Shopify - Online-Shop-Systeme im Test

Janis von Bleichert

Gesucht, bestellt, geliefert: Weil Online-Shopping immer beliebter wird, möchten sich auch immer mehr kleinere Online-Shops ein Stück vom Kuchen sichern. Das Angebot praktischer Shopsysteme, die die Erstellung und Verwaltung von Webshops auch für Kunden ohne Programmier-Kenntnisse einfach und erschwinglich machen, wird deshalb immer größer. Ein Name, der dabei oft als Erstes fällt, ist Shopify.

Was ist Shopify?

Shopify ist ein All-Inclusive-Shopsystem aus Kanada, das sich für große und kleine Online-Shops gleichermaßen anbietet. Was als kleine Verkaufsplattform für Snowboards entstanden ist, hat sich in den vergangenen Jahren zur weltweit führenden E-Commerce-Lösung entwickelt, die heute bei mehr als einer Million Unternehmen im Einsatz ist.

Dementsprechend zählt Shopify meist zu den ersten Namen, die Suchmaschinen ausspucken. Ob der E-Commerce-Pionier aber auch wirklich die erste Wahl sein sollte, verraten wir im Test.

Testbericht

Testurteil
1,7
11/2020
gut
zum Anbieter
Einrichtung & Bedienung
Note 1,3
Marketing & Analytics
Note 1,3
Produkte verkaufen
Note 1,7
Produkte verwalten
Note 1,7
Personalisierung des Shops
Note 1,7
Support
Note 2,7
1.

Pro & Contra

schnelle Einrichtung mit kostenloser Testversion

benutzerfreundliches Dashboard mit einfacher Navigation

simpler Baukasten-Editor zur Personalisierung des Shops

großer App-Store mit vielen Funktionen

tolles Support-Zentrum mit zahlreichen Hilfeartikeln, Video-Bibliothek und Podcasts

langsamer Support

benutzerdefinierte Checkouts nur für Shopify Plus-Kunden

Transaktionsgebühren, falls Sie externe Payment-Gateways verwenden

2.

Einrichtung & Bedienung

Shopify möchte Sie mit einer 14-tägigen Probeversion um den Finger wickeln, für die Sie keinerlei Zahlungsdaten angeben müssen. Dementsprechend einfach gestaltet sich die Registrierung: Sie müssen auf der Shopify-Startseite nur Ihre E-Mail-Adresse angeben und im nächsten Fenster ein Passwort und den Namen Ihres Shops festlegen.

Im nächsten Schritt können Sie ein paar Fragen zu Ihrem Shop und Ihrer Branche beantworten, auf deren Basis Shopify später im Dashboard erste Schritte vorschlägt. Dann ist die Anmeldung auch schon erledigt und Sie können damit beginnen, Ihren Shop einzurichten.

Von der Startseite bis zum eigenen Account sind es nur wenige Klicks

Das Dashboard von Shopify ist logisch strukturiert. Im Home-Bereich, wo Sie nach der Registrierung landen, führt Sie der erste Inhaltsblock durch die Schritte, die Sie für einen funktionierenden Online-Shop durchlaufen müssen. Hier können Sie erste Produkte hinzufügen (mehr dazu im nächsten Punkt), das Theme anpassen, eine Domain verbinden, Versandtarife festlegen und rechtliche Informationen hinzufügen.

Das obere Seitenende ziert prominent eine Suchleiste, über die Sie direkt Schnellaktionen ausführen oder Hilfeartikel aufrufen können. Rechts in der Leiste gelangen Sie zu Ihrem Kontoprofil, wo Sie allgemeine und Sicherheits-Einstellungen vornehmen.

Bei den ersten Schritten liefert Shopify Hilfestellung

Links befindet sich ein Sidebar-Menü, wo Sie zwischen den Bereichen Home, Bestellungen, Produkte, Kunden, Statistiken, Marketing, Rabatte und Apps navigieren können. Hier finden Sie auch Ihre verschiedenen Vertriebskanäle, falls Sie Ihre Produkte neben Ihrem Shopify-Onlineshop noch über andere Kanäle anbieten.

Links unten warten die Einstellungen: Hier können Sie allgemeine Informationen zu Ihrem Shop festlegen, vom Namen bis zur Adresse, oder Einstellungen zu Zahlungsmethoden, Bestellablauf, Steuern, Versand und mehr vornehmen.

