Pexels Test: Kostenlose Stockfotos, wo ist der Haken?
Sie wollen Ihren Blogbeitrag mit ansprechenden Fotos garnieren, haben aber nicht die Zeit, selbst Bilder zu erstellen? In so einem Fall sind Stockfoto-Anbieter hilfreich. Neben vielen kostenpflichtigen Plattformen tummeln sich im Netz auch zahlreiche Gratisangebote. Zu diesem zählt die Bild-Datenbank Pexels, die wir uns einmal genauer angesehen haben.
Gratis klingt gut, ist jedoch nicht ohne Haken: Diese kostenfreien Datenbanken versprechen zwar, dass man die dort zur Verfügung gestellten Fotos allesamt fürs eigene Projekt bedenkenlos nutzen darf; von der Haftung bei unrechtmäßig hochgeladenen Medien jedoch sprechen sie sich grundsätzlich frei. Und das kann am Ende für den Nutzer richtig teuer werden. Dieser Vorbehalt gilt auch für Pexels, sodass man Risiko und Nutzen immer gut abwägen sollte, bevor man die Medien einer Gratis-Plattform verwendet.
Was ist Pexels?
Die Zwillingsbrüder Bruno und Ingo Joseph gründeten 2014 im hessischen Fuldabrück die Stock-Fotoplattform Pexels*. Anfangs standen rund 800 Fotos zum kostenfreien Download zur Verfügung. Aufgrund der hohen Nachfrage wuchs die Datenbank schnell und bietet heute mehr als eine Million Fotos und fast 150.000 Videos. 2018 übernahm die Grafikdesign-Plattform Canva das Unternehmen und verknüpfte beide Anwendungen miteinander, sodass man im Canva-Grafikprogramm direkt Zugriff auf die Fotos hat.
Pexels finanziert sich durch Werbung, vornehmlich für kostenpflichtige Stockdatenbanken. Wer die Fotografen unterstützen will, hat die Möglichkeit, diesen eine Spende zukommen zu lassen. Pexels bietet Fotos und Videos, keine Illustrationen und Audiodateien.
Pexels bietet kostenfreie Fotos und Videos.
Pexels Test
gratis und ohne Anmeldung nutzbar
Urheberangabe nicht nötig
unbegrenzte Downloads möglich
keine Haftung im Falle einer Urheberrechtsverletzung
nur Fotos und Videos
kaum Filtermöglichkeiten
Einrichtung & Bedienung
Downloaden kann man bei Pexels, das in 28 Sprachen verfügbar ist, Fotos und Videos auch ohne Registrierung. Wenn man allerdings einen Account besitzt, ist es möglich, Fotos zu speichern, sich seine Downloads anzeigen zu lassen und eigene Sammlungen erstellen. Darüber hinaus kann man selbst ein Fotografenprofil anlegen und eigene Bilder hochladen, sofern sie den unternehmenseigenen Qualitätsrichtlinien entsprechen. Die Erstellung eines Kontos geht unkompliziert per E-Mail oder Facebook-Login.
Man kann bei Pexels aus 28 Sprachen wählen. Hat man ein Konto angelegt, kann man Favoriten speichern, Fotografen folgen und seine Downloads einsehen.
Die Startseite begrüßt den User aufgeräumt und ohne Schnörkel. Wer erst einmal etwas stöbern möchte, kann das bei Pexels unter dem gleichnamigen Menüpunkt, der unter Entdecken zu finden ist. Dort warten beliebte Sammlungen, nach Farben sortierte Fotos sowie Themen-Empfehlungen.
Wer wissen will, was andere suchen und was bei Pexels im Trend liegt, klickt auf die Seite Beliebte Suchbegriffe. Dort erhält man eine aufgeräumte Übersicht der aktuellen Themen samt Beispielbild. Pexels selbst hat sich auf die Fahnen geschrieben, sehr bunt zu sein und legt Wert auf eine starke Präsenz von LGBTQ+-Inhalten. Das Unternehmen unterhält auch eine Partnerschaft mit Nappy, einem Anbieter, der sich auf diversity-freundliche Inhalte fokussiert hat.
Unter dem Punkt Beliebte Suchbegriffe findet man aktuelle Trends.
Stichworte und Filter
Bilder bietet Pexels reichlich und diese auch in guter Qualität. Das exakt passende zu finden ist allerdings nicht ganz leicht, da die Filtermöglichkeiten der Gratis-Plattform wenig hilfreich sind. Man kann gerade einmal nach Ausrichtung, Größe und Farbe sortieren. Das war's auch. Zudem lieferte der letztgenannte Filter bei unserem Test nur zu bestimmten Farben Ergebnisse.
