Über uns | Kontakt

info@experte.de

Online Sprachkurse - 6 Anbieter im Test

Hilft Ihnen unser Vergleich?
5.0

Eine neue Sprache zu erlernen ist eine Investition. Die Zukunft ist polyglott - und natürlich gibt es eine Menge Apps und Programme, die den Weg dorthin weisen. Jeder Online Sprachkurs hat dabei eine andere Auswahl an Sprachen und verfolgt ein anderes Konzept. Wir haben die wichtigsten für Sie getestet und zeigen Ihnen, wo diese jeweils Ihre Stärken und Schwächen haben.

Ausgangssprache
Sprachen (alle anzeigen)
Besonderheiten
Kundenbewertung
Unternehmensstandort
Vertragslaufzeit
Empfehlung: Testsieger 2019
BabbelBabbel Online Sprachkurs
 10436
5,99 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
seriöse Sprachkurse vom Testsieger
individuelle Lerninhalte je Sprache
Vokabeln mit Spaced Repetition
bringt auch Grammatik bei
keine Gratis-Version
Babbel 12 Monate
2
Ausgangssprachen
13
Sprachen (DE → ...)
14
Sprachen gesamt
1
Sprache inklusive
DuolingoDuolingo Online Sprachkurs
 171
0,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
ohne Vertragslaufzeit
intuitives Interface & Design
viele Sprachen im Angebot
Gratis-Version völlig ausreichend
gut zum Aufbau des Wortschatzes
wenig Fokus auf Grammatik
Duolingo Kostenlos
28
Ausgangssprachen
3
Sprachen (DE → ...)
34
Sprachen gesamt
Sprachen inklusive
LingvistLingvist Online Sprachkurs
 30
0,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
ohne Vertragslaufzeit
effektives Karteikarten-Lernsystem
nutzt Spaced Repetition-Lernen
passt sich an Sprachniveau an
viele nützliche Statistiken
nur sehr wenige Sprachen
Lingvist Kostenlos
9
Ausgangssprachen
1
Sprache (DE → ... )
4
Sprachen gesamt
1
Sprache inklusive
Rosetta StoneRosetta Stone Sprachkurs
 456
10,38 €
∅ mtl. Effektivpreis
24 Monate Laufzeit
große Auswahl an Sprachen
immersiver Ansatz
Live-Tutoren möglich
vergleichsweise hoher Preis
Rosetta Stone 24 Monate
12
Ausgangssprachen
21
Sprachen (DE → ...)
22
Sprachen gesamt
1
Sprache inklusive
MemriseMemrise Online Sprachkurs
 1606
0,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
ohne Vertragslaufzeit
stylishe, polierte App
spaßige Gaming-Elemente
guter Vokabel-Trainer
keine Grammatik-Hilfe
Memrise kostenlos
14
Ausgangssprachen
9
Sprachen (DE → ...)
19
Sprachen gesamt
Sprachen inklusive
MondlyMondly Online Sprachkurs
 11
0,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
ohne Vertragslaufzeit
viele Sprachen zum Lernen
Gamifizierung als Motivation
Chatbot und Dialog-Übungen
Inhalte in jeder Sprache gleich
gelegentliche Fehler
Mondly Free
32
Ausgangssprachen
30
Sprachen (DE → ...)
32
Sprachen gesamt
1
Sprache inklusive

Online-Sprachkurse im Vergleich: Eine Einführung

Wer einsprachig lebt, fristet sein Dasein in einer immer vernetzter werdenden Welt kommunikativ auf einer einsamen Insel. Selbst zweisprachig fühlt man sich in Ländern wie Deutschland, wo Englisch schon fast zum guten Ton gehört, nicht wirklich bereit für die Abenteuer im Rest der Welt. Die Zukunft ist polyglott - und natürlich gibt es eine Menge Apps und Programme, die den Weg dorthin weisen. Weil sie nicht die einzigen sind, die um die Gunst unserer Aufmerksamkeit buhlen, legen immer mehr Lernplattformen besonderen Fokus auf den Faktor Unterhaltung: Sprachen lernen, so die Versprechen, kann man auch spielerisch. In diesem Ratgeber verschaffen wir einen Überblick über die verschiedenen Programme und erörtern, was dran ist an solchen Versprechen.

Warum online Sprachen lernen?