Alle wichtigen Einstellungen sind schnell erreicht

Shopify-Website und -Dashboard sind komplett in deutscher Sprache erhältlich, befanden sich zum Testzeitpunkt aber noch in der Beta-Phase. Ab und zu waren ein Widget oder Feature noch nicht richtig lokalisiert, und im Help Center trafen wir noch auf einige offensichtlich automatisch generierte Übersetzungen. Hier ist Shopify aber auf dem richtigen Weg.

Insgesamt macht Shopify die ersten Schritte beim Aufsetzen Ihres eines eigenen Online-Shops einfach und überzeugt mit einem benutzerfreundlichen Dashboard und einer kinderleichten Registrierung ohne Zahlungsangaben. Zusätzlich gibt es Apps für Android und iOS, mit denen Sie Ihren Shops auch unterwegs bearbeiten können.

Note: 1,3

3.

Produkte verwalten

Ihre Produkte sind das Herzstück Ihres Online-Shops und das Element, an dem Sie nach der Einrichtung am häufigsten herumschrauben werden. Dementsprechend einfach sollte es sein, neue Produkte hinzuzufügen und bestehende Produkte zu verwalten.

Bei Shopify finden Sie die Produktverwaltung in der Sidebar im Menüpunkt Produkte. Es ist unterteilt in die Unterbereiche Alle Produkte, Inventar, Wareneingänge, Kategorien und Gutscheine.

Die Shopify-Produktverwaltung

Falls Sie bereits eine Produktliste in einer CSV-Datei besitzen, können Sie sie mit Shopify einfach importieren. Ansonsten können Sie Produkte manuell im Dashboard hinzufügen. Dabei vergeben Sie zunächst einen Titel, eine Beschreibung und fügen Bilder hinzu.

Um Ihr Produkt verkaufen zu können, bedarf es natürlich noch einiger weiterer Angaben: Preis, Inventar, Versand, Gewicht, Artikelnummer oder Zollinformationen beispielsweise. Natürlich können Sie auch Dienstleistungen und digitale Artikel verkaufen, was Angaben zum Versand, Gewicht usw. erübrigt. Um Kunden nach der Bestellung direkt mit einem Download zu versorgen, müssen Sie allerdings eine zusätzliche App aus dem App Store installieren.

Außerdem können Sie verschiedene Varianten eines Produkts kreieren - beispielsweise Größen, Farben oder Material. Mehr als drei Optionen desselben Produkts können Sie Ihren Kunden allerdings nicht zur Auswahl stellen, was Sie unnötig einschränkt. Dieses Limit ist etwas willkürlich und gibt es bei anderen Systemen nicht.

Neue Produkte sind schnell erstellt

Jeder Variante können Sie nachher ein eigenes Foto zuweisen, um beispielsweise Kleidung in verschiedenen Farben zu präsentieren. Im Bulk Editor können Sie mehrere Varianten gleichzeitig bearbeiten, doch wenn bestimmte Varianten bestimmte Anzeigebilder haben sollen, müssen Sie jedes davon manuell festlegen. Hier könnte der Bulk Editor also noch etwas umfassender sein - allerdings dauert es auch nicht lange, dies manuell zu erledigen.

Sie können verschiedene Varianten eines Produkts erstellen

Neben Angaben zur Marke und dem Produkt-Typ können Sie Ihr Produkt auch einer Kategorie hinzufügen, um Ihren Kunden die Suche zu erleichtern. Als Bekleidungsgeschäft können Sie beispielsweise eine Sommerkollektion anlegen, oder als Buchhandel die Empfehlungen Ihrer Mitarbeitenden präsentieren.

Diese Kategorien können Sie entweder jedem Produkt manuell zuteilen, oder an Bedingungen knüpfen, die bestehende und künftige Produkte automatisch der Kategorie zuweisen. So können Sie beispielsweise einrichten, dass Produkte eines bestimmten Typs unterhalb eines bestimmten Lagerbestands automatisch mit einer Kategorie verknüpft werden.

Mit Kategorien können Sie Kollektionen erstellen

Ihren Lagerbestand verwalten Sie im Bereich Inventar. Hier können Sie die verfügbare Menge Ihrer Produkte manuell festlegen und neue Mengen hinzufügen. Unter Wareneingänge lassen sich eingehende Bestellungen verfolgen und erfassen. So sehen Sie die Anzahl eingehender Artikel und das voraussichtliche Lieferdatum direkt in den Produktdetails, und das Inventar wird nach Eingang automatisch aktualisiert.

