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Freelancer-Portale im Vergleich 2022: Top 5 für Freiberufler & Kunden

Autor
Martin Gschwentner
Letzte Aktualisierung

Freelancer und ihre Kunden haben eins gemeinsam: Ihre Zeit ist meist zu wertvoll, um sie mit der Suche nach einander zu verbringen. Gut, dass es heutzutage viele Online-Portale gibt, die Freelancern bei der Kundenakquise und Kunden bei der Freelancer-Suche helfen. Doch welche davon sind am besten?

Wir haben uns die aktuelle Landschaft an Freelancer-Portalen einmal näher angeschaut und sie aus Sicht von Freelancern und Freelance-Suchenden kritisch beäugt. Welche Portale unsere Favoriten sind, lesen Sie in diesem Artikel.

Was sind Freelancer-Portale?

Freelancer-Portale sind Online-Marktplätze, auf denen Freiberufler ihre Talente zur Verfügung stellen – gegen Bezahlung, versteht sich. Freelancer können sich dort aktiv auf Inserate bewerben, oder aussagekräftige Profile anlegen, mit denen sie potenzielle Kunden auf sich aufmerksam machen.

Es gibt Freelancer-Portale mit bestimmten Nischen, beispielsweise IT oder Design, doch die meisten Plattformen bedienen die unterschiedlichsten Branchen und Sparten. Allerdings liegt ein starker Fokus auf digitalen Dienstleistungen –(Handwerker sind in den klassischen Freelancer-Portalen nur schwer aufzutreiben).

Welche Vor- und Nachteile diese Portale bieten, und worauf man bei der Auswahl achten sollte, hängt davon ab, ob man sie als Kunde oder als Freiberufler nutzt.

Freelancer-Portale aus Sicht von Freiberuflern

Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für die Kundenakquise. Freelancer-Portale sind deshalb vor allem für neue Selbstständige, die noch kein Netzwerk an Kunden aufgebaut haben, eine gute Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln und erste Kunden zu gewinnen.

Eine der größten Hürden zu Beginn einer Freelance-Karriere ist der Mangel an Referenzen. Wer noch kein Portfolio und keine Testimonials hat, kann potenzielle Auftraggeber auf Freelancer-Plattformen möglicherweise mit einer guten Ansprache überzeugen, oder preislich im Vergleich zu erfahreneren Freelancern ein attraktiveres Angebot liefern.

Allerdings machen Freelancer-Portale die Kundenakquise noch lange nicht zum Selbstläufer: Die Konkurrenz ist groß und billig – insbesondere deshalb, weil Sie mit Freiberuflern aus der ganzen Welt konkurrieren. Stundenlöhne von wenigen Euro pro Stunde sind dort zudem keine Seltenheit (wobei Sie Kunden, die gezielt solche Dumping-Preise suchen, ohnehin meiden sollten).

Vor- und Nachteile von Freelancer-Portalen für Freiberufler

Einfachere Kundenakquise: Besonders für Anfänger ist die Kundenjagd schwierig. Die Freelancer-Portale servieren Ihnen potenzielle Kunden auf dem Silbertablett – Sie müssen nur noch den Auftrag gewinnen.

Höhere Reichweite: Die Online-Portale verschaffen Ihnen Zugang zu Kunden auf der ganzen Welt. Sie können sich nach und nach ein Netzwerk in Ihrer Nische aufbauen.

Weniger Bürokratie: Von der Rechnungsstellung bis zur Verwaltung der Bezahlungen: Die meisten Portale übernehmen diesen wichtigen Bürokram für Sie, sodass Sie sich auf Ihre Arbeit konzentrieren können.

Viel Konkurrenz: Das Angebot ist in den Freelancer-Portalen meist größer als die Nachfrage. Sie müssen also mit zahlreichen anderen Freelancern um jeden Auftrag kämpfen.

