir erklären, wie Sie ETFs erwerben können, welche Anbieter den Wertpapierkauf besonders einfach machen und was Sie dabei beachten müssen.

1.

Depot eröffnen

Grundvoraussetzung für den ETF-Kauf ist das Depot: Es ist die zentrale Verwahrstelle Ihrer Wertpapiere und beinhaltet alle Funktionen, die Sie zum Handel mit ETFs benötigen. Dabei bieten Depots zwei Möglichkeiten, in ETFs zu investieren: Sie können sie direkt kaufen oder einen ETF-Sparplan einrichten, um den Erwerb in regelmäßigen Abständen zu automatisieren.

Wir haben 15 Depots getestet und verraten, welche sich für den ETF-Kauf besonders eignen.

Trade Republic - 1.300 ETF & geringe Orderkosten

Trade Republic zählt zu den sogenannten Neo-Brokern, die den Wertpapierkauf zu wesentlich günstigeren Konditionen anbieten als klassische Online-Broker von Finanzinstituten. Im Gegenzug können sie beim Handelsangebot jedoch meist nicht mit der alten Broker-Garde mithalten. Was ETFs angeht, trifft das bei Trade Republic jedoch nicht zu: Mit 1.300 sparplanfähigen ETFs bietet der Neo-Broker sogar mit den besten ETF-Umfang der Anbieter in unserem Test. Für reguläre Trades bezahlen Sie dabei nur eine 1 €-Fremdkostenpauschale, Sparpläne sind komplett kostenlos.

Die Mindestsparrate liegt bei niedrigen 10 €.

Trade Republic
(128.240)
sehr schnelle Anmeldung
intuitive Smartphone-App
sehr geringe Gebühren
Sparpläne ab 10 € monatlich
nur ein Handelsplatz
Depotgebühr
kostenlos
Ordergebühr
1 €
Sparpläne
2 Arten
Sparplan-Gebühr
kostenlos
Trade Republic Depot
0,00 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
Kostenloses Depot eröffnen
Testurteil
2,0
gut

Scalable Capital - große Auswahl & geringe Gebühren

Scalable Capital teilt sich die Pole Position mit Trade Republic, was sparplanfähige ETFs angeht: Auch hier gibt es 1.300 Stück. Besonders sind die beiden Gebührenmodelle des Anbieters: Neben dem Free Broker ohne Depotführungskosten bietet Scalable Capital mit dem Prime Broker auch eine Flatrate-Option. Den buchen Sie entweder im Jahresabo, was monatlichen Kosten von 2,99 € entspricht, oder im flexibleren Monatsabo für 4,99 €.

Mit dem Free Broker bezahlen Sie 0,99 € pro Wertpapierorder und Sparplan-Ausführung, wobei der Erwerb von mehr als 600 ETFs völlig kostenlos ist, und auch der erste Sparplan kostenlos angelegt werden kann. Im Prime-Broker werden für Transaktionen und Sparplan-Ausführungen keine Extra-Kosten fällig. Die Mindestsparrate liegt bei 25 €.

Scalable Capital Broker
(9.248)
sehr einfache Bedienung
intuitive Smartphone-App
1.300 sparplanfähige ETFs
wenig Handelsplatz-Auswahl
nur grundlegende Ordertypen
Depotgebühr
kostenlos
Ordergebühr
0,99 €
Sparpläne
1 Art
Sparplan-Gebühr
0,99 €
Scalable Capital Free
0,00 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
Kostenloses Depot eröffnen
Testurteil
2,3
gut

ING Depot - Kostenlose ETF-Sparpläne

Das Depot der ING Deutschland zählt nicht zu den Neo-Brokern, macht jenen aber zumindest bei den Sparplänen echte Konkurrenz: Alle ETF-Sparpläne sind seit April 2021 kostenlos, die Mindestsparrate liegt bei einem mickrigen Euro. Reguläre Trades sind hier dafür allerdings etwas teurer: Die Orderkosten sind volumenabhängig und setzen sich aus einer Grundgebühr von 4,90 €, 0,25% des Kurswerts und Handelsplatzkosten zusammen. Rund 180 ETFs können Sie jedoch völlig kostenlos erwerben.