Die Zahlungsmöglichkeiten finden Sie in den Einstellungen

Insgesamt ist die Produktverwaltung bei Shopify auch für Laien einfach verständlich, sodass sich ohne großen Aufwand ein übersichtlicher Produktkatalog anlegen lässt. Smarte Automatisierungsmöglichkeiten, beispielsweise bei Wareneingängen oder der Kategoriezuweisung, sparen Zeit und helfen bei der Verwaltung eines umfangreichen Produktportfolios.

Leider gibt es auch Standard-Funktionen, die zusätzliche Apps erfordern, wie die Bereitstellung von Downloads nach digitalen Käufen. Manchmal gibt es zudem noch Potenzial, Abläufe weiter zu vereinfachen, wo man bisher manuell tätig werden muss. Auch die Einschränkungen bei den Produktvariationen ist unverständlich. Dennoch ist Shopify gut aufgestellt, was die Produktverwaltung angeht.

Note: 1,7

4.

Personalisierung des Shops

Wenn Sie bei Vertriebskanäle auf Onlineshop klicken, öffnet sich ein weiteres Untermenü, das als Mini-CMS Ihres Shops dient. Hier können Sie Blog-Beiträge erstellen und Ihrem Online-Shop Unterseiten hinzufügen. Zunächst sollten Sie natürlich das allgemeine Erscheinungsbild Ihres Shops unter Themes bearbeiten.

Nach der Registrierung hat Shopify automatisch das Debut-Theme eingerichtet. In der Theme-Bibliothek stehen weitere Themes zur Auswahl, von denen neun kostenlos sind. Für kostenpflichtige Templates stellt Shopify einen eigenen Marktplatz bereit.

Es stehen kostenlose und kostenpflichtige Themes zur Auswahl

Ob Sie bei der Vorauswahl bleiben oder das Theme wechseln: Mit Klick auf Anpassen gelangen Sie zum Shopify-Editor, wo Sie die Benutzeroberfläche Ihres Online-Shops bearbeiten können. Wer bereits einen Homepage-Baukasten bedient hat, wird mit dem Prinzip vertraut sein. Im Gegensatz zu Homepage-Baukästen ist Ihre Freiheit dabei etwas eingeschränkt, was die Einrichtung einer stimmigen Website dafür wesentlich einfacher macht.

Shopify erstellt alle nötigen Seiten, von der Startseite bis zum Warenkorb, automatisch, und in der oberen Navigationsleiste können Sie zwischen den Bereichen wechseln. Statt alle Website-Elemente manuell per Drag-and-Drop zu bearbeiten, können Sie die Inhalte über die Sidebar links steuern. Hier können Sie neue Abschnitte hinzufügen und textlich sowie bildlich anpassen.

Außerdem gibt es allgemeine Theme-Einstellungen, wo Sie beispielsweise das Farbschema oder die Schriftart auf Ihrer Website festlegen. Unter Theme-Aktionen können Sie zudem direkt auf den Code Ihres Shops zugreifen. Die Themes von Shopify basieren auf der Open-Source-Template-Sprache Liquid, deren Quelldateien Sie frei bearbeiten können. Wenn ein bisschen Coding kein Problem darstellt, sind die Themes also äußerst flexibel, oder Sie können sogar komplett eigene Templates entwickeln.

In der Mitte finden Sie stets eine Live-Vorschau Ihres Shops, wo Änderungen, die Sie in der Sidebar vornehmen, sofort sichtbar werden. So können Sie Ihren Shopify-Shop auch ohne große Design-Talente stimmig gestalten. Wenn Sie zufrieden sind, klicken Sie auf Speichern.

Der Editor ist auf Einfachheit getrimmt, bietet dafür keine Drag-and-Drop-Freiheit

Nicht alle Elemente bearbeiten Sie direkt im Editor. Übergeordnete Menüs, mit denen Sie Ihren Online-Shop grundsätzlich organisieren, können Sie im Admin-Bereich Ihres Online-Shops unter Navigation hinzufügen.

Standardmäßig gibt es ein Hauptmenü und ein Fußzeilenmenü, doch je nach ausgewähltem Theme sind auch andere Menüs möglich. Sie können auch Drop-down-Menüs erstellen, beispielsweise um bestimmte Produkte zu gruppieren.

Um die Logik der Menüführung zu verstehen, sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen und mit neuen Menüs herumspielen. Im Help Center von Shopify wird die Vorgehensweise noch anschaulicher erklärt.

