Online-Shop erstellen: In 10 Schritten zum eigenen Webshop
Die meisten Online-Shops scheitern. Viele Misserfolge hätten sich aber mit einer besseren Vorbereitung vermeiden lassen. Um zu den Gewinnern zu gehören, brauchen Sie nicht nur starke Produkte, sondern auch ein starkes technisches Fundament. Wer seinen Shop von Beginn an sauber aufsetzt und ein paar wichtige Regeln beachtet, schafft die besten Voraussetzungen für langfristigen E-Commerce-Erfolg.
In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie einen Online-Shop erstellen – von der Auswahl der passenden Werkzeuge bis zum erfolgreichen Launch Ihres Shops.
Online-Shop erstellen in 10 Schritten
Die gute Nachricht zuerst: Es war noch nie einfacher als heute, einen Online-Shop zu erstellen. Was früher technisches Fachwissen und teure Dienstleister erforderte, können heute selbst Einsteiger mit der passenden Software eigenständig umsetzen.
Trotzdem sollten Sie den Aufwand nicht unterschätzen: Damit Ihr Shop professionell aussieht, zuverlässig funktioniert und rechtssicher online gehen kann, müssen einige wichtige Aufgaben erledigt werden. Wir haben den Prozess auf die 10 wichtigsten Schritte heruntergebrochen.
In dieser Anleitung geht es nur um die technische und organisatorische Umsetzung Ihres Shops – also darum, wie Sie Ihren Online-Shop konkret aufbauen, einrichten und veröffentlichen.
Wenn Sie noch gar keine Geschäftsidee haben oder nicht einmal wissen, welche Produkte Sie überhaupt verkaufen möchten, sollten Sie erst mal die Grundlagen klären. Mehr dazu hier:
Die richtige Shop-Plattform auswählen
Zunächst brauchen Sie eine Shop-Plattform. Sie bildet das technische Fundament Ihres Online-Shops und stellt die Werkzeuge bereit, mit denen Sie Produkte anlegen, Bestellungen bearbeiten, Zahlungen abwickeln und Ihren Shop gestalten.
Hier ist die Auswahl inzwischen sehr groß. Sie reicht von (beinahe) idiotensicheren Baukastensystemen bis hin zu Profi-Lösungen für Enterprise-Händler. Generell lassen sich vier Arten von Shop-Plattformen unterscheiden:
Gehostete Shop-Baukästen
Gehostete Shop-Baukästen sind E-Commerce-Komplettlösungen, bei denen der Anbieter die gesamte Technik im Hintergrund übernimmt. Sie müssen sich weder um Hosting noch um Updates kümmern und können direkt mit dem Aufbau Ihres Shops beginnen.Diese Allrounder eignen sich für die meisten Online-Shops – vom kleinen Nebengewerbe bis hin zu etablierten Marken mit mehreren Tausend Bestellungen pro Monat. Die bekanntesten Vertreter sind Shopify und BigCommerce.
Selbst gehostete Shop-Systeme
Wenn Sie mehr Kontrolle über Ihren Shop möchten, kommen selbst gehostete Shop-Systeme infrage. Hier installieren und betreiben Sie die Shop-Software selbst oder über einen Hosting-Anbieter.Dadurch gewinnen Sie mehr Flexibilität bei Anpassungen und Erweiterungen, übernehmen aber auch mehr technische Verantwortung. Bekannte Vertreter sind WooCommerce oder PrestaShop.
Homepage-Baukasten mit Shop-Funktion
Auch die meisten „regulären“ Website-Baukästen bieten mittlerweile E-Commerce-Funktionen an. Hier sind Shop-Features aber eher nur eine Funktion unter vielen in einem Werkzeugkasten, der primär für die Erstellung von Websites gedacht ist.Deshalb sind sie in der Praxis eher für kleine Shops geeignet, bei denen nur wenige Produkte verkauft werden oder der Shop nur eine Ergänzung zur eigentlichen Website ist. Bekannte Vertreter sind Wix, Squarespace oder Jimdo.
Enterprise-Shop-Systeme
Enterprise-Shop-Systeme richten sich an große Unternehmen mit komplexen Anforderungen. Sie bieten umfangreiche Funktionen, hohe Anpassbarkeit und können auch sehr große Produktkataloge verarbeiten.In der Praxis kommen sie meist bei größeren E-Commerce-Unternehmen zum Einsatz, die eigene Entwicklerteams oder spezialisierte Agenturen beschäftigen. Bekannte Plattformen sind Magento, Adobe Commerce oder Salesforce Commerce Cloud.
Welche Plattform die richtige ist, hängt vor allem von Ihren technischen Kenntnissen und den Anforderungen Ihres Shops ab. Weil Enterprise-Lösungen vor allem für sehr große und Homepage-Baukästen vor allem für sehr kleine Shops geeignet sind, kommen für die meisten Händler vorwiegend Optionen 1 oder 2 infrage.
Unser Favorit für die meisten Einsteiger und kleinen bis mittelgroßen Shops ist Shopify. Deshalb zeigen wir die folgenden Schritte anhand von Shopify. Die grundlegende Vorgehensweise ist bei anderen Plattformen ähnlich, auch wenn die Funktionen und Einstellungen natürlich überall ein bisschen anders umgesetzt sind.
Beim Anbieter registrieren und Shop einrichten
Zunächst müssen Sie ein Konto bei Ihrer gewählten Shop-Plattform erstellen und die wichtigsten Grundeinstellungen vornehmen. Das dauert in der Regel nur wenige Minuten.