Die fehlende Möglichkeit, Resultate nach eigenen Ansprüchen zu sortieren, macht die Suche ausgesprochen mühsam. Es kostet viel Zeit und bringt Frust, wenn man sich seitenweise durch Motive klicken muss, die so gar nichts mit dem gewünschten Foto zu tun haben.
Die Filterfunktion bei Pexels ist ungenügend. Man kann gerade einmal nach Ausrichtung, Größe sowie Farbe sortieren. Letzteres klappte bei unserem Test nur für bestimmte Farben.
Download und Historie
Der Download-Prozess ist simpel und schnell. Man klickt auf das gewünschte Foto und schon öffnen sich ein Speichern-unter-Fenster sowie ein Dankes-Pop-up, das auf Möglichkeiten hinweist, wie man dem Fotografen seine Wertschätzung entgegenbringen kann. Entweder ideell über Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Twitter, je nachdem, wo der Künstler eine Präsenz besitzt. Oder monetär per PayPal-Spende. Beides ist kein Muss, aber wer freut sich nicht über ein positives Feedback zu seiner Arbeit?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Fotografen zu danken. Freiwillig versteht sich.
Hilfreich ist die Möglichkeit eigener Kollektionen, unter denen man Fotos und Videos vor dem Download erst einmal sammeln kann. Diese sind in der Übersicht auch mit einem unauffälligen Haken versehen. Nachteil: Man muss jedes Motiv später einzeln downloaden.
Bestenlisten und Wettbewerbe
Beim Störbern auf der Seite merkt man schnell, dass bei Pexels die Fotografen eine wichtige Rolle spielen und angespornt werden sollen. So finden sich unter den Bestenlisten diejenigen Fotografen mit den meisten Aufrufen. Bei Wettbewerben zu bestimmten Themen loben Plattform und externe Unternehmen sogar Geld- und Sachpreise aus.
Außergewöhnliche Fotos zu spezifischen Themen findet man bei den Wettbewerben.
Anspruchsvolle Videos für viele Themen
Neben Fotos wartet Pexels auch mit einem großen Sortiment hochwertiger Videos auf. Aber auch hier bekommt die Begeisterung wegen fehlender Filter einen herben Dämpfer. Noch nicht einmal die Länge der Videosequenzen kann man sich übersichtlich anzeigen lassen. Will man wissen, wie viele Sekunden ein Clip dauert, muss man sich bis zu den Informationen des jeweiligen Videos durchklicken.
Um überhaupt zu erfahren, wie lange ein Video bei Pexels ist, muss man sich bis zur Video-Info vorarbeiten.
Zusatzangebote und Plugins
Auch von unterwegs kann man recht komfortabel per App auf die Pexels-Datenbank zugreifen. Darüber hinaus bietet Pexels Erweiterungen für verschiedenen Anwendungen, darunter für Chrome, Google Slides, WordPress und MS Office, sodass man direkt aus dem jeweiligen Programm auf die Bilder und Videos zugreifen kann. Wer die Mediendatenbank in seine eigene Webseite einbinden will, kann dies per API-Schlüssel.
Pexels ist mit zahlreichen Anwendungen kompatibel, unter anderem gibt es ein Plugin für WordPress.
Schicke Auswahl, schlechte Usability
Die Bild- und Videoauswahl ist durchaus respektabel und man findet, wenn man die Zeit zum Stöbern hat, wirklich grandiose Werke. Die fehlenden Filter- und Sortiermöglichkeiten jedoch erschweren die Arbeit bei Pexels und sorgen für Frustrationen. Wer im Business fix Content benötigt, könnte bei Pexels verzweifeln.
Auswahl Stockfotos
Auf den ersten Blick bietet Pexels viele tolle Fotos mit künstlerischem Anspruch. Daher wollten wir wissen, wie gut sich die Plattform im Alltagstest bewährt und haben sie mit unseren Test-Stichworten Webhosting, Online-Shop, Antivirus, Business und Email-Marketing geprüft.
Webhosting: Unter Webhosting kommt aktuell genau ein Foto. Zugegebenermaßen ein charmantes, kombiniert es doch ein modernes Stichwort mit einer Old-fashion-Fassade. Um mehr Ergebnisse zu erhalten, versuchen wir es mit web hosting. Der Fotoreiter oben links verrät, dass es mehr als 3.000 Bilder zu diesem Begriff gibt. Leider mit zu vielen Motiven, die zwar etwas mit hosting, aber nichts mit web zu tun haben.
