Proxy Server

Firefox Proxy: So nutzen Sie einen Proxy in Firefox

Janis von Bleichert
Autor
Letzte Aktualisierung

Wenn Sie sich etwas mehr Anonymität im Netz wünschen, sind Proxy-Server einen Blick wert. Sie stellen sich schützend zwischen Sie und das Internet, indem sie Anfragen für Sie weiterleiten und dabei Ihre IP-Adresse verschleiern. Die Einrichtung eines Proxy-Servers ist dabei gar nicht so schwierig, und auch im Mozilla Firefox-Browser gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Grundsätzlich gibt es drei Methoden, eine Proxy-Verbindung in Firefox herzustellen: Sie können einen simplen Web-Proxy-Service besuchen, eine Browser-Erweiterung installieren oder den Proxy-Server manuell konfigurieren. Wir stellen alle drei Methoden kurz vor.

1. Möglichkeit: Web-Proxy

Einfacher als per Web-Proxy geht es nicht: Sie müssen nur die Website eines Web-Proxys besuchen und eine URL ins Suchfeld eingeben, und schon wird eine sichere Proxy-Verbindung zu einer Website Ihrer Wahl hergestellt.

Der Vorteil dabei ist, dass Sie nichts installieren oder gar konfigurieren müssen. Je nach Proxy-Tool lassen sich höchstens ein paar simple Einstellungen vornehmen, beispielsweise zur Handhabung von Skripten oder Cookies.

Der Haken an der Sache ist, dass es sich nur um eine simple HTTP-Verbindung handelt, die direkt zu einer einzigen, manuell im Browser ausgewählten Website hergestellt wird. Wenn Sie sich mehr Flexibilität wünschen und beispielsweise Traffic einer Desktop-Anwendung über die Proxy-Verbindung laufen lassen möchten, müssen Sie eine andere Methode wählen.

Für simple HTTP Proxy-Verbindungen sind Web-Proxies aber durchaus hilfreich. Kostenlose Angebote gibt es zudem zuhauf, beispielsweise von HideMyAss oder Hide.me:

Der VPN-Anbieter HideMyAss hat auch einen kostenlosen Web-Proxy-Dienst zu bieten.

Vor- und Nachteile

simpel

kostenlos

keine Konfigurierung oder manuelle Einrichtung erforderlich

nur für einfache HTTP-Verbindungen

jede Website muss manuell über die Web-Proxy-Seite besucht werden

Auf der Suche nach einem kostenlosen Web-Proxy? In unserem Artikel zum Thema Web-Proxies stellen wir sieben Anbieter vor.

2. Möglichkeit: Browser-Erweiterung

Sie möchten sich vom Web-Proxy loslösen und etwas flexibler mit Proxy-Verbindung surfen? Dann könnte Ihnen eine Proxy-Browser-Erweiterung gelegen kommen. Damit können Sie die HTTP-Proxy-Verbindung auf den gesamten Browser anwenden. Angeboten werden solche Browser-Erweiterungen von einigen VPN-Diensten, beispielsweise:

1.

CyberGhost Proxy

Die Proxy-Erweiterung von CyberGhost bietet vier Standorte: Deutschland, Rumänien, die Vereinigten Staaten und die Niederlande. Daten-Limits gibt es glücklicherweise nicht, erweiterte Einstellungen sind jedoch auch nicht möglich. Dafür benötigen Sie die Premium-VPN-App des Anbieters, die in der Proxy-Erweiterung beworben wird. Im Test von EXPERTE.de kam jene immerhin auf eine „gute“ Gesamtnote.

Mit der kostenlosen Proxy-Erweiterung von CyberGhost können Sie ohne Daten-Limits surfen.

2.

hide.me Proxy

Mit der Proxy-Erweiterung von Hide.me haben Sie die Wahl zwischen Servern in Deutschland, Kanada und den Niederlanden, sowie der automatischen Serverauswahl. Daten-Limits gibt es keine, und in den Einstellungen können Sie beispielsweise WebRTC deaktivieren und festlegen, dass die Proxy-Verbindung stets automatisch hergestellt werden soll.

Auch Hide.me ergänzt sei VPN-Angebot mit einer eigenen Proxy-Erweiterung.

3.

Hotspot Shield Proxy

Auch die kostenlose Firefox-Proxy-Erweiterung von Hotspot Shield legt Ihnen keine Bandbreiten-Limits in den Weg, bietet dafür (neben der automatischen Standortauswahl) aber ausschließlich Server in den USA. In den Einstellungen finden Sie ein paar nützliche Sicherheits-Features, beispielsweise zum Blockieren von Tracking, Cookies oder Malware.

