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12 praktische Alternativen zu WordPress

  Martin Gschwentner   18. März 2019

WordPress ist der Alleskönner unter den Content Management Systemen. Von persönlichen Blogs und einfachen Portfolios kleiner Künstler, bis hin zu ausgeklügelten Business-Webseiten großer Unternehmen: WordPress ist gleichermaßen einfach und komplex, anpassbar und universell, für Profis und Amateure geeignet.

Die Dominanz der Plattform spricht deshalb Bände: Der WordPress-Motor treibt 33% aller Seiten im Internet an. Unter den Websites, die mit bekannten CMS-Systemen betrieben werden, hat WordPress sogar einen Anteil von 60%.

An WordPress führt also kein Weg vorbei, hört man sich bereits sagen. Doch das stimmt nicht: Die CMS-Infrastruktur, die Unternehmen und Einzelpersonen zu ihren unverzichtbaren virtuellen Grundstücken im Netz führt, wird immer stärker. Dass WordPress es allen recht machen möchte, trägt wesentlich zum Erfolg der Plattform bei. Doch gerade für Nischenprojekte könnte diese Weitläufigkeit eher abschreckend als einladend wirken.

Nachteile von WordPress

Es gibt viele Gründe, warum WordPress vielleicht nicht die optimale Lösung für Ihr Website-Projekt ist:

WordPress kann gerade für einfache Projekte zu komplex sein

Dimension der Software kann zu Performance-Problemen führen

Plugins und Erweiterungen können fehlerhaft sein und/oder zu Kompatibilitätsproblemen führen

Als Open Source-Plattform bietet WordPress viel Angriffsfläche für Malware

Grundpaket ist kostenlos, doch für einzigartige Webseiten sind meist kostenpflichtige Zusatzangebote nötig

Richtige Personalisierung der Webseite ist ohne Programmier-Kenntnisse kaum möglich

In WordPress steckt das Potenzial für großartige Internetauftritte, doch nicht für alle Bedürfnisse ist der Marktführer auch unbedingt das Nonplusultra.

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen ein paar Alternativen zu WordPress vor, die sich für Ihr Projekt besser eignen könnten. Dafür ist zunächst von Bedeutung, was genau Sie mit Ihrer Webseite eigentlich erreichen möchten.

12 Alternativen zu Wordpress

Welche WordPress-Alternative für Sie und Ihr Unternehmen dienlich sein könnte, hängt ganz von der Art Ihres Projektes und dem Zweck Ihrer Webseite ab. Während WordPress alle Bedürfnisse bedient - wenn auch manche besser als andere - legen andere CMS den Fokus auf ganz bestimmte Nischen.

Homepage-Baukästen

Die sogenannten Homepage-Baukästen oder Website-Builder erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie keinerlei Programmier-Kentnisse erfordern. Mit etwas Auge für gutes Design - und nicht einmal das ist unbedingt notwendig - erlauben sie die Erstellung schicker Webseiten für alle möglichen Zwecke.

1. Wix

Für den deutschsprachigen Markt ist der Name vielleicht etwas unglücklich gewählt, doch das konnte Wix nicht davon abhalten, auch hierzulande zahlreiche Fans zu finden. Der übersichtliche Editor mit Drag & Drop-Funktion macht Benutzerfreundlichkeit zur absoluten Priorität, sodass Wix sich noch etwas einfacher bedienen lässt als WordPress.

Wix ist prinzipiell kostenlos, doch wer für keines der Premium-Pakete zahlt, muss mit Werbung, Einschränkungen beim Speicherplatz und anderen Limits zurechtkommen. Die Premium-Angebote beginnen bereits bei 4,08€ im Monat - Unternehmer & Selbstständige sind ab 12,41€ gut umsorgt.

Vorteile von Wix:

kostenlos und auch in den Premium-Versionen günstig

kinderleichte und intuitive Bedienung ohne Programmier-Kenntnisse

viele Design-Templates

schnelles und sicheres Hosting auf Wix-Servern

Nachteile von Wix:

die besten Premium-Angebote sind vergleichsweise teuer

Werbung bei kostenloser Nutzung und dem günstigsten Premium-Tarif

Kein simpler Template-Wechsel wie bei WordPress möglich

2. Squarespace

Wer Podcasts hört, wird Squarespace sicher bereits auf dem Radar haben. Gefühlt sponsert der Website-Builder nämlich den halben Podcast-Markt. Doch die Stimmen im Radio preisen den Service nicht zu Unrecht: Squarespace macht die Website-Erstellung kinderleicht. Über das Hosting, die Domain und andere Kleinigkeiten müssen Sie sich bei Squarespace keine Gedanken machen. Sie melden sich einfach nur an, wählen einen Tarif und können loslegen.