Die Menüerstellung erfordert etwas Eingewöhnung

Im Vergleich zu vollen Drag-and-Drop-Editoren ist Ihre Freiheit bei Shopify etwas eingeschränkt. Allerdings sind Sie nicht auf die gebrauchsfertige Ausführung der Shopify-Benutzeroberfläche beschränkt: Im Bereich Apps gelangen Sie zum Shopify App Store, wo Sie viele zusätzliche - wenn auch oft kostenpflichtige - Apps hinzufügen können.

Mit der Buildify-App können Sie beispielsweise Drag-and-Drop-Funktionalität integrieren. So ist es auch mit Shopify möglich, benutzerdefinierte Webshops einfach zu erstellen - wofür Sie allerdings monatlich zur Kasse gebeten werden.

Im App Store gibt es unzählige kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen

Der Shopify-Editor macht Gestalten einfach, diese Einfachheit hat aber auch einen gewissen Preis: Wer Drag-and-Drop-Funktionalität gewohnt ist, die es bei anderen E-Commerce-Plattformen durchaus gibt, könnte sich hier in seiner Kreativität etwas eingeschränkt fühlen. Auch bei den kostenlosen Templates könnte Shopify etwas großzügiger sein. Dafür können Sie Ihr Design mit der Theme-Sprache Liquid frei bearbeiten; außerdem gibt es viele Erweiterungen im App Store, für die Sie jedoch bezahlen müssen.

Note: 1,7

5.

Produkte verkaufen

Produkte sind da, um gekauft zu werden. Um das zu ermöglichen, müssen Sie zunächst Zahlungsmethoden freigeben. In den Zahlungseinstellungen legen Sie die akzeptierten Methoden fest, wobei von vornherein PayPal und Amazon Pay unterstützt werden.

Um Kartenzahlungen zu ermöglichen, müssen Sie unter Drittanbieter zunächst ein Kreditkarten-Gateway wie Stripe oder PaymentExpress hinzufügen. Die hauseigene Zahlungslösung heißt Shopify Payments.

Alle wichtigen Zahlungsmethoden werden unterstützt

Im Einstellungs-Menü Checkout können Sie den Bestellablauf verwalten. Hier legen Sie beispielsweise fest, welche Kontaktangaben Ihre Kunden beim Kauf machen müssen, welche Informationen das Checkout-Formular verlangt, und ob Kunden vor dem Abschluss des Kaufs noch einmal ihre Bestelldaten überprüfen müssen. Allerdings sind Sie dabei stets ans simple Standard-Layout von Shopify gebunden - benutzerdefinierte Checkouts gibt es nur für Shopify Plus-Kunden.

Steuern berechnet Shopify automatisch für Sie, die vorgefertigten Steuersätze können Sie aber auch manuell überschreiben. Selbstverständlich können Sie im Shop Brutto- und Nettopreise anzeigen und individuelle Steuersätze für unterschiedliche Länder festlegen.

Versandeinstellungen nehmen Sie im Untermenü Versand und Zustellung vor. Hier können Sie beispielsweise Tarife für verschiedene Versandregionen verwalten, lokale Zustellung und Abholungen einrichten und Paketgrößen festlegen. Außerdem finden Sie hier auch Ihre Lieferscheinvorlage, die Sie allerdings nur durch Bearbeiten des HTML-Codes verändern können.

Versandoptionen finden Sie in den Einstellungen

Verwalten können Sie eingegangene Bestellungen im gleichnamigen Menüpunkt in der Sidebar. Hier wird jede Bestellung, die ein Kunde in Ihrem Shop getätigt hat, aufgelistet und Sie können sie nach Status (nicht ausgeführt, unbezahlt, offen, geschlossen) sortieren.

Mit Klick auf die Bestellnummer öffnet sich eine Detailansicht der einzelnen Bestellung. Hier finden Sie Angaben zum Kunden und eine Timeline, in der alle Aktionen der Bestellung aufgelistet sind. Außerdem gibt es eine praktische Betrugsanalyse, die Indikatoren für verdächtige Transaktionen überprüft.

Einzelne Bestellungen könne Sie auf ausgeführt setzen und Ihre Kunden - optional - über den Versand benachrichtigen oder eine Trackingnummer kommunizieren.

In der Bestellübersicht finden Sie alle Bestellungen aufgelistet

Sie können Shopify auch mit anderen Vertriebskanälen verbinden und Ihre Produkte in anderen Online-Shops, auf Facebook, Amazon, Instagram oder bei weiteren Diensten verkaufen. Indem Sie alle diese Vertriebskanäle Ihrem Shopify Admin-Bereich hinzufügen, können Sie Ihre Produkte und Bestellungen an einem Ort verfolgen.

