Domains

Domain Kosten: Was kostet eine Domain 2022?

Janis von Bleichert
Autor
Letzte Aktualisierung

Ihre Domain ist Ihre Adresse im Netz: Sie ist weltweit einzigartig und gehört nur Ihnen – genau das macht sie so wertvoll. Wertvolle Dinge gibt es selten geschenkt, und auch Domains kosten Geld. Mal mehr und mal weniger.

Mit welchen Kosten Sie beim Kauf Ihrer Domain rechnen müssen und wie Sie bei der Domain-Auswahl vorgehen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Kostenarten: Diese Kosten gibt es bei Domains

Es gibt primär drei mögliche Kostenquellen beim Domainkauf:

  1. Einrichtungsgebühren: Manche Domainanbieter verlangen eine Gebühr für die Registrierung der Domain, die jedoch meist gering ausfällt. Viele Anbieter haben sie mittlerweile auch komplett abgeschafft.
  2. Monatliche Gebühren: Standardmäßig bezahlen Sie eine monatliche Gebühr, die Sie für die Nutzung der Domain entrichten müssen. Aufs Jahr gerechnet liegen die Kosten – je nach Domainendung – bei zwischen 10 und 100 €.
  3. Preis der Domain beim Domainabkauf: Richtig teuer kann es werden, wenn Ihre Wunschdomain bereits vergeben ist, und Sie jene vom aktuellen Domaininhaber abkaufen möchten. Hier schwanken die Preise vom zweistelligen bis in den sechsstelligen Bereich.

Neben den primären Kosten können noch weitere Gebühren bzw. Gebührenerhöhungen auf Sie zukommen:

Verlängerungsgebühren
Eine Domain ist immer nur gemietet. Sie müssen diesen Vertrag regelmäßig erneuern, und weil es bei manchen Domain-Providern Neukundenrabatt gibt, könnten Sie nach der Verlängerung möglicherweise mehr bezahlen als im ersten Jahr. Hier sollten Sie vor dem Vertragsabschluss das Kleingedruckte lesen.

Transfergebühren
Wenn Sie Ihre Domain von einem zu einem anderen Anbieter umziehen möchten, können Transfergebühren anfallen. GoDaddy verlangt beispielsweise rund 10 € für eine Übertragung.

Zusatzfunktionen
Domain-Provider bieten einige Sonder-Services, die manchmal extra kosten. Es gibt beispielsweise zusätzlich zur Domain buchbare Whois Privacy-Services, die Ihre persönlichen Daten vor fremden Blicken schützen.

Wo genau „kauft“ man Domains eigentlich?

Top-Level-Domains (TLDs) bzw. Domainendungen werden von der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) verwaltet. Jene gibt das Verwendungsrecht für diese Domainendungen an Registrierungsstellen (beispielsweise DENIC für .de-Domains) weiter, die ihrerseits mit den Domain-Registraren und -Providern zusammenarbeiten. Bei diesen Providern mieten die meisten Endnutzer ihre Domains. Sie „kaufen“ die Domain also beim Registrar, der wiederum die Registrierungsstelle informiert.

Domain Kosten: 3 wichtige Einflussfaktoren

Grundsätzlich gilt: Unterschiedliche Domains kosten unterschiedlich viel. Es gibt dabei mehrere Faktoren, die sich auf die tatsächlichen Kosten einer Domain auswirken:

Top-Level-Domain: Stark unterschiedliche Registrierungsgebühren

Bei der Kategorisierung von Domains sind Top-Level-Domains bzw. Domainendungen die höchste Hierarchiestufe. Ob hinter dem Punkt ein com, ein de oder ein io steht, wirkt sich dabei auch auf den Domain-Preis aus.

Das liegt unter anderem daran, dass Domain-Provider wie IONOS, Host Europe, netcup & Co. bei jeder Registrierung einer Domain Gebühren an Registrierungsstellen wie die DENIC bezahlen müssen. Wenn ein Domain-Provider eine bestimmte TLD im Angebot führen möchte, muss er sich bei der entsprechenden Registrierungsstelle zudem erst akkreditieren.

Die Kosten einer Domain sind unter anderem von der Domainendung abhängig, wie hier bei IONOS.

Aus diesen Gründen entscheiden die Domain-Anbieter ganz individuell, welche Domainendungen sie zu welchen Preisen im Angebot führen können. Weil die Gebühren, die von den Providern an die Registrierungsstellen gezahlt werden müssen, bei .de-Domains recht gering sind, sind entsprechende TLDs hierzulande beispielsweise recht günstig.

In unserem Domain-Preisvergleich finden Sie heraus, wie teuer verschiedene TLDs bei 12 großen Domain-Providern sind.