Dumping-Preise: Weil die Konkurrenz so groß ist, versuchen viele Freelancer, einander preislich zu unterbieten. Und weil Sie mit Freiberuflern aus aller Welt konkurrieren, gibt es natürlich auch Kandidaten in Ländern mit deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten, die ihre Dienste besonders günstig anbieten können.

Weniger Kontrolle: Dass die Freelancer-Portale den Papierkram für Sie übernehmen, hat auch Nachteile. Wenn Sie selbst Ihre Rechnungen schreiben, können Sie beispielsweise die Währung bestimmen – bei US-Plattformen wie Upwork müssen Sie hingegen den US-Dollar akzeptieren. Auch Steuer-Fragen können die Plattformen etwas verkomplizieren.

Freelancer-Portale aus Sicht von Kunden

Für Kunden sind Freelancer-Portale eine gute Möglichkeit, schnellen Zugriff auf einen großen Pool potenzieller Freelancer zu erhalten. Sie benötigen einen Entwickler für Ihre Unternehmens-Website? Einen Werbetexter für eine Broschöre? Oder einen Logo-Designer? Wenn Sie in der nächsten Minute ein Inserat aufgeben, könnten Sie innerhalb der nächsten Stunde schon jemanden gefunden haben.

Weil das Angebot in diesen Portalen die Nachfrage übersteigt, gibt es auf fast jedes Inserat zahlreiche Bewerber. Die große Auswahl ist aber auch ein Nachteil: Eine Qualitätskontrolle gibt es auf den Websites nicht, schließlich handelt es sich bei der Dienstleistung nur um die Vermittlung. Es sind also auch viele Freelancer dabei, deren Talente zu wünschen übrig lassen. Der Gefahr, am Ende enttäuscht zu werden, können Sie jedoch mit einer sorgfältigen Auswahl (und einem ordentlichen Budget) entgegenwirken.

Vor- und Nachteile von Freelancer-Portalen für Kunden

Große Auswahl an Freelancern: Sie erhalten mit wenigen Klicks Zugriff auf einen riesigen Freelancer-Pool. Und die Nachfrage an Jobs ist in den meisten Feldern groß, sodass jedes Inserat viele Angebote anlocken sollte.

Freiberufler für unterschiedliche Budgets: In den Freelance-Portalen finden Sie absolute Experten, die entsprechend hohe Stundensätze verlangen, aber auch Anfänger, die deutlich günstiger sind. Sie finden also Freelancer für jedes Budget – sollten jedoch mit Blick auf die Qualität darauf achten, die Kosten nicht zu sehr zu drücken.

Keine Qualitätskontrolle: Viele Freelancer-Portale überprüfen zwar die Identität der akzeptierten Nutzer, doch eine richtige Qualitätskontrolle gibt es vonseiten der Plattformen nicht. Deshalb sind dort auch zahlreiche Nutzer Freiberufler vertreten, die von ihrem Handwerk wenig verstehen.

Viele unpassende Bewerber: Sie müssen damit rechnen, dass auf jedes Ihrer Inserate viele Anfragen von Freelancern hereinkommen, die Ihre Anforderungen kaum oder gar nicht erfüllen.

Die besten Freelancer-Portale: Unsere Top 5 + Alternativen

Mittlerweile gibt es unzählige Plattformen, die Freelancer bei der Jobsuche und Kunden bei der Freelancer-Suche unterstützen. Wir haben einige der besten für Sie zusammengestellt, und verraten, was jene aus Kunden- bzw. Freelancer-Perspektive gut und schlecht machen.

1.

Upwork: Die vielleicht größte Freelancer-Börsen der Welt

Mit mehr als 12 Millionen registrierten Freelancern und hunderttausenden aktiven Kunden zählt Upwork zweifelsohne zu den größten Freelancer-Portalen der Welt. Die Plattform aus Kalifornien wurde 2013 aus einer Fusion der beiden Freelancer-Portalen Elance und oDesk geboren.