In der Sidebar unter Vertriebskanäle sind Sie die verschiedenen Optionen aufgelistet. Besonders praktisch ist der Buy-Button: Damit können Sie für bestimmte Produkte oder Kategorien einen Button erstellen, den Sie ganz einfach als HTML-Code in einer anderen Website einfügen können.

Dropshipping und Verkäufe am Point of Sale sind mit Shopify ebenfalls möglich.

Verfolgen Sie alle Bestellungen an einem Ort

Schwächen zeigt Shopify bei der internationalen Ausrichtung: Leider ist es nicht einfach möglich, Ihren Shopify-Shop in mehreren Sprachen zu betreiben. Auch hier gibt es Workarounds über Plug-ins oder Javascript, doch andere Shopsysteme bekommen das wesentlich eleganter hin. In verschiedenen Währungen können Sie mit Shopify Payments verkaufen, was Sie - jedoch ebenfalls etwas komplizierter als nötig - in den Einstellungen unter Zahlungen verwalten.

An mancher Stelle könnte Shopify also noch etwas flexibler sein, ohne seine Einfachheit einzubüßen. Dennoch überzeugt die E-Commerce-Plattform auch beim Verkauf größtenteils.

Note: 1,7

6.

Marketing & Analytics

An Marketing-Funktionen hat Shopify nicht gespart. Im Produkt-Bereich können Sie digitale Gutscheine erstellen und entweder über Ihre Kanäle verkaufen oder direkt an Kunden senden. Für physische Geschenkkarten benötigen Sie hingegen eine (im Tarif kostenlose) Erweiterung: Mit Shopify POS können Sie Gutscheine bestellen und online verkaufen.

Natürlich können Sie potenzielle Käufer auch mit Rabattaktionen bezirzen. Shopify bietet manuelle Rabattcodes oder automatische Rabatte, die sich für gewisse Zeitspannen vorausplanen lassen. Jene können Sie an bestimmte Kategorien oder Produkte sowie an gewisse Mindestanforderungen, wie einen Mindestabnahmebetrag oder eine Mindeststückzahl, knüpfen.

Geschenkgutscheine und Rabattcodes sind einfach erstellt

Am vermutlich wichtigsten für Ihre Marketing-Kampagnen ist Shopify E-Mail, das hauseigene E-Mail-Marketing-Tool. Damit können Sie E-Mail-Newsletter mit dem Branding Ihres Online-Shops erstellen und an ausgewählte Kundengruppen versenden. Es gibt standardmäßig verschiedene Abonnentengruppen; beispielsweise können Sie nur E-Mails an Neukunden versenden, die bisher nichts gekauft haben, oder an Kunden aus einem bestimmten Land.

In der Marketing-Übersicht sehen Sie dabei stets Ihre Kampagnen, deren Kosten und die damit erzielten Verkäufe.

Sehen Sie auf einen Blick, wie effektiv Ihr Marketing ist

Im Sidebar-Menü Kunden können Sie Ihre Kunden und Kundengruppen verwalten und weitere Filter hinzufügen. Falls Sie bereits eine Kundenliste im CSV-Format besitzen, können Sie sie hier importieren.

Im Vergleich zu dedizierten E-Mail-Marketing-Tools sind die Funktionen natürlich überschaubar, doch einfache Kampagnen lassen sich auch mit den Mitteln, die Shopify zur Hand gibt, erstellen. Dass E-Mail-Kampagnen inbegriffen sind und nicht zwingend über externe Integrationen geregelt werden müssen, ist zudem im E-Commerce-Bereich noch keine Selbstverständlichkeit.

Sie können einfache E-Mail-Kampagnen mit wenigen Klicks erstellen

Wenn Sie neben E-Mail auch über andere Kanäle Werbung machen möchten, können Sie die kostenlosen Erweiterungen für Werbeanzeigen auf Plattformen wie Facebook, Google oder Snapchat nutzen.

SEO Finetuning ist bei Shopify einfach: Alle Themes sind bereits für OnPage-SEO optimiert, Sie müssen also im Editor und bei den Produktbeschreibungen nur noch die richtigen Keywords, Titel, Meta-Titel und Tags verwenden. Wenn Sie Ihre Suchmaschinen-Rankings mit professioneller Hilfe weiter verbessern möchten, gibt es im App Store natürlich wieder einige Tools, die Ihnen dabei helfen.

Auch zum Sammeln von Kundenbewertungen benötigen Sie eine zusätzliche App: Mit Product Reviews geben Sie Kunden die Option, Bewertungen auf Ihren Produktseiten zu hinterlassen, die mit einer Sterne-Skala angezeigt werden.