Registrieren Sie sich beim Shop-Anbieter Ihrer Wahl.
Die meisten Shop-Baukästen bieten kostenlose Testversionen, mit denen Sie die Plattform unverbindlich ausprobieren können. In der Regel können Sie starten, ohne dass Sie direkt Zahlungsinformationen hinterlegen müssen.
Nach der Registrierung landen Sie im Admin-Bereich Ihres Shops. Die meisten Shop-Plattformen verfügen über ein zentrales Verwaltungs-Dashboard, über das Sie Produkte, Bestellungen, Kunden, Zahlungen und alle wichtigen Einstellungen verwalten.
Bei Shopify sieht das so aus:

Das Admin-Dashboard ist die Verwaltungszentrale Ihres Shops.
Von diesem Dashboard aus richten Sie Ihren Shop ein, pflegen Produkte, bearbeiten Bestellungen und greifen auf alle wichtigen Funktionen der Plattform zu. Hier werden Sie also einen Großteil Ihrer Zeit verbringen – nehmen Sie sich deshalb ein paar Minuten Zeit, um die wichtigsten Bereiche kennenzulernen.
Für den Moment müssen Sie sich aber nicht mit jedem Menüpunkt beschäftigen. Konzentrieren Sie sich zunächst auf die grundlegende Einrichtung Ihres Shops.
Produkte anlegen
Im Prinzip könnten Sie jetzt mit vielen anderen Aufgaben weitermachen. Wir empfehlen aber, zuerst Ihre Produkte anzulegen.
Ein paar der späteren Schritte sind nämlich einfacher, wenn schon ein paar Produkte im Shop vorhanden sind. Wenn Sie etwa das Design Ihres Shops anpassen (Schritt 4) oder Versandregeln für bestimmte Produkttypen festlegen (Schritt 6), können Sie diese Einstellungen direkt anhand Ihrer Produkte vornehmen.
Die Produktverwaltung ist bei den meisten Shop-Baukästen sehr ähnlich aufgebaut. In der Regel gibt es ein umfangreiches Produktformular, in dem Sie alle wichtigen Informationen hinterlegen. Bei Shopify sieht es so aus:

Das Produktformular von Shopify.
Das Produktformular arbeiten Sie am besten Schritt für Schritt durch. Bei den meisten Shop-Plattformen ist es ohnehin sehr logisch aufgebaut, sodass Sie sich einfach von oben nach unten durcharbeiten können.
Starten Sie mit dem Produktnamen und der Produktbeschreibung, laden Sie anschließend Bilder hoch und hinterlegen Sie danach Preis, Bestand und weitere Produktdaten.

Wenn Sie alle Angaben gemacht haben, speichern Sie das Produkt.
Sie müssen dabei nicht jedes Feld sofort ausfüllen, und nicht jede Einstellung ist für jedes Produkt relevant. Wenn eine Pflichtangabe fehlt, weisen die meisten Shop-Systeme Sie darauf hin.
Hier sind die wichtigsten Schritte:
Es spricht nichts dagegen, gleich alle Produkte anzulegen, die Sie zum Start verkaufen möchten. Wenn Ihnen das zu monoton wird, können Sie aber jederzeit eine Pause einlegen und erst mal an anderen Baustellen Ihres Shops weiterarbeiten.
Wichtig ist nur, dass alle Produkte vor dem Launch vollständig angelegt, korrekt kategorisiert und auf Fehler überprüft sind.
Tipp: Vier Augen sehen mehr als zwei. Lassen Sie Produktbeschreibungen, Preise und Produktdaten vor dem Launch also möglichst von einer zweiten Person prüfen. Nach mehreren Stunden Arbeit übersieht man schnell Tippfehler, falsche Preise oder fehlende Angaben.
Shop-Oberfläche gestalten
Noch existieren Ihre Produkte nur als Datensätze im Shop-Backend. Damit potenzielle Kunden sie auch durchstöbern und bestellen können, brauchen Sie eine ansprechende Shop-Website, auf der Ihre Produkte präsentiert werden.
Die meisten Shop-Baukästen haben dafür einen Website-Builder integriert, mit dem Sie Ihren Shop visuell – also ohne Programmierkenntnisse – gestalten können.
Jeder Shop-Baukasten funktioniert ein bisschen anders, doch das Grundprinzip ist immer gleich: Sie wählen eine Designvorlage und passen diese anschließend Schritt für Schritt an Ihre Vorstellungen an.
Schritt 1: Passendes Theme auswählen
Die visuelle Grundlage Ihres Shops bildet eine Designvorlage. Bei Shopify heißen diese Vorlagen „Themes“. Ihr Theme ist also der Ausgangspunkt für den Look und das Layout Ihres Shops, aber kein starres Korsett: Sie können das Design und die Inhalte ganz nach Ihren Vorstellungen gestalten und weiterentwickeln.
Trotzdem: Je näher ein Theme bereits an Ihrem gewünschten Erscheinungsbild ist, desto weniger Anpassungen müssen Sie später vornehmen. Wählen Sie deshalb möglichst ein Theme, das zu Ihrer Branche, Ihrem Sortiment und Ihrem Markenauftritt passt.
Im Theme Store Ihres Shop-Baukastens können Sie verschiedene Vorlagen durchstöbern, nach Funktionen filtern und meist auch eine Vorschau ansehen, bevor Sie sich entscheiden.

