Carbonite Safe - die Cloud-Backup-Lösung im Test

Das in Boston ansässige US-Unternehmen Carbonite wurde im Jahr 2006 gegründet und hat sich vor allem mit Cloud-Backup-Lösungen für große und kleine Unternehmen, Home-Offices sowie Privatpersonen einen Namen gemacht. Es stehen eine Vielzahl unterschiedlicher Pakete zur Auswahl, mit denen sich sowohl komplette Server-Infrastrukturen als auch einzelne PCs sichern lassen.

Welche Pakete für welchen Anwendungsbereich sinnvoll sind und wie sich Carbonite im Vergleich zur Konkurrenz in Sachen Performance, Bedienkomfort und Funktionsumfang schlägt, haben wir im Test genauer unter die Lupe genommen.

Da es praktisch unmöglich ist, alle Lösungen, die Carbonite anbietet, im Detail zu testen, haben wir uns als Basis der Rezension für ein Paket entschieden: "Carbonite Safe" spiegelt am ehesten den Funktionsumfang klassischer Cloud-Backup-Dienste wieder, wie sie von Privatpersonen oder kleinen Unternehmen in der Regel genutzt werden. Auf diese Weise erreichen wir eine bessere Vergleichbarkeit mit anderen Anbietern, was Ihnen wiederum die Entscheidungsfindung erleichtert. Wir konzentrieren uns in unseren Cloud-Backup-Tests im Wesentlichen auf vier Faktoren: Funktionsumfang, Bedienkomfort, Performance und Support.

Was Sie von den übrigen Lösungen wie "Carbonite Server", "Carbonite Endpoint" oder "Carbonite Recover" erwarten können, haben wir im Abschnitt "Funktionsumfang und Performance" für Sie zusammengefasst. Die übrigen Bewertungskriterien basieren aber ausschließlich auf dem Safe-Paket. Wie sich Carbonite damit im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, können Sie der folgenden Kurzübersicht bereits entnehmen:

Testbericht

Testurteil
2,4
09/2019
gut
zum Anbieter
Sicherheit
Note 1,3
Benutzeroberfläche & Bedienkomfort
Note 1,7
Einrichtung
Note 2,0
Funktionalität und Performance
Note 3,0
Support
Note 3,3
Mobile Nutzung
Note 3,3
1.

Vorteile & Nachteile

hoher Sicherheitsstandard dank sicherer Passwörter und AES-Verschlüsselung bis 256-Bit

umfangreiche Paketauswahl für verschiedene Anforderungen

Speicher und Nutzeranzahl in Paketen flexibel erweiterbar

gute Benutzerverwaltung

Native App für iOS und Android zum Zugriff auf Backups

Integration der Backup-Funktionen in den Explorer

externe NAS- oder Hard-Drive Backups sowie Bare Metal Image Backups möglich

Support rund um die Uhr erreichbar (als Premium Partner) und umfangreiche Knowledgebase

30-tägige, uneingeschränkte und kostenlose Testphase für die meisten Pakete

keine Backups von Smartphones und keine lokalen Backups in Paketen für einen einzelnen Nutzer

App bietet nur wenige Funktionen

Funktionsumfang des reinen Cloud-Backup Pakets eher schwach

Webseite, Support und Software nur in englischer Sprache

keine automatischen Backups von Videodateien in Paketen mit unbegrenztem Speicher

träger Support

sehr geringe Download-Raten

ausschließlich Jahrespakete mit jährlichem Zahlungszyklus

2.

Einrichtung

Mit dem ersten Blick auf die Webseite fällt eines sofort auf: Carbonite steht ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung. Dies ist angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Anbieter aus den USA handelt, zwar nicht ungewöhnlich, dennoch wäre eine lokale Anpassung an die internationale Kundschaft sicherlich wünschenswert gewesen.

Zwar ist die Ersteinrichtung auch möglich, wenn man der englischen Sprache nicht mächtig ist, es macht die Sache aber zusätzlich kompliziert. Die Website selbst ist recht übersichtlich aufgebaut und versucht, die wesentlichen Merkmale der verschiedenen Pakete in wenigen Sätzen auf den Punkt zu bringen. Dies gelingt aber leider nicht ganz, denn durch die Vielzahl an unterschiedlichen Paketen für verschiedene Einsatzbereiche, die sich alle in Speicherumfang, Funktionsumfang und sogar dem Sicherheitsstandard unterscheiden, dauert es eine ganze Weile, bis man sich einen Überblick verschafft hat.