Eine neue Sprache ist eine Investition, und jede Investition kostet Ressourcen. Bei herkömmlichen Methoden handelt es sich dabei vor allem um Zeit und Geld: Nicht-Studenten müssen für Sprachkurse oft tief in die Taschen greifen, und gerade bei Uni-Kursen sind drei Wocheneinheiten keine Seltenheit. In herkömmlichen Sprachkursen gibt es außerdem nur eine Geschwindigkeit - die der Lehrer. Wer eine Woche aussetzt, hinkt hinterher. Vielleicht blamiert man sich auch noch vor den Mitschülern. Online-Sprachkurse gehen einen anderen Weg.

Die Versprechen von Sprachlern-Apps und E-Learning-Diensten sind Musik für die Ohren:

  • Lernen im eigenen Rhythmus, wann und wie lange Sie möchten
  • im Vergleich zu Sprachkursen günstig oder sogar kostenfrei
  • Spaß und Spiel statt trockener Lernbücher

Es gibt also viele gute Gründe, die für Duolingo & Co. sprechen - doch Plattform ist nicht gleich Plattform.

Bekannte Lernkonzepte und zugehörige Apps

Auch wenn es gewisse Trends gibt, geht jeder Anbieter das Sprachenlernen etwas anders an. Außerdem gibt es ganz verschiedene App-Typen; von den besonders beliebten Allroundern bis zu weniger bekannten Programmen, die sich ausschließlich auf einen Teilbereich des Lernens konzentrieren. Die Grenzen sind dabei fließend, und nicht immer kann eine App dem einen oder anderen Typus zugewiesen werden. Dennoch gibt es ein paar grundsätzliche Elemente, die man in den meisten Sprachlern-Apps findet.

Gamifizierung

Gute Lehrer und Museen haben längst gelernt, dass die Wissensvermittlung mit trockenen Fakten allein nicht funktioniert. Wer lernt, möchte auch unterhalten werden, und zahlreiche Studien untermauern den Wert von Spaß und Unterhaltung beim Lernen, für Kinder gleichermaßen wie für Erwachsene. Deshalb wird im Chemie-Unterricht experimentiert, und in Museen warten bunte Knöpfe darauf, gedrückt zu werden.

Im E-Learning-Bereich wird Unterhaltung vor allem durch Gamifizierung erreicht. Sie beschreibt die Integration von Spiel-Elementen in einem eigentlich Spiel-fremden Kontext. Diese Elemente können ganz unterschiedliche Formen annehmen. Sprachlern-Plattformen wie Mondly inszenieren den Lernfortschritt wie eine Reise mit verschiedenen Stationen, die an Levels erinnern:

Manche Apps belohnen ihre Nutzer mit Punkten oder Währungen, wenn sie regelmäßig lernen oder Aufgaben mit Erfolg abschließen. Diese Währungen können dann wiederum in Inhalte und Extras investiert werden, die den eigenen Lernfortschritt voranbringen.

Gamifizierung soll das Lernen also so unterhaltsam machen, dass Nutzer von mehr als nur dem Willen, eine Sprache zu lernen, motiviert werden. Schon der Spaß am Lernen allein soll genug sein, sie regelmäßig zurück in die Arme der Apps, Programme und Websites zu treiben.

Diese Gamifizierung birgt aber auch Gefahren. Wenn man ein Museum verlässt, sollte man sich schließlich an mehr erinnern, als die bunten Knöpfe. Online-Sprachkurse müssen eine Gratwanderung zwischen Unterhaltung und effektiver Lehre bewältigen, und manche sind besser darin, als andere. Wenn der Punktestand wächst, während die eigentlichen Aufgaben unterfordern, kann beispielsweise ein falsches Gefühl von Errungenschaft einsetzen.

Gamifizierung ist also kein Ersatz für gute Lehrmethoden, sondern im besten Fall eine clevere Erweiterung, die der Motivation dient.

Beispiele für Apps mit gamifizierten Inhalten: Duolingo, Mondly, Memrise

Spaced Repetition

Spaced Repetition Systeme (SRS) sind die digitale Antwort des 21. Jahrhunderts auf handgemachte Karteikarten. Sie helfen dabei, neue Vokabeln vom Erstkontakt bis ins Langzeitgedächtnis zu befördern, indem sie sie in regelmäßigen, algorithmisch bestimmten Abständen wiederholen. Der Gedanke ist, dass Sie ein Wort immer genau dann wiedersehen, wenn Sie kurz davor wären, es zu vergessen. So werden die Lern-Abstände immer größer - bis die Vokabel schließlich sitzt und im Gedächtnis verankert ist. Dieses System eignet sich nicht nur zum Sprachenlernen, sondern auch für andere Inhalte, doch für Vokabeln ist es besonders geeignet.