Um ein (kostenloses) Upwork-Konto zu erstellen, klicken Sie auf der Upwork-Website auf Sign Up und folgen den Anweisungen. Ehe Sie sich auf Jobs bewerben oder Freelancer anheuern können, muss Upwork Ihre Angaben erst überprüfen und Sie freischalten, was ein paar Tage dauern kann.

Leider ist die gesamte Upwork-Benutzeroberfläche nur auf Englisch verfügbar, die einzige unterstützte Währung sind USD.

Das Upwork-Portal ist benutzerfreundlich, allerdings bisher nur auf Englisch verfügbar.

Upwork aus Freelancer-Sicht

Was uns gefällt: Der größte Vorteil von Upwork ist die Reichweite. Hier finden Sie Anschluss zu potenziellen Auftraggebern aus aller Welt. Das Senden von Angeboten und die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Kunden (inklusive Time Tracker und anderen nützlichen Tools) gehen dabei in der intuitiven Upwork-Oberfläche einfach von der Hand.

Außerdem punktet Upwork mit einem Fokus auf individuelle Profile: Sie können aus der Masse herausstechen, indem Sie alle relevanten Informationen auf ihr Profil packen, und sogar spezialisierte Profile für die Suche nach bestimmten Aufträgen anlegen.

Was uns weniger gefällt: Früher gab es bei Upwork keine Limits, was die Anzahl der versendeten Angebote angeht, doch das hat sich mittlerweile geändert: Seit der Einführung des Connect-Systems können Sie sich nur noch kostenlos bewerben, solange Sie genügend Connects haben – wenn jene ausgehen, müssen Sie welche nachkaufen.

Zudem ist Upwork dafür bekannt, etwas undurchsichtig zu operieren: Einige Jahre lang war es schwierig, in bestimmten Nischen überhaupt als Freelancer zugelassen zu werden, was jedoch mittlerweile nicht mehr der Fall zu sein scheint. Auch bei Suspendierungen ist es schwierig, klare Antworten vom Team zu erhalten.

Was es kostet – Freelancer: Upwork verdient in mehrerer Hinsicht an Freelancern: durch Abo-Gebühren, Connects und die Kommission.

Ein Upwork-Account ist kostenlos, doch zur Bewerbung auf Jobs müssen Sie sogenannte Connects ausgeben. Pro Bewerbung werden, ja nach der Größe und dem Budget des Projekts, zwischen einem und sechs Connects fällig. Jeder Freelancer im kostenlosen Basis-Paket erhält sechs Connects im Monat, weitere können für 0,15 USD pro Connect nachgekauft werden. Es gibt aber auch ein Freelancer-Plus Abo, das monatlich 14,99 USD kostet.

Die Kommission, die Upwork einheimst, hängt von der Höhe der Einnahmen ab. Für die ersten 500 USD nimmt Upwork ganze 20 %, zwischen 500 und 1.000 USD immerhin noch 10 %, und über der 10.000 USD-Marke reduziert sich die Kommission auf 5 %. Ihre Höhe ist an Kunden gekoppelt, nicht an Aufträge, sodass Sie bei Stammkunden auf Dauer weniger Kommission bezahlen.

Sie können ein spezialisiertes Profil erstellen, mit dem Sie sich auf Jobs einer bestimmten Nische bewerben.

Upwork aus Kunden-Sicht

Was uns gefällt: Die Reichweite ist natürlich auch für Kunden ein Vorteil, denn Upwork verschafft Ihnen Zugang zu einer riesigen Auswahl an Freelancern aus der ganzen Welt. Auch die benutzerfreundliche Anwendung ist ein Plus, denn die Verwaltung der Freelancer und Aufträge ist im Upwork-Portal recht unkompliziert. Ebenfalls positiv ist das eingebaute Escrow-System, das dafür sorgt, dass Sie kein Geld für nicht erfolgte Leistungen bezahlen.