Da es keine thematischen Filter gibt, hilft nur, verschiedene Begriffe auszuprobieren. Wir haben an die zwei Dutzend verschiedener Stichwörter getestet, keines überzeugte hundertprozentig. Immerhin bot Pexels bei der Suche nach server eine Verfeinerung durch systemseitige Vorschläge an, die aber immer noch zu viele themenfremde Bilder zeigten.
Zum Thema Webhosting findet sich nur ein Foto. Man muss, um bessere Ergebnisse zu erhalten, verschiedene Suchworte probieren. Wirklich befriedigend sind die Resultate nie.
Online-Shop: Bei diesem Suchbegriff zeigt sich Pexels schon von einer besseren Seite und präsentiert direkt bei der ersten Suche immerhin mehr als 35.000 Fotos, die man mithilfe systemseitiger Kategorievorschläge noch verfeinern kann. Die besten Resultate erhält man, wenn man e-commerce eingibt. Unter den dort rund 1.300 angezeigten Fotos sind einige witzige Umsetzungen des Themas zu finden, wenn man sich die Zeit nimmt, diese zu suchen.
Bis man bei Pexels die richtigen Fotos zum Thema Online-Shop findet ist es ein langer Weg.
Antivirus: Dazu meldet Pexels im ersten Anlauf 71 Fotos, viele davon mit düsteren Personen, die wohl einen Hacker darstellen sollen. Länger wird die Ergebnisliste, wenn man dem Stichwortvorschlag von Pexels folgt und nach Computer Virus sucht. Allerdings sind unter mehr als 43.000 Fotos immer noch viel zu viele Motive, die nichts mit dem gewünschten Begriff zu tun haben. Da kann man schnell die Freude an der Bildersuche verlieren.
Bei unserer Recherche nach Fotos zum Thema Antivirus finden wir alle möglichen Motive; immerhin auch einige wenige, die unserer Suche im Ansatz entsprechen.
Business: Bei diesem Suchbegriff schöpft Pexels aus dem Vollen und präsentiert direkt mehr als 100.000 Fotos. Per Stichwortvorschlag kann man die Suche nach verschiedenen Business-Situationen eingrenzen. Auch hier fehlen wieder hilfreiche Filter, um zielgerichtet suchen zu können.
E-Mail-Marketing: Mit diesem Stichwort kann Pexels so gut wie nichts anfangen und bringt kaum brauchbares. Die Plattform liefert noch nicht einmal alternative Suchangebote. Auch die Versuche, mit den Begriffen Newsletter oder E-Mail der Datenbank etwas Konkretes zu entlocken, scheitern. Zu finden sind nur allgemeine Bilder mit Menschen, die E-Mails lesen, am PC arbeiten oder im Handy stöbern.
Ungenügend sind die Ergebnisse bei der Recherche nach Fotos zum Thema E-Mail-Marketing.
Insgesamt gestaltet sich die Recherche nach den passenden Motiven bei Pexels recht mühsam. Die Datenbank bietet zwar allgemein viele hochwertige und schicke Fotos, bei konkreten Suchen jedoch fehlen eindeutig Verbindlichkeit bei den Resultaten und entsprechende Filter.
Kategorie | Note |
---|---|
Webhosting | 4,3 |
Online Shop | 2,3 |
Antivirus | 4,3 |
Business | 2,0 |
Email Marketing | 5,0 |
Auswahl Videos, Audio, Vektorgrafiken & Illustrationen
Nach der wenig überzeugenden Foto-Suche wollen wir wissen, wie es bei den Videos aussieht. Unter Business finden sich unter den mehr als 30.000 Ergebnissen viele wirklich gute Clips. Bei Antivirus erscheinen wieder zahlreiche obskure Personen am PC. Wenn man allerdings nach E-Mail-Marketing fragt, steigt Pexels endgültig aus und bringt Videos vom Fischmarkt. Da braucht es dringend Nachbesserung. Audio, Vektorgrafiken und Illustrationen bietet Pexels nicht an.
Wer suchet, der findet bei Pexels – oft nichts. Beim Suchbegriff E-Mail-Marketing liefert die Datenbank Videos vom Fischmarkt.
Kategorie | Note |
---|---|
Videos | 4,3 |
Vektorgrafiken | - |
Audio | - |
Lizenzbedingungen
Pexels stellt Fotos und Videos unter seiner eigenen Lizenz zur Verfügung. Diese orientiert sich an der CC0-Lizenz, bei der man die Fotos für alles verwenden darf, allerdings bei Pexels mit einigen entscheidenden Einschränkungen: Medien dürfen weder ohne signifikante Veränderung verkauft werden, auch nicht auf einem Produkt oder als Poster, noch dürfen sie auf anderen Stockfoto- oder Wallpaper-Plattformen geteilt werden.
