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VPNs im Test: CyberGhost

Unsichtbar surfen, ohne sich von Datendieben spuken lassen zu müssen: Der rumänische VPN-Anbieter "CyberGhost" verschleiert die Spuren seiner mehr als 10 Millionen Nutzer im Netz und rühmt sich als "echte VPN-Komplettlösung". Was dran ist an diesem Versprechen, verrät unser Test.

Was ist CyberGhost?

CyberGhost ist ein VPN-Service mit Sitz in Bucharest, dessen Entwickler seit 2017 zum britischen Cybersecurity-Unternehmen Kape Technologies gehört.

Testbericht

Performance
Note 1,7
Kundensupport
Note 1,7
Server-Netzwerk
Note 1,7
Bedienung und Features
Note 2,0
Sicherheit und Privatsphäre
Note 3,0

Pro & Contra

benutzerfreundliche Anwendungen

funktionierendes Video-Streaming mit Netflix oder BBC iPlayer

guter Support

großes Netzwerk

solide Geschwindigkeiten

Unklarheiten bei Sicherheit und Privatsphäre

gelegentliche Instabilität

fragwürdiges Mutterunternehmen

Bedienung und Features

Sieben ist bei CyberGhost die magische Zahl: Mit einem Abo können Sie insgesamt sieben Geräte registrieren, und auch sieben gleichzeitige Verbindungen lässt der Service zu. Damit gibt sich CyberGhost etwas großzügiger als manche anderen VPNs.

In der Geräteverwaltung lassen sich mit wenigen Klicks neue Clients für Windows, macOS, iOS, Android, und Linux installieren. Außerdem finden Sie hier Anleitungen für die Verbindung von Geräten wie FireTV oder Routern.

Der Benutzeroberfläche von CyberGhost wurde mit der 7. Version des Programmes eine Rundum-Erneuerung spendiert, die sich klar am Design etablierter VPN-Konkurrenten orientiert.

Das langgezogene Interface in Smartphone-Format, das Sie mit Drag and Drop frei über Ihren Bildschirm bewegen können, ordnet wie bei ExpressVPN alle anderen Funktionen einem prominent platzierten Ein-/Aus-Button unter. Wenn es schnell gehen soll, reicht ein einziger Klick, der Sie mit dem nächstbesten Server verbindet.

Mit einem Klick auf den Server-Standort unter dem Button können Sie stattdessen auch Favoriten aus einer Dropdown-Liste auswählen. Alle weiteren Einstellungen und Justierungen müssen Sie hingegen in einem Extra-Fenster vornehmen. Beim Klick auf den Pfeil-Button oder dem Öffnen der Einstellungen über das Zahnrad-Symbol oben rechts klappt sich links ein großes Fenster aus.

Hier sind nun alle Server gelistet, die Sie nach Favoriten und anderen Parametern filtern können. Sie können beispielsweise Server auswählen, die sich besonders gut für Torrents oder Streams eignen. Außerdem gibt es eine Reihe von NoSpy-Servern, die sich allesamt in Rumänien befinden und noch mehr Sicherheit als die regulären Server bieten.

Zu jedem Land und den dazugehörigen Servern finden Sie zusätzliche Informationen wie Entfernung, Ping und Auslastung - gerade Angaben zu den letzteren vermissen wir bei so manchem anderen Anbieter.

In den Einstellungen geht CyberGhost einen guten Mittelweg zwischen Funktionalität und Einfachheit. Die Anzahl an Optionen ist keinesfalls erdrückend, und doch sind die meisten Grundfunktionen, die man sich von VPNs wünscht, und ein paar nette Extras vorhanden.

Im Bereich "Verbindungsfunktionen" warten ein paar zusätzliche Schutz-Optionen wie ein AdBlocker (der allerdings nicht allzu gut funktioniert) und eine NoTrack-Funktion. Außerdem können Sie die Datenkomprimierung aktivieren, um mit reduziertem Datenverbrauch Ihre Verbindung zu beschleunigen. Split Tunneling ist leider nur auf Android verfügbar.

