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Backblaze Backup - die Cloud-Backup-Lösung im Test

  Carsten Podszun   27. Sep. 2019

Backblaze ist ein Anbieter für Cloudspeicher-Lösungen, der bereits im Jahr 2007 gegründet wurde. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen brüstet sich mit besonders schnellen Übertragungsraten, unbegrenztem Speicher und einer einfachen Bedienung zum besonders günstigen Preis. Wie sich der Cloud-Backup Dienst von Backblaze im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, haben wir uns im Test genau angeschaut und natürlich auch überprüft, wie es um den Wahrheitsgehalt hinter den Versprechen steht.

Um eine bestmögliche Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Anbietern am Markt gewährleisten zu können, haben wir vordefinierte Kriterien festgelegt, auf die wir uns im Test besonders konzentriert haben. So können Sie die einzelnen Stärken und Schwächen in den Bereichen Erstinstallation, Bedienung und Handhabung, Performance und Kapazität sowie mobiler Nutzung, Support und dem Preis-Leistungs-Verhältnis besser direkt vergleichen. Für Schnellentschlossene haben wir zudem die wesentlichen Vor- und Nachteile von Backblaze und das Gesamtergebnis im Folgenden kurz übersichtlich zusammengefasst. Einzelheiten zu den jeweiligen Unterkategorien können Sie dem jeweiligen Abschnitt entnehmen.

Sollte Backblaze Ihren Anforderungen als Cloud-Backup-Dienst nicht vollumfänglich gerecht werden oder bestimmte Schwächen für Sie überwiegen, kann Ihnen unsere Zusammenfassung von Alternativanbietern sicher weiterhelfen. Diese haben wir im Anschluss an den Testbericht für Sie zusammengefasst.

Testbericht

Einrichtung
Note 1,3
Benutzeroberfläche & Bedienkomfort
Note 2,0
Sicherheit
Note 2,3
Mobile Nutzung
Note 2,7
Funktionsumfang und Performance
Note 3,0
Support
Note 3,3

Vorteile & Nachteile

Hoher Sicherheitsstandard dank sicherer Passwörter und AES-Verschlüsselung mit 128-Bit

Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Sehr einfache Bedienung

Keine Traffic-, Speicher- und Bandbreitenbegrenzung

Native App für iOS und Android für File-Downloads

Datei-Versionierung

Externe NAS- oder Hard-Drive Backups über den Versand von Festplatten

Zwei-Faktor-Authentifizierung

15-tägige, uneingeschränkte und kostenlose Testphase

Keine Backups von Smartphones und keine lokalen Backups auf eigene Datenträger

App bietet nur wenige Funktionen

Funktionsumfang stark eingeschränkt

Webseite teilweise und Support komplett in englischer Sprache

Keine manuellen Backups ausgewählter Dateien und keine Betriebssystem- und Software-Backups möglich.

Versionierung auf 30 Tage begrenzt

Private Encryption-Keys nicht für Ende-zu-Ende Verschlüsselung

Keine Pakete mit mehreren Clients. Jeder Rechner benötigt eigenes Paket. Entsprechend gibt es auch keine Benutzerverwaltung.

Backup-Client nur für Windows und MacOS Rechner verfügbar.

Einrichtung

Erstaunlich einfach und erstaunlich günstig - dieser Slogan fällt sofort ins Auge und bleibt im Kopf. Einfachheit fängt bei uns bereits bei der Einrichtung und der Übersicht der Webseite an. Wie gut schlägt sich Backblaze also in diesem Bereich?

Die Landing-Page an sich ist übersichtlich gestaltet. Etwas irritierend ist der Umstand, dass man beim Klick auf Links stets zu englischsprachigen Seiten weitergeleitet wird, obwohl die jeweiligen Unterseiten bei manueller URL-Eingabe auch (teilweise) in deutscher Sprache zur Verfügung stehen. Rudimentäre Englischkenntnisse sind für die Navigation auf der Seite also trotz deutscher Übersetzung sehr hilfreich. Insbesondere da es sich größtenteils um Maschinenübersetzungen handelt, die mitunter eher verwirrend als hilfreich sind.

Abgesehen davon ist die Seite selbst aber sehr übersichtlich gehalten. Umfangreiche Pakete mit unterschiedlichem Leistungsumfang sucht man hier vergeblich. Obwohl Backblaze in Personal- und Business-Backup unterscheidet, sind die Pakete grundsätzlich hinsichtlich Leistungsumfang und Preislage identisch.

