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Drei Möglichkeiten, einen eigenen Onlineshop zu erstellen

  Carsten Podszun   28. Aug. 2019

Wenn Sie Ihren eigenen Webshop erstellen möchten, sollten Sie sich im ersten Schritt mit den verschiedenen Möglichkeiten befassen, die Ihnen zur Verfügung stehen. Der E-Commerce Markt wächst rasant und wer heute einen Shop erstellen möchte, muss viele Dinge beachten. Die ersten Schritte sind daher die Wahl des richtigen Shopsystems und die Überlegung, wie die technischen Anforderungen des Webshops am besten umgesetzt werden können.

Umfang und Komplexität des Shops

Letztendlich ist ein Onlineshop natürlich auch ‘nur‘ eine Webseite. Entsprechend gelten auch viele der Regeln und Grundsätze, die auch auf klassische Webseiten zutreffen. So sollten Sie bei der Überlegung, ob eher ein Baukastensystem, eine CMS Plugin-Lösung oder ein selbst aufgesetzter Webshop in Frage kommt, ähnliche Kriterien berücksichtigen, die auch für den Neuaufbau einer klassischen Webseite gelten. Für ergänzende Informationen, die Ihnen bei dieser Grundsatzentscheidung helfen können, empfehlen wir Ihnen daher auch einen Blick auf unseren Artikel über die Erstellung einer eigenen Webseite mit einer der drei Lösungsansätze.

Kurz zusammengefasst hängt die Entscheidung davon ab, wie komplex, individuell und umfangreich Ihr Shop bzw. Ihr Shopsystem werden wird bzw. sein muss. Je höher Ihre Ansprüche an individuelle Lösungen und Features sind, desto eher empfiehlt es sich, ein personalisierbares, eigenes System aufzubauen, bei dem Sie keine Grenzen haben. Shopsysteme über ein CMS wie WordPress oder über ein Baukastensystem sind jedoch deutlich einfacher zu erstellen, die Wartung ist weniger aufwändig und es geht am Ende des Tages auch deutlich schneller.

Im Folgenden haben wir alle drei Möglichkeiten ausführlich für Sie unter die Lupe genommen, um Ihnen die Entscheidungsfindung so einfach wie möglich zu machen.

Drei Möglichkeiten, einen Shop aufzusetzen

Wer einen eigenen Onlineshop erstellen will, hat im Prinzip drei Möglichkeiten:

  1. Ein Baukastensystem nutzen, das Onlineshops unterstützt
  2. Eine WordPress-Seite aufsetzen und ein Onlineshop-Plugin nutzen
  3. Einen eigenen Onlineshop mit vollwertiger Shopsoftware erstellen

Was es mit den drei Möglichkeiten genau auf sich hat, welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen und für wen welche Lösung am besten geeignet ist, erfahren Sie hier. Erst wenn Sie sich für eine Variante entschieden haben, macht es Sinn, sich im Detail mit den einzelnen Schritten zu befassen. Die Entscheidung für ein Onlineshop-System ist also Ihr erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum eigenen Onlineshop.

Webshop aus dem Baukasten

Baukastensysteme haben in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen und es gibt eine ganze Reihe von Anbietern, die vorgefertigte Webseiten-Baukästen anbieten, mit denen auch Onlineshop-Systeme umsetzbar sind. Hierzu gehören beispielsweise Anbieter wie WIX, 1&1 Ionos oder auch Jimdo und Weebly.

Ein Baukastensystem für einen Onlineshop zu nutzen, ist die einfachste Variante, die sich insbesondere für Einsteiger, die keine erweiterten IT- oder Programmierkenntnisse haben, sehr gut eignet. Von der Idee bis zur Umsetzung des Shops vergeht mit einem Shopsystem kaum Zeit, denn dank der vorgefertigten Baukasten-Systeme hat man die Möglichkeit – in der Regel gegen eine monatliche Gebühr zwischen etwa 10 und 60 Euro – ein vorgefertigtes Shopsystem auszuwählen, das nur noch mit den eigenen Artikeln und Inhalten gefüllt werden muss. Meist sind sogar bereits Schnittstellen zu Zahlungsanbietern und erweiterte Funktionen wie Checkout-Prozedur, Versandoptionen, Bewertungssystem u.s.w. integriert. Der Aufwand der Umsetzung an sich ist daher minimal. Da keine Programmierkenntnisse erforderlich sind, kann über diesen Weg im Prinzip jeder innerhalb kürzester Zeit einen kompletten Onlineshop online bringen.