Wählen Sie ein Theme, das zu Ihren Vorstellungen passt.
Schritt 2: Globale Design-Einstellungen vornehmen
Nachdem Sie ein Theme ausgewählt haben, sollten Sie zunächst die grundlegenden Design-Einstellungen anpassen. Dazu gehören Farben, Schriftarten, Button-Stile und weitere Elemente, die sich auf den gesamten Shop auswirken.
Bei Shopify finden Sie diese Optionen in den „Theme-Einstellungen“. Hier können Sie nicht nur Farben und Schriftarten anpassen, sondern auch Ihr Logo, Favicon, Header, Footer und weitere globale Designelemente konfigurieren.

In den „Theme-Einstellungen“ bei Shopify passen Sie seitenweite Designs an.
Schritt 3: Seiten anpassen und Navigation einrichten
Als Nächstes kümmern Sie sich um die Inhalte, Layouts und individuellen Anpassungen der einzelnen Seiten Ihres Shops. Hier nehmen Ihnen Shop-Plattform und Theme bereits viel Arbeit ab: Die meisten wichtigen Seiten sind schon vorhanden. Das gilt sowohl für Systemseiten wie Warenkorb oder Checkout als auch für Theme-Seiten wie die Startseite.
Sie beginnen also nicht mit einer leeren Website. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, vorhandene Inhalte zu ersetzen und an Ihre Bedürfnisse anzupassen. Tauschen Sie Beispielbilder gegen eigene Bilder aus, ergänzen Sie Texte und legen Sie fest, welche Produkte oder Kategorien angezeigt werden sollen.

Natürlich sind Sie nicht auf die bereits vorhandenen Seiten beschränkt. Wenn Sie zusätzliche Inhaltsseiten benötigen, die nicht bereits vom Theme bereitgestellt werden (z. B. eine Kontakt- oder eine Über-uns-Seite), können Sie diese jederzeit selbst erstellen. Einige rechtlich erforderliche Seiten kommen ebenfalls noch hinzu (mehr dazu später).
Schritt 4: Produktseiten prüfen
Produktseiten werden in der Regel automatisch aus den Produktdaten erstellt, die Sie zuvor hinterlegt haben. Hier müssen Sie im Website-Builder also noch weniger anpassen als bei anderen Seiten.
Ein paar Gestaltungsmöglichkeiten haben Sie trotzdem. Meist können Sie zumindest aus unterschiedlichen Layouts, Darstellungsoptionen und Positionen für wichtige Elemente auswählen. Häufig lassen sich auch zusätzliche Funktionen aktivieren, z. B. Produktbewertungen, FAQ-Bereiche oder Produktempfehlungen.

Die Seitenverwaltung bei Shopify.
Sie sollten auf alle Fälle auch einige Produkte in der Vorschau öffnen und prüfen, wie sie tatsächlich in Ihrem Shop dargestellt werden. Achten Sie dabei etwa auf die Reihenfolge von Bildern, die Sichtbarkeit des Kaufbuttons, die Darstellung von Varianten und die Platzierung wichtiger Produktinformationen.
Schritt 5: Kategorien und Filter einrichten
Wenn Sie Ihre Produkte – wie in Schritt 3 beschrieben – bereits Kategorien oder Sammlungen zugeordnet haben, erstellt Ihr Shop-Baukasten die entsprechenden Kategorieseiten meist automatisch.
Im Website-Editor sollten Sie anschließend prüfen, ob diese Seiten sinnvoll eingebunden sind. Überlegen Sie insbesondere:
Welche Kategorien sollen im Hauptmenü erscheinen?
Welche Kategorien möchten Sie auf der Startseite hervorheben?
Welche Kategorien sind für Kunden besonders wichtig?
Welche Filter sollen Kunden bei der Produktsuche nutzen können?
Wie Sie Ihre Produkte am besten anordnen und auf der Website strukturieren, hängt vor allem vom Umfang Ihres Sortiments ab. Bei kleinen Shops mit wenigen Produktgruppen spricht oft nichts dagegen, alle Kategorien direkt auf der Startseite und im Hauptmenü anzuzeigen.
Bei größeren Sortimenten sollten Sie sich auf die wichtigsten Kategorien konzentrieren und Kunden über Unterkategorien, Sammlungen oder Filter gezielt zu den passenden Produkten führen.
Schritt 6: Mobile Darstellung prüfen
Ein Großteil der Besucher wird Ihren Shop vermutlich im Hochformat kennenlernen – die meisten Zugriffe erfolgen heutzutage schließlich über Smartphones. Shop-Baukästen haben darauf natürlich längst reagiert: Moderne Themes sind heute in der Regel „responsive“, also automatisch für verschiedene Bildschirmgrößen optimiert.
Trotzdem sollten Sie die Darstellung auf anderen Bildschirmgrößen nochmal selbst überprüfen. Das ist auch ganz einfach, weil Sie in den meisten Website-Editoren ganz einfach zwischen Desktop-, Tablet- und Smartphone-Ansicht wechseln können, um eine Vorschau Ihres Shops auf unterschiedlichen Geräten zu sehen.

Wechseln Sie in die Smartphone-Ansicht, um die mobile Version Ihres Shops zu begutachten.
Oft lassen sich auch gezielte Anpassungen vornehmen. Sie können etwa bestimmte Abschnitte auf Mobilgeräten ausblenden oder Einstellungen wie Schriftgrößen, Abstände und Bilddarstellungen nur für die mobile Ansicht ändern.
Prüfen Sie dabei insbesondere die Startseite, Produktseiten, Navigation und den Checkout. Was auf einem großen Bildschirm gut aussieht, kann auf einem Smartphone möglicherweise unübersichtlich wirken oder wichtige Informationen verstecken.
Zahlungsmethoden einrichten
Ihre Produkte sind jetzt angelegt und haben ihren Platz auf der Shop-Website gefunden. Kaufen kann man sie dort aber noch nicht – schließlich fehlt noch die Zahlungsabwicklung.
Die Einrichtung und Verwaltung von Zahlungsmethoden ist bei modernen Shop-Baukästen glücklicherweise sehr unkompliziert. Die meisten Plattformen arbeiten mit sogenannten Payment-Gateways. Das sind Zahlungsdienstleister, die die technische Abwicklung von Zahlungen übernehmen.
Sie wählen also einen Zahlungsanbieter (z. B. PayPal oder Stripe) aus, über den anschließend verschiedene Zahlungsmethoden (z. B. Kreditkarte, Debitkarte, Apple Pay, Google Pay oder PayPal) angeboten werden können.

