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Carbonite Safe - die Cloud-Backup-Lösung im Test

  Carsten Podszun   18. Sep. 2019

Das US-amerikanische Unternehmen Carbonite wurde im Jahr 2006 gegründet. Kerngeschäft des in Boston ansässigen Anbieters sind Cloud-Backup-Lösungen für große und kleine Unternehmen, Home-Offices sowie Privatpersonen. Dafür stehen eine Vielzahl unterschiedlicher Pakete zur Auswahl, mit denen sich sowohl komplette Server-Infrastrukturen als auch einzelne PCs sichern lassen. Welche Pakete für welchen Anwendungsbereich sinnvoll sind und wie sich Carbonite im Vergleich zur Konkurrenz in Sachen Performance, Bedienkomfort und Funktionsumfang schlägt, haben wir im Test genauer unter die Lupe genommen.

Da es praktisch unmöglich ist, alle Lösungen, die Carbonite anbietet, im Detail zu testen, haben wir uns zur Bewertung unserer Testkriterien für das "Carbonite Safe" Paket entschieden. Dieses spiegelt am ehesten den Funktionsumfang klassischer Cloud-Backup-Dienste wieder, wie sie von Privatpersonen oder kleinen Unternehmen in der Regel genutzt werden. Auf diese Weise erreichen wir eine bessere Vergleichbarkeit mit anderen Anbietern, was Ihnen wiederum die Entscheidungsfindung erleichtert. Wir konzentrieren uns in unseren Cloud-Backup-Tests im Wesentlichen auf den Funktionsumfang, den Bedienkomfort sowie die Performance und den Kundendienst.

Was Sie von den übrigen Lösungen wie Carbonite Server, Endpoint oder Recover erwarten können, haben wir im Abschnitt "Funktionsumfang und Performance" für Sie zusammengefasst. Die übrigen Bewertungskriterien basieren aber ausschließlich auf dem Safe-Paket. Wie sich Carbonite hier im Vergleich zur Konkurrenz schlägt, können Sie anhand der folgenden Kurzübersicht bereits entnehmen. Aller weiteren Einzelheiten zum Test haben wir in den jeweiligen Teilabschnitten dann nochmals umfangreich für Sie zusammengefasst. Außerdem finden Sie abschließend eine Übersicht über empfehlenswerte Alternativen, falls Carbonite Ihren Anforderungen an einen Cloud-Backup-Dienst nicht gerecht werden kann.

Testbericht

Sicherheit
Note 1,3
Benutzeroberfläche & Bedienkomfort
Note 1,7
Einrichtung
Note 2,0
Funktionalität und Performance
Note 3,0
Support
Note 3,3
Mobile Nutzung
Note 3,3

Vorteile & Nachteile

Hoher Sicherheitsstandard dank sicherer Passwörter und AES-Verschlüsselung bis 256-Bit

Sehr umfangreiche Paketauswahl für verschiedene Anforderungen

Speicher und Nutzeranzahl in Paketen flexibel erweiterbar

Gute Benutzerverwaltung

Native App für iOS und Android zum Zugriff auf Backups

Integration der Backup-Funktionen in den Explorer

Externe NAS- oder Hard-Drive Backups sowie Bare Metal Image Backups möglich.

Support rund um die Uhr erreichbar (als Premium Partner) und umfangreiche Knowledgebase

30-tägige, uneingeschränkte und kostenlose Testphase für die meisten Pakete

Keine Backups von Smartphones und keine lokalen Backups in Paketen für einen einzelnen Nutzer

App bietet nur wenige Funktionen

Funktionsumfang des reinen Cloud-Backup Pakets eher schwach

Webseite, Support und Software nur in englischer Sprache

Keine automatischen Backups von Videodateien in Paketen mit unbegrenztem Speicher

Träger Support

Sehr geringe Download-Raten

Ausschließlich Jahrespakete mit jährlichem Zahlungszyklus

Einrichtung

Mit dem ersten Blick auf die Webseite fällt eines sofort auf: Carbonite steht ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung. Dies ist angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Anbieter aus den USA handelt zwar nicht ungewöhnlich, dennoch wäre eine lokale Anpassung an die internationale Kundschaft sicherlich wünschenswert gewesen.