Auch bezüglich der Verwendung von Personenbildern gibt Pexels klare Vorgaben. So dürfen die Models nicht in einem anstößigen Zusammenhang gezeigt werden. Sollten Marken auf den Bildern zu sehen sein, weist Pexels auf die besondere Vorsicht bei der Nutzung hin.
Absicherung durch Nachfrage
Bei Pexels lohnt es sich, das Kleingedruckte genau zu studieren. Denn auch dieser Anbieter kann nicht gewährleisten, dass nicht doch Bilder hochgeladen werden, die Rechte anderer verletzen. Im Klartext heißt das: Pexels übernimmt keinerlei Haftung, wenn dem User eine Abmahnung ins Haus flattert. Im Zweifel sollte man sich immer die entsprechenden Bestätigungen von den jeweiligen Fotografen geben lassen.
Auch bei Pexels darf man die Medien nicht unverändert verkaufen oder anderen Plattformen zur Verfügung stellen.
Support
Explizit ausgewiesen wird der Support bei Pexels nicht, was ausgesprochen kundenunfreundlich ist. Man muss den umständlichen Weg über das Impressum gehen. Dort findet man eine E-Mail-Adresse und den Link zu einem einfachen Anfrageformular.
Obwohl die Kontakt-Möglichkeiten versteckt sind, ist der Support einigermaßen schnell und sehr bemüht. Immerhin reagierte er auf unsere Anfragen innerhalb von 24 Stunden und konnte auch alle Fragen zufriedenstellend beantworten.
Bei Pexels findet man den Kontakt zum Support auf Umwegen.
Preise
Pexels bietet seine Inhalte gratis an. Das ist verlockend, jedoch nicht ganz unproblematisch. Denn das Unternehmen übernimmt keine Verantwortung, wenn es zu einer Urheber- oder Markenrechtsverletzung kommt. Die Kosten für Abmahnung und Unterlassung trägt in so einem Fall der User, der das Bild veröffentlicht hat. Das sollte man sich immer bewusst machen, bevor man eine Gratis-Datenbank nutzt.
Kostenlos | |||
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Abrechnung | Kostenlos | ||
Monatlicher Effektivpreis | 0,00 € | ||
Vertragslaufzeit (Monate) | 0 | ||
Inhalte inklusive | |||
Bilder / Monat | unbegrenzt | ||
Videos / Monat | unbegrenzt | ||
Lizenz für | Redaktionell Soziale Medien Marketing |
Die folgende Tabelle zeigt die jährlichen Kosten von Pexels beim Kauf von 10 Stockfotos im Monat im Vergleich mit den anderen Anbietern in unserem Test.
Fazit
Pexels bietet viele, durchaus hochwertige Fotos und Videos, allerdings leidet die Usability unter den fehlenden Filtermöglichkeiten und ungenauen Suchergebnissen. Die Gratis-Plattform ist ideal für alle, die viel Zeit für die Bildersuche mitbringen, sich gerne von künstlerischen Aufnahmen inspirieren lassen und Spaß an schönen Fotos haben. Wer also Fotos für seinen Blog oder Post sucht, wird hier fündig. Damit man Pexels auch im beruflichen Alltag effizient nutzen kann, muss das Unternehmen bei Filtern und Suchresultaten erst noch kräftig nachbessern.
Doch auch bei Pexels gilt: Gratis kann teuer werden. Da die Betreiber keine Garantien geben können, dass die Rechte an den jeweiligen Medien wirklich bei den Fotografen liegen, sind die Nutzer haftbar und werden im Zweifelsfalle zur Kasse gebeten.
Erfahrungen
Nutzer bewerten Pexels sehr unterschiedlich. Von Lobeshymnen bis zur bitteren Enttäuschung findet sich eine große Bandbreite an Bewertungen. Wir haben Ihnen einige zusammengestellt.
Alternativen
Wer unbedingt auf Gratiscontent setzen will und mit der Auswahl bei Pexels nicht zufrieden ist, kann einen Blick auf Pixabay werfen. Dieser Anbieter hat neben Fotos auch Videos, Audiodateien und Illustrationen im Portfolio und etwas bessere Filtermöglichkeiten.
Allerdings kann es sich rechtlich gesehen lohnen, auch bei kleinem Budget auf einen kostenpflichtigen Anbieter wie Dreamstime zu setzen. Zwar ist die Navigation der Seite etwas altbacken, dafür finden sich ordentliche Motive für den Alltag.