Einen Tarifvergleich aller Pakete, der verschiedene Kriterien wie Speicherplatz, Anzahl der Nutzer oder einzelne Funktionen übersichtlich gegenüberstellt, sucht man leider vergeblich. So klickt man sich unweigerlich durch eine Vielzahl von Unterseiten, bis man (hoffentlich) ein geeignetes Paket für den jeweiligen Bedarf gefunden hat.

Erschwerend für die Entscheidungsfindung kommt hinzu, dass sich die Einstiegspakete aus dem Business- und Privatbereich zwar deutlich in der Preislage, aber auf den ersten Blick keineswegs im Funktionsumfang voneinander unterscheiden. So muss man erst ausgiebig recherchieren, warum der Backup-Plan für mehrere Computer mit 128-Bit-Verschlüsselung, zentralisierter Management-Konsole und Remote-Access im Safe-Paket ebenso viel kostet wie das Einstiegspaket im Business-Bereich, bei dem lediglich ein Rechner abgedeckt ist.

Über diese sechs Pakete hinaus gibt es noch eine ganze Reihe spezieller Tarife, die aber preislich eine andere Hausnummer und für Unternehmen mit mehr als 25 PC-Arbeitsplätzen oder Server-Infrastrukturen konzipiert sind. Für unseren Test haben wir uns - wie oben bereits erwähnt - für die "MULTIPLE COMPUTERS"-Option innerhalb des Carbonite Safe Pakets entschieden, das als Businesspaket für Unternehmen mit bis zu 25 PC-Arbeitsplätzen ausgelegt ist und mit Ausnahme von Image-Backups und Bare Metal Restore alle wichtigen Funktionen bietet.

Mit einem Klick auf "Buy Now" können Sie einen Vertrag abschließen oder alternativ eine 30-tägige Testphase beginnen. Die Kontoerstellung wird durch lästige Captchas verzögert, die häufig aufgrund von verwirrenden Bilddarstellungen mehrmals durchlaufen werden müssen. Diese fallen allerdings weg, wenn man sich für ein zahlungspflichtiges Abo entscheidet. Leider ist man jedoch gezwungen, ein Jahresabo abzuschließen; monatliche Zahlung gibt es nicht.

Hat man alle Angaben gemacht, ein Konto angelegt und sich mit einem sicheren Passwort registriert, landet man ohne vorherige E-Mail-Bestätigung im Dashboard von Carbonite.

Hier können Sie Ihren PC oder Server direkt als Backup-Maschine registrieren, was die entsprechende Carbonite-Software erfordert. Deren Herunterladen und Installieren war im Test innerhalb von nur etwa einer Minute erledigt, was sich im Vergleich zu anderen Lösungen sehen lassen kann. Allerdings ist ein wenig Vorsicht geboten: Klickt man sich einfach durch die Standardinstallation, werden alle Benutzerordner aus Windows automatisch freigegeben - und direkt nach der Installation startet das Backup im Hintergrund.

Stattdessen empfehlen wir, die benutzerdefinierte Installation auszuwählen, denn hier lässt sich die Option wählen, zunächst keine Ordner zu sichern. Außerdem können Sie auf diesem Weg auch einen eigenen Key zur Verschlüsselung eingeben. Bei der Standardinstallation wird ein von Carbonite generierter Schlüssel verwendet.

Nach Abschluss der Installation wird der Explorer kurz neu gestartet. Fortan haben Sie unter Windows die Möglichkeit, per Rechtsklick die gewünschten Dateien und/ oder Ordner dem Backup hinzuzufügen. Außerdem können Sie festlegen, ob die Backups kontinuierlich im Hintergrund oder zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt werden sollen.

Damit ist die Einrichtung abgeschlossen und es kann mit den ersten Sicherungen losgehen. Insgesamt war die Auswahl des geeigneten Pakets sicherlich der aufwändigste Teil der Ersteinrichtung; die Installation selbst ging hingegen schnell über die Bühne. Besonders vorteilhaft ist die schlanke Software, die schnell eingerichtet ist, sowie die Integration in den Explorer, was das Hinzufügen von Ordnern zum Cloud-Backup sehr einfach macht. Positiv ist zudem anzumerken, dass die Software kaum Ressourcen verbraucht und - einmal eingerichtet - ihre Arbeit komplett unbemerkt im Hintergrund verrichtet.