Statistiken

Im Statistiken-Bereich erhalten Sie wichtige Erkenntnisse über Ihre Verkäufe und das Verhalten Ihrer Besucher. In allen Tarifen gibt es eine Übersicht über die Gesamtverkäufe, Sitzungen, wiederkehrende Kunden, durchschnittliche Bestellwerte oder Conversion-Rates. Auch Top-Produkte, die erfolgreichsten Landingpages oder Marketing-Verkäufe werden im Dashboard angezeigt.

Detailliertere Informationen gibt es im Bereich Berichte, deren Umfang allerdings stark vom ausgewählten Tarif abhängt. Verkaufsberichte, in denen Sie Informationen über Bestellungen basierend auf Kriterien wie "Umsatz im Laufe der Zeit" oder "Umsatz nach Produkt" erhalten, gibt es beispielsweise erst ab dem Shopify-Plan. Benutzerdefinierte Berichte mit individuellen Filtern sind Nutzern von Advanced Shopify und Shopify Plus vorbehalten.

Im Live-View wartet eine Echtzeitansicht der Aktivitäten in Ihrem Online-Shop mit Weltkarte, aktuellem Kundenverhalten und Seitenaufrufen pro Minute.

Der Umfang der Statistiken hängt von Ihrem Tarif ab

Für zusätzliche Insights können Sie auch Google Analytics und Facebook-Pixel einbinden, die Sie im Onlineshop-Untermenü unter Konfigurationen einrichten.

Insgesamt lässt Shopify bei Marketing und Analytics wenig zu wünschen übrig, und was out-of-the-box fehlt, ergänzt der Anbieter wie so oft mit einem gut bestückten App Store.

Note: 1,3

7.

Support

Das deutsche Help Center von Shopify befand sich zum Testzeitpunkt noch in der Beta-Version. Manche Texte waren deshalb noch gar nicht lokalisiert, andere fehlerhaft oder offensichtlich maschinenübersetzt. Gibt man Shopify den Vertrauensbonus, dass diese Makel in der Beta-Phase ausgemerzt werden, zeichnet sich jedoch ein exzellenter Hilfebereich ab.

Im großen Leitfaden finden Sie detaillierte Erklärungen zu allen Funktionen und Anwendungsbereichen des Shopsystems. In jedem Bereich führen Links direkt zur entsprechenden Funktion im Shopify-Dashboard oder verwandten Hilfethemen. Auch im Dashboard selbst führen immer wieder Links zum Help Center, was dafür sorgte, dass wir einige Probleme direkt selbst beheben konnten.

Zusätzlich gibt es eine ganze Video-Bibliothek, wo viele Video-Anleitungen und relevante Podcasts auch bereits in deutscher Sprache erhältlich sind. Außerdem finden regelmäßig Webinare zu bestimmten Themen statt, beispielsweise "SEO für Anfänger" oder "Grundlagen des Store-Designs".

Live-Chat gibt es nur englischsprachig

Etwas weniger begeistert waren wir von den direkten Kontaktmöglichkeiten. Deutsche Kunden können sich primär per E-Mail an den Kundendienst wenden, ansonsten gibt es nur den Weg über Twitter oder das eingebaute Forum. Eine E-Mail-Antwort garantiert Shopify in unter 48 Stunden, bei uns wurde dieser Rahmen aber mal eben um zehn Tage gesprengt. Obwohl sich die Mitarbeiterin mit einem Verweise auf das erhöhte E-Mail-Aufkommen entschuldigte, sind 12 Tage Antwortzeit nicht wirklich zu verkraften.

Englischsprachigen Support gibt es immerhin auch per Live-Chat. Auch hier haben wir uns allerdings zu früh gefreut: Beim ersten Versuch betrug die geschätzte Wartezeit 40 Minuten. Etwas länger dauerte es schließlich, bis wir mit einer Mitarbeiterin verbunden waren, die allerdings mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Hilfsbereitschaft die lange Wartezeit entschuldigte.

Dass Shopify mehr als eine Million Kunden betreut, äußert sich also in längeren Wartezeiten. Besonders beim Support-Chat, der ja vor allem mit Unmittelbarkeit wirbt, könnte Shopify etwas aufstocken. Das umfassende Hilfezentrum hat dafür wirklich Vorbildcharakter.

Note: 2,7

8.