Kernelement ist stets der Preis für Cloud-Backups für einen Rechner. Hier hat man die Wahl zwischen monatlicher sowie 1-jähriger und 2-jähriger Zahlweise. Selbst die monatliche Zahlweise ist erfreulich günstig und man kann den Dienst zudem 15 Tage lang uneingeschränkt testen, was ein großer Vorteil ist.

Wirft man einen Blick auf die Preisliste im Business-Backup-Bereich, findet man eine beispielhafte Kalkulation für ein NAS- bzw. Server-Backup. Hier steht zwar ebenfalls unbegrenzter Speicher zur Verfügung, der Traffic ist aber reguliert. So sind in der Beispielrechnung 1 TB anfänglicher Upload sowie 100 GB zusätzlicher monatlicher Upload, 5 GB Datenlöschung und 10 GB Download im Monat enthalten. Bei jährlicher Zahlungsweise entstehen hierfür Kosten in Höhe von unter 100 USD, was ein sehr fairer Preis ist. Zudem ist die Preisstruktur übersichtlich gestaltet. Problematisch kann es allerdings werden, wenn komplette Wiederherstellungen von kompletten Servern fällig werden, denn in diesem Fall reicht das monatliche Download-Volumen schnell nicht mehr aus.

Dennoch ist es erfrischend zu sehen, dass nur ein einziges Basispaket als Grundlage für alle Cloud-Backup-Dienste vom Privatrechner über mehrere Client-Rechner bis hin zum Server-Backup dient. So müssen Sie sich nicht erst durch eine unübersichtliche Pakete-Vielfalt kämpfen.

Hat man sich für ein Paket entschieden, muss man sich lediglich mit einer E-Mail-Adresse registrieren. Separat bestätigt werden muss die Adresse nicht. Man wird sofort zum Software-Download weitergeleitet, der innerhalb weniger Sekunden erledigt ist.

Nach der Installation beginnt die Software vollautomatisch mit dem Backup aller Daten des Rechners. Es sind keine weiteren Einstellungen nötig. Es lassen sich lediglich einzelne Festplatten vom Backup ausnehmen. Die Systempartition kann jedoch nicht aus dem Backup-Plan ausgeschlossen werden. Über das Dashboard im Browser erhält man eine Übersicht über das registrierte System, kann gesicherte Dateien einsehen und herunterladen und verschiedene Funktionen nutzen. Alles ist hier sehr einfach und übersichtlich gestaltet, in deutscher Sprache steht das Dashboard aber nicht zur Verfügung.

Die Software selbst, die auf dem PC installiert wird, ist allerdings komplett in deutscher Sprache verfügbar, was die Bedienung auch ohne Englischkenntnisse sehr einfach macht. Im Prinzip gibt es aber nicht viel, was eingestellt werden kann oder muss. Es kann ein privater Schlüssel eingestellt werden, wenn man dies bevorzugt. Auch Backup-Zyklen können eingestellt werden und ein Backup kann zudem manuell gestartet oder angehalten werden. Das war's dann aber auch schon. Der Rest läuft vollautomatisch im Hintergrund ab.

Die Ersteinrichtung ist unkompliziert, schnell und selbsterklärend. Die Tatsache, dass sich keine einzelnen Dateien oder Ordner sichern lassen, ist dabei Teil des Konzepts. Wer sich mehr individuelle Freiheiten wünscht, der wird gegebenenfalls erschrocken sein, dass die Software gleich versucht, den gesamten Rechner zu sichern. Wer aber genau das möchte, der kommt hier voll auf seine Kosten, denn auch ohne jegliche Voreinstellungen oder Anpassungen wird automatisch das komplette System vollumfänglich gesichert. Inklusive aller Bilder, Videos, Dokumente und Daten. Schneller und einfacher geht es kaum. Lässt man die mangelnden individuellen Einstellungsmöglichkeiten außer Acht, lässt lediglich die Tatsache, dass immer wieder auf englischsprachige Unterseiten verwiesen wird, Raum für Kritik.

Note: 1,3

Benutzeroberfläche & Bedienkomfort

Das Dashboard der Webseite ist übersichtlich gestaltet und bietet einige Einstellungsmöglichkeiten sowie Optionen zur Wiederherstellung von gesicherten Dateien. Sie lassen sich für den registrierten Rechner direkt über das Web-Interface herunterladen. Darüber hinaus können über das Dashboard Informationen zum aktuellen Vertrag sowie den Rechnungen eingesehen und weitere kleinere Anpassungen vorgenommen werden. Da das gesamte Backup an sich aber vollautomatisch durchgeführt wird, sind die Einstellungsmöglichkeiten überschaubar, was dem Bedienkomfort entgegen kommt.