Was uns weniger gefällt: Die Einführung des Connect-Systems hat die Situation zwar etwas verbessert, doch Sie können noch immer mit vielen unpassenden Bewerbern auf jedes Inserat rechnen. Bei einer so großen Anzahl an Freelancern sind einfach viele dabei, die nicht die gewünschte Qualität versprechen.

Was es kostet – Kunden: Kunden müssen pro Transaktion eine Gebühr von 5 % bezahlen.

Sie können auch als Freelancer einen Kunden-Account anlegen und einfach zwischen beiden wechseln.

2.

Freelance.de: Die größte Datenbank in und um Deutschland

Upwork ist Ihnen zu groß, zu international und zu englischsprachig? Dann gibt es mit Freelance.de eine deutsche Alternative: Die Plattform aus München, die bereits 2007 das Licht der Welt erblickte, ist mit mehr als 79.000 aktuellen Freelancer-Profilen die größte Datenbank ihrer Art im DACH-Bereich.

Die Erstanmeldung bei Freelance.de ist einfach: Klicken Sie einfach auf Registrieren, und folgen Sie den Anweisungen für Freelancer, Personaldienstleister (die Freelancer vermitteln) und Unternehmen. Nach der Bestätigung per E-Mail können Sie direkt loslegen, auf eine Freischaltung wie bei Upwork müssen Sie nicht warten.

Freelance.de lockt mit einem 20 % Willkommensrabatt.

Freelance.de aus Freelancer-Sicht

Was uns gefällt: Freelance.de hat eine moderne Benutzeroberfläche, in der man sich schnell zurechtfindet. Die Suchfilter sind solide und Sie können Projekte unter anderem nach Entfernung, Ländern, Stundensätzen oder der benötigten Berufserfahrung filtern.

In der eingebauten Freelance.de-Suite finden Sie einige hilfreiche Tools: Sie können Projekte anlegen, Ihre Arbeitszeit erfassen und Rechnungen schreiben. Einen Finanz-Report, der beispielsweise Ihren Umsatz pro Monat anzeigt, gibt es hier ebenso.

Zudem ist die Qualität der Aufträge ist insgesamt höher als bei Upwork: Hier gibt es deutlich weniger offensichtlich minderwertige Projekte und Kunden, die nach Mindestpreis-Freelancern suchen. Eine Vermittlungsgebühr gibt es außerdem nicht – die ist bei Freelance.de Auftraggebersache.

Was uns weniger gefällt: Durch den Fokus auf den DACH-Raum erzielen Suchen nach bestimmten Aufträgen deutlich weniger Ergebnisse. Eine Suche nach „Webdesign“ führte zum Testzeitpunkt beispielsweise nur zu 18 Resultaten.

Was es kostet – Freelancer: Im kostenlosen BASIC-Tarif von Freelance.de können Sie täglich fünf Bewerbungen schreiben. Wenn Sie unbegrenzt viele Angebote senden möchten, müssen Sie zum EXPERT-Tarif greifen, der im Jahrespaket 15 € monatlich kostet. Vermittlungsgebühren gibt es in keinem der Tarife: Sie können das gesamte Honorar, das Sie verlangen, behalten.

Tools wie die Zeiterfassung und die Rechnungsstellung finden Sie in der Freelance.de-Suite.

Freelance.de aus Kunden-Sicht

Was uns gefällt: Wenn Sie deutschsprachige Freelancer aus dem DACH-Raum suchen, ist Freelance.de eine gute Wahl. Sie können selbst nach Freelancern suchen, die Suche (inklusive Projektausschreibung, aktives Sourcing, Vorstellung der Freelancer, etc.) aber auch an Freelance.de abgeben. Somit agiert die Plattform als Recruiting-Support.