Preis

Bei Shopify gibt es drei Tarife: Basic Shopify, Shopify und Advanced Shopify. Grundsätzlich unterscheiden sie sich bei der Anzahl der Personalkonten - aufsteigend 2, 5 oder 15 - und einigen Features. Professionelle Berichte sind beispielsweise erst ab dem Shopify-Tarif enthalten, und nur Advanced Shopify-Nutzer kommen in den Genuss von erweiterten Berichterstellungsfunktionen und der Möglichkeit, von Drittanbietern berechnete Versandkosten einzubinden.

Transaktionsgebühren gibt es nur, wenn Sie statt Shopify Payments ein externes Zahlungs-Gateway verwenden. Dann werden für Basic-Nutzer 2%, für Shopify-Nutzer 1% und für Advanced Shopify-Nutzer 0,5% fällig.

Zusätzlich zu den regulären Tarifen gibt es mit Shopify Plus spezielle Lösungen für Großunternehmen. Mit Shopify Lite können Sie Ihrer Website oder Ihrem Blog für einen reduzierten Preis Produkte hinzufügen und Zahlungen akzeptieren.

Schön ist, dass Sie Shopify 14 Tage lang kostenlos testen können. Zahlungsdaten müssen Sie dabei nicht bei der Anmeldung angeben, sondern erst, wenn Sie Bestellungen entgegennehmen und verfolgen möchten. Auch dann können Sie aber selbstverständlich vom Abonnement zurücktreten, ehe die erste Zahlung fällig wird.

Eine Übersicht über die Tarife bei Shopify finden Sie hier:

BasicStandardAdvanced
Preise
Preis pro Monat 24,58 € 66,95 € 253,39 €
Transaktionsgebühr 2 % 1 % 0,5 %
Vertragslaufzeit (Monate) 1 1 1
Produktverwaltung
Anzahl Produkte unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Produkt-Filter
Produkt-Varianten
Produkt-Rezensionen
Digitale Produkte
Features
Mehrsprachigkeit
Mehrere Währungen
Verkaufskanäle
Amazon
eBay
Google Shopping
POS
Facebook
Instagram
Amazon
eBay
Google Shopping
POS
Facebook
Instagram
Amazon
eBay
Google Shopping
POS
Facebook
Instagram
Bezahloptionen
Credit Card
PayPal
Apple Pay
Amazon Pay
Google Pay
Stripe
Cryptocurrency
Credit Card
PayPal
Apple Pay
Amazon Pay
Google Pay
Stripe
Cryptocurrency
Credit Card
PayPal
Apple Pay
Amazon Pay
Google Pay
Stripe
Cryptocurrency

Fazit

Testurteil
1,7
11/2020
gut
zum Anbieter
Einrichtung & Bedienung
Note 1,3
Marketing & Analytics
Note 1,3
Produkte verkaufen
Note 1,7
Produkte verwalten
Note 1,7
Personalisierung des Shops
Note 1,7
Support
Note 2,7

Die Millionen-Marke bei Kunden konnte Shopify nicht grundlos knacken: Das Shopsystem macht die Mammutaufgabe, einen eigenen Online-Shop einzurichten, erfrischend unkompliziert und verpackt zahlreiche Funktionen gekonnt in einem benutzerfreundlichen Baukasten-Dashboard. Sie können Ihre Produkte umfassend in Szene setzen, mit wenigen Klicks Marketing-Kampagnen aufsetzen und Ihre Bestellungen und Verkäufe detailliert verfolgen und analysieren.

Gelegentlich könnte Shopify noch etwas flexibler sein, was die Gestaltung Ihrer Shop-Website ohne Programmierkenntnisse oder die Präsentation Ihrer Artikel angeht, und beim direkten Kundensupport müssen Sie sich möglicherweise etwas gedulden. Der deutschen Version fehlt zudem noch etwas Feinschliff, was im Rahmen der Beta-Version jedoch behoben werden könnte.

Die Pole Position in den Suchmaschinen ist also nicht unverdient, denn Shopify bietet eines der besten All-in-One-Pakete für Online-Shops auf dem Markt.

Shopify Test
Shopify
(24.294)
für kleine und große Shops
einfach zu bedienen
großer App-Store
tolles Support-Zentrum
Shopify ist erfrischend unkompliziert und verpackt zahlreiche Funktionen gekonnt in einem benutzerfreundlichen Dashboard. Durch flexible Erweiterungen ist es auch für größere Shops geeignet.
Anzahl Produkte
unbegrenzt
Transaktionsgebühr
0,5 - 2 %
Verkaufskanäle
7+
Bezahloptionen
7+
Shopify Basic
24,58 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
14 Tage kostenlos testen
Testurteil
1,7
gut

Erfahrungen

Welchen Eindruck Kunden ganz allgemein von Shopify haben, lesen Sie am besten direkt an der Quelle. Hier haben wir die Bewertungen aus unterschiedlichen Review-Kanälen für Sie zusammengefasst.