In den "Smart Rules" können Sie Regeln zum Verhalten der App festlegen: Autostart, das Verknüpfen anderer Anwendungen mit dem CyberGhost-Start, Verhalten bei unbekannten WLAN-Netzen und mehr.

Die restlichen Einstellungen, Protokoll-Wechsel oder Kill Switch etwa, warten im gleichnamigen Untermenü. Letzterer lässt sich allerdings gar nicht abschalten - die "Option" scheint eher gelistet zu sein, um Fragen zum fehlenden Kill Switch vorzubeugen. Tatsächlich ändern können Sie immerhin das Design der App: Zur Auswahl stehen "Light" und "Dark".

Video-Streaming funktionierte im Test mit Netflix und dem BBC iPlayer ausgezeichnet.

Mobile App

Weil bereits die Desktop-Version ins Smartphone-App-Design gehüllt ist, wundert es nicht, dass die für iOS und Android erhältliche Anwendung praktisch identisch zum Windows-Client aussieht. Auch hier können Sie sich mit einem Klick auf den Button in der Mitte mit dem nächstbesten Server verbinden lassen oder in der Serverliste den passendsten auswählen.

Ärgerlich ist, dass man im Gegensatz zur Desktop-Version die Sprache der App nicht einfach wechseln kann. Sie passt sich stattdessen der Systemsprache an. Etwas beschränkt sind die Optionen im Vergleich zudem: Protokoll-Wechsel und andere Einstellungen der Desktop-Anwendung sind hier beispielsweise nicht möglich. Insgesamt macht CyberGhost aber auch mobil einen soliden Eindruck und überträgt die vom Desktop bekannten Funktionen intuitiv aufs Smartphone.

Startschwierigkeiten

CyberGhost konnte einen guten Ersteindruck bei uns hinterlassen: Die Anwendung ist benutzerfreundlich und auch optisch ansprechend, die wichtigsten Funktionen werden (mit Ausnahme von Split Tunneling) abgedeckt und die großzügige Geräte-Kapazität bietet Spielraum für den gesamten Haushalt. Letztere fing allerdings schon bald an, uns Probleme zu bereiten: Immer wieder wurden wir von allen Geräten aus automatisch ausgeloggt mit der Behauptung, wir hätten sie entfernt oder gar unsere Geräte-Kapazität erreicht. Nach einer Weile konnten ein paar einfache Neustarts die Probleme lösen - doch ein Gefühl der Unsicherheit blieb. Immerhin versicherte man uns bald darauf im Support, dass das Problem bereits bekannt, und die Entwickler mit seiner Lösung beschäftigt seien.

Die Probleme waren temporärer Natur, und die meiste Zeit lief CyberGhost auf unseren Geräten ohne Aussetzer.

Note: 2,0

Server-Netzwerk

CyberGhost ist in insgesamt 59 Ländern mit mehr als 4500 Servern vertreten. Die meisten davon befinden sich in den USA und Deutschland, Nordamerika und Europa sind generell gut bedient. Das globale Netzwerk kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn der Großteil Afrikas und weite Teile Asiens wie von vielen anderen VPN-Anbietern auch hier stiefmütterlich behandelt werden. In Afrika gibt es beispielsweise lediglich in Südafrika und Kenia jeweils 10 Server.

Dabei handelt es sich aber eher um ein allgemeines Problem, denn auch die bekanntesten VPN-Anbieter schenken diesen Regionen wenig Aufmerksamkeit. Insgesamt kann CyberGhost ein gutes Server-Netzwerk aufweisen.