Umständlich ist neben dem Tarif-Chaos vor allem, dass man sich durch die benutzerdefinierte Installation klicken muss, wenn man nicht automatisch sofort seine kompletten Benutzer-Ordner in Windows freigeben und hochladen möchte. Dies in Verbindung mit dem Fehlen einer deutschen Übersetzung sowie den etwas lästigen Bilder-Captchas sorgte für etwas Punktabzug bei der ansonsten schnellen und reibungslosen Einrichtung.

Note: 2,0

3.

Benutzeroberfläche & Bedienkomfort

Im Dashboard auf der Webseite lassen sich einige Anpassungen, wie etwa das Einrichten der Benutzer, vornehmen. Ansonsten dient es aber eher dem Zugriff auf die gesicherten Dateien sowie der Einsicht der Vertrags-, Kunden-, Paket- und Rechnungsdaten. An Touchscreens ist die Seite nicht gut angepasst, denn die Menüführung ist mitunter etwas klein geraten.

Dogado CloudPit Benutzeroberfläche

Auch die Software lässt sich nur mit der Maus gut bedienen und wirkt generell etwas eingeschränkt: Außer den Einstellungen zum Backup-Zyklus, dem manuellen Starten eines Backups und einigen Links zum Web-Dashboard kann hier nichts weiter angestellt werden. Ordner und Dateien werden direkt über den Explorer hinzugefügt.

Dogado Management Konsole

Insgesamt wirkt die Benutzeroberfläche mitunter ein wenig altbacken. Dennoch ist das Navigieren durch die Menüs am PC recht unkompliziert und es gibt so gut wie keine verschachtelte Menüführung. Dies macht das Bedienen der Software und des Dashboards unkompliziert und schnell, ist allerdings auch schlichtweg der Tatsache geschuldet, dass es nur rudimentäre Funktionen und kaum erweiterte Einstellungsmöglichkeiten gibt.

Die Übersicht über die gesicherten Dateien ist gut gelöst und kann über das Dashboard jederzeit von jedem internetfähigen Endgerät aus im Browser aufgerufen werden. Die gesamte Ordnerstruktur des gewählten Ordners wird ebenfalls mitgesichert. Eine Synchronisierung mit Ordnern findet zwar nicht statt, es können aber automatisch Dateien gesichert werden, sobald sie verändert wurden. Zusätzlich werden die Dateien versioniert, sodass problemlos alte Speicherstände wiederhergestellt werden können. Löscht man eine Datei lokal, die zuvor gesichert wurde, kann sie noch bis zu 30 Tage später über die Cloud heruntergeladen werden, bevor sie auch hier gelöscht wird. Das Einstellen von Backup-Zyklen sowie der manuelle Start eines Backups sind mit nur zwei Klicks erledigt, sodass auch in dieser Hinsicht die Bedienung durchaus gefällt.

Wer der englischen Sprache mächtig ist, keine Touch-optimierte Desktop-App benötigt und zudem mit dem etwas überholten Aufbau und Design leben kann, wird sich schnell zurechtfinden und profitiert von der Einfachheit des Systems.

Note: 1,7

4.

Funktionalität und Performance

Der Funktionsumfang der Cloud-Backup-Lösungen für private Rechner und kleine Unternehmen ist überschaubar. Zwar stehen automatisches Backup, einfache Wiederherstellungsoptionen und eine gute Verschlüsselung zur Verfügung, doch darüber hinaus wird in den Einstiegspaketen nicht viel geboten. Erweiterte Funktionalität wie lokale Backups, Image-Backups des Betriebssystems und Bare Metal Recovery zur Wiederherstellung kompletter Systeme gibt es erst in den deutlich teureren Business-Tarifen für größere Unternehmen.

Außerdem muss man in den kleinen Paketen mit Einschränkungen leben, was die Backups angeht. So können beispielsweise nur in den größeren Paketen auch Videodateien dem automatischen Backup-Zyklus hinzugefügt werden. Image-Backups und Bare Metal Restore sind hingegen ausschließlich an Pakete gekoppelt, die auch dem Sichern von Servern dienen.

Einzelne Funktionen lassen sich zudem leider nicht flexibel dazu buchen, sodass es insbesondere für kleine Unternehmen schwierig sein kann, das passende Paket mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis zu finden. Das ist schade, denn einerseits zeigt Carbonite, dass der Dienst umfangreiche Funktionalität bieten kann, koppelt diese andererseits aber an mitunter sehr teure Pakete, die für kleine Unternehmen oder Selbstständige uninteressant sind. Die kleinen Pakete hingegen richten sich eher an Privatpersonen. Diese sind zwar günstig, bieten aber dafür keine erweiterten Funktionen.