Insgesamt wirkt die Benutzeroberfläche eher rudimentär und ist zudem nicht sonderlich gut auf Endgeräte mit Touch-Funktion ausgelegt, sodass die Bedienung mit der Maus erfolgen sollte. Will man Backups auf externe Datenträger vornehmen, ist dies zwar möglich, allerdings nur gegen Pfand, denn das Backup wird von Backblaze selbst durchgeführt und der entsprechende Datenträgen - wie beispielsweise ein USB Flash-Drive - wird dann auf dem Postweg zugestellt. Das ist zwar komfortabel und kostenlos, denn der Betrag wird bei Rückversand erstattet, aber dennoch sehr unflexibel; ähnlich wie auch bei den Backup-Einstellungen. Ein lokales Backup per Mausklick auf ein eigenes Laufwerk ist nicht möglich. Erweiterte Einstellungen wie Backup-Zyklen oder das manuelle Starten von Backups lassen sich über das Web-Interface nicht vornehmen, über die Software selbst ist dies aber mit nur wenigen Klicks möglich.

Das Navigieren durch die Menüs sowie die Bedienung der auf dem Rechner installieren Software geht insgesamt aber sehr gut von der Hand. Lobenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Software komplett auf Deutsch verfügbar ist, sodass zum eigentlichen Betrieb keine englischen Sprachkenntnisse benötigt werden. Beim Backend hingegen fehlt jegliche Übersetzung. Abgesehen von der mangelnden Anpassung an Touchscreens, der Tatsache, dass das Dashboard nur in englischer Sprache verfügbar ist sowie die Einschränkungen bei den für das Backup vorgesehen Ordnern - was aber funktional bedingt sind - gibt es bezüglich der Bedienung an sich nicht viel auszusetzen, sodass wir hier guten Gewissens eine 2,0 als Teilnote vergeben können. Selbst Neulinge auf dem Gebiet der Cloud-Backups kommen dank der Einfachheit hier schnell gut zurecht.

Note: 2,0

Funktionsumfang und Performance

Der Funktionsumfang ist auf das Wesentliche begrenzt. Es lassen sich nur die wichtigsten Einstellungen vornehmen, Backup-Zyklen einstellen und Anpassungen bei den zu sichernden Ordnern vornehmen. Wie bereits erwähnt, ist es aber nicht möglich, das Systemlaufwerk aus der Sicherung herauszunehmen. Persönliche Dokumente, Desktop-Inhalte etc. werden also zwangsläufig gesichert. Insbesondere bei Rechnern, die auch privat genutzt werden, möchte man dies aber vielleicht nicht. Hier bietet Backblaze aber leider keinen freien Handlungsspielraum.

Auf der anderen Seite hat die Einfachheit aber eben auch System. Da alles vollautomatisch durchgeführt wird, müssen Sie sich nicht mit Feinheiten herumschlagen, sondern können sicher sein, dass alle wichtigen Dokumente gesichert werden, sobald die Software installiert wurde. Darüber hinaus gibt es einige nette Zusatzfeatures wie das Lokalisieren des registrierten Rechners, was insbesondere bei Laptops, Convertibles oder Windows-Tablets durchaus interessant sein kann. Sollten Sie die Mapping-Funktion nicht nutzen wollen, muss sie manuell deaktiviert werden. Standardmäßig ist sie aktiviert.

Darüber hinaus werden alle Dateien über einen Zeitraum von 30 Tagen versioniert, sodass Sie jederzeit alte Versionen wiederherstellen können. Alle Daten liegen verschlüsselt auf dem Server und zusätzlich kann von der Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie von der Möglichkeit Gebrauch gemacht werden, einen eigenen Schlüssel einzurichten. Über die Software, die mobilen Apps oder über das Web-Interface können einzelne Dateien jederzeit lokal heruntergeladen oder auch bestimmte Dateien zusätzlich freigegeben werden. Backblaze bietet zwar die Möglichkeit, lokale Backups auf externen Datenträgern anzufertigen, dies steht aber nur als Service zur Verfügung. Gegen eine Leihgebühr wird ein komplettes Backup auf einer externen Festplatte erstellt und auf dem Postweg zugesandt. Der Betrag wird erstattet, wenn der Datenträger wieder zurückgesendet wird. Der Sinn dieser Vorgehensweise hat sich uns jedoch nicht vollständig erschlossen.