Viele E-Learning-Plattformen nutzen SRS als Teil der Lernerfahrung. Bei Duolingo beispielsweise bestimmt ein Algorithmus dieser Art, zu welchem Zeitpunkt Sie eine Vokabel wieder auffrischen sollten. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Apps und Programmen, die einzig und allein dem SRS-basierten Karteikartenlernen dienen. Dort müssen Sie Ihre digitalen Flashcards in der Regel selbst kreieren, oder nutzergenerierte Inhalte importieren. Diese Anwendungen sind in der Regel weniger benutzerfreundlich und erfordern mehr Eigeninitiative, eignen sich als Vokabeltrainer aber hervorragend als Ergänzung zu den gamifizierten Kursen.

Beispiele dedizierter SRS-Lernplattformen: Anki, Supermemo, Brainscape

Immersion

Immersion kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden. Am besten sollte man ja in dem Land der Sprache, die man gerade lernt, leben, um ihr wirklich im Alltag ausgesetzt zu sein. Sprachlern-Apps können Sie leider nicht teleportieren, also müssen sie kreativ werden, um diese Immersion zumindest im Ansatz zu bewerkstelligen.

Rosetta Stone nennt den eigenen Ansatz "dynamische Immersion", und stellt seine Kurse mit dem Gedanken zusammen, dass beim Lernen mehrere Sinne beansprucht werden sollten. Verzichtet wird dabei auf die typischen Übersetzungs-Aufgaben, die bei vielen anderen Apps Standard sind. Wenn Kurse überwiegend in der Zielsprache gehalten sind, wird Immersion zumindest vorgegaukelt, und Nutzer fangen im Idealfall an, in der Fremdsprache tatsächlich auch zu denken.

Immersion als Konzept ist auch für die drei folgenden Elemente des E-Learning von großer Bedeutung.

Sprachkenntnisse/ Aussprache

"Der Junge ist unter dem Flugzeug." Einen Satz wie diesen lernt man als Anfänger bei Rosetta Stone. In der Geschichte der deutschen Sprache ist dieser Satz vermutlich noch in keinem Dialog gefallen, was ein weiteres Problem von Apps zum Sprachenlernen illustriert: Die sprachliche Kreativität und Sicherheit wächst nur durch regelmäßige, immersive Übung mit echten Sprechern über echte Dinge.

Manche Programme versuchen, diesem Problem mit innovativen Lösungen entgegenzutreten. Bei Mondly etwa gibt es einen Chatbot: In einem Dialog können Sie aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten eine auswählen und per Mikrofon antworten. In vielen Apps können Sie Ihre aufgenommenen Antworten mit der internen Aufnahme vergleichen, um Ihre Aussprache selbst zu beurteilen.

Andere Programme arbeiten mit echten Tutoren oder ermutigen ihre Nutzer dazu, sich untereinander bei Stammtischen auszutauschen. Denn selbst der beste Chatbot ist kein besonders guter Gesprächspartner, und die Selbsteinschätzung der Aussprache ist alles andere als ideal.

Wieder gibt es zudem einige dedizierte Apps, die ganz dafür gemacht sind, Lernende mit Tutoren, Lehrern und Tandem-Partnern zu verknüpfen.

Beispiele für Apps mit echten Lehrern/ Tutoren: Tandem, iTalki, Rosetta Stone

Hörverständnis

Für die Immersion in eine fremde Sprache ist auch das Hörverständnis wichtig. Hier sind Online-Sprachkurse theoretisch besser aufgestellt, denn aktiv muss beim Hören schließlich nur der Lerner werden. Tatsächlich fordern viele Aufgaben der Sprachlern-Apps das Hörverständnis der Nutzer heraus. Oft müssen sie vorgelesene Begriffe der richtigen Übersetzung oder Schreibweise zuordnen. Duolingo hat für manche Sprachkombinationen mittlerweile eigene Podcasts erstellt, die regelmäßig mit neuen Folgen gefüttert werden.

Das Hörverständnis ist ein Muskel, der beim Sprachenlernen nur durch Immersion trainiert werden kann. Inhalte wie Podcasts eignen sich hervorragend, Unterhaltung und Lernen zu verbinden, und sind daher eine logische Weiterentwicklung von Sprachlern-Apps. Bisher bleiben die meisten bekannten Apps zum Sprachenlernen allerdings weit hinter ihrem Potenzial zurück.