Zwar ist die Ersteinrichtung auch möglich, wenn man der englischen Sprache nicht mächtig ist, es macht die Sache aber zusätzlich kompliziert. Die Seite selbst ist recht übersichtlich aufgebaut und versucht, die wesentlichen Merkmale der verschiedenen Pakete in wenigen Sätzen auf den Punkt zu bringen. Dies gelingt aber leider nicht ganz, denn durch die Vielzahl an unterschiedlichen Paketen für verschiedene Einsatzbereiche, die sich alle in Speicherumfang, Funktionsumfang und sogar dem Sicherheitsstandard unterscheiden, dauert es eine ganze Weile, bis man sich einen guten Überblick verschafft hat. Eine Gesamt-Gegenüberstellung aller Pakete, die verschiedene Kriterien wie Speicherplatz, Anzahl der Nutzer oder einzelne Funktionen übersichtlich gegenüberstellt, sucht man leider vergeblich. So klickt man sich unweigerlich durch eine Vielzahl von Unterseiten, bis man (hoffentlich) ein geeignetes Paket für den jeweiligen Bedarf gefunden hat.

Erschwerend für die Entscheidungsfindung kommt hinzu, dass sich die Einstiegspakete aus dem Business- und Privatbereich zwar deutlich in der Preislage aber auf den ersten Blick keineswegs im Funktionsumfang voneinander unterscheiden, wie man anhand der Screenshots der Funktionsübersichten gut sehen kann. So muss man erst ausgiebig recherchieren, warum der Backup-Plan für mehrere Computer mit 128-Bit-Verschlüsselung, zentralisierter Management-Konsole und Remote-Access im Safe-Paket ebenso viel kostet wie das Einstiegspaket im Business-Bereich, bei dem lediglich ein Rechner abgedeckt ist.

Über diese sechs Pakete hinaus gibt es noch eine ganze Reihe von speziellen Paketen, die aber preislich weit oberhalb dieser Basispakete liegen und für Unternehmen mit mehr als 25 PC-Arbeitsplätzen oder Server-Infrastrukturen konzipiert sind. Für unseren Test haben wir uns - wie oben bereits erwähnt - für das "MULTIPLE COMPUTERS" Paket innerhalb des Carbonite Safe Pakets entschieden, das als Businesspaket für Unternehmen mit bis zu 25 PC-Arbeitsplätzen ausgelegt ist und bereits alle wichtigen Funktionen bis auf Image-Backups und Bare Metal Restore bietet.

Mit einem Klick auf "Buy Now" kann gleich ein Vertrag abgeschlossen oder alternativ mit einer 30-tägigen Testphase begonnen werden. Die Kontoerstellung wird durch lästige Captchas verzögert, die häufig aufgrund von verwirrenden Bilddarstellungen mehrmals durchlaufen werden müssen. Diese fallen allerdings weg, wenn man sich für ein zahlungspflichtiges Abo entscheidet. Leider ist man jedoch gezwungen, ein Jahresabo abzuschließen. Monatliche Zahlweise und monatliches Kündigungsrecht bestehen nicht.

Hat man alle Angaben gemacht, ein Konto angelegt und sich mit einem sicheren Passwort (wird zwingend gefordert) registriert, landet man ohne vorherige E-Mail-Bestätigung im Dashboard von Carbonite.

Hier kann der PC oder Server direkt als Backup-Maschine registriert werden. Hierzu ist der Download der Software erforderlich. Das Herunterladen und Installieren war im Test innerhalb von nur etwa einer Minute erledigt, was sehr positiv ist. Allerdings ist ein wenig Vorsicht geboten: Klickt man sich einfach durch die Standardinstallation, werden alle Benutzerordner aus Windows automatisch freigegeben und das Backup beginnt sofort nach der Installation im Hintergrund zu laufen. Stattdessen empfehlen wir, die benutzerdefinierte Installation auszuwählen, denn hier lässt sich die Option wählen, zunächst keine Ordner zu sichern. Außerdem können Sie hier auch einen eigenen Key zur Verschlüsselung eingeben. Bei der Standardinstallation wird ein von Carbonite generierter Schlüssel verwendet.

Nach Abschluss der Installation wird der Explorer kurz neu gestartet und man hat fortan unter Windows die Möglichkeit, per Rechtsklick die gewünschten Dateien und/oder Ordner dem Backup hinzuzufügen. Außerdem lässt muss noch festgelegt werden, ob die Backups kontinuierlich im Hintergrund oder zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt werden sollen.

Damit ist die Einrichtung abgeschlossen und es kann mit den ersten Sicherungen losgehen. Insgesamt war die Auswahl des geeigneten Pakets sicherlich der aufwändigste Teil der Ersteinrichtung. Die Installation selbst ging schnell über die Bühne. Besonders vorteilhaft sind die schlanke Software, die schnell eingerichtet ist sowie die Integration in den Explorer, was das Hinzufügen von Ordnern zum Cloud-Backup sehr einfach macht.