Cloud-Backup-Lösungen von Carbonite für kleine Unternehmen und Selbstständige

Entscheidet man sich für ein größeres Paket für mehrere Nutzer oder einen Tarif, mit dem auch Server-Backups durchgeführt werden können, ist der Funktionsumfang deutlich besser als in den Einstiegspaketen. Allerdings muss man dann mit Einschränkungen bei der Speicherkapazität leben, wohingegen im Einstiegspaket unendlich viel Speicher zur Verfügung steht. Ein Paket für einen Nutzer, das beispielsweise Office 365 Backups und gleichzeitig lokale und Cloud-Backups ermöglicht, gibt es nicht.

Entsprechend ist der Funktionsumfang unabhängig von der Paketwahl in die eine oder andere Richtung stets eingeschränkt. Dadurch wird man entweder gezwungen, mehrere Pakete zu buchen, oder man nimmt unweigerlich Abstriche beim Funktionsumfang in Kauf.

Übersicht der verschiedenen Lösungsansätze für unterschiedliche Einsatzbereiche

Trotz eingeschränkter Funktionen in den einzelnen Paketen bietet Carbonite insgesamt durchaus interessante Features für kleine und auch große Unternehmen. Einige der wichtigsten Features und Vorteile, die Carbonite von anderen Anbietern abgrenzen, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst. Beachten Sie aber, dass es praktisch kein Paket gibt, das alle Features vereint.

Besonderheiten der Carbonite Cloud-Backups

  • Sehr hoher Sicherheitsstandard
    Carbonite ermöglicht je nach Paket entweder 128- oder 256-Bit Ende-zu-Ende Verschlüsselung mit Zero-Knowledge-Richtlinie dank eigenem Schlüssel. Zudem werden stets sichere Passwörter verlangt.
  • Multi-Plattform
    Dank Web-Dashboard, Software für Mac und Windows sowie Server-Backup-Lösungen für Windows, Linux, VMware and Hyper-V, Oracle, IBM AIX, HP-UX, Solaris und IBM iSeries ist man in diesem Bereich insgesamt sehr gut aufgestellt.
  • Günstige Einstiegspakete
    Insbesondere das Paket mit unendlich großem Cloud-Speicher für einen Arbeitsplatz ist sehr preisgünstig.
  • Versionierung
    Alte Dateiversionen werden gespeichert und können bei Bedarf wiederhergestellt werden. Außerdem kann auf gelöschte Dateien bis zu 30 Tage lang noch zugegriffen werden.
  • 24-Stunden-Support
    Der Support steht rund um die Uhr telefonisch oder per Live-Chat zur Verfügung.
  • Client- und Server-Backups
    Über verschiedene Pakete können sowohl Client-Rechner als auch Server gesichert werden
  • Bare Metal Recovery
    Im Falle eines Hardware-Defekts können Sie in den größeren Paketen auch komplette System-Backups und Images auf neuer Hardware wiederherstellen.
  • Lokale und Cloud-Backups
    Parallel zum Cloud-Backup lassen sich in den Business-Tarifen auch lokale Backups im Hintergrund durchführen.
  • Datenkompression vor Übertragung
    Die Server-Backup-Lösungen kommen dank vorheriger Kompression mit wenig Traffic aus.
  • Benutzerverwaltung
    Die Benutzerverwaltung ist in allen Paketen für mehrere Nutzer intuitiv. In den größeren Business- und Server-Tarifen kommt noch eine erweiterte Benutzerkontensteuerung mit verschiedenen Backup-Richtlinien je Nutzer hinzu.
  • Gut skalierbar
    Da Carbonite auch gute Lösungen für große Unternehmen bietet, sind die Pakete für noch kleine aber stark wachsende Unternehmen interessant, denn sie lassen sich später sehr einfach skalieren.

Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man bei Carbonite nahezu alle nur erdenklichen Funktionen über verschiedene Pakete in Anspruch nehmen. Insbesondere die Business-Lösungen für große Unternehmen bieten insgesamt einen exzellenten Funktionsumfang. Die Einstiegspakete hingegen sind mitunter in ihrer Funktionalität stark eingeschränkt. Dafür punktet der Anbieter mit einem sehr günstigen Einsteigerpaket mit unendlich viel Kapazität und einer einfachen Bedienung, sodass der Funktionsumfang die Teilnote 2,0 durchaus verdient.