Für Webseiten gibt es bei Squarespace grundlegend zwei Tarife: Eine persönliche Webseite gibt es bei Jahresabschluss für 11€ im Monat, das Business-Angebot für 17€. Einen Online-Store gibt es ab 24€ im Monat.

Vorteile von Squarespace:

Zahlreiche schöne und elegante Design-Templates

Schnelles und sicheres Hosting, im Abo-Preis inbegriffen

All in One-Plattform garantiert, dass alles funktioniert

Nachteile von Squarespace:

teurer als Konkurrenz-Baukästen

mangelnde Marketing-Tools und Funktionalität

keine Apps und Erweiterungen wegen des All in One-Konzeptes

3. Weebly

Die dritte WordPress-Alternative im Bunde heißt Weebly und funktioniert ganz ähnlich wie die anderen Baukästen. Mit dem intuitiven Drag and Drop-System des Homepage-Baukastens und verschiedenen Templates können Sie ganz einfach Ihre eigene Webseite erstellen.

Weebly gibt es in der kostenlosen Version, was Nutzer aber an eine Weebly.com Subdomain bindet, Werbung beinhaltet und andere Limits mit sich bringt. Darüber hinaus gibt es mehrere Premium-Tarife für den persönlichen Gebrauch, Organisationen und Unternehmen. Business-Webseiten und Online-Stores für Unternehmen gibt es ab 23€ im Monat.

Vorteile von Weebly:

benutzerfreundliche und intuitive Bedienung, für Anfänger geeignet

sicheres und schnelles Hosting

kostenloses Grundangebot, flexible Preisgestaltung

integrierte eCommerce-Funktionalität

Nachteile von Weebly:

vergleichsweise wenig Personalisierung

feste Bindung an Weebly, keine Software-Installation

eingeschränkte Blogging-Funktionen

Selbst gehostete CMS

Homepage-Baukästen haben das Internet revolutioniert und Barrieren bei der Erstellung von Webseiten abgebaut. Wer die Services nutzt und keinen Gedanken an HTML, CSS und Co. verschwenden will, muss sich aber mit gewissen Einschränkungen zufrieden geben. Selbst gehostete CMS-Alternativen zu WordPress hingegen versprechen vollkommene Freiheit - für all jene, die sie zu nutzen wissen.

4. Drupal

Drupal ist ein Open-Source CMS, das die Erstellung von Blogs, Webseiten und sogar sozialen Netzwerken ermöglicht. Drupal eignet sich besonders für erfahrene Entwickler, die komplexe Webseiten bauen möchten.

Drupal ist kostenlos, für die Verwendung müssen also keine Lizenzgebühren oder Ähnliches bezahlt werden. Natürlich kommen aber andere Kosten auf Webseiten-Betreiber zu.

Vorteile von Drupal:

vielseitig, erweiterbar und hervorragend geeignet für komplexe Webseiten

Open Source und kostenlos

entwicklerfreundlich

Nachteile von Drupal:

nur für erfahrene Entwickler geeignet

schwierige Installation

die meisten Module (=Plugins) sind kostenpflichtig

5. Joomla

Joomla ist ein dynamisches Open Source-CMS, das sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut. Es gilt als vielseitiger als WordPress, aber dabei einfacher als Drupal, und spricht als flexible Mittellösung auch weniger erfahrene Entwickler an.

Auch Joomla ist kostenlos in der Nutzung und verlangt keine Lizenzgebühren, doch auch hier lauern die Kosten woanders - unter anderem bei kostenpflichtigen Erweiterungen.

Vorteile von Joomla:

gute Mittellösung zwischen WordPress und Drupal

komplexes, aber benutzerfreundliches Interface

multilinguale Plattform

keine fortgeschrittenen Programmier-Kenntnisse notwendig

Nachteile von Joomla:

komplexer als WordPress, steile Lernkurve

Drittanbieter-Marktplatz weniger ausgereift

als Mittellösung zwischen WordPress und Drupal eine gewisse Kompromiss-Maschine

6. Umbraco

WordPress, Drupal und Joomla sind die drei meistgenutzten CMS, doch es gibt unzählige weniger bekannte Konkurrenten, die sich perfekt für bestimmte Projekte eignen können. Eines davon ist shopi.

Umbraco basiert auf dem .NET Framework von Microsoft und hat eine Anhänger- und Entwicklerschar auf der ganzen Welt. Im Gegensatz zu WordPress gibt es keine vorinstallierte Startseite, das CMS erlaubt stattdessen wie eine weiße Leinwand die völlig freie Frontend-Gestaltung.