Wieder gibt es andere Ressourcen, die das E-Learning optimal ergänzen - von Audio-Kursen wie Pimsleur und Michel Thomas, bis zu Podcasts und Hörbüchern.

Leseverständnis

Auch regelmäßiges Lesen einer Fremdsprache ist Teil der immersiven Erfahrung. Das Leseverständnis wird bei E-Learning-Plattformen beispielsweise durch Übungen gefördert, in denen Nutzer Fragen zu Texten beantworten müssen.

Auch hier sollten sich Nutzer darauf einstellen, nicht alle Ressourcen in einer App zu finden, und auch außerhalb der typischen Plattformen nach Übungs-Möglichkeiten zu suchen. Beispielsweise gibt es für viele Sprachen Apps, die eine kurierte Auswahl von Nachrichtenartikeln in verschiedenen Schwierigkeitsgraden bereitstellen. Etwas fortgeschrittenere Lerner können sich der Fremdsprache natürlich auch mit einem guten Buch aussetzen.

Grammatik

E-Learning-Plattformen verkaufen sich oft als Gegenstück zu traditionellen Lernmethoden. Besonders Kursbücher kommen bei diesen Versprechen nicht immer gut weg: Trocken, langweilig - und voller Grammatik. Letztere wirkt fast wie das Kryptonit von gamifizierten Sprachlern-Apps. Wie bringt man trockene Theorie bei, wenn man sein ganzes Angebot durch den Unterhaltungsfaktor definiert?

Die meisten E-Learning-Plattformen verdrängen Grammatik deshalb etwas in den Hintergrund. Wenn Sie ausführliche Erklärungen zu grammatikalischen Konzepten finden, dann eher in optionalen Zusatz-Bereichen - wie hier bei Lingvist:

Grammatik hat in den meisten Apps einen Platz an der Seitenlinie, und wird nebenbei beigebracht. Solange es im Online-Sprachkurs ein Nachschlagewerk wie bei Lingvist gibt, ist dies zu verkraften. Ein gutes Lehrbuch oder entsprechende umfassende Internet-Ressourcen sollten das Erlernen einer Fremdsprache dennoch begleiten.

Angebotene Sprachen

Das Angebot an Sprachen ist von App zu App unterschiedlich. Manche bieten mehr als 30, andere nur einige wenige an. Ob Sie bereit sind, neue Fremdsprachen mit der Ausgangssprache Englisch zu lernen, macht dabei einen großen Unterschied. Die meisten E-Learning-Plattformen bieten Englischsprechern nämlich weitaus mehr Optionen als Deutschsprechern.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Zusammenfassung der von uns getesteten Plattformen:

Plattform

Ausgangssprache

Zielsprache

Babbel

Deutsch

Dänisch, Englisch, Französisch, Indonesisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch

Englisch

Dänisch, Deutsch, Französisch, Indonesisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch

Duolingo

Deutsch

Englisch, Spannisch, Französisch

Englisch

Arabisch, Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Esperanto, Französisch, Griechisch, Hawaiisch, Hebräisch, Hindi, Holländisch, Indonesisch, Irisch, Italienisch, Klingonisch, Koreanisch, Navajo, Norwegisch, Japanisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Swahili, Türkisch, Tschechisch, Ukrainisch, Ungarisch, Valyrisch, Vietnamesisch, Walisisch

Lingvist

Deutsch

Englisch

Englisch

Deutsch, Französisch, Russisch, Spanisch

Memrise

Deutsch

Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Russisch, Spanisch, Türkisch

Englisch

Arabisch, Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Norwegisch, Polnisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch

Mondly

Deutsch & Englisch

Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Japanisch, Koreanisch, Chinesisch, Türkisch, Arabisch, Persisch, Hebräisch, Portugiesisch, Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Rumänisch, Afrikaans, Kroatisch, Polnisch, Bulgarisch, Tschechisch, Ungarisch, Ukrainisch, Vietnamesisch, Hindi, Indonesisch, Thailändisch

Rosetta Stone

Deutsch & Englisch

Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Hindi, Irisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Persisch (Farsi), Philippinisch (Tagalog), Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch, Vietnamesisch

Zusätzlich gibt es natürlich auch Apps, die ganz gezielt nur für das Lernen einer bestimmten Sprache gedacht sind. Besonders für Sprachen außerhalb des Lateinischen Schriftsystems - beispielsweise Chinesisch, Japanisch oder Arabisch - gibt es eine Vielzahl solcher Apps.