Serverperformance und Kapazität

Im Bereich Performance zeigt Carbonite zwei Gesichter. Trotz Serverstandort in den USA konnten wir unseren 153 MB großen Testordner innerhalb von nur etwa zwei Minuten hochladen, was in unserem Fall der vollen Upload-Bandbreite entsprach. Damit schlägt sich Carbonite im Vergleich zur Konkurrenz hervorragend. Beim späteren Wiederherstellen war die Ernüchterung dann allerdings groß, denn der Download erreichte auch bei mehrmaliger Wiederholung nur eine maximale Geschwindigkeit von 1 MB/s. Wir waren enttäuscht - denn vor allem das Wiederherstellen großer Datenmengen wird dadurch zu einem extrem zeitraubenden Unterfangen.

Zwei Seiten gibt es auch bei der Kapazität. Einerseits bietet man im günstigsten Einsteigerpaket unbegrenzten Cloud-Speicher, andererseits muss man selbst in den Paketen, die für bis zu 25 Clients und Server ausgelegt sind, je nach Paket mit 250 GB bzw. 500 GB Gesamtkapazität leben. Dass dies in der heutigen Zeit für 25 Rechner sehr knapp bemessen ist, dürfte jedem klar sein. Zwar kann - wie auf den Screenshots unten erkennbar ist - Speicherplatz in 100 GB-Paketen gleich beim Vertragsabschluss dazu gebucht werden, dies lässt sich Carbonite mit 99 USD jährlich je 100 GB bei ohnehin schon stattlichen Paketpreisen aber gut bezahlen.

Preisstaffeln Carbonite Safe

Preisstaffeln Safe Backup Pro

Preisstaffeln Safe Server Backup

Sowohl bei der Performance als auch beim zur Verfügung stehenden Cloud-Speicher zeigt sich Carbonite zwei Seiten: Die Schokoladenseite besticht mit schnellen Uploads und unbegrenztem Speicher im Einsteiger-Paket. Dem entgegen stehen aber sehr schwache Download-Raten und eingeschränkter Speicherplatz in den höheren Paketen, sodass sich unterm Strich nur ein "befriedigendes" Gesamtbild ergibt.

Note: 3,0

5.

Sicherheit

Carbonite tut sehr viel für die Sicherheit Ihrer Daten. Dies beginnt beim Zwang zu sicheren Passwörtern, geht über die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit AES-128 bzw. 256-Bit-Standard und endet bei umfangreichen Sicherungs- und Schutzmaßnahmen für die Endpoints in komplexen Netzwerkstrukturen. In den Genuss eines Ransomware-Schutzes und anderer erweiterter Sicherheitsfunktionen kommen Sie allerdings erst ab den Server-Paketen.

Allerdings können Sie stets optional auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und zudem dank Versionierung auch auf vergangene Dateiversionen zugreifen. Darüber hinaus setzt Carbonite auf das Zero-Knowledge-Konzept: Ihr Passwort kennen nur Sie und es wird nirgendwo gespeichert, sodass niemand außer Ihnen Ihre Daten entschlüsseln kann. Dabei müssen wir uns allerdings auf das Versprechen von Carbonite verlassen: Da der Anbieter in den USA sitzt, ist es durchaus denkbar, dass das Unternehmen im Falle einer behördlichen Anordnung Zugriff auf vorhandene Daten geben kann.

Sicherheit bei Alfahosting

Wenn Sie auf Sicherheit großen Wert legen und kein Problem damit haben, dass die Server in den USA stehen, kommen Sie bei Carbonite durchaus auf Ihre Kosten. Einzelne Nutzer müssen stets sichere Passwörter vergeben, die Verschlüsselung kann mit einem eigenen Key erfolgen und die Wiederherstellung gelöschter oder alter Dateien aus der Cloud ist ebenfalls möglich. In den höheren Paketen gibt es sogar zusätzliche Schutzmechanismen und -funktionen. Unterm Strich ist der Anbieter beim Thema Sicherheit daher "sehr gut" aufgestellt.

Note: 1,3

6.