Umständlich ist jedoch das Durchforsten der genauen Spezifikationen aller Pakete sowie die Tatsache, dass man sich durch die benutzerdefinierte Installation klicken muss, wenn man nicht automatisch sofort seine kompletten Benutzer-Ordner in Windows freigeben und hochladen möchte. Dies in Verbindung mit dem Fehlen einer deutschen Übersetzung sowie den etwas lästigen Bilder-Captchas sorgte unterm Strich für einen Wertungsabzug bei der ansonsten schnellen und reibungslosen Einrichtung. Positiv ist zudem anzumerken, dass die Software kaum Ressourcen verbraucht und - einmal eingerichtet - ihre Arbeit komplett unbemerkt im Hintergrund verrichtet.

Note: 2,0

Benutzeroberfläche & Bedienkomfort

Im Dashboard auf der Webseite lassen sich einige Anpassungen wie das Einrichten der Benutzer vornehmen. Ansonsten dient es aber eher dem Zugriff auf die gesicherten Dateien sowie der Einsicht der Vertrags-, Kunden-, Paket- und Rechnungsdaten. An Touchscreens ist die Seite nicht gut angepasst, denn die Menüführung ist mitunter etwas klein geraten. Auch die Software lässt sich im Prinzip nur mit der Maus gut bedienen und sie wirkt etwas eingeschränkt, denn außer den Einstellungen zum Backup-Zyklus, dem manuellen Starten eines Backups und einigen Links zum Web-Dashboard kann hier nichts weiter eingestellt oder angepasst werden. Ordner und Dateien werden direkt über den Explorer hinzugefügt.

Insgesamt wirkt die Benutzeroberfläche mitunter ein wenig Altbacken. Dennoch ist das Navigieren durch die Menüs am PC recht unkompliziert und es gibt praktisch so gut wie keine verschachtelte Menüführung. Dies macht das Bedienen der Software und auch des Dashboards sehr unkompliziert und schnell. Dies ist allerdings auch schlichtweg der Tatsache geschuldet, dass es praktisch nur rudimentäre Funktionen und kaum erweiterte Einstellungsmöglichkeiten gibt.

Die Übersicht über die gesicherten Dateien ist gut gelöst und sie kann über das Dashboard jederzeit von jedem internetfähigen Endgerät aus über den Browser aufgerufen werden. Die gesamte Ordnerstruktur des gewählten Ordners wird ebenfalls mit gesichert. Eine Synchronisierung mit Ordnern findet zwar nicht statt, es können aber automatisch Dateien gesichert werden, sobald sie verändert wurden. Zusätzlich werden die Dateien versioniert, sodass sehr einfach alte Speicherstände wiederhergestellt werden können. Löscht man eine Datei lokal, die zuvor gesichert wurde, kann sie noch bis zu 30 Tage später über die Cloud heruntergeladen werden, bevor sie auch hier gelöscht wird. Das Einstellen von Backup-Zyklen sowie der manuelle Start eines Backups sind innerhalb von nur zwei Klicks erledigt, sodass auch in dieser Hinsicht die Bedienung durchaus gut ist.

Wer der englischen Sprache mächtig ist, keine Touch-Optimierte Desktop-App benötigt und zudem mit dem etwas überholten Aufbau und Design leben kann, der wird sich schnell zurechtfinden und profitiert von der Einfachheit des Systems.

Note: 1,7

Funktionalität und Performance

Der Funktionsumfang Der Cloud-Backup-Lösungen für persönliche Rechner sowie kleine Unternehmen ist sher überschaubar. Es stehen zwar ein umfangreiches automatisches Backup sowie einfache Wiederherstellungsoptionen und eine gute Verschlüsselung zur Verfügung; darüber hinaus wird in den Einstiegspaketen aber nicht viel geboten. Erweiterte Funktionalität wie beispielsweise lokale Backups, Image-Backups des Betriebssystems und Bare Metal Recovery zur Wiederherstellung kompletter Systeme stehen erst in den deutlich teuren Business-Tarifen für größere Unternehmen zur Verfügung. Außerdem muss man in den kleinen Paketen mit Einschränkungen leben, was die Backups angeht. So können beispielsweise nur in den größeren Paketen auch Videodateien dem automatischen Backup-Zyklus hinzugefügt werden. Image-Backups und Bare Metal Restore sind beispielsweise ausschließlich an Pakete gekoppelt, die auch dem Sichern von Servern dienen.