Fügen Sie Zahlungsmethoden hinzu.
Einige Shop-Baukästen – darunter auch Shopify – betreiben ihre eigenen Payment-Gateways, was die Einrichtung noch einfacher macht.
Immer wenn ein Kunde bezahlt, fallen Zahlungsgebühren an. Diese werden vom Zahlungsanbieter einbehalten und meist als Prozentsatz des Verkaufspreises berechnet. Oft sind diese Gebühren in höheren Tarifen der Shop-Plattformen etwas niedriger. Wenn Sie ein hohes Verkaufsvolumen haben, kann ein teurerer Tarif also insgesamt günstiger sein.
Manche Shop-Baukästen verlangen darüber hinaus zusätzliche Transaktionsgebühren. Shopify „bestraft“ Sie beispielsweise mit einer zusätzlichen Gebühr, wenn Sie ein anderes Payment-Gateway als Shopify Payments nutzen.
Neben klassischen Online-Zahlungen können Sie oft auch manuelle Zahlungsmethoden aktivieren, beispielsweise für Banküberweisungen oder Barzahlung bei Abholung.
Je größer die Auswahl an Zahlungsmethoden ist, desto besser. Wichtig ist aber vor allem, dass die richtigen Zahlungsmethoden dabei sind: Recherchieren Sie also, wie Ihre Zielgruppe am liebsten bezahlt, und welche Zahlungsarten in Ihrem Markt am wichtigsten sind.
Versandmethoden einrichten
Nach der Bezahlung kommt der Versand – schließlich müssen die gekauften Produkte auch irgendwie beim Kunden ankommen. Auch hier nehmen Ihnen moderne Shop-Baukästen viel Arbeit ab. Trotzdem sollten Sie die Versand-Einstellungen und den Ablauf sorgfältig prüfen, damit Probleme nicht erst dann auffallen, wenn Kunden bereits auf die ersten Bestellungen warten.
Schritt 1: Versandgebiete festlegen
Zunächst müssen Sie festlegen, wohin Sie überhaupt liefern möchten. Wenn Sie nur innerhalb Deutschlands verkaufen möchten, ist dieser Schritt schnell erledigt. Möchten Sie auch Kunden im Ausland beliefern, sollten Sie für jedes Lieferland die Versandkosten und Bedingungen separat prüfen.
Bei Shopify und ähnlichen Plattformen geht das meist über sogenannte Versandzonen.

Richten Sie Ihre Versandzonen ein.
Schritt 2: Versandoptionen definieren
Als Nächstes bestimmen Sie, wie Versandkosten berechnet werden sollen. Die meisten Shop-Systeme unterstützen unterschiedliche Tarifarten, z. B. Pauschalversand, kostenlosen Versand, Versand nach Gewicht oder Versand nach Bestellwert.

Definieren Sie Ihre Versandmethoden.
Viele Online-Shopper erwarten heutzutage kostenlosen Versand, zumindest ab einem bestimmten Bestellwert – Amazon hat uns hier schließlich alle ein bisschen verwöhnt. Wenn Sie Gratis-Versand als Verkaufsargument nutzen wollen, sollten Sie das bei der Preisgestaltung natürlich berücksichtigen.
Wenn Sie nur wenige Bestellungen pro Woche verschicken, können Sie den Versand vermutlich problemlos manuell abwickeln. Mit wachsendem Bestellvolumen lohnt es sich aber, zumindest Teile des Versandprozesses zu automatisieren.
Viele Shop-Baukästen unterstützen direkte Integrationen zu Versanddienstleistern wie DHL, DPD, GLS oder UPS. Dadurch können Versandetiketten automatisch erstellt, Trackingnummern übertragen und Kunden über den Versandstatus informiert werden.
Es gibt auch spezialisierte Versandplattformen wie Sendcloud, über die Sie den gesamten Versand zentral verwalten können. Sie können verschiedene Versanddienstleister anbinden, Versandkosten vergleichen, Trackingnummern verwalten und Retouren organisieren.
Steuer-Einstellungen konfigurieren
Steuern sind auch für Online-Händler ein leidiges Thema. Das ist aber kein Grund, es auf die lange Bank zu schieben: Wenn Sie hier zu Beginn schludern, werden Sie später oft mit viel Zeit, Nerven und Nacharbeit dafür zahlen.
Beschäftigen Sie sich deshalb möglichst früh mit den Steuerpflichten Ihres Shops. Glücklicherweise nehmen Ihnen moderne Shop-Plattformen auch hier einen Großteil der Arbeit ab.
Für Shop-Betreiber ist vor allem die Umsatzsteuer wichtig. Immer wenn Sie in Deutschland Waren oder Dienstleistungen verkaufen, müssen Sie (in der Regel) Umsatzsteuer auf Ihre Verkäufe berechnen und an das Finanzamt abführen. Der Standardsteuersatz beträgt aktuell 19 %, für bestimmte Produkte gilt der ermäßigte Satz von 7 %.
Sobald Sie auch Kunden im Ausland beliefern, kommen zusätzliche Regelungen hinzu. Innerhalb der EU gelten etwa besondere Vorschriften für grenzüberschreitende Verkäufe. Verkaufen Sie außerhalb der EU, können wiederum andere steuerliche Anforderungen relevant werden.
Welche Regeln für Sie gelten, hängt unter anderem davon ab:
ob Sie physische oder digitale Produkte verkaufen,
ob Ihre Kunden Privatpersonen oder Unternehmen sind,
in welche Länder Sie liefern,
und ob Sie die Kleinunternehmerregelung nutzen.
Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie die steuerliche Behandlung am besten mit einem Steuerberater besprechen.
Die meisten Shop-Plattformen haben einen eigenen Bereich für Steuer-Einstellungen. Bei Shopify finden Sie diesen unter „Einstellungen > Steuern und Zollgebühren“. Hier legen Sie fest, in welchen Ländern Sie Steuern erheben möchten und welche Steuersätze angewendet werden sollen.