Was uns weniger gefällt: Im Gegensatz zu manchen anderen Plattformen, die ihre Vermittlungsgebühren vom Honorar der Freelancer abziehen, fügt Freelance.de jene diesem Honorar hinzu – verlangt sie also von den Kunden, nicht von den Freelancern. Der Pool an Kandidaten ist im Vergleich mit internationalen Kandidaten zudem kleiner.

Was es kostet – Kunden: Als Kunde bezahlen Sie eine Vermittlungsgebühr an Freelance.de, die als Prozentsatz des Freelancer-Honorars angegeben wird. Wenn Sie selbst nach Kandidaten suchen, beträgt diese Vermittlungsgebühr 10 %; wenn Sie hingegen die Full Service-Vermittlung der Plattform nutzen, beträgt sie 15 %.

Wenn Freelancer gerade online sind, wird dies im Portal direkt angezeigt.

3.

freelancermap: Online-Stellenbörse mit IT-Fokus

freelancermap ist eine Vermittlungsplattform, die sich speziell auf IT-Projekte konzentriert. Mehr als 19.000 solcher Projekte waren zum Testzeitpunkt online – und mehr als 100.000 Freiberufler sind auf der Plattform registriert.

Die Registrierung ist auch bei freelancermap völlig kostenlos, auf eine Freischaltung Ihres Profils müssen Sie nicht warten. Allerdings ist das Portal nur in englischer Sprache verfügbar.

freelancermap ist ganz auf Jobs im IT-Bereich zugeschnitten.

freelancermap aus Freelancer-Sicht

Was uns gefällt: Der Fokus auf IT-Jobs macht freelancermap zu einer guten Ressource für seriöse, hochwertige und gut bezahlte Freelance-Jobs. Die Benutzeroberfläche ist intuitiv und punktet mit vielen Filtern, sowie der Möglichkeit, sich sofort per E-Mail über passende neue Jobs informieren zu lassen. Eine Vermittlungsgebühr fällt nicht an.

Was uns weniger gefällt: freelancermap ist weniger Hands-on, was die Verwaltung Ihrer Freelance-Aufträge angeht: Um Bezahlungen, Rechnungen etc. müssen Sie sich selbst kümmern (was für einige Freelancer aber sicher auch ein Vorteil der Plattform sein könnte).

Was es kostet – Freelancer: Im kostenlosen Tarif von freelancermap können Sie 15 Bewerbungen pro Monat versenden. Auf erweiterte Funktionen, beispielsweise Besucherstatistiken oder die Möglichkeit, mehr als eine E-Mail-Benachrichtigung einzurichten, müssen Sie verzichten. Der Premium-Tarif kostet monatlich 13 USD: Hier gibt es kein Bewerbungs-Limit, zudem schalten Sie einige Extra-Features frei.

Eine Vermittlungsgebühr gibt es nicht.

Über sogenannte Project alerts können Sie sich per E-Mail über neue Jobs informieren lassen.

freelancermap aus Kunden-Sicht

Was uns gefällt: Sie können bei freelancermap detaillierte Stellenprofile posten, die durch die Vergabe bestimmter Keywords genau die richtigen Freelancer ansprechen. Die Plattform wirkt etwas seriöser als viele vergleichbare Portale, was unter anderem am Fokus auf IT-Stellen, die bestimmte Qualifizierungen erfordern, liegt.

Was uns weniger gefällt: Für Einzelpersonen und Leute mit kleinem Budget ist freelancermap weniger geeignet: Die Plattform richtet sich viel mehr an Unternehmen, die IT-Fachkräfte suchen.

Was es kostet – Kunden: Im kostenlosen Tarif von freelancermap können Sie zwei Jobausschreibungen pro Monat posten. Um unbegrenzt viele Anzeigen teilen zu können und weitere Funktionen freizuschalten, benötigen Sie ein Business Plan-Abo, das mit monatlich 71 USD zu Buche schlägt.