Einzelne Funktionen lassen sich zudem leider nicht zubuchen, sodass es insbesondere für kleine Unternehmen schwierig sein kann, das passende Paket mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis zu finden. Das ist schade, denn einerseits zeigt Carbonite, dass sie umfangreiche Funktionalität bieten können, koppeln es andererseits aber an mitunter sehr teure Pakete, die für kleine Unternehmen oder Selbstständige uninteressant sind. Die kleinen Pakete hingegen richten sich eher an Privatpersonen. Diese sind zwar günstig, bieten aber auch praktisch keine erweiterten Funktionen.

Entscheidet man sich für ein größeres Paket für mehrere Nutzer oder ein Paket, mit dem auch Server-Backups durchgeführt werden können, ist der Funktionsumfang deutlich besser als in den Einstiegspaketen. Allerdings muss man hier dann mit Einschränkungen bei der Speicherkapazität leben, wohingegen im Einstiegspaket unendlich viel Speicher zur Verfügung steht. Ein Paket für einen Nutzer, das beispielsweise Office 365 Backups und gleichzeitig lokale und Cloud-Backups ermöglicht, gibt es nicht. Entsprechend ist der Funktionsumfang unabhängig von der Paketwahl in die eine oder andere Richtung stets eingeschränkt. Dadurch wird man entweder gezwungen, zu einer unökonomischen Kostenstruktur mehrere Pakete abzuschließen oder man nimmt unweigerlich Abstriche beim Funktionsumfang in Kauf.

Trotz eingeschränkter Funktionen in den einzelnen Paketen bietet Carbonite insgesamt durchaus interessante Features für kleine und auch große Unternehmen. Einige der wichtigsten Features und Vorteile, die Carbonite von anderen Anbietern abhebt, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst. Beachten Sie aber, dass es praktisch kein Paket gibt, dass alle Features gleichzeitig vereint.

Besonderheiten der Carbonite Cloud-Backups

  • Sehr hoher Sicherheitsstandard
    Carbonite ermöglicht je nach Paket entweder 128- oder 256-Bit Ende-zu-Ende Verschlüsselung mit Zero-Knowledge-Richtlinie dank eigenem Schlüssel. Zudem werden stets sichere Passwörter verlangt.
  • Multi-Plattform
    Dank Web-Dashboard, Software für Mac und Windows sowie Server-Backup-Lösungen für Windows, Linux, VMware and Hyper-V, Oracle, IBM AIX, HP-UX, Solaris und IBM iSeries ist man in diesem Bereich insgesamt sehr gut aufgestellt.
  • Günstige Einstiegspakete
    Insbesondere das Paket mit unendlich großem Cloud-Speicher für einen Arbeitsplatz ist sehr preisgünstig.
  • Versionierung
    Alte Dateiversionen werden gespeichert und können bei Bedarf wiederhergestellt werden. Außerdem kann auf gelöschte Dateien bis zu 30 Tage lang noch zugegriffen werden.
  • 24-Stunden-Support
    Der Support steht rund um die Uhr telefonisch oder per Livechat zur Verfügung.
  • Client- und Server-Backups
    Über verschiedene Pakete können sowohl Client-Rechner als auch Server gesichert werden
  • Bare Metal Recovery
    Im Falle eines Hardware-Defekts können Sie in den größeren Paketen auch komplette System-Backups und Images auf neuer Hardware wiederherstellen.
  • Lokale und Cloud-Backups
    Parallel zum Cloud-Backup lassen sich in den Business-Tarifen auch lokale Backups im Hintergrund durchführen.
  • Datenkompression vor Übertragung
    Die Server-Backup-Lösungen kommen dank vorheriger Kompression mit wenig Traffic aus.
  • Benutzerverwaltung
    Die Benutzerverwaltung ist in allen Paketen für mehrere Nutzer sehr gut. In den größeren Business- und Server-Tarifen kommt noch eine erweiterte Benutzerkontensteuerung mit verschiedenen Backup-Richtlinien je Nutzer hinzu.
  • Gut skalierbar
    Da Carbonite auch gute Lösungen für große Unternehmen bietet, sind die Pakete für noch kleine aber stark wachsende Unternehmen interessant, denn sie lassen sich später sehr einfach skalieren.

Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man bei Carbonite nahezu alle nur erdenklichen Funktionen über verschiedene Pakete bekommen. Insbesondere die Business-Lösungen für große Unternehmen bieten insgesamt einen sehr guten Funktionsumfang. Die Einstiegspakete hingegen sind mitunter in ihrer Funktionalität stark eingeschränkt. Auf der anderen Seite punktet der Anbieter mit einem sehr günstigen Einsteigerpaket mit unendlich viel Kapazität sowie einer einfachen Bedienung, sodass unterm Strich noch guten gewissens eine 2,0 als Teilnote im Bereich des Funktionsumfangs gegeben werden kann.

Serverperformance und Kapazität

Im Bereich Performance zeigt Carbonite zwei Gesichter. Trotz Serverstandort in den USA konnten wir unseren 153 MB großen Testordner innerhalb von nur etwa zwei Minuten hochladen, was in unserem Fall der vollen Upload-Bandbreite entsprach. Damit ist Carbonite absolute Spitze und schlägt sich im Vergleich zur Konkurrenz hervorragend. Beim späteren Wiederherstellen war die Ernüchterung dann allerdings groß, denn der Download erreichte auch bei mehrmaliger Wiederholung nur eine maximale Geschwindigkeit von 1MB/s. Dies ist sehr enttäuschend, denn insbesondere das Wiederherstellen großer Datenmengen wird dadurch zu einem extrem zeitraubenden Unterfangen.

Was die Kapazität angeht, zeigt Carbonite ebenfalls zwei Gesichter. Einerseits bietet man im günstigsten Einsteigerpaket unbegrenzten Cloudspeicher an, auf der anderen Seite muss man selbst in den Paketen, die für bis zu 25 Clients und Server ausgelegt sind, je nach Paket mit 250 GB bzw. 500 GB Gesamtkapazität leben. Dass dies in der heutigen Zeit für 25 Rechner sehr knapp bemessen ist, dürfte jedem klar sein. Zwar kann - wie auf den Screenshots unten erkennbar ist - Speicherplatz in 100 GB-Paketen gleich beim Vertragsabschluss zugebucht werden, dies lässt sich Carbonite mit 99 USD jährlich je 100 GB bei ohnehin schon stattlichen Paketpreisen für mehrere Nutzer gut bezahlen.

Sowohl bei der Performance als auch beim zur Verfügung stehenden Cloud-Speicher zeigt sich Carbonite von zwei Seiten. Die Schokoladenseite zeigt Carbonite bei den sehr schnellen Uploads und dem unbegrenzten Speicher im Einsteiger-Paket. Dem entgegen stehen aber sehr schwache Download-Raten und eingeschränkter Speicherplatz in den großen Paketen, sodass sich unterm Strich nur ein mäßiges Gesamtbild ergibt.

Note: 3,0

Sicherheit

Carbonite tut sehr viel für die Sicherheit Ihrer Daten. Dies beginnt beim Zwang zu sicheren Passwörtern, geht über die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit AES-128 bzw. 256-Bit-Standard und endet bei umfangreichen Sicherungs- und Schutzmaßnahmen für die Endpoints in komplexen Netzwerkstrukturen. In den Genuss eines Ransomware-Schutz und anderen erweiterten Sicherheitsfunktionen kommen Sie allerdings erst ab den Server-Paketen.

Allerdings können Sie stets optional auch eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung aktivieren und zudem dank Versionierung auch auf vergangene Dateiversionen zugreifen. Darüber hinaus setzt Carbonite auf das Zero-Knowledge-Konzept, wenn Sie die Daten mit Ihrem selbst gewählten Passwort verschlüsseln. Dieses Passwort kennen nur Sie, sodass niemand außer Ihnen die Daten entschlüsseln kann. Selbst wenn sie einmal abgefangen würden. Allerdings muss man diesen Angaben von Carbonite Glauben schenken, denn da der Anbieter in den USA sitzt, ist es durchaus auch denkbar, dass das Unternehmen im Falle einer behördlichen Anordnung vorhandene Daten entschlüsseln kann.

Wenn Sie auf Sicherheit großen Wert legen und kein Problem damit haben, dass die Server in den USA stehen, kommen Sie bei Carbonite durchaus auf Ihre Kosten. Einzelne Nutzer müssen stets sichere Passwörter vergeben, die Verschlüsselung kann mit einem eigenen Schlüssel erfolgen und Die Wiederherstellung gelöschter oder alter Dateien aus der Cloud ist ebenfalls möglich. In den großen Paketen gibt es sogar zusätzliche Schutzmechanismen und Funktionen. Unterm Strich ist der Anbieter beim Thema Sicherheit daher sehr gut aufgestellt.