Die Preisstruktur ist recht einfach aufgebaut, denn es stehen praktisch keinerlei Pakete zur Verfügung, aus denen mal wählen müsste. Vielmehr lassen sich mit einem Abo Daten eines einzigen Rechners oder Servers in beliebigem Umfang sichern, nicht jedoch in beliebigem Umfang wiederherstellen, löschen der bearbeiten. Alle Laufwerke des Servers oder PCs werden standardmäßig vollumfänglich gesichert, es lassen sich aber - abgesehen vom Systemlaufwerk - Partitionen oder Laufwerke vom Backup ausschließen.

Zusätzliche Features wie Datenkompression vor der Übertragung, Bare Metal Recovery oder Backups des Betriebssystems sowie von installierter Software sind nicht vorhanden. Auch Backups mobiler Endgeräte sind nicht möglich und es gibt keine Schnittstellen zur Anbindung an die eigene IT-Infrastruktur. Darüber hinaus stehen auch keine erweiterten Backup-Möglichkeiten für E-Mail-Postfächer, Social-Media-Daten oder Datenbanken, virtuelle Maschinen oder Backups von Web-Office-Lösungen zur Verfügung. Außerdem kann die Software ausschließlich auf Windows- und Mac-Systemen installiert werden. Linux-Rechner oder Server, die mit einem anderen Betriebssystem laufen, können nicht gesichert werden.

Trotz eingeschränktem Funktionsumfang und nur wenigen Einstellungsmöglichkeiten bietet Backblaze einige Besonderheiten, die man bei vielen anderen Backup-Anbietern so nicht findet. Welche USPs Backblaze zu bieten hat, haben wir im Folgenden nochmals übersichtlich für Sie zusammengefasst.

Besonderheiten des Backblaze Cloud-Backups

  • Hoher Sicherheitsstandard
    Bei Backblaze werden die Daten auf dem Server mit 128 Bit AES-Verschlüsselt. Zusätzlich kann ein eigener Key festlegt werden und auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ist nutzbar.
  • Ein Paket für alle Backups
    Es gibt nur ein einziges Paket, das unbegrenzten Backup-Speicher beinhaltet. Sowohl Server als auch Client-PCs können so gesichert werden. Pakete für mehrere Clients sind nicht verfügbar. Dies macht die Preisstruktur sehr übersichtlich und einfach.
  • Unbegrenzter Online-Speicher
    Es gibt weder eine Begrenzung von Dateigrößen noch eine Begrenzung des Online-Speichers an sich.
  • Versionierung
    Dateien werden über einen Zeitraum von 30 Tagen versioniert.
  • Mapping von Rechnern
    Der aktuelle Standort des registrierten Systems wird getrackt und kann online nachvollzogen werden.
  • Client- und Server-Backups
    Unabhängig davon, was Sie sichern möchten, ist dies mit dem Standard-Paket möglich.
  • Kostenlose Backup-Kopie auf externen Datenträgern per Post
    Auf Wunsch kann gegen Hinterlegung eines Pfands eine Kopie des Backups per Post angefordert werden. Nach Rückversand des Datenträgers wird der Pfandbetrag wieder erstattet.
  • Native Apps für iOS und Android
    Parallel zum Cloud-Backup lassen sich in den Business-Tarifen auch lokale Backups im Hintergrund durchführen.

Unterm Strich ist der Funktionsumfang recht stark eingeschränkt. Wer sich umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten oder gar eine Einbindung in die eigene Infrastruktur wünscht, der wird mit Backblaze nicht glücklich werden. Wer aber auf Einfachheit großen Wert legt und kein Problem damit hat, dass die Software die komplette Systempartition vollumfänglich sichert, ohne dass man dies deaktivieren könnte, der wird hier fündig. Unbegrenzter Speicher, eine einfache Preispolitik mit nur einem einzigen Paket sowie einfache Möglichkeiten, einzelne Daten per Web-Interface oder App auf beliebigen Endgeräten herunterzuladen, sind nur einige der guten Funktionen, die Backblaze bietet.

Eine unkomplizierte Bedienung ist grundsätzlich natürlich gut und das Konzept der Einfachheit setzt Backblaze auch konsequent um. Leider geht dies aber zu sehr zu Lasten der Flexibilität. So haben wir bei keinem anderen Anbieter einen Backup-Zwang für bestimmte Ordner oder Festplatten erlebt. Schade ist, dass das Systemlaufwerk zwar stets gesichert wird, das Betriebssystem selbst oder installierte Programme aber nicht. Bare Metal Recovery des Systems ist also nicht möglich.