Steuer-Einstellungen bei Shopify.
Wie viel manuelle Arbeit hier nötig ist, hängt von der Plattform ab. Bei manchen Shopsystemen müssen Sie Steuersätze und Steuerregeln weitgehend selbst pflegen. Die meisten größeren Plattformen bieten heute aber automatisierte Steuerlösungen oder Integrationen zu spezialisierten Steuerdiensten wie Avalara oder Vertex an, die die Steuerermittlung weitgehend im Hintergrund übernehmen.
Shopify bietet mit „Shopify Tax“ eine hauseigene Lösung. Das Tool berechnet Steuern automatisch anhand von Produktart, Lieferland und Kundentyp, erstellt umsatzsteuerkonforme Rechnungen und informiert Sie über relevante Umsatzschwellen und Registrierungspflichten. Außerdem hält Shopify Tax Änderungen bei Steuersätzen und anderen Steuerregeln automatisch aktuell.
Wenn Sie solche Steuer-Automatisierungen in vollem Umfang nutzen wollen, müssen Sie dafür meist zusätzlich bezahlen. Shopify Tax ist beispielsweise bis zu einer bestimmten Umsatzschwelle (aktuell 100.000 €) kostenlos, danach werden zusätzliche Gebühren pro Transaktion fällig.
Diese Automatisierungen sparen viel Arbeit und sind gerade bei komplexeren Steuerszenarien eine große Erleichterung. Letztlich bleibt die Verantwortung für die korrekte steuerliche Behandlung aber trotzdem bei Ihnen.
Verlassen Sie sich also nicht blind auf die Voreinstellungen Ihrer Shop-Plattform, sondern prüfen Sie die hinterlegten Steuersätze und Einstellungen sorgfältig (und stimmen Sie diese im Zweifel mit Ihrem Steuerberater ab).
Shop für Deutschland rechtskonform machen
Nicht nur beim Thema Steuern stehen Sie als Shop-Betreiber in der Pflicht. Es gibt noch viele weitere rechtliche Anforderungen, die Sie erfüllen müssen, wenn Sie Ihren Shop rechtssicher online bringen möchten. Wer hier wichtige Punkte übersieht, riskiert Abmahnungen und vermeidbaren Ärger.
Das E-Commerce-Recht ist komplex (und ändert sich noch dazu regelmäßig). Sie müssen nicht jedes Detail kennen, sollten die wichtigsten Anforderungen aber zumindest einmal systematisch durchgehen. Dafür gibt es zum Glück einige praktische Checklisten – etwa von der IHK (Industrie- und Handelskammer).
Die von der IHK genannten Punkte lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:
Kategorie 1: Pflichtseiten und Rechtstexte
Jeder Online-Shop benötigt bestimmte Pflichtseiten und Rechtstexte. Diese sollten von jeder Seite aus leicht erreichbar sein und im Footer Ihres Shops verlinkt werden.
Wieder einmal hängt es von der Shop-Plattform ab, wie viel Vorarbeit bereits erledigt ist und um wie viele Details Sie sich selbst kümmern müssen. Die meisten größeren Plattformen haben die nötigen Seiten bereits angelegt oder helfen Ihnen zumindest dabei, sie mit wenigen Klicks einzurichten.
Bei Shopify gibt es beispielsweise den Bereich „Richtlinien“, über den Sie Ihre Rechtstexte verwalten können. Teilweise werden sogar Vorlagen automatisch angelegt, die meisten Inhalte müssen Sie jedoch selbst ergänzen oder anpassen.