Note: 1,7

Performance

Die Geschwindigkeiten der VPNs testen wir von einem 1 Gbit/s-Server in Frankfurt aus. Dabei prüfen wir mehrmals täglich einen zufälligen Cyberghost-Server, um einen repräsentativen Wert der Geschwindigkeiten zu ermitteln. Mehr Informationen zur Methodik finden Sie in unserem VPN Speedtest.

Die folgende Tabelle zeigt, absteigend nach Download + Upload-Geschwindigkeiten sortiert, die Ergebnisse der letzten sieben Tage:

Zum Testzeitpunkt erreichte Cyberghost mit einem Download von 184,5 Mbit/s und einem Upload von 13,6 Mbit/s den 6. Platz in unserem Speedtest-Ranking. Auf das Siegertreppchen schafft es der Anbieter damit nicht, doch in Zahlen ausgedrückt sind die Höchstwerte auch von den schnellsten VPN-Diensten nicht weit entfernt.

Note: 1,7

Sicherheit und Privatsphäre

In der Protokoll-Auswahl findet man bei CyberGhost die üblichen Verdächtigen: OpenVPN, L2TP, IKEv2. PTPP wird nicht unterstützt, wobei das Protokoll ohnehin nicht mehr wirklich zeitgemäß ist. Die meisten User werden sich auf die automatische Auswahl von Cyberghost, bei Windows und Android OpenVPN, bei MacOS und iOS IKEv2, verlassen. Verschlüsselt wird Ihre Verbindung dabei mit dem AES 256-Standard, der maximale Sicherheit verspricht.

CyberGhost sitzt in Rumänien, das nicht zu den 14-Augen-Ländern gehört, die Datenschützer mit ihrem Bekenntnis zum Intelligenz-Sharing nervös machen. Die strikte No Logging-Richtline, mit denen das Unternehmen auf seiner Website wirbt, wird im Netz allerdings etwas kontrovers diskutiert. Auch im Support wurde uns versichert, dass Cyberghost keine Logs speichert - die Vorwürfe sind allerdings zu zahlreich, um sie nicht zu erwähnen, und auch der Support lieferte keine zufriedenstellenden Antworten. Dazu kommt, dass das Mutterunternehmen Kape Technologies plc (früher Crossrider plc) bereits wiederholt mit der Verbreitung von Malware aufgefallen ist und als Ad Tech-Firma generell Daten zu Geld macht. Das muss CyberGhost nicht zwingend in Verruf bringen, doch derart diametral entgegengesetzt wirkende Unternehmensphilosophien schaffen nicht gerade Sicherheit.

Zurück zum Positiven: Verschiedene Leak-Tests bestand CyberGhost ohne Aussetzer. Der Kill Switch ist bei CyberGhost wie bereits erwähnt kein optionales Extra, sondern aus Sicherheitsgründen immer aktiviert. Bekannte Sicherheits-Features sind alle vorhanden.

Auf dem Papier macht CyberGhost also alles richtig, und doch bleibt aufgrund der Kontroversen und des bedenklichen Mutterkonzerns ein fader Beigeschmack.

Note: 3,0

Kundensupport

CyberGhost ermöglicht Support via Kontaktformular und - auf Deutsch, Englisch und Französisch - auch per Live-Chat. Dort erhielten wir rasch Auskunft, doch mit unseren Fragen zu Logging-Richtlinien etwa waren die Mitarbeiter schnell überfordert. Auf unsere beiden Testanfragen per E-Mail erhielten wir nach einer Stunde eine Rückmeldung vom Support-Team.

Damit Sie den direkten Kontakt gar nicht erst suchen müssen, gibt es aber auch auch eine gut gepflegte Datenbank mit Anleitungen und FAQs. Insgesamt ist der Support, gerade für ein weniger bekanntes VPN, mehr als solide.