Darüber hinaus konnten wir uns schlussendlich nicht wirklich mit der umgekehrten Preispolitik anfreunden. So bietet Backblaze einerseits zwar zum kleinen Preis unbegrenzt viel Speicher, für das Wiederherstellen von Daten über ein bestimmtes monatliches Traffic-Kontingent hinaus fallen aber zusätzliche Kosten an. Insbesondere wenn die gesicherten Daten im Laufe der Zeit immer größer und umfangreicher werden, kann am Ende schnell das böse Erwachen kommen, wenn die erste komplette Wiederherstellung im Ernstfall ansteht. Dies in Verbindung mit den eingeschränkten Funktionen hat dazu beigetragen, dass unterm Strich - trotz durchaus positiver Seiten - nur eine 3,3 als Teilnote im Bereich des Funktionsumfangs steht.

Serverperformance und Kapazität

Backblaze wirbt damit, die Geschwindigkeit nicht zu drosseln und die volle Bandbreite für Sicherungen zur Verfügung zu stellen. Im Test konnten wir dies bestätigen, denn die Uploads liefen tatsächlich mit voller Übertragungsrate ab. Allerdings konnten wir unseren obligatorischen Speed-Test nicht durchführen, da es schlichtweg nicht möglich ist, einzelne Dateien manuell zu sichern, ohne gleich das komplette Systemlaufwerk in die Cloud hochzuladen. Wer also primär nur einige wichtige Daten sichern möchte, der kommt nicht umhin, zunächst das komplette Laufwerk mit zu sichern.

Außerdem haben wir im Test festgestellt, dass Uploads zwar sehr schnell, die Downloadraten aber deutlich langsamer sind. Das kann bei sehr großen Datenmengen schnell frustrierend sein und Anwender praktisch dazu zwingen, vom Versand-Service der gesicherten Daten per externem Datenträger Gebrauch zu machen.

Was die Kapazität angeht, wirbt Backblaze zwar mit unbegrenztem Speicher - was auch stimmt - auf der anderen Seite werden aber Downloads und das Löschen von Daten auf dem Server mit Traffic-Limits belegt. Es handelt sich also im engeren Sinne nur um eine umgekehrte Herangehensweise, die es schwer macht, die effektiven Kosten für das Wiederherstellen von Daten im Vorhinein zu berechnen. Zwar bietet Backblaze Rechenbeispiele für Backups und das Wiederherstellen von Servern an, dennoch empfanden wir die als transparent und einfach verkaufte Preispolitik am Ende als intransparent und verwirrend.

Standardmäßig liegt beispielsweise das Wiederherstellungs-Limit für Daten über den Webbrowser bei 500 GB. Wie groß es über die Desktop-Software ist, ließ sich nicht aus den Spezifikationen herauslesen. Insgesamt bietet Backblaze damit zwar unbegrenzten Speicher und unterstützt beliebig große Dateien, das Wiederherstellen ist aber mit Einschränkungen verbunden. Diese Herangehensweise macht es schwer, den angebotenen Speicher mit anderen Anbietern zu vergleichen, die mit festen Speicherkapazitäten arbeiten und entsprechende Pakete je nach Bedarf anbieten. Wer allerdings ohnehin deutlich unter 500 GB in der Cloud sichern möchte, der kann sich sicher sein, dass keine Zusatzkosten entstehen.

Unterm Strich muss man also sowohl bei der Performance als auch beim Speicher Abstriche machen und die Werbeaussagen etwas genauer durchleuchten. So ist der Upload zwar schnell, man wird aber gezwungen, das komplette System zu sichern und kann zudem nur mit eingeschränkter Bandbreite herunterladen. Bei der Speicherkapazität ist es ähnlich. Sie ist zwar unbegrenzt hoch, wenn es um das Herunterladen oder Wiederherstellen geht, gbt es aber Einschränkungen.

Unterm Strich hat es dadurch im Bereich Performance und Kapazität trotz großem Potential nur zu einer 2,7 als Teilnote gereicht.

Note: 3,0

Sicherheit

Den Sicherheitsaspekt muss man bei Backblaze - wie so oft - von zwei Seiten beleuchten. Einerseits ist der Anbieter mit Schutz vor Ransomware, AES-128 Bit Verschlüsselung, 2-Faktor-Authentifizierung sowie Private Key Encryption gut aufgestellt. Auch die eigene Desktop-Software trägt mit zu einem hohen Sicherheitsstandard bei.

