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Domain verkaufen: 5 Tipps, wie Sie mit Ihrer Domain Geld verdienen

Janis von Bleichert
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Sie haben eine Domain herumliegen, die Staub sammelt? Oder vielleicht haben Sie mit Ihrer aktuellen Domain erfolgreich eine Web-Präsenz aufgebaut, aber einfach keine Zeit mehr dafür? Weil des einen Auslaufmodell des anderen Wunschdomain ist, können Sie Ihre Domain womöglich gewinnbringend verkaufen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihren Domain-Verkauf in die Wege leiten, worauf Sie dabei achten müssen und mit welchen Kaufpreisen Sie rechnen können.

Domain verkaufen: 5 Tipps

Wenn Sie eine Domain in Ihrem Besitz zu Geld machen möchten, müssen Sie zuallererst einen Interessenten finden. Unsere 5 Tipps helfen Ihnen dabei, potenzielle Käufer ausfindig zu machen:

1.

Zu-Verkaufen-Seite erstellen

Wer herausfinden möchte, ob eine bestimmte Domain zum Verkauf steht, tippt die URL oft zuallererst im Browser ein. Mit einer Zu-Verkaufen-Seite können Sie die Verfügbarkeit der Domain hier direkt bekannt geben. Ihre Domain-Website wird damit sozusagen zum Schaufenster für Ihre Domain, in dem die Kaufoptionen praktisch verlinkt werden.

Solche Zu-Verkaufen-Websites werden von Domainbörsen wie dan.com oder sedo.com häufig als Dienstleistung angeboten. So etwa sieht es dann für potenzielle Käufer aus, die Ihre Seite besuchen:

Domainbörsen wie dan.com helfen Ihnen dabei, den Verkauf Ihrer Domain direkt auf der damit verbundenen Website anzukündigen.

Beim Service über dan.com können Interessenten sofort ein Gebot abgeben, wobei Sie als Verkäufer eine Mindestanforderung für das Startangebot festlegen können. Grobe Traffic-Statistiken für die Domain werden ebenfalls angezeigt, um Interessenten die Entscheidung zu erleichtern.

Passiver Umsatz durch Domain-Parking

Neben der regulären Zu-Verkaufen-Website haben Sie auch die Möglichkeit, mit Domain-Parking ein bisschen Geld dazuzuverdienen, während Ihre Domain auf einen Käufer wartet.

Mit Domain-Parking können Sie Ihre Domain zum Verkauf stellen und gleichzeitig an Werbeanzeigen Geld verdienen.

Beim Domain-Parking, das ebenfalls von Domainbörsen wie dan.com oder sedo.com angeboten wird, schalten die Anbieter auf Ihrer geparkten Domain thematisch passende Werbeanzeigen, an deren Klicks Sie mitverdienen. Parallel dazu wird die Domain weiterhin zum Verkauf angeboten.

Allerdings sollten Sie Ihre Erwartungen im Zaum halten, denn reich werden Sie damit nicht: Allzu viel Traffic werfen geparkte Domains nämlich selten ab, und der Anteil an den Werbeeinnahmen ist recht gering. Mehr als ein paar Euro im Monat bleiben beim Domain-Parking also meist nicht übrig.

2.

In Domainbörsen eintragen

Wir haben dan.com und sedo.com bereits erwähnt – dabei handelt es sich um Domainbörsen, die bei Domainkäufen und -verkäufen vermitteln. Diese Domainbörsen sind oft die erste Anlaufstelle für Interessenten, die sich nach der Verfügbarkeit einer Domain erkundigen möchten. Wenn Sie eine Domain besitzen, die Sie verkaufen möchten, ist es also ratsam, sie bei diesen Domainbörsen einzutragen.

Dafür benötigen Sie zunächst einen Account bei der Domain-Börse. Im Kundenbereich können Sie dann den Eintrag Ihrer Domain(s) vornehmen:

Im Dashboard Ihrer Domainbörse müssen Sie beim Eintragen beweisen, dass die Domain auch wirklich Ihnen gehört.