Preismodelle

Preislich gibt es bei E-Learning-Plattformen verschiedene Modelle. Da wären die kostenlosen Anbieter wie Duolingo oder Memrise, die vollwertige Kurse ohne allzu störende Bezahlschranken zur Verfügung stellen, optional aber Premium-Abonnements für Extra-Funktionen oder Inhalte anbieten. Dann gibt es Programme wie Mondly, die einige Inhalte kostenlos anbieten, für die volle Erfahrung allerdings zur Kasse bitten. Zu guter letzt gibt es natürlich auch kostenpflichtige Programme wie Babbel oder Rosetta Stone, die allerhöchstens mit ein paar wenigen Gratis-Übungen Lust auf mehr machen.

Konkret hängen die Preise meist von der Art des Abonnements ab: Am wenigsten pro Monat bezahlen jene Nutzer, die langfristige 12- oder 24-Monats-Abos abschließen. Wer von Monat zu Monat bezahlt, muss tiefer in die Tasche greifen. Durchschnittlich verlangen Anbieter etwa 5-15 Euro monatlich - mit einigen Ausläufern nach unten oder oben.

Bekannte Online-Sprachkurse im Test

Sie wundern sich jetzt vielleicht, welcher Online-Sprachkurs der Richtige für Sie ist, denn die Auswahl ist groß. Im Folgenden geben wir einen kurzen Überblick über die von uns getesteten Sprachlern-Apps und verraten, was sie besonders macht. Detaillierte Auseinandersetzungen mit ihren Stärken und Schwächen finden Sie in den jeweiligen Testberichten.

Babbel

Babbel ist eine kostenpflichtige deutsche Plattform für Online-Sprachkurse, bei der jeder Kurs individuell auf die jeweilige Sprachkombination zugeschnitten ist. Babbel setzt weniger auf Elemente der Gamifizierung, und nutzt die digitale Lernumgebung stattdessen als eine Art interaktive Erweiterung klassischer Lehrbuch-Übungen. Nutzer erhalten durchdachte, handgemachte und gut strukturierte Kurse, müssen dafür aber auch die nötige Motivation aufbringen.

Duolingo

Mit mehr als 300 Millionen Nutzern ist Duolingo die wohl bekannteste Sprachlern-App auf dem Markt. Die Tatsache, dass die Lernplattform völlig kostenfrei ist, dürfte dabei eine wesentliche Rolle spielen, doch auch die spielerische Natur des Sprachenlernens kommt bei Duolingo voll zur Geltung. Dazu kommt ein großes Angebot an Sprachen und Experimentierfreude bei den Inhalten, zu denen mittlerweile auch Podcasts und interaktive Leseübungen zählen.

Lingvist

Lingvist ist ein Lernprogramm, das wie ein digitales Karteikartensystem auf SRS-Basis operiert und Wörter dabei direkt im Kontext beibringt. Trotz Grammatik-Tipps und anderen Herausforderungen eignet sich die Sprachlern-App vor allem als Vokabeltrainer, der sich an das Sprachniveau seiner Nutzer anpasst und den Wortschatz mit seinem intelligenten Algorithmus intelligent erweitert. Lingvist kann kostenlos benutzt werden, versteckt ein paar praktische Funktionen aber hinter der Bezahlschranke.

Memrise

Auch Memrise setzt wie Duolingo ganz auf die spielerische Natur des Sprachenlernens und verspricht Nutzern auf seiner Website sogar das "Gegenteil" von der Lehrbuch-Erfahrung. Die stetige Gamifizierung soll Nutzer in den Bann ziehen und regelmäßig zurück in die ansprechend gestalteten Kurse holen. Jene eignen sich besonders zur Wortschatz-Erweiterung. Besonders an Memrise ist zudem, dass die Vokabeln in jeder Sprache von unterschiedlichen Muttersprachlern in Videos illustriert werden.

Mondly

Mondly ist ein Online-Sprachkurs, der besonderen Wert darauf legt, seine Nutzer neben Vokabelübungen und Grammatik-Drills auch wirklich zum Sprechen zu bringen. Dies versucht die Plattform beispielsweise mit einem Chat-Bot, der echte Konversationen in der Zielsprache vorgaukelt. Auch Mondly nutzt viele Elemente der Gamifizierung, und belohnt regelmäßiges Lernen mit Punkten und Zusatz-Inhalten.