Auf der anderen Seite führen aber eine Reihe von Faktoren zu Einschränkungen im Bereich der Sicherheit. So stehen die Server in den USA, wo sie vor dem Zugriff der Behörden nicht geschützt werden, denn eine Zero-Knowledge-Politik verfolt Backblaze nicht. Darüber hinaus zwingt der Anbieter zum Sichern des kompletten Systemordners mit allen persönlichen Daten und Dokumenten sowie temporären Internetdateien etc. Ein Ortungsdienst zum Aufspüren des Rechners ist ebenfalls standardmäßig aktiviert. Zwar lässt er sich deaktivieren, ob dies aber wirklich dazu führt, dass Standortdaten intern nicht mehr gespeichert werden, ist äußerst fraglich.

Unterm Strich klingen die sicherheitsrelevanten Kriterien gut, wenn man die nackten Spezifikationen betrachtet. Durch die Tatsache, dass es keine Zero-Knowledge-Richtlinie seitens des Anbieters gibt, der zudem in den USA ansässig ist, den registrierten Rechner trackt und zum Upload sensibler Daten zwingt, sofern diese auf dem Systemlaufwerk liegen, lassen aber durchaus Sicherheitsbedenken aufkommen. Hier muss am Ende aber jeder selbst entscheiden, ob der gebotene Standard ausreicht und ob man die automatische Backup-Funktion als positives Feature oder kritischen Faktor sieht.

Wer keine Daten auf dem Systemlaufwerk hat, die zum Backup bei Backblaze zu sensibel sind, der kann sich aber stets sicher sein, dass die Daten gut geschützt auf dem Server liegen und für den Fall der Fälle zur Wiederherstellung bereitstehen. Zusätzliche Sicherheits-Features oder Einstellungsmöglichkeiten wie eine noch bessere Verschlüsselung mit 256-Bit oder einen automatischen Virenscan von gesicherten Daten gibt es bei Backblaze nicht.

Note: 2,3

Mobile Nutzung

Backblaze bietet eine native App für iOS und Android. Darüber hinaus ist auch das Dashboard der Webseite gut an die mobile Nutzung angepasst, wenn auch nicht perfekt. So ist die Bedienung des Dashboards mitunter etwas umständlich, da das Navigationsmenü für die Touch-Bedienung etwas zu klein ist; dies ist insbesondere im Porträt-Modus der Fall. Im Breitformat ist die Bedienung deutlich komfortabler, aber ebenfalls nicht ideal für Smartphones optimiert. Allerdings können Daten auch auf Mobilgeräte über die Webseite heruntergeladen werden, was sehr positiv ist.

Wer sich nicht durch die kleinen Menüs kämpfen möchte, kann auf die App für Android und iOS zurückgreifen. Sie bietet bis auf den Download und das Weiterleiten einzelner Daten allerdings keinerlei Funktion. Uploads oder Backups per Fernsteuerung lassen sich nicht durchführen. Darüber hinaus stürzte die Android-App im Test insgesamt drei Mal auf zwei verschiedenen Endgeräten ab, als wir versuchten, auf die Daten zuzugreifen. Die iOS-App hingegen lief konstant.

Unterm Strich ist die mobile Erfahrung alles andere als ideal und der Funktionsumfang ist eingeschränkt. Immerhin: Es gibt native Apps und wem es lediglich darum geht, Daten mobil auf das Smartphone aus dem Backup herunterladen zu können, der bekommt mit der kostenlosen App alles dafür Notwendige an die Hand. Verbesserungspotential gibt es aber sowohl bei der App als auch bei der Responsive-Darstellung der Webseite.

Note: 2,7

Support

Backblaze hat einen sehr guten FAQ-Bereich, der übersichtlich gestaltet ist und Antworten auf die meisten wichtigen Fragen zum Funktionsumfang bereitstellt. Die FAQs sind gut in Kategorien eingeteilt und die Suchfunktion baut auf einer Volltextsuche auf, die gut funktioniert. Allerdings: Der gesamte FAQ-Bereich steht lediglich in englischer Sprache zur Verfügung, so wie auch der Support.