Mobile Nutzung

Carbonite bietet eine mobile App für iOS und Android - was zunächst gut klingt, denn das ist keinesfalls bei jedem Cloud-Backup-Dienst der Fall. Der Funktionsumfang ist allerdings eingeschränkt, denn letztendlich kann man per App lediglich auf die vorhandenen Daten in der Cloud zugreifen. Dateien können heruntergeladen und betrachtet werden; mehr Funktionen bietet die App nicht. Dafür verlangt sie allerdings eine ganze Menge Berechtigungen vom Smartphone-Nutzer, wie der linke Screenshot zeigt. Für die Funktionalität, die die App bietet, hätte eine Berechtigung zum Dateizugriff eigentlich völlig ausgereicht. Entsprechend wird die App in den Stores auch abgestraft. Im PlayStore von Google erreicht sie zum Beispiel keine zwei Sterne.

Zwar gibt es eine Funktion, um Backups registrierter Systeme aus der Ferne zu starten, dies funktionierte im Test aber schlichtweg nicht, denn die Bestätigungs-E-Mail mit dem entsprechenden Link kam bei beiden Benutzern, die wir zu Testzwecken angelegt hatten, nicht an. Außerdem können keine Dateien hochgeladen oder Backups des Mobilgeräts angefertigt werden. Auch Veränderungen an heruntergeladenen Dateien lassen sich vom Smartphone aus nicht mit der Cloud synchronisieren.

Das Dashboard von Carbonite ist zwar auch über den mobilen Browser erreichbar, die Menüführung ist aber alles andere als optimal. Dies in Verbindung mit der eingeschränkt nutzbaren App, die ebenfalls nur in englischer Sprache verfügbar ist, sorgte für einen kräftigen Abzug in der Wertung. Die Tatsache, dass Carbonite eine App anbietet ist zwar nett gemeint, letztendlich aber nicht konsequent durchdacht, fehlerhaft und schlichtweg mäßig umgesetzt.

Note: 3,3

7.

Support

Premium-Kunden profitieren bei Carbonite von einem 24-Stunden-Support profitieren. In den Standard-Paketen muss man sich hingegen leider an die Geschäftszeiten in den USA halten, was für deutsche Kunden mitunter nur schwer oder überhaupt nicht machbar ist. Allerdings sind die Kanäle, über die der Anbieter erreichbar ist, sehr breit gefächert. Die Kontaktmöglichkeiten reichen von der Hotline über den Live-Chat bis hin zum Kontaktformular und der E-Mail.

Die Knowledgebase überzeugte im Test auf ganzer Linie, denn hier gibt es umfangreiche FAQs zu den meisten zentralen Themen. Die Navigation ist sehr gelungen, alles ist übersichtlich gestaltet und eine Chat-Funktion ist ebenfalls eingebunden, falls man zu einer bestimmten Frage nicht fündig wird. Darüber hinaus bietet Carbonite seinen Server-Kunden zusätzliche Installations-Unterstützung an, sodass Sie die Backup-Lösung auf dem Server nicht selbst vornehmen müssen.

Carbonite Knowledgebase

Auf dem Papier klingt also alles stimmig. Die Umsetzung lässt aber leider zu Wünschen übrig, denn im Test wurde auch nach zwei Tagen auf unsere Support-Anfrage per E-Mail überhaupt nicht reagiert und telefonisch war es mitunter schwer, einen Mitarbeiter ans Telefon zu bekommen, der technische Fragen sowie Fragen zu Unterschieden bei den Paketen beantworten konnte.

Dadurch ist der Support zwar breit aufgestellt, am Ende nützt es aber wenig, wenn schlichtweg keine oder nur unzureichende Auskünfte erteilt werden. Wie eingangs bereits erwähnt, steht der Support im Übrigen natürlich ebenfalls nur in englischer Sprache zur Verfügung. Dies alleine stellt für viele sicherlich eine zusätzliche Hürde dar.

Note: 3,3

8.

Preis

Carbonite hat über alle Pakete hinweg eine riesige Preisspanne, die von weit unter 100 USD pro Jahr bis zu mehreren Tausend jährlich reicht. Pauschal kann man daher zum Preis-Leistungs-Verhältnis kaum etwas sagen. Fest steht aber, dass das Einstiegspaket sehr günstig ist, auch wenn der Funktionsumfang sicherlich stark eingeschränkt ist. Immerhin: Optional können externe Backups und Backups von Videodateien auch hier hinzu gebucht werden. Allerdings erhöht sich der Preis dadurch deutlich. Die höheren Pakete werden schnell recht kostenintensiv und lohnen sich daher für Selbstständige oder kleine Unternehmen gegebenenfalls nicht.