ING Depot
(396.106)
funktionale, einfache Bedienung
solides Handels- und Sparplan-Angebot
winzige Mindestsparrate von 1 €
6 Monate nur 2,9 € / Order
Kostenlose Sparpläne
Depotgebühr
kostenlos
Ordergebühr
4,90 € + 0,25 %
Sparpläne
4 Arten
Sparplan-Gebühr
kostenlos
ING Direkt-Depot
0,00 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
Kostenloses Depot eröffnen
Testurteil
2,0
gut

Natürlich gibt es noch viele weitere Online-Broker, mit denen Sie ETFs erwerben und besparen können. Mit unserem Depot-Vergleich finden Sie den passenden Anbieter für Ihre Anforderungen und Ihr Budget:

Ordervolumen
500 €
1.000 €
5.000 €
10.000 €
50.000 €
100.000 €
Handelsmöglichkeiten
alle anzeigen
Sparpläne
2.

ETF auswählen

Wenn Sie Ihr Depot eröffnet haben, stellen sich bei der Auswahl des richtigen ETFs die nächsten Fragen: Welche Anlageklasse soll es sein? Welchen Index soll der Fonds nachbilden? Über welchen ETF-Anbieter möchten Sie ihn erwerben? Unsere ETF-Suche hilft Ihnen dabei, diese Fragen zu beantworten.

Den Kauf müssen Sie dann mit der Trading-Maske Ihres Online-Brokers durchführen. Wir erklären die Schritte am Beispiel von ING Deutschland.

3.

ETF ordern

Im ersten Schritt müssen Sie das Wertpapier ausfindig machen, das Sie erwerben möchten. In der Regel gibt es dafür eine Suchmaske, über die Sie mit Suchbegriffen oder den Identifikationsnummern ISIN und WKN den passenden Wert finden können. Unter den Suchergebnissen können Sie dann den passenden ETF auswählen.

Haben Sie den ETF Ihrer Wahl entdeckt?

Im nächsten Schritt wählen Sie einen Handelsplatz für die Transaktion aus. Grundsätzlich können Sie dabei zwischen dem Handel an der Börse und dem Direkthandel unterscheiden: Der Börsenhandel ist stärker reguliert, strenger überwacht und durch staatliche Aufsicht etwas sicherer, kostet dafür etwas mehr. Im Direkthandel entfallen die Zusatzkosten, das Wertpapier selbst wird aber oft zu höheren Kursen als an den Börsen gehandelt.

Börslicher und außerbörslicher Handel haben jeweils Vor- und Nachteile

Haben Sie den Handelsplatz ausgewählt, müssen Sie den Kauf noch mit einem Ordertyp definieren. Dabei handelt es sich um die Art und Weise, wie die Order ausgeführt werden soll. Neben grundlegenden Ordertypen, die von den meisten Online-Brokern abgedeckt werden, gibt es auch komplexere Kombinationsorders, die nicht bei jedem Anbieter möglich sind. Zu den gängigen Ordertypen zählen:

  • Markt-Order: Ihre Order wird während der Handelszeiten zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt
  • Limit-Order: Sie legen ein Limit fest, ab dem die Order ausgeführt wird, um günstiger als zum aktuellen Kurs zu kaufen
  • Stop-Order: Die Aktie wird automatisch gekauft/ verkauft, sobald der Kurs einen bestimmten Wert erreicht
  • Trailing Stop-Order: Stop Buy-Order, bei der der Stopkurs an den Kurs angepasst wird
  • One Cancels Other-Order: Wenn eine Stop- bzw. Limit-Order ausgeführt wird, wird die andere automatisch gestrichen

Maximieren Sie Ihren Gewinn mit der richtigen Orderart

Wenn Sie ETF, Handelsplatz und Ordertyp ausgewählt haben, können Sie im Bestätigungs-Fenster noch einmal alle Angaben überprüfen. Hier stellt die ING Deutschland beispielsweise auch alle Kosten zusammen, die beim Kauf und darüber hinaus entstehen. Wenn alles stimmt, können Sie die Order kostenpflichtig erteilen – und schon sind Sie ETF-Anleger!