Registrar: Achten Sie auf Transparenz

Die Wahl des Domain-Providers hat natürlich noch andere Konsequenzen: Neben den Preisen verschiedener Domains und TLD unterscheiden sich auch die Konditionen, zu denen Sie sie erwerben. Manche Provider verlangen Einrichtungs- oder Verlängerungsgebühren, andere nicht. Manche locken mit günstigen Preisen im ersten Jahr und ziehen den Preis danach an.

Vertrauenswürdige Domain-Provider sollten die Kosten und Konditionen transparent auflisten.

Auch die Gebühren von Transfers und Updates können sich unterschieden, sowie Kündigungsfristen, Geld-zurück-Garantien und Mindestlaufzeiten. Bevor Sie eine Domain kaufen, sollten Sie sich also genau informieren, welche Kosten langfristig auf Sie zukommen. Eine transparente Übersicht, die alle möglichen Kosten abdeckt, ist ein gutes Zeichen.

Domain abkaufen: Teurer als die Registrierung einer neuen Domain

Wenn sich bereits jemand Ihre Wunschdomain geschnappt hat, müssen Sie sich entweder mit einer Alternative begnügen, oder Sie versuchen, den aktuellen Domaininhaber zu ermitteln und die Domain abzukaufen. Dies ist in der Regel etwas teurer und aufwändiger als eine Neuregistrierung – doch eine gute Domain kann diese Investition wert sein.

Wenn Sie diesen Weg einschlagen möchten, haben Sie verschiedene Optionen:

  1. Sie können den Domaininhaber auf eigene Faust identifizieren und den Kauf selbst in die Wege leiten.
  2. Sie können Domainbörsen wie sedo.com oder dan.com besuchen. Dort können Domaininhaber ihre ungenutzten Domains zum Verkauf stellen – vielleicht ist ja Ihre Wunschdomain auch dabei.
  3. Wenn Sie bereit sind, für die richtige Domain auch etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, können Sie einen Domain-Broker beauftragen. Der versucht, die Inhaber bestimmter Domains für Sie ausfindig zu machen, und vermittelt jene im Gegenzug für eine Provision.

Mit dem Broker-Service von SEDO kommen Sie – gegen eine Provision – auch an bereits vergebene Domains, die Sie unbedingt benötigen.

Was Sie bei diesen Optionen im Detail beachten müssen und wie Sie den eigentlichen Domain-Kauf sicher über die Bühne bringen, lesen Sie in unserem Artikel Vergebene Domain abkaufen: 3 Möglichkeiten im Vergleich.

Wie viel kostet der Domain-Abkauf?

Der Preis einer Domain, die bereits vergeben ist, hängt von der Qualität der Domain ab. Besonders kostbar sind natürlich kurze, peppige und eingängige Domains mit klassischen Domainendungen wie .de oder .com – schließlich werden die langsam knapp.

Laut der Datenbank DNPric.es, auf der vergangene Domain-Verkäufe gelistet sind, liegt der durchschnittliche Verkaufspreis einer .de-Domain bei etwa 3.100 USD (ca. 2.900 €), für .com-Domains liegt er bei 712 USD (ca. 700 €). Doch natürlich finden viele Domains für deutlich weniger Geld einen Abnehmer (manche aber auch für deutlich mehr).

Die passende Domain: Wichtige Kriterien

Der Kostenfaktor sollte bei der Auswahl Ihrer Domain nur eine untergeordnete Rolle spielen. Viel wichtiger ist die eigentliche Zusammensetzung Ihrer Domain, sie ist schließlich Ihre einzigartige, unverkennbare Adresse im Internet. Hier sollten Sie einige Faktoren berücksichtigen – diese beispielsweise:

Die richtige Domainendung
Mit .de- Domains machen deutsche Unternehmen nichts verkehrt, doch bei einer internationalen Ausrichtung wäre das .com sicherlich besser. Allerdings sind die meisten guten Domains mit den klassischen Domainendungen schon vergeben – vielleicht darf es ja auch eine neue Domainendung wie .shop für Online-Shops oder .io für Start-ups sein? Auf Ihr Suchmaschinenranking hat die Domainendung laut Google keinen Einfluss.
Wählen Sie deshalb die Domainendung, die am besten zu Ihrem Unternehmen passt, und die für Ihren Wunschdomainnamen verfügbar ist.

Einprägsamkeit des Domainnamens
Die besten Domainnamen muss man nur einmal hören, um sie nie wieder zu vergessen. Lange Sätze und schwierige Namen können Besuchern Probleme bereiten. Versuchen Sie also, einen möglichst einprägsamen Domainnamen zu finden, der ausdrückt, was Besucher auf Ihrer Website erwartet.