Zudem gibt es keine Möglichkeit, den Support telefonisch zu kontaktieren. Es steht lediglich ein Live-Chat zu US-amerikanischen Office-Zeiten sowie E-Mail-Support zur Verfügung. Dies ist etwas mau, allerdings gibt es angesichts des eingeschränkten Funktionsumfangs und der vollautomatischen Backups ohnehin nur selten Anlass, sich überhaupt mit Fragen an den Support zu wenden. Die Reaktionszeit auf E-Mail-Anfragen war im Test insgesamt gut, denn innerhalb von 24 Stunden erreichte uns stets eine Antwort. Der Live-Chat, der über Zendesk umgesetzt ist, funktionierte zu den entsprechenden Bürozeiten ebenfalls gut, sodass es unterm Strich trotz der Schwächen noch zu einer 3,0 als Teilnote im Bereich Kundendienst reichte.

Note: 3,3

Preis

Die Preispolitik von Backblaze haben wir weiter oben bereits angesprochen. Man muss die umkehrt aufgezogene Abrechnungsmethode nach Download-Traffic sicherlich nicht mögen, keine Frage. Unterm Strich bietet Backblaze aber unabhängig von der Preispolitik ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Selbst wenn man mehr Traffic in Anspruch nimmt, als im Tarif enthalten ist, halten sich die Zusatzkosten in Grenzen. Außerdem bietet der Anbieter die Möglichkeit, unbegrenzt viele Daten für kleines Geld zu sichern. Wer nicht mit sehr großen Datenmengen zu tun hat, der wird mit dem Inklusiv-Traffic zudem selbst im Falle einer Wiederherstellung gut zurechtkommen. Die Upload-Raten sind hoch und es gibt nur ein einziges Paket mit sehr günstigem Grundpreis, das sowohl für Client-Rechner als auch Server genutzt werden kann. Darüber hinaus punktet der Anbieter mit einer unkomplizierten Installation, einem guten Sicherheitsstandard und vollautomatischen Backups aller Festplatten und Partitionen. Dies ist im Verhältnis zum Preis schon eine ganze Menge, sodass das Preis-Leistungs-Verhältnis trotz Schwächen sehr gut ausfällt.

Insbesondere alle, die mit dem Inklusiv-Volumen an Traffic hinkommen und nach einem Anbieter suchen, bei dem Sie möglichst wenig selbst einrichten und einstellen müssen, kommen hier voll auf ihre Kosten.

24 Monate12 Monate1 Monat
Preise
Einrichtungsgebühr 0.00 € 0.00 € 0.00 €
Grundpreis pro Monat 0.00 € 0.00 € 0.00 €
Preis pro Nutzer 4.09 € 4.46 € 5.36 €
Vertragslaufzeit (Monate) 12 12 1
Limits
Speicherplatz unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Anzahl Geräte unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Features
Full Disk Backup
Private Key Verschlüsselung
Datei-Versionierung
Zwei-Faktor-Authentisierung
Plattformen
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android

Gesamtbewertung & Fazit

Einrichtung
Note 1,3
Benutzeroberfläche & Bedienkomfort
Note 2,0
Sicherheit
Note 2,3
Mobile Nutzung
Note 2,7
Funktionsumfang und Performance
Note 3,0
Support
Note 3,3

Unterm Strich hat Backblaze eine ganze Reihe von Vorteilen. Dies beginnt bei einer sehr einfachen Einrichtung, geht über eine solide Performance bei unbegrenztem Speicherplatz und endet bei einem sehr günstigen Paketpreis, der für Client-Rechner und Server gleichermaßen gilt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die einen oder anderen Sicherheitsbedenken, der Funktionsumfang ist sehr eingeschränkt und die mobile Nutzung ist sicherlich nicht optimal umgesetzt. Außerdem sind die Downloads und Sicherungen sowohl hinsichtlich der Übertragsungsrate als auch beim Traffic begrenzt.

Damit eignet sich Backblaze sicherlich nicht für jeden, denn auch zusätzliche Features wie ein 24-Stunden-Support, erweiterte Schnittstellen für die Einbindung ins eigene System oder individuelle Anpassungsmöglichkeiten sucht man hier vergeblich. Wer aber eine Cloud-Backup-Lösung sucht, die günstig, einfach einzurichten und zu bedienen ist, der sollte sich das Angebot auf jeden Fall genauer anschauen, insbesondere, da eine kostenlose 15-tägige Testphase angeboten wird, innerhalb derer das Gesamtpaket ausgiebig getestet werden kann.