Wie die Konkurrenz verlangt Umbraco keine Lizenzgebühren, doch es gibt zahlungspflichtige Support-Pakete und AddOns.

Vorteile von Umbraco:

große Flexibilität bei Design und Layout

Microsoft-Einbindung verspricht große Kompatibilität mit Microsoft-Produkten

hilfreiche Community überzeugter Nutzer und Entwickler

Nachteile von Umbraco:

keine Option für Nutzer ohne Programmier-Kenntnisse

steile Lernkurve

Einbußen bei Performance und Geschwindigkeit

eCommerce

Ob Texte, Ideen oder handfeste Produkte: Irgendetwas verkaufen möchte jede Webseite. WordPress bietet eCommerce-Funktionen und Addons wie WooCommerce, doch es gibt auch CMS, die ganz auf diese Funktionalität zugeschnitten sind. Wer also in erster Linie einen Online-Shop aufziehen möchte, könnte ein eigens dafür entwickeltes Programm bevorzugen.

7. BigCommerce

BigCommerce ist ein Online-Shop-Baukasten mit komplettem Hosting, der sich dank Drag and Drop-Funktionen auch von Anfängern einfach bedienen lässt. Nutzer können ganz einfach ihren eigenen Online-Shop zusammenbasteln und ihre Produkte - ohne Begrenzungen der Anzahl - verkaufen. BigCommerce unterstützt gängige Zahlungsarten wie PayPal, Amazon und Apple Pay und erlaubt Apps und Erweiterungen von Drittanbietern.

BigCommerce gibt es in drei verschiedenen Preis-Paketen. Das Standard-Angebot schlägt monatlich mit 29,95$ zu Buche und ist dabei auf Jahresverkäufe von bis zu 50.000$ beschränkt.

Vorteile von BigCommerce:

intuitive Bedienung, für Anfänger und Profis geeignet

keine Transaktionskosten

99,99% Verfügbarkeitsgarantie und hohe Sicherheit

eingebaute Blogging-Plattform

Nachteile von BigCommerce:

steile Preissteigerung für Premium-Pläne

mit dem Erfolg des Stores wachsen auch die Gebühren

wenige kostenlose Themes, und Premium-Themes können teuer werden (ca. 200$)

8. Shopify

Shopify ist eine weitere WordPress-Alternative, die das Aufziehen eines Online-Shops kinderleicht macht. Vorgefertigte Apps und Templates sowie zahlreiche kostenlose und Premium-Themes tummeln sich auf der Spielwiese, für die keine Programmier-Kenntnisse benötigt werden.

Die Preise von Shopify ähneln jenen von BigCommerce, doch bei Shopify gibt es gibt es keine Umsatzgrenze - dafür aber Transaktionskosten. Das Basis-Paket gibt es für 29$ im Monat.

Vorteile von Shopify:

einfache Handhabung auch ohne Programmier-Erfahrung

viele Themes zur Auswahl

zahlreiche Apps und Plugins, die das Leben erleichtern

guter 24-Stunden-Support

Nachteile von Shopify:

Einfachheit geht auf Kosten von Funktionalität und Individualisierung

wenige kostenlose Templates

Apps kosten Geld

9. Magento

Magento von Adobe ist eine gute eCommerce-Lösung für Unternehmer mit Programmier-Erfahrung. Die Open Source-Plattform lässt sich mit dem richtigen Know How nach Belieben anpassen und ist komplexer und vielseitiger als Shopify oder BigCommerce. Zahlreiche Marketing-Tools sorgen für eine übersichtliche Kontrolle der Verkaufs-Aktivitäten und vielseitige AddOns erlauben es Shop-Betreibern, die Webseite ganz ihren Wünschen anzupassen.

Magento ist kein Baukasten-Service und Open Source, die Kosten lassen sich also nicht so einfach zusammenrechnen. Doch für kleinere Unternehmen verspricht Magento erschwingliche Lösungen.

Vorteile von Magento:

flexibel, voller Power und mit Features vollgepackt

große und hilfreiche User-Community

Gute Tools zur Optimierung für mobile Geräte

Nachteile von Magento:

keine übersichtliche Preisstruktur, Premium-Angebot sehr teuer

nicht für Amateure und Menschen ohne Programmier-Kenntnisse geeignet

Magento-Programmierer sind vergleichsweise rar

Blogging

Bevor WordPress zur vielseitigen Alleskönner-Krake wurde, die es heute ist, begann es als einfache Blog-Software. Die hinterlassene Lücke haben zahlreiche Angebote gefüllt.