4.

designenlassen: Designer per Online-Wettbewerbe finden

Mit designenlassen verlassen wir die IT-Nische und bewegen uns – wie der Name schon sagt – in Richtung Design. Der Hook der Plattform: Hier können Sie Designaufgaben erstellen, für die Sie im Anschluss von der 97.500 Mitglieder starken designenlassen-Community Vorschläge erhalten. Unter diesen Designs können Sie das passendste auswählen und Feedback geben, um es weiter an Ihre Wünsche anzupassen.

In der Projektübersicht finden Sie Informationen wie den Auszahlungsbetrag und die Anzahl der bereits eingereichten Designs.

designenlassen aus Freelancer-Sicht

Was uns gefällt: designenlassen eignet sich vor allem für Anfänger und Hobby-Designer, die ein Portfolio etablieren möchten. Die Plattform ist zweckdienlich und einfach zu benutzen (wenn auch nicht ganz so modern wie manche Konkurrenz).

Was uns weniger gefällt: Als Auftraggeber ist man bei designenlassen klar im Vorteil: Als Designer besteht die Gefahr, dass man viel Arbeit kostenlos abliefert, weil am Ende ein anderes Design gewinnt. Auf Projekte mit ausreichend Budget gibt es teils mehrere hundert Bewerber, und viele Projekte zum Niedrigpreis gibt es hier ebenfalls.

Was es kostet – Freelancer: Es gibt eine Vermittlungsgebühr, die jedoch im Preisgeld schon eingerechnet ist. Sie sehen also den Betrag angezeigt, der am Ende auch gutgeschrieben wird, wenn Sie den Auftrag gewinnen.

designenlassen aus Kunden-Sicht

Was uns gefällt: Sie haben die freie Wahl: Nachdem Sie ein Briefing erstellt haben, müssen Sie sich nur zurücklehnen und darauf warten, dass Designs eintreffen. Durchschnittlich, so behauptet designenlassen, werden pro Projekt mehr als 90 Designs eingereicht. Wenn Ihnen keines der Designs gefällt, erhalten Sie das festgelegte Preisgeld zurück.

Was uns weniger gefällt: Bei hunderten Designs, von denen nur eines gewinnen kann, können Sie sich sicher sein, dass viel Unpassendes und Halbherziges dabei ist. Das kann man den Designern auch kaum verübeln: Nur eine einzige Person verdient schließlich am Ende (wenn überhaupt) daran.

Was es kostet – Kunden: designenlassen verlangt für die Veröffentlichung eines Projektes Einstellgebühren, die beim Projektstart angezeigt werden. Es gibt verschiedene Projektkategorien, die Mindestgebühr liegt aktuell bei 29 € (zzgl. MwSt.), die höchste Gebühr bei 79 €.

5.

Fiverr: Plattform für Microjobs und mehr

Der Name Fiverr kommt vom Fünf-Dollar-Schein: Früher war Fiverr nämlich für Microjobs in dieser Preisklasse bekannt, und auch heute liegt der Mindestpreis noch bei fünf Dollar. Die Freelancer-Plattform ist jedoch deutlich vielfältiger geworden, und unterstützt auch Projekte mit deutlich größeren Budgets. Dennoch ist Fiverr weniger für Premium-Jobs und hoch bezahlte Aufträge geeignet.

Freelancer erstellen auf Fiverr sogenannte Gigs (z. B. Logo-Design, Website-Texte, Programmierung einer Website etc.), die Kunden schließlich auf der Fiverr-Website auf der Suche nach entsprechenden Dienstleistungen durchstöbern können.

Fiverr ist ein Marktplatz, auf dem Freiberufler ihre Dienstleistungen ansprechend präsentieren können.

fiverr aus Freelancer-Sicht

Was uns gefällt: Mit der Gig-Funktion von Fiverr können Sie sich und Ihre Dienstleistungen so in Szene setzen, wie Sie möchten: Sie können Videos und Fotos einbinden, Kundenreferenzen teilen und Ihr Portfolio verlinken. Außerdem ist es möglich, verschiedene Pakete anzubieten, um Ihre Dienstleistungen an die Anforderungen und Budgets von Kunden anzupassen.