Durch die verhältnismäßig geringen Kosten und den deutlich geringeren Aufwand im Vergleich zu anderen Onlineshop-Systemen eignet sich ein Webshop aus dem Baukasten insbesondere für Gründer mit wenig Kapital und all solche, die einfach nur innerhalb kürzester Zeit ein recht einfaches Shopsystem online bringen möchten. Insbesondere auch, wenn Sie ohnehin nur wenige Produkte in Ihrem Shop anbieten möchten, eignet sich ein Baukastensystem sehr gut.

Letztendlich bieten alle großen Baukastensysteme die Möglichkeit, ein eigenes Shopsystem umzusetzen. Einige gelungene - und vor allen Dingen professionelle Beispiele - können Sie auch auf unserer Übersichtsseite der fünf großen Baukastensysteme entnehmen.

Eine Komplettübersicht über die wichtigsten Baukastensysteme finden Sie in unserem Baukasten Vergleich. Man darf bei allen positiven Aspekten aber auch die Nachteile nicht vergessen die ein solches Baukastensystem mit sich bringt.

Nachteile eines Onlineshops aus dem Baukasten

Letztendlich kommt ein Baukasten-Webshop nicht in Frage, wenn Sie ein langfristig ausgelegtes, professionelles E-Commerce Business planen. Im Vergleich zu anderen Lösungen gibt es beim Baukastensystem deutlich mehr Einschränkungen, sodass Sie früher oder später bei der Umsetzung von Funktionen an Ihre Grenzen stoßen werden. Diese Einschränkungen können sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar machen. Häufig gibt es eine eingeschränkte Anzahl an Produkten, die angelegt werden können und es kann schwierig oder sogar unmöglich sein, eigene Schnittstellen (wie beispielsweise zur Warenwirtschaft oder einem weiteren Zahlungsanbieter) einzurichten.

Auch hinsichtlich der Suchfunktion und der Möglichkeit der Kategorisierung kann es deutliche Einschränkungen geben. Zudem ist man auch hinsichtlich des Grundaufbaus und des Designs stark von der jeweiligen Vorlage abhängig. Aus einem Baukastensystem einen komplett eigenen Shop mit beliebigen Funktionen aufzubauen, ist daher nicht möglich.

Webshop mit WordPress

Auch mit WordPress lässt sich dank zahlreicher Plugins ein Shopsystem hervorragend umsetzen. Obwohl WordPress an sich als Content Management System für Blogs und einfache Webseiten konzipiert wurde, gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, einen professionellen Onlineshop mit WordPress zu realisieren, der im Vergleich zum Baukastensystem deutlich individueller und komplexer gestaltet werden kann.

Durch die große Entwickler-Community gibt es eine Vielzahl von vorgefertigten Plugins und Themes, die sich für den eigenen Shop nutzen lassen – häufig sogar komplett kostenlos. Die Kosten sind generell überschaubar, denn WordPress selbst ist kostenfrei und für Plugins zahlt man häufig nur, wenn man Premium-Funktionen nutzen möchte. Daher eignet sich WordPress für kleine Shops ebenso wie für individuellere, größere Projekte. Wer sich etwas intensiver mit dem Thema beschäftigt, wird zudem schnell feststellen, dass die Installation und Einrichtung einer WordPress-Seite sowie der Umbau zum Shopsystem kein Hexenwerk und auch ohne erweiterte Programmierkenntnisse für einen Laien gut möglich ist. Die wahrscheinlich größte Hürde ist die Installation von WordPress selbst, die mit ein wenig Recherche aber ebenfalls kein großes Problem darstellt, da das CMS sich mittlerweile auch ohne Programmierkenntnisse gut installieren lässt.

Wenn die WordPress-Installation selbst abgeschlossen ist, können Sie über verschiedene Plugins sehr schnell bereits ein Onlineshop-Grundgerüst aufbauen, in das Sie dann Ihre Kategorien, Artikel und erweiterte Funktionen integrieren können. Zwei der beliebtesten Plugins für Onlineshops mit WordPress haben wir im Folgenden für Sie kurz zusammengefasst:

Onlineshop-Plugins für WordPress

WooCommerce

WooCommerce ist das bekannteste und beliebteste WordPress-Plugin für Onlineshops. Die Grundversion ist kostenlos, es gibt ergänzende Plugins zur Anpassung des Shops an die deutschen Rechtsvorschriften und es beinhaltet bereits viele Mustertexte. Die Einrichtung ist unkompliziert und die Erweiterungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Über diese Plugins hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Erweiterungen, Themes und Plugins, mit denen man das eigene Shopsystem individuell gestalten kann. Eine etwas detailliertere Anleitung mit einer Übersicht über die verschiedenen WordPress Shopsysteme können Sie unserem separaten Artikel über die Einrichtung eines Onlineshops mit WordPress entnehmen.