Shopify macht die Verwaltung wichtiger Rechtstexte sehr einfach.
Hier sollten Sie nicht einfach irgendwelche Mustertexte übernehmen oder Rechtstexte von anderen Websites kopieren. Wenn die Texte wirklich „abmahnsicher“ sein sollen, müssen sie auch auf Ihren Online-Shop abgestimmt sein.
Individuell erstellte Rechtstexte vom Anwalt kosten schnell mehrere Tausend Euro. Es gibt aber auch günstigere Alternativen und Rechtstexte-Generatoren, etwa beim Händlerbund oder der IT-Recht Kanzlei.
Kategorie 2: Kaufprozess und Preisangaben
Abo-Fallen, versteckte Kosten, irreführende Lieferzeiten: Es gibt viele Maschen und Tricks, mit denen Verbraucher im Internet in die Irre geführt werden. Entsprechend umfangreich sind die Vorschriften, mit denen Käufer vor unangenehmen Überraschungen geschützt werden sollen.
Als Shop-Betreiber stehen Sie hier ein bisschen in der Bringschuld: Sie müssen Ihre Kunden klar und transparent über alle wichtigen Details informieren. Prüfen Sie deshalb insbesondere folgende Punkte:
Auch hier nehmen Ihnen moderne Shop-Baukästen viel Arbeit ab. Checkouts und Produktseiten sind auf einen möglichst transparenten Kaufprozess ausgelegt und so aufgebaut, dass wichtige Informationen an den richtigen Stellen sichtbar sind.
Sie sollten sich aber nicht blind darauf verlassen, dass Ihr Shopsystem die gesetzlichen Anforderungen für Sie erfüllt (oder Sie vor Fehlern und fehlenden Angaben schützt), zumal ausländische Plattformen – Shopify stammt beispielsweise aus Kanada – nicht speziell für den deutschen Markt entwickelt wurden.
Die automatische Berechnung von Grundpreisen wird etwa von vielen Shop-Plattformen noch nicht unterstützt. In diesem Fall müssen Sie diese Angaben selbst in der Produktmaske hinterlegen.
Letztlich sind Sie als Shop-Betreiber dafür verantwortlich, dass alle Informationen korrekt und rechtskonform an der richtigen Stelle kommuniziert werden.
Kategorie 3: Cookies, Barrierefreiheit, Bildrechte
Dann gibt es noch ein paar rechtliche Anforderungen, die den technischen Betrieb, die Gestaltung Ihres Shops und Ihre Inhalte betreffen:
Testverkauf durchführen
Im Prinzip haben Sie jetzt alles Wichtige erledigt: Ihr Shop hat eine ansprechende Website, Ihre Produkte sind angelegt, Zahlungs- und Versandmethoden sind eingerichtet, Steuern werden automatisch berechnet und die wichtigsten rechtlichen Anforderungen sind erfüllt. Damit ist Ihr Shop praktisch startklar – oder?
Noch nicht ganz: Bevor Sie Ihren Shop auf echte Kunden loslassen, sollten Sie noch einmal überprüfen, ob auch wirklich alles wie vorgesehen funktioniert. Viele Shop-Baukästen bieten dafür spezielle Testmodi an.
Bei Shopify können Sie beispielsweise das sogenannte „Bogus Gateway“ aktivieren, um den Bestellprozess mit simulierten Zahlungen durchzuspielen:

Mit dem „Bogus Gateway“ können Sie eine Testbestellung durchführen.
Mit einem Testverkauf können Sie prüfen, ob Ihr Shop so funktioniert, wie vorgesehen. Nutzen Sie die Gelegenheit am besten, um Ihren Shop mit den Augen eines potenziellen Käufers zu betrachten und den gesamten Bestellprozess einmal selbst zu durchlaufen.
Spielen Sie dabei mehrere Szenarien durch und achten Sie besonders auf mögliche Fehler oder Unstimmigkeiten. Prüfen Sie beispielsweise:
wie der Bestellprozess abläuft – sowohl mit als auch ohne Kundenkonto
ob unterschiedliche Zahlungsmethoden funktionieren
ob Versandtarife korrekt angezeigt und berechnet werden
ob Rabattcodes richtig angewendet werden
ob die Steuern bei unterschiedlichen Lieferadressen korrekt berechnet werden
ob Bestellbestätigungen und andere E-Mails versendet werden
ob die Bestellung korrekt im Shop-Backend erscheint
ob Lagerbestände nach einer Bestellung richtig aktualisiert werden
ob Produktvarianten richtig angezeigt werden
wie Ihr Shop auf Smartphones und anderen Geräten dargestellt wird
Je gründlicher Sie alles testen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es später im Live-Betrieb zu Problemen kommt.
Shop veröffentlichen
Jetzt wird’s ernst: Ihr Shop ist bereit für die ersten Besucher – Sie müssen ihn nur noch online schalten.
Falls Sie noch keine Domain eingerichtet haben, sollten Sie das jetzt nachholen. Bei den meisten Shop-Baukästen können Sie Domains direkt über den Anbieter registrieren oder bestehende Domains verbinden. Bei Shopify finden Sie die Domain-Einrichtung unter „Einstellungen“ > „Domains“.

Verbinden Sie Ihren Shop mit einer aussagekräftigen Domain.
Bei vielen Shop-Baukästen ist der Shop während der Einrichtungsphase noch durch eine Passwortseite geschützt. Zum Start müssen Sie diese Sperre entfernen und Ihren Shop für Besucher freigeben.
Bei Shopify geschieht das mit wenigen Klicks. Sobald Sie einen Tarif gewählt und die Passwortseite deaktiviert haben, ist Ihr Shop öffentlich erreichbar.
Damit haben Sie die technische Einrichtung Ihres Shops erfolgreich abgeschlossen. Sie sind damit schon deutlich weiter als viele andere, deren halbfertige Shop-Projekte irgendwo auf dem virtuellen Friedhof gescheiterter Nebenprojekte verstauben.
Die Arbeit ist damit aber natürlich noch nicht vorbei – man könnte sogar sagen, sie fängt gerade erst an. Besucher kommen nicht automatisch, Produkte verkaufen sich nicht von selbst, und je besser Ihr Shop läuft, desto mehr Zeit und Aufmerksamkeit wird er in Anspruch nehmen.
Jetzt wird es also Zeit, die Werbetrommel zu rühren, die ersten Kunden zu gewinnen und sicherzustellen, dass diese nicht nur erstklassige Produkte, sondern auch ein erstklassiges Einkaufserlebnis erhalten.
Die besten Shop-Baukästen
Erfolg im E-Commerce ist nicht nur eine Frage der Software. Trotzdem spielt die technische Basis eine wichtige Rolle: Wenn Sie von Anfang an eine Shop-Plattform auswählen, die zu Ihren Anforderungen passt, ersparen Sie sich beim Aufbau und Betrieb Ihres Shops viel Zeit, Geld und Frust.
In unserem Vergleich der besten Shop-Baukästen haben wir 13 Plattformen ausgiebig getestet. Hier sind unsere Top 3, die sich an unterschiedliche Zielgruppen und Anforderungen richten:
Shopify: Der beste Allrounder für Shops jeder Größe