Je nach Domainbörse können Sie dann verschiedene Optionen für den Verkauf anbieten – neben einem Verkauf zum Festpreis sind beispielsweise auch Auktionen oder die Vermietung der Domain möglich.

3.

Whois-Daten öffentlich machen

Natürlich läuft nicht jeder Domainverkauf über Domainbörsen. Oft treten Interessenten auch privat in Kontakt mit dem Domaininhaber, um eine Verhandlung und einen eventuellen Verkauf in die Wege zu leiten. Das setzt voraus, dass sie den Domaininhaber identifizieren können – und das ist nicht immer so einfach.

Eines der Mittel, über das Domaininhaber ausfindig gemacht werden, ist die sogenannte Whois-Abfrage. Dabei handelt es sich um ein Suchwerkzeug, mit dem Nutzer alle öffentlich einsehbaren Informationen über eine Domain finden können. Diese Whois-Informationen können Sie aus Datenschutzgründen jedoch auch verbergen.

Wenn Sie von potenziellen Käufern Ihrer Domain erreicht und bei Whois-Abfragen gefunden werden möchten, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Whois-Informationen korrekt und aktuell sind. Dies können Sie direkt bei Ihrem Domain- oder Hostinganbieter erledigen.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Kontaktdaten aktuell sind, wenn Sie bei einer Whois-Abfrage gefunden werden möchten.

4.

Domain-Broker beauftragen

Falls Sie eine besonders wertvolle Domain haben, bei deren Verkauf Sie nichts dem Zufall überlassen möchten, ist es möglicherweise ratsam, einen Domain-Broker einzuschalten. Jener kann Ihnen dabei helfen, den Verkaufspreis zu optimieren, indem er die richtigen Käufer richtig anspricht.

Auch diese Broker-Services gibt es bei den einschlägigen Domainbörsen. Der Domain-Broker von sedo.com rühmt sich beispielsweise damit, einige der „teuersten Verkäufe der Branche erzielt“ zu haben. Dazu zählen beispielsweise Sex.com (13 Mio USD) oder kaffee.de (100.000 €). Wenn Sie eine Domain von diesem Kaliber herumliegen haben, ist eine Beratung durch Experten sicherlich ratsam.

Ein Broker-Service hilft Ihnen beim Verkauf hochwertiger Domains, bei denen mit hohen Verkaufspreisen zu rechnen ist.

Allerdings müssen Sie im Gegenzug für die effektive Vermarktung auch etwas vom Verkaufspreis als Provision abdrücken. Bei sedo.com bezahlen Sie bei erfolgreicher Domain-Vermarktung 15 %, Gebühren bei der Beauftragung gibt es dafür keine.

5.

Interessenten aktiv kontaktieren

Warum drehen Sie den Spieß nicht einfach um? Statt darauf zu warten, von potenziellen Käufern gefunden und angesprochen zu werden, können Sie auch versuchen, Interessenten aktiv zu kontaktieren. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Sie eine vielversprechende Domain in einer umsatzstarken Nische besitzen. Vielleicht können Sie ja Unternehmen ausfindig machen, die davon profitieren würden, Ihre Domain zu besitzen?

Hierbei handelt es sich um die klassische Direktansprache, wie sie beispielsweise von Recruitern und Headhuntern angewendet wird. Am besten fangen Sie mit einer einfachen Google-Recherche an, um potenziell interessante Unternehmen ausfindig zu machen. Dann können Sie sie – idealerweise per E-Mail – direkt ansprechen und Ihr Vorhaben erklären.

Fassen Sie sich dabei am besten kurz und gehen Sie aktiv auf Ihr Gegenüber ein, damit es nicht so wirkt, als würden Sie 1.000 Unternehmen dieselbe Nachricht schicken. So ungefähr könnte die E-Mail aussehen:

Betreff: Domain-Verkauf designermuenchen.de

Hallo Martina Musterfrau,

ich besitze die Domain „designermuenchen.de“, die ich nicht mehr benötige. Deshalb frage ich gerade bei ein paar Designunternehmen im Münchner Raum nach, ob Interesse an einem Kauf besteht. Wären Sie potenziell daran interessiert?