Note: 1,3

Mobile Nutzung

Carbonite bietet eine mobile App für iOS und Android - das klingt zunächst ganz gut, denn das ist keinesfalls bei jedem Cloud-Backup-Dienst der Fall. Der Funktionsumfang ist zwar eingeschränkt, denn letztendlich kann man per App lediglich auf die vorhandenen Daten in der Cloud zugreifen. Dateien können heruntergeladen und betrachtet werden. Mehr Funktionen bietet die App nicht. Dafür verlangt sie allerdings eine ganze Menge Berechtigungen vom Smartphone-Nutzer, wie der linke Screenshot zeigt. Für die Funktionalität, die die App bietet, hätte eine Berechtigung zum Dateizugriff eigentlich völlig ausgereicht. Entsprechend wird die App in den Stores auch abgestraft. Im PlayStore von Google erreicht sie zum Beispiel noch keine zwei Sterne.

Zwar gibt es eine Funktion, um Backups registrierter Systeme aus der Ferne zu starten, dies funktionierte im Test aber schlichtweg nicht, denn die Bestätigungs-Mail mit dem entsprechenden Link kam bei beiden Benutzern, die wir zu Testzwecken angelegt hatten, nicht an. Außerdem können keine Dateien hochgeladen oder Backups des Mobilgeräts angefertigt werden. Auch Veränderungen an heruntergeladenen Dateien lassen sich vom Smartphone aus nicht mehr mit der Cloud synchronisieren.

Das Dashboard von Carbonite ist zwar auch über den mobilen Browser erreichbar, die Menüführung ist aber alles andere als optimal. Dies in Verbindung mit der nur sehr eingeschränkt nutzbaren App, die ebenfalls nur in englischer Sprache verfügbar ist, sorgte für einen kräftigen Abzug in der Wertung. Die Tatsache, dass Carbonite eine App anbietet ist zwar nett gemeint, letztendlich aber nicht konsequent durchdacht, fehlerhaft und schlichtweg nicht gut umgesetzt.

Note: 3,3

Support

Über eine Premium-Partnerschaft kann man von einem 24-Stunden-Support profitieren. In den Standard-Paketen muss man sich leider an die Geschäftszeiten in den USA halten, was für deutsche Kunden mitunter nur schwer oder überhaupt nicht machbar ist. Allerdings sind die Kanäle, über die der Anbieter erreichbar ist, sehr breit gefächert. Die Kontaktmöglichkeiten reichen von der Hotline über den Livechat bis hin zum Kontaktformular und der E-Mail.

Die Knowledgebase überzeugte im Test auf ganzer Linie, denn hier finden sich zu den Safe und Backup Pro Paketen umfangreiches Wissen zu den meisten zentralen Fragen. Die Navigation ist hier sehr gelungen, alles ist übersichtlich gestaltet und eine Chatfunktion ist ebenfalls eingebunden, falls man zu einer bestimmten Frage nicht fündig wird. Darüber hinaus bietet Carbonite seinen Server-Kunden zusätzliche Installations-Unterstützung an, sodass Sie die Backup-Lösung auf dem Server nicht selbst vornehmen müssen.

Dies alles klingt sehr positiv auf dem Papier. Effektiv ist die Umsetzung aber scheinbar auch hier nicht gut, denn im Test wurde auch nach zwei Tagen auf unsere Support-Anfrage per E-Mail überhaupt nicht reagiert und telefonisch war es mitunter schwer, einen Mitarbeiter ans Telefon zu bekommen, der technische Fragen sowie Fragen zu Unterschieden bei den Paketen beantworten konnte.

Dadurch ist der Support zwar breit aufgestellt, am Ende nützt es aber wenig, wenn schlichtweg keine oder nur unzureichende Auskünfte erteilt bzw. Antworten gesendet werden. Wie eingangs bereits erwähnt, steht der Support im Übrigen natürlich ebenfalls nur in englischer Sprache zur Verfügung. Dies alleine stellt für viele sicherlich eine zusätzliche Hürde dar.

Note: 3,3

Preis

Carbonite hat über alle Pakete hinweg eine riesige Preisspanne, die von weit unter 100 USD pro Jahr bis zu mehreren Tausend Euro jährlich reicht. Pauschal kann man daher zum Preis-Leistungs-Verhältnis kaum etwas sagen. Fest steht aber, dass das Einstiegspaket sehr günstig ist, auch wenn der Funktionsumfang sicherlich stark eingeschränkt ist. Immerhin: Optional können externe Backups sowie Backups von Videodateien auch hier hinzugebucht werden. Allerdings erhöht sich der Preis dadurch deutlich. Die größeren Pakete werden schnell recht preisintensiv und lohnen sich dann für Selbstständige oder kleine Unternehmen gegebenenfalls nicht.