Alternative: ETF-Sparplan

Eine Geldanlage am Aktienmarkt ist meist ein längerfristiges Projekt, und auch beim Vermögensaufbau mit ETFs sollten Sie eher in Dekaden als in Jahren denken. Viele ETF-Anleger investieren deshalb in regelmäßigen Abständen, mit dem Ziel, eine auf lange Sicht eine solide Rendite zu erzielen. Mit einem ETF-Sparplan können Sie den regelmäßigen ETF-Kauf automatisieren.

ETF-Sparpläne sind in jeder Broker-Handelsmaske in wenigen Schritten eingerichtet

Dabei müssen Sie nur die Sparrate und einen Ausführungsturnus festlegen, Ihr Broker erledigt den Rest. Bei manchen Anbietern können Sie zusätzlich noch eine automatische Dynamisierung einrichten, sodass sich die Sparrate regelmäßig automatisch erhöht.

Vorteile von Sparplänen: Echt oder psychologisch?

Oft wird behauptet, dass sich Sparpläne im Vergleich zu Einzelinvestitionen positiv auf die Rentabilität der Geldanlage auswirken: Weil sich der Kurs permanent ändert, erhalten Sie bei jeder Sparplan-Ausführung unterschiedlich viele Anteile pro Kauf, sodass sich im Laufe der Zeit ein Durchschnittspreis ergibt. Das bezeichnet man als den "Cost-Average-Effekt". Dass jener systematisch renditefördernd ist, haben Wissenschaftler jedoch weitestgehend widerlegt.

Dennoch haben Sparpläne viele Vorteile: Das Sparen zu automatisieren ist nicht nur bequemer, sondern gleicht auch mangelnde Selbstdisziplin aus, weil man gar nicht erst in Versuchung kommt, die reservierte Summe für andere Dinge auszugeben.

Zahlreiche Online-Broker ermöglichen ETF-Sparpläne zu guten Konditionen. Dabei gibt es aber viele kleine Unterschiede, von der ETF-Auswahl bis zur Mindestsparrate. Mit unserem ETF-Sparplan-Vergleich finden Sie den richtigen Online-Broker für Ihre Spar-Bedürfnisse.

Fazit

ETFs sind gekommen, um zu bleiben: Die Beliebtheit der Indexfonds wächst von Jahr zu Jahr, weil sie durch ein breiter gestreutes Risiko eine solide Rendite in Aussicht stellen. Wenn Sie Ihre Geldanlage mit Indexfonds in die eigenen Hände nehmen möchten, haben Sie einen guten Zeitpunkt erwischt: Durch die wachsende Beliebtheit von Online-Brokern gibt es immer mehr Möglichkeiten, schnell, günstig und einfach in ETFs zu investieren.

Wie jede finanzielle Entscheidung sollte Ihr Investment-Plan gut durchdacht sein – und das beginnt bereits mit der Auswahl Ihres Online-Brokers. In unserem Online-Broker-Test finden Sie ausführliche Rezensionen zu 15 beliebten Anbietern.

Häufige Fragen & Antworten

Wo kann man ETFs kaufen?
Die Abwicklung Ihres ETF-Kaufs erfolgt über ein Wertpapierdepot, das Sie bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnen können.

Wie kann man ETFs kaufen?
Zunächst müssen Sie bei einer Bank oder über einen Online-Broker ein Wertpapierdepot eröffnen. In der Handelsmaske Ihres Brokers wählen Sie den gewünschten ETF aus und erteilen eine kostenpflichtige Kauforder. Alternativ können Sie auch einen Sparplan einrichten, um regelmäßig automatisch in ETFs zu investieren.

Wann sollte man ETFs kaufen?
Weil der Markt durch Angebot und Nachfrage stets schwankt, ist es schwierig, den perfekten Zeitpunkt für den Kauf zu finden. Durch schrittweises Investieren mit Sparplänen können Sie immerhin das Risiko mindern, zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt zu kaufen.

Autor Martin Gschwentner
Martin Gschwentner hat Amerikanistik und Medienwissenschaft in Deutschland, den USA und Frankreich studiert und arbeitet als freier Redakteur in Paris. Er forscht als Doktorand am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Paris Diderot zum Einfluss des Geldes auf die US-Politik. Auf EXPERTE.de schreibt er über IT-Sicherheit, Datenschutz und Software für Selbständige und Kleinunternehmen.