Ob sich Carbonite vom Kosten-Nutzen-Faktor für Sie lohnt, hängt also davon ab, welche Leistungen Sie benötigen und wie ausführlich Sie die Funktionen Ihres Pakets effektiv nutzen.

Basic (3 Jahre)Basic (2 Jahre)Basic
Preise
Einrichtungsgebühr 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Grundpreis pro Monat 3,59 € 4,10 € 5,13 €
Preis pro Nutzer - - -
Vertragslaufzeit (Monate) 36 24 12
Limits
Speicherplatz unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Anzahl Geräte 1 1 1
Features
Full Disk Backup
Private Key Verschlüsselung
Datei-Versionierung
Zwei-Faktor-Authentisierung
Plattformen
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android

Gesamtbewertung & Fazit

Testurteil
2,4
09/2019
gut
zum Anbieter
Sicherheit
Note 1,3
Benutzeroberfläche & Bedienkomfort
Note 1,7
Einrichtung
Note 2,0
Funktionalität und Performance
Note 3,0
Support
Note 3,3
Mobile Nutzung
Note 3,3

Carbonite hat in vielerlei Hinsicht zwei Gesichter: Mal rasend schnell, mal unglaublich langsam - mal funktional gut aufgestellt mit großzügigem Cloudspeicher, mal eher schwach auf der Brust und mit geringer Kapazität. Ähnlich zweischneidig zeigten sich im Test auch der Support und die mobile App: Klingt gut, in der Praxis aber eher schwach.

"Gut gedacht aber schlecht gemacht"? Nicht ganz. Der Anbieter hat eindeutig seine Stärken und bietet durch die vielfältigen Pakete einen Funktionsumfang, den man sonst kaum findet. Wenn Sie einen Anbieter suchen, der mit Ihrem Unternehmen mitwachsen soll, könnte Carbonite ein guter Partner für Sie sein. Als Premium-Kunde genießt man die Vorzüge eines 24-Stunden-Supports und in den höherpreisigen Paketen ist auch der Funktionsumfang gut. Zudem bietet der Dienst viele Möglichkeiten der Einbindung von individuellen Backup-Lösungen und Dashboards in die bestehende IT-Infrastruktur. Auch wer auf der Suche nach einem kostengünstigen Backup-Anbieter mit unbegrenzter Speicherkapazität ist, kommt auf seine Kosten. Uploads gehen flott über die Bühne, die Handhabung ist unkompliziert und die Möglichkeiten sind insgesamt vielfältig.

Idealerweise schauen Sie sich in Ruhe alle zur Verfügung stehenden Pakete an und überprüfen genau, welche Features Ihnen wirklich wichtig sind. Wenn Sie einen oder mehrere Server betreiben, sollten Sie sich den Dienst auf jeden Fall anschauen oder vielleicht sogar testen, denn hier haben die Amerikaner einige Asse im Ärmel und bieten mitunter mehr fürs Geld als die meisten Konkurrenten.

Sehr vorteilhaft ist zudem, dass jeder die Möglichkeit hat, unverbindlich und kostenlos die meisten Pakete 30 Tage lang zu testen. Insofern geht man praktisch kein Risiko ein und kann anschließend eine fundierte Entscheidung treffen.

Carbonite
(2.383)
Unbegrenztes Cloud Backup
Zwei-Faktor-Authentisierung
Private Verschlüsselung
kein Image Backup
Speicher
250 - ∞
Geräte
1 - 25
Laufzeit
12 - 36 Monate
Carbonite Basic (3 Jahre)
3,59 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter
Testurteil
2,4
gut

Kundenbewertung

Letztendlich spiegeln die Kundenmeinungen genau das wieder, was auch unser Testergebnis prägte: Zwiespalt. Während die Einen vom Preis-Leistungs-Verhältnis begeistert sind, beklagen andere eklatante Schwächen in verschiedenen Bereichen. Wir haben für Sie die Bewertungen von verschiedenen Portalen zusammengefasst, damit Sie sich einen guten Überblick über die Meinung von Kunden des Anbieters verschaffen können.