Ob sich Carbonite vom Kosten-Nutzen-Faktor für Sie lohnt, hängt also davon ab, welche Leistungen Sie benötigen und wie viel des Funktionsumfangs im jeweiligen Paket Sie später effektiv auch nutzen. Weiß man alle Funktionen und Leistungen zu schätzen und nimmt sie auch in Anspruch, kann sich auch ein vermeintlich teures Produkt durchaus als günstig herausstellen. Müssen Sie hingegen aufgrund iner bestimmten Funktion auf ein deutlich größeres Paket zurückgreifen, als Sie eigentlich aufgrund anderer Faktoren müssen, wird es am Ende gegebenenfalls unwirtschaftlich.

Basic (3 Jahre)Basic (2 Jahre)BasicCore (3 Jahre)
Preise
Einrichtungsgebühr 0.00 € 0.00 € 0.00 € 0.00 €
Grundpreis pro Monat 3.75 € 4.29 € 5.36 € 15.00 €
Preis pro Nutzer - - - -
Vertragslaufzeit (Monate) 36 24 12 36
Limits
Speicherplatz unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt 250 GB
Anzahl Geräte 1 1 1 25
Features
Full Disk Backup
Private Key Verschlüsselung
Datei-Versionierung
Zwei-Faktor-Authentisierung
Plattformen
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android
Cloud / SaaS
Windows
macOS
iOS
Android

Gesamtbewertung & Fazit

Sicherheit
Note 1,3
Benutzeroberfläche & Bedienkomfort
Note 1,7
Einrichtung
Note 2,0
Funktionalität und Performance
Note 3,0
Support
Note 3,3
Mobile Nutzung
Note 3,3

Insgesamt ist am Ende vor allen Dingen eines bei uns hängen geblieben: Carbonite hat in vielerlei Hinsicht zwei Gesichter. Mal rasend schnell, mal unglaublich langsam - mal funktional gut aufgestellt mit großzügigem Cloudspeicher, mal eher schwach auf der Brust und mit geringer Kapazität. Ähnlich zweischneidig zeigten sich im Test auch der Support und die mobile App: Klingt gut, in der Praxis aber eher schwach. Gut gedacht aber schlecht gemacht, könnte man Carbonite also zusammenfassen? Nun, nicht ganz. Der Anbieter hat eindeutig seine Stärken und bietet durch die vielfältigen Pakete einen Funktionsumfang, den man sonst kaum findet. Insbesondere wenn Sie auf der Suche nach einem Anbieter sind, der mit Ihrem Unternehmen mitwachsen kann, könnte Carbonite ein guter Partner für Sie sein. Als Premium Partner genießt man die Vorzüge eines 24-Stunden-Supports und in den höherpreisigen Paketen ist auch der Funktionsumfang gut. Zudem bietet der Dienst viele Möglichkeiten der Einbindung von individuellen Backup-Lösungen sowie individuellen Dashboards in die bestehende IT-Infrastruktur. Auch dies kann ein Kriterium sein, das eindeutig für Carbonite spricht.

Daneben kommen auch all diejenigen voll auf Ihre Kosten, die auf der Suche nach einem kostengünstigen Backup-Anbieter mit unbegrenzter Speicherkapazität sind. Uploads gehen flott über die Bühne, die Handhabung ist unkompliziert und die Möglichkeiten sind insgesamt vielfältig. Idealerweise schauen Sie sich in Ruhe alle zur Verfügung stehenden Pakete an und überprüfen genau, welche Features Ihnen wirklich wichtig sind. Wenn Sie einen oder mehrere Server betreiben, sollten Sie sich den Dienst auf jeden Fall anschauen oder vielleicht sogar testen, denn hier haben die Amerikaner einige Asse im Ärmel und bieten mitunter mehr für's Geld als die meisten Konkurrenten.

Sehr vorteilhaft ist zudem, dass jeder die Möglichkeit hat, unverbindlich, kostenlos die meisten Pakete 30 Tage lang zu testen. In sofern geht man praktisch kein Risiko ein und kann anschließend eine fundierte Entscheidung treffen.