Note: 1,7

Preisgestaltung

Wie viele andere VPN-Anbieter ist CyberGhost nur dann wirklich günstig, wenn Sie ein langfristiges Abo abschließen. Dann können Sie allerdings richtig sparen, im 3-Jahres-Vertrag sogar rund 80%. Ansonsten gibt es 1- und 2-Jahres-Pakete; wer monatlich bezahlt, muss jedoch recht tief in die Taschen greifen. Die momentanen CyberGhost-Preise können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

3 Jahre2 Jahre1 Jahr1 Monat
Preise
Einrichtungsgebühr 0.00 € 0.00 € 0.00 € 0.00 €
Grundpreis pro Monat 2.45 € 3.29 € 5.29 € 11.99 €
Vertragslaufzeit (Monate) 36 24 12 1
Limits
Datenvolumen (GB) unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Anzahl Geräte 7 7 7 7
Features
Anzahl Server 3600 3600 3600 3000
Anzahl Länder 60 60 60 60
Keine Logs
P2P erlaubt
Tor Zugang
Kill Switch
Protokolle
- OpenVPN
- PPTP
- SOCKS5
- IKEv2
- IPSec
- L2TP
- OpenVPN
- PPTP
- SOCKS5
- IKEv2
- IPSec
- L2TP
- OpenVPN
- PPTP
- SOCKS5
- IKEv2
- IPSec
- L2TP
- OpenVPN
- PPTP
- SOCKS5
- IKEv2
- IPSec
- L2TP

Bezahlen können Sie Ihr Abo neben PayPal und Kreditkarte auch mit BitCoin, falls Sie auf diese zusätzliche Sicherheits-Barriere wert legen.

Fazit

Performance
Note 1,7
Kundensupport
Note 1,7
Server-Netzwerk
Note 1,7
Bedienung und Features
Note 2,0
Sicherheit und Privatsphäre
Note 3,0

Viel Gutes gibt es über Cyberghost zu berichten: Die Performance ist absolut solide, die Anwendungen seit den neusten Updates elegant und benutzerfreundlich, der Support lobenswert. Nach ein paar anfänglichen Problemen liefen alle Apps tadellos, und schlossen machten die gute Server-Infrastruktur des Anbieters zu unserer VPN-Spielwiese.

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∅ mtl. Effektivpreis
36 Monate Laufzeit
3000+ Server
60 Länder
Speichert keine Logs
45 Tage Geld-zurück-Garantie
CyberGhost 3 Jahre
7
Geräte
Datenvolumen
6
VPN Protokolle

Manche Funktionen - Split Tunneling etwa - fehlen uns aber in den Desktop-Anwendungen, und besonders im Bereich Anonymität und Privatsphäre gibt es zu viel Rauch, um kein Feuer zu fürchten. Wer wert auf volle Transparenz und eine weiße Weste legt, ist mit anderen VPN-Diensten besser bedient. Wer mit diesen Kontroversen leben kann, könnte mit Cyberghost allerdings sehr glücklich werden.

Kundenbewertungen

In den von uns gesammelten Rezensionen der Aggregatoren kommt CyberGhost sehr gut weg: Gelobt werden vor allem die vielen Features und die Benutzerfreundlichkeit. Manche Nutzer berichten jedoch von gelegentlicher Instabilität.

Experte.de hat die Erfahrungsberichte und Bewertungen von verschiedenen Bewertungsportalen untersucht und dabei 7113 Bewertungen mit einer Gesamtwertung 4.7 von 5 ermittelt (Quellen).

Ihre Bewertung

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Alternativen

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mit kostenlosem Tarif
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Gerät
2 GB
Datenvolumen
6
VPN Protokolle
Autor: Martin Gschwentner
Martin hat Amerikanistik und Medienwissenschaft in Deutschland, den USA und Frankreich studiert und arbeitet als freier Redakteur in Paris. Er forscht als Doktorand am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Paris Diderot zum Einfluss des Geldes auf die US-Politik. Auf EXPERTE.de schreibt er über IT-Sicherheit, Datenschutz und Software für Selbständige und Kleinunternehmen.

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