Wir haben Shopify* als Beispiel für diese Anleitung genutzt, weil die Plattform die sicherste Wahl für die meisten Händler ist. Shopify richtet sich nicht an eine bestimmte Nische, Branche oder Shop-Größe, sondern eignet sich für kleine Shops und ambitionierte Nebenprojekte genauso gut wie für größere E-Commerce-Unternehmen mit Tausenden Produkten.
Als gehostete Shop-Plattform bringt Shopify die technische Infrastruktur und alle Funktionen mit, die Sie für den Aufbau und Betrieb eines professionellen Online-Shops benötigen.

Shopify ist der Testsieger unter den von uns getesteten Shop-Plattformen.
Gleichzeitig ist die Plattform enorm flexibel und lässt sich über Apps, Themes und individuelle Anpassungen fast unbegrenzt erweitern. Trotzdem bleibt Shopify deutlich einfacher zu bedienen als viele andere E-Commerce-Systeme.
Wenn Sie einen vielseitigen Allrounder suchen und heute noch nicht genau wissen, wie groß Ihr Shop einmal werden soll, machen Sie mit Shopify am wenigsten falsch.
Vor- und Nachteile von Shopify
Großer Funktionsumfang
Shopify bringt alles mit, was Sie für den Betrieb eines professionellen Online-Shops benötigen. Was in der Grundausstattung fehlt, können Sie über Apps nachrüsten oder programmieren lassen.Für kleine und große Shops geeignet
Shopify ist dafür ausgelegt, mit Ihrem Shop mitzuwachsen. Sie müssen also nicht gleich die Plattform wechseln, wenn aus einem kleinen Nebenprojekt ein größeres E-Commerce-Geschäft wird.Vergleichsweise anfängerfreundlich
Für eine so „mächtige“ Shop-Plattform ist Shopify relativ einfach zu bedienen. Es gibt zwar eine gewisse Lernkurve, aber auch Nutzer ohne Programmierkenntnisse sollten gut zurechtkommen.Viel Spielraum für individuelle Anpassungen
Themes, Apps und Shop-Funktionen lassen sich mit HTML, CSS, JavaScript und der Template-Sprache Liquid individuell erweitern.
Die meisten Themes sind kostenpflichtig
Shopify hat mehr als 1.000 Themes, aber nur 24 davon sind kostenlos. Premium-Themes kosten zwischen 100 und 500 €.Begrenzte Designfreiheit ohne Code
Der Page-Builder von Shopify ist eher zweckmäßig. Für wirklich individuelle Layouts und Designs sind schnell Programmierkenntnisse oder die Hilfe eines Entwicklers erforderlich.Schwacher Kundensupport
Shopify bietet ein umfangreiches Hilfezentrum, der direkte Kundensupport hat uns im Test jedoch enttäuscht. Auch auf Trustpilot & Co. hagelt es Kritik.
WooCommerce: Flexibles Shop-Plugin für WordPress

WooCommerce* ist ein Shop-Plugin für WordPress, mit dem Sie jede WordPress-Website um E-Commerce-Funktionen erweitern können. Es handelt sich – im Gegensatz zu gehosteten Plattformen wie Shopify – um ein quelloffenes System, das Sie selbst verwalten und erweitern können. Sie haben also deutlich mehr Kontrolle über die technische Basis Ihres Shops.
Das hat Vor- und Nachteile. Der größte Vorteil ist die enorme Flexibilität: Bei WooCommerce profitieren Sie vom riesigen WordPress-Ökosystem. Es gibt kaum eine Funktion, die sich hier nicht umsetzen lässt – und für fast jede Anforderung gibt es bereits passende Plugins oder Themes.
Zudem sind Sie nicht von einem einzelnen Anbieter abhängig, weil Sie beispielsweise ganz einfach den Hosting-Provider wechseln können.