Vielen Dank und viele Grüße

Falls Ihr Gegenüber Interesse an einem Kauf hat, müssen Sie nur noch einen Preis aushandeln.

Verkaufspreis: Was ist ein realistischer Preis?

Je attraktiver eine Domain ist, desto mehr können Sie dafür verlangen. Die Attraktivität wird von Faktoren wie der Kürze, Sauberkeit und Einprägsamkeit der Domain bestimmt. Die bereits erwähnte Domain kaffee.de ist natürlich mehr wert als kaffeefreunde123.de – weil jeder, der im Internet nach Kaffee sucht, unweigerlich darüber stolpert.

Der durchschnittliche Verkaufspreis einer .de-Domain liegt laut der Domain-Datenbank DNPric.es bei etwa 3.100 USD (ca. 2.900 €). Allerdings gibt es natürlich viele Domains, die für deutlich weniger oder auch deutlich mehr Geld verkauft werden. Der laut DNPric.es teuerste Domain-Verkauf war shopping.de, das knapp 3 Millionen USD einbrachte.

Noch mehr zu holen ist mit .com-Domains, denn hier liegen die teuersten Verkäufe bei 50 Millionen USD (carinsurance.com) und 35 Millionen USD (vacationrentals.com). Der durchschnittliche Verkaufspreis ist laut DNPric.es hingegen niedriger und liegt bei 712 USD (ca. 675 €).

Bleiben Sie also realistisch, was den Verkaufspreis Ihrer Domain angeht, und ziehen Sie vergangene Verkäufe ähnlicher Domains bei DNPric.es oder die Preise aktuell verfügbarer Domains in den Domainbörsen zum Vergleich.

Ablauf: So läuft ein Domainverkauf ab

Wenn Sie einen Käufer gefunden haben, können Sie endlich den eigentlichen Domainverkauf und -transfer in die Wege leiten. Wie Sie hierbei vorgehen, hängt davon ab, wie Sie Ihren Käufer ausfindig gemacht haben – persönlich oder über eine Domainbörse.

Domainbörsen und -broker übernehmen es für Sie

Wenn Sie Ihre Domain über Domainbörsen oder einen Domain-Broker-Service verkaufen, müssen Sie einfach nur deren Anweisungen folgen. Die Börsen haben professionelle Übertragungsservices, welche die eigentliche Domainübertragung für Sie erledigen. Außerdem sorgt die Börse als Vermittler dafür, dass beide Parteien – Sie und Ihr Käufer – erhalten, was vereinbart wurde.

Domain selbst verkaufen: Am besten mit Vertrag

Wenn Sie Ihren Käufer auf eigene Faust ausfindig gemacht haben, können Sie selbst entscheiden, wie Sie beim Domain-Kauf vorgehen möchten. Folgende Schritte sollten Sie dabei beachten:

Schritt 1: Zunächst müssen Sie sich natürlich auf einen Preis und mögliche andere Aspekte, wie den Zeitpunkt der Übertragung, einigen.

Schritt 2: Ein Vertrag ist keine Pflicht, aber stark zu empfehlen. Mit einem wasserdichten Vertrag sind Sie beim Domain-Verkauf auf der sicheren Seite, weil Sie hier alle wichtigen Aspekte wie den Preis und den Zeitraum der Bezahlung festlegen können. Im Netz gibt es dafür einige Muster, beispielsweise bei domain-recht.de.

Schritt 3: Warten Sie nun auf die Bezahlung des Käufers.

Tipp: Um sich und Ihren Käufer abzusichern, können Sie Ihren Domain-Verkauf einem Vermittler anvertrauen. Der Escrow-Dienst stellt beispielsweise sicher, dass es erst zur Transaktion kommt, wenn beide Vertragspartner wie versprochen geliefert haben – Ihr Käufer das Geld, Sie die Domain. Alternativ können Sie auch die Transfer-Services einer Domainbörse nutzen. Die sind bei Diensten wie sedo.com nämlich auch dann eine Option, wenn Käufer und Verkäufer einander nicht über die Börse selbst gefunden haben.