10. Ghost

Das ursprünglich durch Crowdfunding ins Leben gerufene Content-System Ghost eignet sich besonders für Blogger, Journalisten, Redaktionen und all jene Internetauftritte mit Fokus auf Text. Von der Komplexität und Flexibilität von WordPress trennen Ghost Welten, doch das ist beabsichtigt: Anfänger und all jene, die eine elegante und dabei einfach zu verwaltende Webseite erstellen möchten, werden nicht von den Möglichkeiten überwältigt.

Ghost punktet also vor allem mit dem Fokus, der WordPress einst groß machte. Preislich stehen drei Pakete zur Auswahl, wobei 29$ pro Jahr das Minimum sind.

Vorteile von Ghost:

Fokus auf Einfachheit, für Anfänger geeignet

Elegantes Dashboard, übersichtliches Design

Praktisches Live-Preview für Veränderungen im Beitrags-Editor

eingebaute SEO-Features

Nachteile von Ghost:

wenige Themes und Plugins im Vergleich zu WordPress

kein Allrounder, beschränkt auf Blogging und textliche Inhalte

11. Medium

Als Blogging-Plattform, auf der Autoren ein Millionenpublikum erreichen können, erfreut sich Medium immer größerer Beliebtheit. Natürlich sind die Angebote kaum vergleichbar: WordPress ist ein voll funktionsfähiges CMS mit schier unendlichen Möglichkeiten, Medium eine reine Blogging-Plattform für Texte. Wer nicht mehr braucht, könnte sich mit einem Medium-Account aber viel unnötiges Kopfzerbrechen sparen.

Medium ist eine Publishing-Plattform, auf der Autoren ihre Beiträge veröffentlichen und mit Tags kategorisieren, aber auch anderen Bloggern folgen können. So kann man sozusagen seine eigene "Online-Zeitung" erstellen.

Medium ist kostenlos, bietet aber für 5$ monatlich oder 50$ jährlich einen Premium-Service mit unbegrenztem Zugang zu Stories, Audio-Versionen und anderen Vorzügen an.

Vorteile von Medium:

entschlackte Blogging-Plattform für genau diesen Zweck

Möglichkeit, mit Blog-Beiträgen Geld zu verdienen

Potenzial, ein großes Publikum zu erreichen

Nachteile von Medium:

kein Ersatz für eine eigene Webseite

keine Möglichkeit, selbst Werbung zu schalten

begrenzte Features

12. Blogger

Blogger ist ein einfacher, kostenloser und verlässlicher Service von Google, der sich einzig und allein auf eine Sache spezialisiert: Blogging. Anders als WordPress ist Blogger also kein CMS, aber wer einfach nur seine Texte auf einer übersichtlichen und benutzerfreundlichen Plattform ins Netz bringen möchte und auf die vielen anderen Funktionen verzichten kann, ist mit dem Service gut bedient. Alles, was zur Anmeldung benötigt wird, ist ein Google-Konto.

Blogger und die dazugehörige Domain Blogspot sind völlig kostenlos.

Vorteile von Blogger:

Plattform mit nur einem Fokus: Blogging

benutzerfreundliche Handhabung

Google-Integration erleichtert die Bedienung (und die Monetarisierung via AdSense!)

Nachteile von Blogger:

strenge Beschränkung auf Blogging-Funktionen

Keine Homepage oder Landing Pages

wenig Möglichkeiten der Personalisierung

Fazit: WordPress gibt es nur einmal

Ein Blick auf die Konkurrenz führt einmal mehr vor Augen, dass WordPress ein echter Alleskönner ist. Fast immer fallen Vergleiche zum populärsten Allround-CMS auf dem Markt, doch je nach Programmier-Erfahrung, der Art des Projektes und den Abstrichen, mit denen man leben kann, gibt es eine Menge von Alternativen zu WordPress, die für Sie oder Ihr Unternehmen sogar besser geeignet sein können.

In unserem Homepage-Bereich finden Sie noch einmal grundlegende Informationen zur Erstellung Ihrer eigenen Internetseite - und mehrere Homepage-Baukästen im Vergleich.

Autor: Martin Gschwentner
Martin Gschwentner hat Amerikanistik und Medienwissenschaft in Deutschland, den USA und Frankreich studiert und arbeitet als freier Redakteur in Paris. Er forscht als Doktorand am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Paris Diderot zum Einfluss des Geldes auf die US-Politik. Auf EXPERTE.de schreibt er über IT-Sicherheit, Datenschutz und Software für Selbständige und Kleinunternehmen.