WooCommerce integriert sich direkt in WordPress.
Die Kehrseite ist, dass WooCommerce etwas mehr Eigeninitiative und technisches Verständnis erfordert. Sie müssen sich selbst um Hosting, Updates und die technische Wartung kümmern.
Ihren Shop verwalten Sie im WordPress-Backend, das zwar funktional und benutzerfreundlich, aber nicht so intuitiv und modern wie die Oberflächen gehosteter Shop-Baukästen ist.
WooCommerce ist also eine gute Wahl für Nutzer, die mehr Freiheit als bei „klassischen“ Shop-Baukästen suchen und/oder bereits mit WordPress vertraut sind.
Vor- und Nachteile von WooCommerce
Mehr Kontrolle über Shop und Technik
WooCommerce ist kein geschlossenes Shopsystem, sondern ein Open-Source-Plugin. Für die Infrastruktur – inklusive Hosting – sind Sie selbst zuständig. Dadurch sind Sie weniger an einen einzelnen Anbieter gebunden und behalten die Kontrolle über die technische Basis Ihres Shops.Nahezu unbegrenzte Anpassungsmöglichkeiten
Dank der Offenheit von WordPress und der riesigen Auswahl an Themes und Plugins lässt sich mit WooCommerce so ziemlich jede Art von Shop umsetzen. Gestalterisch und funktional gibt es kaum Grenzen.Kostenlose Nutzung
Für WooCommerce selbst fallen keine monatlichen Abo-Gebühren an. Sie bezahlen „nur“ für Hosting, Plugins, Themes und weitere Zusatzleistungen.
Technisch anspruchsvoller Start
WooCommerce ist weniger „plug and play“ als gehostete Shop-Baukästen: Sie müssen sich selbst um Hosting, die Installation von WordPress und die technische Einrichtung kümmern.Mehr laufender Pflegeaufwand
Auch nach der Einrichtung verursacht WordPress mehr Arbeit: Updates, Backups, Sicherheit und die Wartung von WordPress, Themes und Plugins müssen Sie selbst im Blick behalten.Viele Funktionen nur per Plugin
WooCommerce hat eine solide Grundausstattung, aber für erweiterte Funktionen werden schnell Plugins nötig – und die sind oft kostenpflichtig.
Wix: Design-starker Website-Baukasten für kleine und einfache Shops

Wenn Sie einen kleineren Shop betreiben oder Produkte nebenbei auf einer kleinen Business-Website verkaufen wollen, sind spezialisierte E-Commerce-Plattformen wie Shopify oder WooCommerce vielleicht etwas überdimensioniert. Dann könnte ein Homepage-Baukasten mit Shop-Funktion ausreichen – Wix* zum Beispiel.
Wix ist in erster Linie ein Website-Builder, mit dem auch Anfänger ohne Coding- und Design-Skills visuell ansprechende Websites basteln können. Der pixelgenaue Page-Builder gehört zu den flexibelsten auf dem Markt: Damit können Sie Layouts und Inhalte visuell beinahe komplett frei gestalten.

Wix ist ein Homepage-Baukasten mit Shop-Funktion.
Die E-Commerce-Funktionen sind solide, erreichen aber bei weitem nicht die Tiefe und Skalierbarkeit spezialisierter Shop-Plattformen. Wix ist also eher für kleinere Shops und Unternehmen gedacht, bei denen die Website genauso wichtig ist wie der Verkauf.
Vor- und Nachteile von Wix
Flexibler Website-Builder
Der Page-Builder von Wix ist deutlich flexibler als die funktionalen Baukästen vieler Shop-Plattformen. Sie können Seiten, Abschnitte und Elemente sehr individuell gestalten.Solide Shop-Funktionen für kleinere Shops
Für einen „Allrounder“-Baukasten sind die E-Commerce-Features von Wix ziemlich robust. Alle Funktionen, die für den Betrieb eines kleineren Online-Shops nötig sind, sind vorhanden.Viele Produkttypen
Neben physischen und digitalen Produkten können Sie mit Wix auch Dienstleistungen, Termine, Veranstaltungen, Mitgliedschaften oder Online-Kurse verkaufen.
Komplexes, überladenes Interface
Wix ist zwar für Einsteiger gedacht, aber nicht ganz so anfängerfreundlich wie versprochen: Die Oberfläche ist durch die vielen Funktionen und Werkzeuge recht komplex. Es gibt definitiv eine Lernkurve.Träge Performance
Das Interface von Wix ächzt ein wenig unter dem Funktionsumfang der Plattform. Dashboard und Editor reagieren oft träge, was die Arbeit am Shop etwas zäh macht.Nicht flexibel genug für größere Shops
Mit spezialisierten Shop-Lösungen wie Shopify oder WooCommerce kann Wix nicht mithalten. Es mangelt an Filtermöglichkeiten, erweiterten Verkaufsfunktionen und Automatisierungen, die für größere Shops wichtig sind.
Alternativen
Natürlich gibt es noch viele weitere Shop-Baukästen, die für Ihren Shop infrage kommen. Hier finden Sie unser komplettes Ranking der 13 Anbieter aus unserem Test, mit Links zu unseren ausführlichen Testberichten:
Fazit: In 10 Schritten zum eigenen Online-Shop
Es ist eine gute Zeit, um einen eigenen Online-Shop zu starten – zumindest waren die technischen Hürden noch nie niedriger. Es gibt eine riesige Auswahl an leistungsfähigen Shop-Baukästen, mit denen selbst absolute Einsteiger ohne Design- und Programmierkenntnisse einen professionellen Online-Shop aufbauen können.
Trotzdem sollten Sie den Aufwand nicht unterschätzen, und moderne Shop-Plattformen machen E-Commerce-Projekte noch lange nicht zum Selbstläufer. Sie müssen Ihre Produkte sorgfältig anlegen, Ihren Shop ansprechend gestalten und zahlreiche Einstellungen korrekt konfigurieren – von den Steuern bis zum Versand. Auch auf rechtlicher Seite ist einiges zu beachten.
Und wenn Ihr Shop dann endlich online geht, beginnt die eigentliche Arbeit erst: Ein Online-Shop ist schließlich kein abgeschlossenes IT-Projekt, sondern ein lebendiger Vertriebskanal, der laufend funktionieren und kontinuierlich gepflegt, optimiert und weiterentwickelt werden muss.
Wenn Sie sich gleich zu Beginn für die richtige Shop-Plattform entscheiden, machen Sie sich den Aufbau und den späteren Betrieb Ihres Shops deutlich einfacher. Wir haben 13 Shopsysteme ausgiebig getestet, um Ihnen bei der Auswahl zu helfen.

