Wie alle Shopsysteme gehen aber auch mit WordPress eine Reihe von Nachteilen einher, derer Sie sich vor der Umsetzung bewusst sein sollten. Im Folgenden haben wir die größten Schwächen von WordPress als Shopsoftware für Sie zusammengefasst.

Nachteile eines Onlineshops mit WordPress

Auch beim WordPress-Onlineshop gibt es Einschränkungen hinsichtlich der Skalierbarkeit. Wer ein komplexes E-Commerce-Business plant und aufbauen möchte, der wird auch bei den WordPress-Plugins früher oder später an seine Grenzen stoßen. Eine Vielzahl von Artikeln kann schnell problematisch werden und trotz der vielfältigen Erweiterungs- und Anpassungsmöglichkeiten, ist man auch bei WordPress hinsichtlich der Individualisierbarkeit eingeschränkt. Man kann sich auch hier nur innerhalb gewisser Vorgaben bewegen, sodass es später schwierig werden kann, eigene Schnittstellen oder spezielle Funktionen zu integrieren. Im Vergleich zum Baukastensystem sind die Möglichkeiten hier aber bereits deutlich umfangreicher.

WordPress vs. andere Content Management Systeme (CMS)

Neben WordPress gibt es auch eine Vielzahl anderer CM-Systeme, mit denen sich Onlineshops realisieren lassen. Hierzu gehören beispielsweise Joomla oder Typo3, um nur zwei beliebte Alternativen zu erwähnen. Unterm Strich ist die Auswahl an Plugins, Themes und vorgefertigten Systemen sowie aufeinander aufbauende Plugins bei WordPress aber am größten. Auf ein anderes CMS zu setzen, empfehlen wir daher nur Nutzern, die sich weitreichender mit dem Thema befasst haben und die jeweiligen Vor- und Nachteile der verschiedenen CM-Systeme genau abwägen können.

Webshop selbst erstellen / erstellen lassen

Wer sich mit einem E-Commerce Business und dem dazugehörigen Onlineshop selbstständig machen will und ihn hauptberuflich betreiben möchte, der muss etwas langfristiger denken. Wer bereits von Anfang an auf ein professionelles Shopsystem setzt, wird später keine Probleme mit der Skalierbarkeit haben und auch an keine Grenzen stoßen, wenn es um die Integration zusätzlicher Funktionen geht. Als Faustformel können Sie davon ausgehen, dass sich die Implementierung eines professionellen Shopsystems lohnt, wenn Sie planen, mehrere Zehntausend Euro jährlich mit dem Onlineshop zu erwirtschaften. Für einen kleineren Shop lohnt sich die Umsetzung nicht, da die Erstinvestition im Vergleich zum Baukastensystem oder zum WordPress-Shop deutlich höher ist.

Im Vergleich zu einem CMS mit Plugins oder einem Baukastensystem brauchen Sie für das Aufsetzen eines Onlineshops mit einem professionellen Shopsystem deutlich bessere Kenntnisse von php, html bzw. dem Serverbetrieb. Da es hier keine vorgefertigten Systeme gibt, muss das komplette Shopsystem von Grund auf installiert, angepasst und individualisiert werden. Zwar stehen für die größten Shopsysteme auch bereits Plugins (beispielsweise für die Schnittstelle zu Zahlungsanbietern) zur Verfügung, der manuelle Aufwand ist aber dennoch deutlich größer.

Bevor Sie sich intensiv mit dem Thema befassen, empfehlen wir Ihnen, einen Blick auf die gängigsten Shopsysteme zu werfen, die es am Markt gibt. Überlegen Sie sich, welche Anforderungen Sie an den Shop haben, welche Features für Sie wichtig sind und prüfen Sie, ob all Ihre Anforderungen vom jeweiligen System erfüllt werden. Wichtige Fragen sind beispielsweise die Frage nach den Zahlungsanbietern oder auch die Frage, bei welchen Preissuchmaschinen Sie gelistet sein möchten bzw. welche erweiterten Filter- und Suchfunktionen Sie benötigen. Heikel ist häufig auch die Frage der Schnittstelle zur Warenwirtschaft – muss sie selbst programmiert werden oder gibt es eine vorgefertigte Lösung? All diese und noch viele weitere Kriterien spielen bei der Auswahl des besten Shopsystems eine Rolle. Wenn Sie sich zunächst einen Überblick über die gängigsten Systeme verschaffen möchten, empfehlen wir Ihnen, sich mit den folgenden Lösungen intensiver zu befassen:

Professionelle Shopsysteme

Magento

Magento wurde bereits im Jahr 2008 an den Markt gebracht. Das Open-Source-System basiert auf dem Zend-Framework und ist komplett in PHP geschrieben. Die Möglichkeiten sind sehr umfangreich und auch für ein professionelles E-Commerce-Business gibt es hier kaum Grenzen bei der Umsetzung verschiedener Funktionen. Auch Skalierbarkeit und Performance sind hier sehr gut und der Umstand, dass das System als Open-Source-Lösung in der Grundvariante kostenlos ist, ist sicherlich auch ein nennenswerter positiver Aspekt.

Shopsystem selbst installieren oder Agentur beauftragen?

Ob Sie es sich zutrauen, ein Shopsystem in Eigenregie selbst aufzusetzen, hängt einerseits vom gewählten System und andererseits von Ihren Programmierkenntnissen ab. Während Sie für ein Shopsystem wie Gambio nicht zwangsläufig Programmierkenntnisse benötigen, werden Sie als Laie bei einem System wie Shopware kaum eine Chance haben, es selbst aufzusetzen, wenn Sie sich nicht sehr gut auskennen.

Eine Agentur, die sich auf die Implementierung eines Shopsystems spezialisiert hat, bringt umfangreiches technisches Know-How mit, das für eine professionelle und zukunftssichere Umsetzung eines professionellen E:Commerce-Business unabdingbar ist. Durch die hohe Komplexität eines professionellen Shopsystems kann man zwar viel aus dem System herausholen, muss aber auch mit einem deutlich höheren Zeitaufwand rechnen. Es kann auch ratsam sein, eine Agentur nur für die Erstinstallation in Anspruch zu nehmen und sich mit Wartung und Pflege des Shops selbst zu befassen. Dies hält die Kosten in einem gewissen Rahmen. Sie sollten aber stets bedenken, dass man sich bei einem vollständig über eine Agentur eingerichteten Shopsystem mit individuellem Design und eigenen Features sehr schnell in einem vierstelligen Bereich bewegt.

Alternative: Marketplace

Neben den drei Möglichkeiten zur Einrichtung eines eigenen Shops gibt es als vierte Variante auch die Möglichkeit, sich einen eigenen Verkäufershop auf einer bestehenden Plattform wie Amazon, Facebook oder Ebay einzurichten. Dies ist auch für einen Laien problemlos möglich und man hat den großen Vorteil, dass man zunächst keine eigene Investition vornehmen muss. Weder in Werbung, noch in die Erstellung des Shops. Allerdings ist ein Webshop innerhalb einer Plattform auch kein eigener Shop im engeren Sinne. Man profitiert von der Reputation der Plattform und zahlt dies mit einem prozentualen Anteil vom Umsatz, der bei bis zu 15% liegen kann.

Durch die Einfachheit und die gute Reichweite kann dies für Gründer und kleine Shops zwar sinnvoll sein, für ein professionelles E-Commerce-Business ist es aber letztendlich keine echte Alternative zum eigenen Onlineshop.

Kosten

Natürlich spielt insbesondere auch der Kostenfaktor für viele Gründer eine entscheidende Rolle. Hierbei sollten Sie keinesfalls nicht den Fehler machen, bei der Kalkulation oder der Erstellung eines Business-Plans für die Bank nur die Kosten des reinen Shopsystems zu berücksichtigen. Zwar ist es richtig, dass die viele professionelle Shopsysteme, Baukästen oder auch Plugin-Lösungen für WordPress in der Grundversion kostenlos sind, doch darüber hinaus entstehen noch eine Reihe weiterer Kosten, die Sie unbedingt im Hinterkopf behalten sollten. Was nach der Installation des Shops an sich noch alles auf Sie wartet, haben wir weiter unten für Sie kurz zusammengefasst, damit Sie eine bessere Vorstellung vom zu erwartenden Aufwand bekommen.

Mit der Auswahl und der eigentlichen Implementierung des Shops ist es natürlich nicht getan. Neben der Artikelpflege, der Suchmaschinenoptimierung und der Integration von Zahlungsmethoden und weiteren Schnittstellen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Aspekte, die Sie beachten müssen.