CarboniteCarbonite
 2.261
3,75 €
∅ mtl. Effektivpreis
36 Monate Laufzeit
Unbegrenztes Cloud Backup
Zwei-Faktor-Authentisierung
Private Verschlüsselung
kein Image Backup
Carbonite Basic (3 Jahre) + 5 weitere Tarife
GB Speicher
1
Gerät
36
Monate Laufzeit

Kundenbewertung

Letztendlich spiegeln die Kundenmeinungen genau das wieder, was auch unser Testergebnis prägte: Zwiespalt. Während die Einen vom Preis-Leistungs-Verhältnis begeistert sind, beklagen andere eklatante Schwächen in verschiedenen Bereichen. Wir haben für Sie die Bewertungen von verschiedenen Portalen zusammengefasst, damit Sie sich einen guten Überblick über die Meinung von Kunden des Anbieters verschaffen können.

Experte.de hat die Erfahrungsberichte und Bewertungen von verschiedenen Bewertungsportalen untersucht und dabei 2261 Bewertungen mit einer Gesamtwertung 1.9 von 5 ermittelt (Quellen).

Alternativen

Sollten die Nachteile von Carbonite aus Ihrer Sicht die Vorteile klar überwiegen, sollten Sie sich nach einem anderen Cloud-Backup-Anbieter umschauen. Die folgenden zwei Anbieter können wir Ihnen als Alternative sehr ans Herz legen.

Wenn Ihnen beispielsweise der englischsprachige Support nichts ausmacht und Sie einen Anbieter suchen, der eine hervorragende mobile App für iOS und Android bietet und darüber hinaus auch ein sehr gutes File-Sharing-Konzept bietet, sollten Sie einen Blick auf SpiderOak One Backup werfen. Allerdings müssen Sie bei den Uploads mit einer deutlich schlechteren Performance leben. Die Downloadraten hingegen liegen deutlich höher. Zudem werden hier alle Daten nach dem AES-256-Bit Standard verschlüsselt.

SpiderOakSpiderOak One Backup
 2.298
5,13 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Private Key Encryption
Unbegrenzte Geräte
21 Tage Testversion
kein Image Backup
SpiderOak 150 GB (12 Monate) + 7 weitere Tarife
150
GB Speicher
Geräte
12
Monate Laufzeit

Interessant ist sicherlich auch Dogado, denn der Anbieter überzeugt durch einen hervorragenden deutschsprachigen Support, eine sehr gute Performance und bietet darüber hinaus einen hervorragenden Funktionsumfang. Hierzu gehören Offline-Backups ebenso wie 256-Bit AES-Verschlüsselung, Linux, Mac und WIndows-Support sowie Versionierung und Bare Metal Recovery. Allerdings gibt es hier keine Lizenzen für mehrere Rechner und keine Office 365 oder vollständige Server-Backups.

dogadodogado Online Backup
 1.662
14,90 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Speicherung in Deutschland
Private Key Encryption
Full Image Backup
Lokales Backup möglich
dogado Client + 1 weiterer Tarif
300
GB Speicher
1
Gerät
12
Monate Laufzeit

Weitere empfehlenswerte Alternativen zu den Carbonite Cloud-Backup Paketen können Sie der folgenden Kurzübersicht entnehmen.

Empfehlung: Testsieger 2019
AcronisAcronis True Image
 640
4,17 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Lokales und Cloud Backup
Schutz vor Ransomware
Backup für Mobilgeräte
Marktführer im Cloud Backup
Acronis Advanced 250 GB (1 Computer) + 20 weitere Tarife
250
GB Speicher
1
Gerät
12
Monate Laufzeit
Empfehlung: Preis-Leistungs-Sieger 2019
1&1 IONOS1&1 IONOS HiDrive
 9.154
1,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
Zugriff von überall
Speicherung in Deutschland
Mehrere Nutzer möglich
kein Image Backup
1&1 IONOS Basic (12 Monate) + 6 weitere Tarife
100
GB Speicher
1
Gerät
12
Monate Laufzeit
IDriveIDrive Cloud Backup
 8.011
0,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
ohne Vertragslaufzeit
5 GB kostenlos
Unbegrenzt Geräte
Smartphone Backup
Lokale Sicherung möglich
IDrive Gratis + 8 weitere Tarife
5
GB Speicher
Geräte
ohne Vertragslaufzeit
Autor: Carsten Podszun
Carsten Podszun hat Informatik und Betriebswirtschaft studiert und war 15 Jahre lang selbständig im Einzelhandel tätig. Seit 2014 ist er Berater für Startups, freier Autor und schreibt bei EXPERTE.de rund um die Themen Homepage, Hosting & IT-Security.