Kundenbewertung
4,3 / 5
24.294 Bewertungen
gut
Wir haben die Erfahrungsberichte und Bewertungen von verschiedenen Bewertungsportalen untersucht und dabei 24.294 Bewertungen mit einer Gesamtwertung 4,3 von 5 ermittelt.
Quellen anzeigen

Alternativen

Wenn Sie sich bei Shopify ohne Programmierkenntnisse in Ihrer gestalterischen Freiheit allzu eingeschränkt fühlen und Drag-and-Drop nicht erst mit einer kostenpflichtigen Erweiterung hinzufügen möchten, können Sie zu einer E-Commerce-Lösung mit einem etwas mächtigeren Baukasten greifen. 1&1 IONOS und Wix. Bei 1&1 IONOS müssen Sie dafür leichte Schwächen beim Marketing in Kauf nehmen, eine kostenlose Testversion gibt es zudem nicht. Wix überzeugt als Testsieger auf ganzer Linie.

Eine Liste beliebter Alternativen finden Sie hier:

Wix Stores Test
Wix Stores
(29.371)
geeignet für Einsteiger
intuitive Bedienung
große Gestaltungsfreiheit
schneller Support
Wix baut auf seinen Stärken als Homepage-Baukasten, die um kompetente Verkaufs- und Marketing-Features erweitert wurden. Damit ist Wix insbesondere für ambitionierte Einsteiger geeignet.
Anzahl Produkte
50.000 Produkte
Transaktionsgebühr
0 %
Verkaufskanäle
5+
Bezahloptionen
4+
Wix Business Basic
19,50 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
14 Tage kostenlos testen
Testurteil
1,4
sehr gut
BigCommerce Test
BigCommerce
(1.056)
intuitives Bedienkonzept
gelungene Produktverwaltung
viele Marketing-Funktionen
Interface nur auf Englisch
BigCommerce ist ein leistungsstarkes Shopsystem mit einer gelungenen Produktverwaltung, vielen Verkaufsmöglichkeiten und soliden Analytics-Funktionen. Es eignet sich insbesondere für umfangreichere E-Commerce-Projekte.
Anzahl Produkte
unbegrenzt
Transaktionsgebühr
0 %
Verkaufskanäle
7+
Bezahloptionen
6+
BigCommerce Standard
25,38 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
Kostenlos testen
Testurteil
1,7
gut
1&1 IONOS Shop Test
1&1 IONOS Shop
(22.476)
einfaches Anlegen von Produkten
mehrsprachige Shops möglich
schneller Support mit Live-Chat
leistungsstarker Website-Editor
1&1 IONOS nimmt die leistungsstarke E-Commerce-Software von Ecwid und ergänzt sie mit dem hauseigenen Website-Builder. Das Ergebnis ist eine solide E-Commerce-Plattform, die auch für Fortgeschrittene geeignet ist.
Anzahl Produkte
5.000 - ∞
Transaktionsgebühr
0 %
Verkaufskanäle
5+
Bezahloptionen
4+
1&1 IONOS Shop
23,96 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
1 Monat kostenlos
Testurteil
1,7
gut
Lightspeed Test
Lightspeed
(1.177)
einfache Bedienung
viele Templates
einfache Mehrsprachigkeit
begrenzte Produktanzahl
Anzahl Produkte
250 - 15.000
Transaktionsgebühr
0 %
Verkaufskanäle
3+
Bezahloptionen
4+
Lightspeed Starter
49,00 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
14 Tage kostenlos testen
Testurteil
1,9
gut
Gambio Test
Gambio
(1.163)
Deutscher Anbieter
14-tägige Testversion
mehrsprachige Shops
überladen Navigation
Anzahl Produkte
unbegrenzt
Transaktionsgebühr
0 %
Verkaufskanäle
4+
Bezahloptionen
4+
Gambio Start-Up
19,95 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
14 Tage kostenlos testen
Testurteil
1,9
gut
Autor: Janis von Bleichert
Janis von Bleichert hat Wirtschaftsinformatik an der TU München und Informatik an der TU Berlin studiert. Er ist seit 2006 selbständig und ist der Gründer von EXPERTE.de. Er schreibt zu den Themen Hosting, Software und IT-Security.
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