Mobilfreundlichkeit
Gehen Sie davon aus, dass locker die Hälfte aller Besucher Ihre Website vom Smartphone aus besuchen wird. Hier tippt es sich noch schwieriger als mit der Tastatur, deshalb sind kurze und einfach zu schreibende Domainnamen noch wichtiger.

Langlebigkeit
Denken Sie schon bei der Wahl Ihres Domainnamens an die Zukunft Ihres Unternehmens: Soll der Fokus viele Jahre lang gleich bleiben – oder planen Sie schon jetzt, Ihre Dienstleistungen auszubauen? Eine Domain namens Spielzeugautos-Berlin.de legt sich nicht nur auf ein Produktsegment fest, sondern auch auf eine Stadt. Wenn Sie dann Ihr Angebot erweitern, müssen Sie den Domainnamen ändern.

Keywords
Sie spezialisieren sich auf eine bestimmte Dienstleistung oder möchten für eine bestimmte Produktart bekannt sein? Dann kann es nicht schaden, diese Schlüsselwörter bereits im Domainnamen zu präsentieren. Brunnenbau-München.de ist eine klare Ansage – und wer in der Region sucht, könnte sogar auf gut Glück auf die URL stoßen. Natürlich sind Sie auch in Suchmaschinen besser positioniert.

Rechtliche Situation
Auch bei Domains, die noch frei verfügbar sind, können Sie sich rechtlich in unsicheres Fahrwasser begeben. Ein klares No-No ist natürlich die Verwendung bekannter Markennamen. Jene sollten Sie weder allein noch als Teil eines längeren Domainnamens oder einer Wortkombination verwenden (beispielsweise www.amazon-kaufhaus.de).

Dass die vermeintlich „besten“ Domains längst vergeben sind, heißt nicht, dass Sie sich mit den Ladenhütern begnügen müssen: Mit etwas Kreativität finden Sie auch heute noch einen griffigen Domainnamen. Und wenn es mit den klassischen Domainendungen schwierig wird, können Sie ja einer der neuen TLDs ausprobieren. Hauptsache ist, dass die Domain zu Ihrem Unternehmen/ Web-Projekt passt und einige der oben genannten Kriterien erfüllt.

Fazit

Ihre Domain ist Ihre Adresse im Internet – und glücklicherweise kostet sie nicht die Welt. Wenn Sie eine verfügbare Domain neu registrieren, bezahlen Sie jährlich etwa 10 €, wobei die genauen Kosten von der Domainendung und dem Domain-Provider abhängen. Achten Sie bei der Auswahl auch auf zusätzliche Kosten, beispielsweise für die Verlängerung.

Teurer wird es vermutlich, wenn Ihre Wunschdomain bereits vergeben ist, und Sie sie abkaufen möchten. Drei- und vierstellige Preise für den Erwerb sind hier normal, und bei hochwertigen Domains sind die Grenzen nach oben offen. Wenn Sie sich für Ihr Unternehmen eine ganz bestimmte Domain wünschen, kann es diese Investition natürlich wert sein.

Unser Domain-Provider-Preisvergleich hilft Ihnen dabei, den richtigen Domain-Anbieter zu finden.

Häufige Fragen & Antworten

Wie viel kostet eine Domain?
Domains werden „gemietet“ und kosten monatlich, wobei die Kosten von Faktoren wie der Domainendung oder vom gewählten Domain-Provider abhängig sind. Für de.-Domains bezahlen Sie etwa 10 € im Jahr, doch manche TLDs sind deutlich teurer. Die normale Preisspanne liegt bei 10 bis 100 €.

Wie kann man eine Domain kaufen oder registrieren?
Frei verfügbare Domains können Sie bei Domain-Anbietern erwerben. Sie werden auch als Registrare oder Domain-Provider bezeichnet. Wenn eine Domain bereits vergeben ist, können Sie sie entweder über einen Domain-Marktplatz wie sedo.com oder dan.com kaufen, oder den Inhaber direkt kontaktieren.

Welche Faktoren bestimmen den Preis einer Domain?
Der Preis einer frei verfügbaren Domain ist unter anderem von der Domainendung/ Top-Level-Domain (TLD) abhängig, sowie von den Konditionen des jeweiligen Domain-Anbieters. Der Verkaufspreis bereits vergebener Domains hängt stark von der Qualität der Domain ab – also deren Simplizität, Kürze oder Eingängigkeit.

Autor: Janis von Bleichert
Janis von Bleichert hat Wirtschaftsinformatik an der TU München und Informatik an der TU Berlin studiert. Er ist seit 2006 selbständig und ist der Gründer von EXPERTE.de. Er schreibt zu den Themen Hosting, Software und IT-Security.