Was uns weniger gefällt: Ähnlich wie bei Upwork ist es für Neueinsteiger recht schwierig, auf Fiverr Fuß zu fassen, ohne erst einmal Abstriche bei den Preisen zu machen. Nach wie vor sind auf der Plattform viele Kunden unterwegs, die in erster Linie günstige Freelancer suchen.

Was es kostet – Freelancer: Fiverr möchte 20 % von Ihrem Gig-Kuchen: Wenn Sie also eine Dienstleistung im Wert von 50 € verkaufen, gehen 10 € davon an Fiverr.

Sie können bei Fiverr sogenannte Gigs anlegen, die Ihre Dienstleistungen zur Schau stellen.

fiverr aus Kunden-Sicht

Was uns gefällt: fiverr bietet eine riesige Auswahl von Freelancern aus der ganzen Welt, in allen erdenklichen Nischen und für kleine und größere Budgets. Die Zahlungen sind geschützt und werden erst freigegeben, wenn Sie die Arbeit genehmigt haben.

Was uns weniger gefällt: Sie können als Auftraggeber nicht aktiv Ausschreibungen veröffentlichen, sondern müssen sich auf die Suche nach passenden Gigs von Freelancern begeben. Der Microjobs-Fokus macht sich auch bei der Qualität bemerkbar: Viele (sehr beliebte) Freelancer arbeiten für vergleichsweise niedrige Löhne, was sich sicherlich auch an der Arbeit zeigt.

Was es kostet – Kunden: Käufer müssen bei Fiverr eine Gebühr in Höhe von 5,5 % des Gig-Preises bezahlen. Fiverr kassiert also doppelt ab: Sowohl bei Freelancern als auch bei Kunden.

Alternativen

Neben dieser Top 5 gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Freelance-Plattformen. Hier eine Auswahl:

Malt

Malt ist ein Vermittlungsportal mit Sitz in Paris, das heute mehr als 430.000 Freelancern eine Plattform bietet. Und mehr als 50.000 Unternehmen, darunter auch große Firmen wie EY, Unilever oder L'Oreal, nutzen Malt, um freiberufliche Mitarbeitende zu finden. Sehr stolz ist die Plattform auf ihre KI-gesteuerte Search Engine, die verspricht, besonders passende Suchergebnisse zu finden.

dasauge

dasauge ist ein Marktplatz für Kreative, der bereits seit 1997 besteht. In diesem Netzwerk an Creatives können Kunden insbesondere für Design-Aufträge Freelancer finden. Es werden aber auch andere Bereiche abgedeckt, beispielsweise PR oder Event-Planung.

99designs

Bei 99Designs handelt es sich, wie der Name schon verrät, um eine weitere Freelancer-Plattform mit Design-Fokus. Sie funktioniert ähnlich wie designenlassen, Aufträge werden also per Wettbewerb vergeben.

PeoplePerHour

PeoplePerHour ist eine Plattform aus London, die eine minutenschnelle Vermittlung von Freelancern verspricht. Mehr als 3 Millionen Freelancer-Profile sind dort gelistet – und die decken mehr als 8.000 „Skills“, also konkrete Kompetenzen, ab. Die besten Freelancer auf der Plattform verdienen mehr als 7.000 USD im Monat.