Vor- und Nachteile

praktisch in den Browser integriert

kostenlos

nur für einfache HTTP-Verbindungen

begrenzte Server-Auswahl

je nach Anbieter gibt es Daten- oder Speed-Limits

3. Möglichkeit: Manuelle Proxy-Einstellungen

Wenn Sie die Proxy-Verbindung flexibler einsetzen möchten, können Sie sie auch manuell konfigurieren. Dafür benötigen zunächst die IP-Adresse eines Proxy-Servers, den Sie verwenden können. Hier gibt es viele kostenlose Angebote, die jedoch häufig recht unzuverlässig sind. Mit der Proxy-Liste von EXPERTE.de finden Sie kostenlose Proxy-IPs, die regelmäßig überprüft werden:

Natürlich gibt es auch zuverlässige Proxy-Server, die Sie gegen Bezahlung mieten können.

Sobald Sie eine Proxy-IP haben, können Sie den Proxy-Server in Firefox manuell einrichten. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie dabei vorgehen müssen:

1. Klicken Sie aufs Hamburger-Menü oben rechts und im Menü auf Einstellungen.

Öffnen Sie zunächst die Einstellungen.

2. Scrollen Sie bis ganz nach unten zu den Verbindungs-Einstellungen und klicken Sie hier auf Einstellungen.

In den Verbindungs-Einstellungen finden Sie die Proxy-Optionen.

3. Wählen Sie nun die Option Manuelle Proxy-Konfiguration aus. Hier geben Sie ins jeweilige Feld die Proxy-IP und den zugehörigen Port ein, die Sie beispielsweise in der EXPERTE.de Proxy-Liste finden. Beachten Sie dabei, um welchen Proxy-Typ es sich handelt (HTTP/S oder SOCKS5) und kopieren Sie die Informationen ins jeweilige Feld.

Geben Sie die Proxy-Daten ein und klicken Sie auf OK, um die Einrichtung abzuschließen.

4. Klicken Sie im Anschluss auf OK. Nun ist der Proxy-Server aktiviert.

Soweit zu Mozilla Firefox. Falls Sie einen Proxy-Server auch mit anderen Browsern oder auf Betriebssystemebene nutzen möchten, haben wir in unserem Ratgeber zur Proxy-Einrichtung alle Möglichkeiten zusammengestellt.

Vor- und Nachteile

maximale Flexibilität

systemweite Proxy-Einstellungen

kostenlose Proxy-IPs müssen aufgrund von Unzuverlässigkeit häufig manuell gewechselt werden

keine Verschlüsselung

Fazit

Wenn Sie in Ihrem Firefox-Browser eine Proxy-Verbindung herstellen möchten, stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl: Sie können einen Web-Proxy nutzen, um einzelne Websites über die anonyme Proxy-Verbindung aufzurufen. Mit einer Browser-Erweiterung können Sie sich den Umweg über die Web-Proxy-Website sparen und die Proxy-Verbindung direkt in der Browser-Taskleiste ein- und ausschalten.

Alternativ können Sie die Proxy-Verbindung direkt in den Firefox-Einstellungen konfigurieren. Dafür benötigen Sie nur eine (kostenlose) Proxy-IP, die Sie beispielsweise in der Proxy-Liste von EXPERTE.de finden. Die kostenlosen Server sind im Vergleich zu kostenlosen Angeboten jedoch häufig unzuverlässig, deshalb kann es sein, dass Sie zunächst einige Proxy-IPs durchprobieren müssen.

Eine zuverlässigere und insgesamt sicherere, dafür in der Regel kostenpflichtige Alternative zum Proxy-Server stellen VPNs dar. Auch damit können Sie Ihre IP-Adresse verschleiern und beispielsweise Ländersperren umgehen, doch zusätzlich wird Ihre Verbindung verschlüsselt. Im zugehörigen Artikel erfahren Sie, welche VPN-Dienste für Firefox besonders geeignet sind.

Autor: Janis von Bleichert
Janis von Bleichert hat Wirtschaftsinformatik an der TU München und Informatik an der TU Berlin studiert. Er ist seit 2006 selbständig und ist der Gründer von EXPERTE.de. Er schreibt zu den Themen Hosting, Software und IT-Security.
Weitere Sprachen:
English Italiano Français