BackblazeBackblaze Backup
 871
ab 4,09 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Unbegrenztes Cloud Backup
Erlaubt Private Encryption
Zwei-Faktor-Authentisierung
15 Tage kostenlos testen
Backblaze 24 Monate + 2 weitere Tarife
GB Speicher
Anzahl Geräte variabel
12
Monate Laufzeit

Kundenbewertung

Wie zufrieden bestehende Kunden mit der Leistung des Cloud-Anbieters sind, können Sie der Zusammenfassung entnehmen, die sich aus Kundenmeinungen auf verschiedenen Portalen ergibt.

Experte.de hat die Erfahrungsberichte und Bewertungen von verschiedenen Bewertungsportalen untersucht und dabei 871 Bewertungen mit einer Gesamtwertung 3.1 von 5 ermittelt (Quellen).

Alternativen

Wenn Backblaze ihren Anforderungen an einen Cloud-Backup-Dienst nicht gerecht wird, gibt es eine ganze Reihe von Alternativen, die für Sie stattdessen interessant sein könnten. Die beiden empfehlenswerten Alternativangebote haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Wenn Ihnen zum Beispiel der englischsprachige Support nichts ausmacht, Sie aber einen Dienst mit mehr Freiheiten und einer hervorragenden mobilen Cloud-Backup App für iOS und Android suchen, sollten Sie sich SpiderOak One Backup anschauen. Der Dienst bietet darüber hinaus hervorragende Möglichkeiten zum File-Sharing. Allerdings ist der Speicherplatz hier begrenzt und Sie müssen mit einer schlechteren Performance beim Upload leben. Dafür werden die Übertragungen allerdings auch mit 256-Bit AES-Verschlüsselung gesichert, was wiederum ein Vorteil ist.

SpiderOakSpiderOak One Backup
 44
5,13 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Private Key Encryption
Unbegrenzte Geräte
21 Tage Testversion
kein Image Backup
SpiderOak 150 GB (12 Monate) + 7 weitere Tarife
150
GB Speicher
Geräte
12
Monate Laufzeit

Falls Ihnen ein deutschsprachiger Support wichtig ist und Sie kein Problem damit haben, eine Lizenz für jeweils einen Rechner zu nutzen, können wir Ihnen Dogado ans Herz legen. Der deutsche Cloud-Backup-Dienst überzeugt darüber hinaus durch eine hervorragende Performance dank Server-Infrastruktur in Deutschland und bietet im Vergleich zu Backblaze deutlich umfangreichere Funktionen und Anpassungsmöglichkeiten. So sind Office-Backups möglich, Daten werden mit 256-Bit im AES-Standard verschlüsselt und neben Windows und Mac wird auch Linux unterstützt. Außerdem können Sie Bare Metal Recovery nutzen, um gesicherte Systeme inklusive Betriebssystem auf eine neue Hardware aufzuspielen.

dogadodogado Online Backup
 1619
14,90 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Speicherung in Deutschland
Private Key Encryption
Full Image Backup
Lokales Backup möglich
dogado Client + 1 weiterer Tarif
300
GB Speicher
1
Gerät
12
Monate Laufzeit

Weitere empfehlenswerte Alternativen zu Backblaze können Sie der folgenden Kurzübersicht entnehmen.

AcronisAcronis True Image
 198
4,17 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Lokales und Cloud Backup
Schutz vor Ransomware
Backup für Mobilgeräte
Marktführer im Cloud Backup
Acronis Advanced 250 GB (1 Computer) + 20 weitere Tarife
250
GB Speicher
1
Gerät
12
Monate Laufzeit
1&1 IONOS1&1 IONOS HiDrive
 5698
1,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Zugriff von überall
Speicherung in Deutschland
Mehrere Nutzer möglich
kein Image Backup
1&1 IONOS Basic (12 Monate) + 6 weitere Tarife
100
GB Speicher
1
Gerät
12
Monate Laufzeit
IDriveIDrive Cloud Backup
 7740
0,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
ohne Vertragslaufzeit
5 GB kostenlos
Unbegrenzt Geräte
Smartphone Backup
Lokale Sicherung möglich
IDrive Gratis + 8 weitere Tarife
5
GB Speicher
Geräte
ohne Vertragslaufzeit
Autor: Carsten Podszun
Carsten Podszun hat Informatik und Betriebswirtschaft studiert und war 15 Jahre lang selbständig im Einzelhandel tätig. Seit 2014 ist er Berater für Startups, freier Autor und schreibt bei EXPERTE.de rund um die Themen Homepage, Hosting & IT-Security.