Toptal

Toptal unterzieht Freelancer, die sich bewerben, einem besonders rigorosen Auswahlprozess. Deshalb behauptet die Plattform, deren Name sich aus „Top Talent“ zusammensetzt, die Top 3 % der besten Freiberufler auf dem Markt zusammengetrommelt zu haben. Dementsprechend verlangt Toptal aber auch eine ordentliche Kommission (von Kunden, nicht von Freelancern).

twago

twago beschreibt sich selbst als „Europas führende Projektplattform für Unternehmen und Freelancer“. Das Online-Portal bietet Jobs und Freelance-Unterstützung in vielen Bereichen, ob Designer, Programmiere, Texter oder Übersetzer. Im Oktober 2022 nahm twago ein Redesign seiner Plattform vor, die seither nur noch Projekte von ausgewählten Firmenkunden ausschreibt. Die Registrierung für Freelancer ist weiterhin kostenlos.

Bisher sind nur wenige Jobs auf der neuen Plattform verfügbar, was sich jedoch nach und nach ändern dürfte. Die neue Oberfläche wurde zudem noch nicht ins Deutsche übersetzt (doch wir gehen davon aus, dass die Lokalisierung nur eine Frage der Zeit ist).

Fazit

Freelancer zu finden – und Freelancer zu sein – war noch nie so einfach wie heute: Mittlerweile gibt es unzählige Plattformen, die potenzielle Kunden und Freiberufler miteinander in Verbindung setzen. Manche davon (z. B. Upwork, Freelance.de oder Fiverr) eignen sich für Jobs jeder Kategorie, andere (z. B. Freelancermap oder designenlassen) konzentrieren sich auf bestimmte Branchen und Bereiche.

Für Freelancer sind die Plattformen wertvoll, weil sie die Kundenakquise vereinfachen und einfachen Zugang zu potenziellen Aufträgen von Kunden aus der ganzen Welt bieten. Allerdings ist die Konkurrenz groß und viele Freelancer versuchen, einander preislich zu unterbieten.

Für Unternehmen und andere Kunden, die auf der Suche nach freiberuflicher Unterstützung sind, punkten die Portale mit einer großen Auswahl an Freelancern zu verschiedenen Preisstufen. Allerdings kann es eine Weile dauern, bis man den „perfekten“ Freiberufler gefunden hat.

Häufige Fragen & Antworten

Wie kommt man als Freelancer an Aufträge?
Als Freelancer gibt es viele Wege der Kundenakquise: Einer davon führt über Freelancer-Portale wie Upwork oder Freelance.de, die wie Online-Jobbörsen für Freiberufler funktionieren. Auch eine eigene Website hilft dabei, Kunden zu finden. Darüber hinaus können Sie Unternehmen oder Agenturen direkt kontaktieren, wenn Sie eine Chance wittern. Freelancer, die bereits einige Aufträge absolviert haben, erhalten neue Aufträge oft auch durch Weiterempfehlungen.

Was kostet ein Freelancer pro Stunde?
Wie viel ein Freelancer kostet, hängt ganz von der Branche und dessen Erfahrung ab. In den Online-Portalen gibt es zahlreiche Freiberufler zu absoluten Niedrigpreisen – sogar mit Stundenlöhnen unter 10 € – doch für Qualität muss man in der Regel bezahlen. Erfahrene Freelancer verlangen selten weniger als 40 € pro Stunde, viele sogar mehr als 100 € (besonders Entwickler).

Sind Freelancer-Portale seriös?
Die meisten Freelancer-Portale sind seriös, was aber nicht heißt, dass Sie auch an einen seriösen Freelancer (bzw. an einen seriösen Kunden) geraten. Vor direktem Betrug können einen die Plattformen jedoch schützen, beispielsweise durch das Escrow-System oder eine Geld-zurück-Garantie.

Autor: Martin Gschwentner
Martin Gschwentner hat Amerikanistik und Medienwissenschaft in Deutschland, den USA und Frankreich studiert und arbeitet als freier Redakteur in Paris. Er forscht als Doktorand am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Paris Diderot zum Einfluss des Geldes auf die US-Politik. Auf EXPERTE.de schreibt er über IT-Sicherheit, Datenschutz und Software für Selbständige und Kleinunternehmen.