Bei Escrow können Sie Ihren Verkauf durch eine vermittelnde Drittpartei absichern.

Wenn Sie einen solchen Transfer-Service nutzen, müssen Sie einfach den Anweisungen der Domainbörse folgen. Ansonsten fahren Sie folgendermaßen fort:

Schritt 4: Wenn das Geld bei Ihnen eingegangen ist, übertragen Sie den sogenannten Auth-Code an den Käufer. Mit diesem einzigartigen Code, den Sie bei Ihrem Provider anfordern können, kann Ihr Käufer die Domain transferieren.

Nun ist der Kauf abgeschlossen: Sie wurden bezahlt und Ihre Domain ist in den Händen Ihres Käufers.

Fazit

Wenn Sie Ihre Domain verkaufen möchten, haben Sie einige Möglichkeiten: Sie können sie bei einer Domainbörse wie sedo.com oder dan.com eintragen, damit potenzielle Käufer sie dort finden und einfach kaufen können. Mit einer Zu-Verkaufen-Website, die Interessenten beim Aufruf Ihrer Domain erhalten, können Sie Besucher direkt zum Kauf weiterleiten. Für besonders hochwertige Domains können Sie einen professionellen Domain-Broker einschalten.

Domainbörsen und -Broker sind aber nicht der einzige Verkaufsweg: Damit Käufer Sie direkt kontaktieren können, sollten Sie sichergehen, dass Ihre Whois-Kontaktdaten bei Ihrem Domain- oder Hostinganbieter aktuell sind. Alternativ können Sie sich natürlich auch selbst per Direktansprache an Menschen und Unternehmen wenden, die möglicherweise Interesse an Ihrer Domain haben könnten.

Achten Sie darauf, einen realistischen Verkaufspreis zu wählen, und gehen Sie beim Verkauf auf Nummer sicher, indem Sie einen Vertrag aufsetzen oder zusätzlich eine vermittelnde Drittpartei wie Escrow oder den Transfer-Service einer Domainbörse nutzen.

Sie möchten selbst eine bereits vergebene Domain kaufen? Im EXPERTE.de-Ratgeber lesen Sie, was es dabei zu beachten gilt.

Häufige Fragen & Antworten

Wie kann ich eine Domain verkaufen?
Sie können eine Domain entweder auf einer Domainbörse wie dan.com oder sedo.com listen und sie dort verkaufen, oder selbst einen Käufer dafür finden. Für besonders hochwertige Domains können Sie einen professionellen Domain-Broker einschalten, der allerdings eine saftige Provision für den Verkauf erhält.

Wie viel ist meine Domain wert?
Je attraktiver eine Domain ist, desto mehr ist sie wert. Die Attraktivität hängt von Faktoren wie der Kürze, Eingängigkeit und dem Themenfeld der Domain ab. Um den Wert einer Domain zu bestimmen, können Sie sie in den Domainbörsen oder der Domain-Datenbank DNPric.es mit dem Verkaufswert ähnlicher Domains vergleichen. Laut DNPric.es liegt der durchschnittliche Verkaufspreis einer .de-Domain lbei etwa 3.100 USD (ca. 2.900 €).

Wie sicher ist ein Domain-Verkauf?
Um sich bestmöglich abzusichern, sollten Sie für den Verkauf Ihrer Domain einen Vertrag aufsetzen. Darin können alle wichtigen Details des Verkaufs, vor allem der Preis, die enthaltene Domain und die Zahlungsfrist, angeführt werden. Zusätzlich sollten Sie für den eigentlichen Verkauf eine vermittelnde Drittpartei einschalten, die dafür sorgt, dass beide Parteien die gewünschten Leistungen erbringen. Das ist beispielsweise mit Escrow oder den Transfer-Services der Domainbörsen möglich.

Autor: Janis von Bleichert
Janis von Bleichert hat Wirtschaftsinformatik an der TU München und Informatik an der TU Berlin studiert. Er ist seit 2006 selbständig und ist der Gründer von EXPERTE.de. Er schreibt zu den Themen Hosting, Software und IT-Security.