Rosetta Stone

Rosetta Stone ist der Großvater unter den Apps zum Sprachenlernen und bereits seit den frühen 90er Jahren auf dem Markt. Das heißt allerdings nicht, dass sich die Plattform mit Tradition nicht an neue Trends angepasst hat: Das Prinzip der "dynamischen Immersion", bei der Nutzer mit multi-sensorischen Übungen ohne ständige Übersetzungen ganz in die Zielsprache eintauchen sollen, ist heute in schicke Apps und eine glänzende Web-Oberfläche eingebunden.

Schwächen von Sprachlern-Apps

So verschieden die Apps und Programme zum Sprachenlernen auch sind, so ähnlich sind die die Lernbereiche, die sie nicht gut abdecken. Wer Online-Sprachkurse nutzt, sollte sich deshalb im Klaren darüber sein, dass sie keine Wunder vollbringen können, und dies schon gar nicht allein. Diese Lernplattformen sind immer nur Teil einer Lernstrategie, die ihre Schwächen mit anderen Lernmethoden ausgleicht.

Allgemeine Sprachlern-Apps eignen sich gut als Vokabeltrainer, bringen Ihnen aber nicht oder nur unzureichend bei, wie Sie dieses Vokabular auch einsetzen. Diese Kompetenz erlangen Sie nur durch echten Kontakt mit der Zielsprache, etwa im Unterricht, bei Reisen ins Zielland, mit Freunden und Tandem-Partnern oder durch Medienkonsum. Auch für diese Kernkompetenzen gibt es spezielle Anwendungen, die sich als Ergänzung zu den Sprachlern-Apps eignen.

Von den Elementen der Gamifizierung sollten Sie sich außerdem nicht blenden lassen. Es besteht die Gefahr, dass das Erfolgsgefühl nicht mit Ihrem tatsächlichen Fortschritt einhergeht. Immerhin leben die Apps davon, Sie immer wieder in ihren Bann zu ziehen, und die fürs Lernen idealen Schwierigkeitsgrade können im Widerspruch zu diesem Ziel stehen.

Zudem gibt es starke Qualitätsschwankungen, sowohl zwischen den verschiedenen Angeboten, als auch innerhalb der Online-Sprachkurse. Manche Sprachlern-Apps nutzen beispielsweise dieselbe Schablone für jede einzelne Sprachkombination, statt jeden Kurs durchdacht von Hand zu erstellen. Dadurch können sich immer wieder Fehler einschleichen, die sich bei Anfängern festsetzen, oder Sie lernen Begriffe und Phrasen, die eigentlich gar nicht wirklich verwendet werden.

Es gibt also verschiedene Probleme mit Online-Sprachkursen, wobei sich ein Großteil davon mit der entsprechenden Erwartungshaltung und Einstellung der Nutzer verflüchtigt. Die Gefahr der Enttäuschung ist gering für all jene, die verstehen, dass das Erlernen einer Sprache trotz spielerischer Elemente mit regelmäßiger Arbeit verbunden ist, und eine einzige Ressource nicht ausreicht, um zu fließenden Kenntnissen zu verhelfen.

Fazit

Das alte Klischee trift einmal mehr zu: Online-Sprachkurse sind, was man daraus macht. Was sie auch versprechen, sie sind keine Wundermittel, die spielerisch zu fließenden Sprachkenntnissen verhelfen. Die Stärken von Sprachlern-Apps liegen vor allem in Vokabel-Drills in SRS-Manier und dem Lernen von Wörtern in Kontext. Elemente der Gamifizierung schaffen es bestenfalls, Nutzer zum regelmäßigen Lernen zu motivieren.

Einige Sprachlern-Apps experimentieren immer wieder mit neuen Inhalten und versuchen (mit unterschiedlichen Erfolgen), auch bisher vernachlässigte Sprachkompetenzen in ihr Angebot zu integrieren. Noch ist uns jedoch kein Service bekannt, der wirklich alles abdeckt. Dennoch gibt es viele Anbieter, die ihre Stärken auf hervorragende Weisen nutzen.

Wer Online-Sprachkurse intelligent und mit der richtigen Erwartungshaltung verwendet, kann sich bei der aufregenden und oft anstrengenden Lernreise auf eine große Hilfe stützen.

Autor: Martin Gschwentner
Martin Gschwentner hat Amerikanistik und Medienwissenschaft in Deutschland, den USA und Frankreich studiert und arbeitet als freier Redakteur in Paris. Er forscht als Doktorand am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Paris Diderot zum Einfluss des Geldes auf die US-Politik. Auf EXPERTE.de schreibt er über IT-Sicherheit, Datenschutz und Software für Selbständige und Kleinunternehmen.