Hierzu gehören insbesondere auch rechtliche Anforderungen. So muss das Impressum rechtskonform sein, alle Anforderungen der DSGVO müssen erfüllt werden und Sie müssen sich intensiv mit dem Datenschutz befassen. Für eine einzelne Person ist es schwierig, hier den Überblick zu behalten und noch schwieriger, alle relevanten Aspekte und Funktionen rechtssicher in das eigene Shopsystem zu implementieren. Hier haben Sie es mit einem guten WordPress-Plugin bzw. auch einem Baukastensystem deutlich einfacher, da bereits Plugins für viele Anforderungen zur Verfügung stehen, die einfach mit dem Shopsystem gekoppelt werden können. Wenn Sie auf ein eigenes System setzen, wird es gegebenenfalls erforderlich sein, auch ergänzende Dinge, wie beispielsweise ein Popup mit Informationen über Cookies, Tracking-Maßnahmen etc., selbst zu erstellen bzw. erstellen zu lassen. Gleiches gilt auch für Schnittstellen zu Zahlungsanbietern, der Einrichtung eines guten Backup-Systems oder auch für die Wahrung eines hohen Sicherheitsstandards – auch zukünftig.

All diese zusätzlichen Funktionen und Aspekte kosten Zeit bzw. Geld. Mit der reinen Programmierung eines Webshops ist es daher nicht getan. Sie sollten keinesfalls den Fehler machen, den Aufwand der Erstellung und der Ergänzung von Funktionen bis zur Fertigstellung zu unterschätzen.

Checkliste: Wichtige Dinge, die Sie erledigen müssen, bevor Ihr Onlineshop live geht

Im Folgenden finden Sie eine Kurzübersicht über die wichtigsten Punkte, die Sie noch vor der Liveschaltung des Shops und unabhängig von der Wahl des Shopsystems bedenken und angehen sollten:

  • Lieferoptionen und –zeiten festlegen
  • Sinnvolle Kategorien anlegen und einpflegen
  • Eigene Fotos und Produkttexte erstellen
  • Einen oder mehrere Payment Service Provider auswählen (PayPal, Kreditkarte etc.)
  • Gegebenenfalls Schnittstelle zur Warenwirtschaft schaffen
  • Automatisierte Rechnungsstellung einrichten
  • Schnittstellen zu Preissuchmaschinen schaffen, falls gewünscht
  • Zugangsdaten für Zahlungsanbieter bzw. Schnittstellen einpflegen
  • Design anpassen und fertigstellen
  • Empfehlungssystem implementieren
  • Webseite per SSL verschlüsseln
  • Rechtliche Inhalte wie AGBs, Datenschutzerklärung und Impressum implementieren

Fazit

Unterm Strich kann man zusammenfassen, dass sich ein professionelles Shopsystem umso eher lohnt, je professioneller und langfristiger bzw. komplexer Sie den Shop gestalten möchten. Ab einer Größenordnung von mehreren Zehntausend Euro Umsatz jährlich sollten Sie bereits von Beginn an darüber nachdenken, einen professionellen Shop einzurichten, um doppelten Aufwand im Rahmen der Skalierung zu vermeiden.

Bedenken Sie alle Kosten, Voraussetzungen und Anforderungen und überlegen Sie sich im ersten Schritt sehr gut, welche Onlineshop-Lösung für Ihr Vorhaben am sinnvollsten ist. Baukästen und WordPress-Shopsysteme bieten eine hervorragende Möglichkeit für Gründer, die schnell und unkompliziert einen eigenen Onlineshop aufbauen möchten. Wer nur wenige Artikel anbietet und keine zu großen Anforderungen an die Individualisierbarkeit stellt, der kommt mit einem vorgefertigten System voll auf seine Kosten und kann zudem auch gänzlich ohne Agentur und Programmierkenntnisse zum günstigen Preis einen Onlineshop erstellen. Dies macht aber nur Sinn, wenn Sie relativ sicher sein können, dass Sie innerhalb der kommenden Jahre nicht an Kapazitätsgrenzen stoßen werden.

Autor: Carsten Podszun
Carsten Podszun hat Informatik und Betriebswirtschaft studiert und war 15 Jahre lang selbständig im Einzelhandel tätig. Seit 2014 ist er Berater für Startups, freier Autor und schreibt bei EXPERTE.de rund um die Themen Homepage, Hosting & IT-Security.