Kundenbewertung
2,0 / 5
2.383 Bewertungen
ausreichend
Wir haben die Erfahrungsberichte und Bewertungen von verschiedenen Bewertungsportalen untersucht und dabei 2.383 Bewertungen mit einer Gesamtwertung 2,0 von 5 ermittelt.
Quellen anzeigen

Alternativen

Sollten die Nachteile von Carbonite aus Ihrer Sicht die Vorteile klar überwiegen, sollten Sie sich nach einem anderen Cloud-Backup-Anbieter umsehen. Die folgenden zwei Anbieter können wir Ihnen als Alternative ans Herz legen.

Wenn Ihnen beispielsweise der englischsprachige Support nichts ausmacht und Sie einen Anbieter suchen, der eine hervorragende mobile App für iOS und Android und darüber hinaus auch ein sehr gutes File-Sharing-Konzept bietet, sollten Sie einen Blick auf SpiderOak One Backup werfen. Zwar müssen Sie bei den Uploads mit einer deutlich schlechteren Performance leben, die Download-Raten liegen jedoch deutlich höher. Zudem werden hier alle Daten nach dem AES-256-Bit Standard verschlüsselt.

SpiderOak One Backup
(87)
Private Key Encryption
Unbegrenzte Geräte
21 Tage Testversion
kein Image Backup
Speicher
150 - 5.000 GB
Geräte
unbegrenzt
Laufzeit
1 - 12 Monate
SpiderOak 150 GB (12 Monate)
4,91 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter
Testurteil
1,8
gut

Interessant ist sicherlich auch dogado, denn der Anbieter überzeugt durch einen hervorragenden deutschsprachigen Support, eine Top-Performance und bietet darüber hinaus einen hervorragenden Funktionsumfang. Hierzu gehören Offline-Backups ebenso wie 256-Bit AES-Verschlüsselung, Linux, Mac und Windows-Support sowie Versionierung und Bare Metal Recovery. Allerdings gibt es keine Lizenzen für mehrere Rechner und keine Office 365 oder vollständige Server-Backups.

dogado Online Backup
(2.298)
Speicherung in Deutschland
Private Key Encryption
Full Image Backup
Lokales Backup möglich
Speicher
300 - 1.000 GB
Geräte
1 Gerät
Laufzeit
12 Monate
dogado Client
14,90 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter
Testurteil
1,8
gut

Weitere empfehlenswerte Alternativen zu den Carbonite Cloud-Backup Paketenfinden Sie hier:

Testsieger 2020
Acronis True Image
(1.410)
Lokales und Cloud Backup
Schutz vor Ransomware
Backup für Mobilgeräte
Marktführer im Cloud Backup
Speicher
500 - 5.000 GB
Geräte
1 - 5
Laufzeit
12 Monate
Acronis Advanced 500 GB (1 Computer)
5,83 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter
Testurteil
1,4
sehr gut
Preis-Leistungs-Sieger 2020
1&1 IONOS HiDrive
(14.104)
Zugriff von überall
Speicherung in Deutschland
Mehrere Nutzer möglich
kein Image Backup
Speicher
100 - 2.000 GB
Geräte
1 - 10
Laufzeit
1 - 12 Monate
1&1 IONOS Basic
1,50 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter
Testurteil
1,5
sehr gut
IDrive Cloud Backup
(8.386)
5 GB kostenlos
Unbegrenzt Geräte
Smartphone Backup
Lokale Sicherung möglich
Speicher
5 - 12.500 GB
Geräte
unbegrenzt
Laufzeit
0 - 12 Monate
IDrive Gratis
0,00 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter
Testurteil
1,7
gut
Alfahosting Cloud-Backup
(2.994)
Speicherung in Deutschland
Full Image Backup
Datei-Versionierung
24/7 Support
Speicher
300 - 600 GB
Geräte
1 - 3
Laufzeit
1 - 12 Monate
Alfahosting PC Backup M (12 Monate)
14,99 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter
Testurteil
2,3
gut
Backblaze Backup
(842)
Unbegrenztes Cloud Backup
Erlaubt Private Encryption
Zwei-Faktor-Authentisierung
15 Tage kostenlos testen
Speicher
unbegrenzt
Geräte
unbegrenzt
Laufzeit
1 - 12 Monate
Backblaze 24 Monate
ab 3,91 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter
Testurteil
2,4
gut
Autor Carsten Podszun
Carsten Podszun hat Informatik und Betriebswirtschaft studiert und war 15 Jahre lang selbständig im Einzelhandel tätig. Seit 2014 ist er Berater für Startups, freier Autor und schreibt bei EXPERTE.de rund um die Themen Homepage, Hosting & IT-Security.