Malware entfernen - So gehen Sie vor

Nervige Pop-ups versperren die Sicht? Der PC ist plötzlich langsamer als bisher? Oder Sie sind aus Versehen einem Link in einer alles andere als vertrauensvollen E-Mail gefolgt? Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich Malware auf Ihr Gerät geschlichen hat, sollten Sie nicht allzu lange zögern. Denn während Sie noch Hilfe-Artikel wie diesen lesen, könnte sich die Schadsoftware bereits an Ihren Daten und Ressourcen zu schaffen machen.

Kommen wir also direkt zur Sache: Es gibt mehrere Wege, Malware-Befall kurzfristig zu beseitigen und Angriffen auf lange Sicht vorzubeugen. Einige grundlegende Programme sind kostenlos, Premium-Funktionen oft an Premium-Preise gekoppelt. Wir stellen Ihnen drei Methoden beider Kategorien vor, mit denen Sie Ihr Malware-Problem in wenigen Minuten lösen können.

1. Möglichkeit: Adware mit AdwCleaner kostenlos entfernen

AdwCleaner ist ein kostenloses Malware-Beseitigungsprogramm von Malwarebytes, das in erster Linie gegen Spyware, Adware, potenziell unerwünschte Programme (PUP) und Browser-Hijacker vorgeht. Alle Malware-Arten deckt das Programm somit nicht explizit ab, bietet aber einen allgemeinen Schutz vor unerwünschten Eindringlingen.

AdwCleaner ist ein echtes Leichtgewicht und in wenigen Sekunden heruntergeladen und installiert. Im Vergleich zu komplexen Antivirus-Suites ist der Funktionsumfang so eingeschränkt, dass vom Hauptzweck nicht viel ablenkt. Mit einem Klick auf "Jetzt scannen" im Dashboard beginnen Sie die Suche nach unerwünschten Programmen.

Die Suche selbst dauert ebenfalls nur wenige Sekunden (abhängig von der Anzahl der zu durchsuchenden Objekte).

Im Anschluss können Sie Ihre Scan-Ergebnisse einsehen und Dateien, die aus Sicht von AdwCleaner schädlich oder unnötig sind, in Quarantäne schieben. Wenn Sie das tun, sollten Sie zunächst alle anderen Arbeiten speichern und Programme schließen, weil AdwCleaner automatisch alle Prozesse stoppt.

Wenn AdwCleaner die ausgewählten Dateien in Quarantäne verschoben hat, müssen Sie Ihren Computer noch neustarten, um den Prozess abzuschließen.

Nach dem Neustart ist die Bereinigung abgeschlossen und Sie können im gleichnamigen Menü die Logdateien einsehen.

Falls Ihr Gewissen beruhigt ist, können Sie das Programm unter "Einstellungen" direkt wieder löschen, um keine unnötigen Ressourcen auf Ihrem Computer zu verbrauchen.

Alles in allem dauert eine Bereinigung mit AdwCleaner vom Download bis zum Abschluss nur wenige Minuten und ist dabei völlig kostenlos. Dafür ist das Programm auch ziemlich rudimentär und deckt nicht alle Malware-Arten ab. Sitzt das Problem also tiefer, könnte der Griff zu einer vollwertigen Anti-Malware-Suite notwendig sein.

Auch hier gibt es viele Programme, die den Geldbeutel schonen. Einige Anbieter richten ihre Strategie nach dem Freemium-Modell aus. Dabei können Sie das Grundprogramm kostenlos nutzen, haben aber nicht auf alle Funktionen Zugriff. Im EXPERTE.de-Test konnte uns Avast Antivirus unter dem Freemium-Programmen am meisten überzeugen.

2. Möglichkeit: Malware mit Avast Free kostenlos entfernen

Auch der Download von Avast Free Antivirus nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch. Nach der Erstinstallation führt Sie das Programm direkt zum ersten Scan, den Sie mit Klick auf den grünen Button nur bestätigen müssen.

Der Scan ist etwas umfassender als mit AdwCleaner, könnte also unter Umständen ein paar Minuten dauern. Avast überprüft Ihr Gerät in vier Kategorien: Browser-Bedrohungen, Veraltete Apps, Viren & Malware und Fortgeschrittene Probleme.

Falls Avast Free Probleme in den ersten drei Kategorien feststellt, können Sie sie im nächsten Schritt kostenlos beheben.

Mit fortgeschrittenen Problemen möchte Avast wiederum auf Kundenfang gehen, denn sie führen anhand potenzieller Bedrohungen zu den Premium-Features des Anbieters, in deren Genuss Sie nur als zahlender Kunde kommen.

Für manuelle Scans und grundlegenden Echtzeitschutz reicht Avast Free Antivirus völlig aus. Noch ausführlicheren Echtzeitschutz, und das trifft auf alle Anbieter zu, gibt es aber erst im Premium-Paket.

Im EXPERTE.de Anti-Malware-Test war Bitdefender mit einer hohen Sicherheit, exzellenten Features und einer benutzerfreundlichen Bedienung der eindeutige Testsieger.

3. Möglichkeit: Echtzeitschutz mit Testsieger Bitdefender

Bitdefender ist ein etwas schwererer Brocken, die Installation dauert also ein paar Minuten. Im Dashboard gibt es dann drei Optionen für den manuellen Scan: Sie können einen schnellen Quick Scan ausführen, mit einem System-Scan das komplette Gerät überprüfen, oder mit einem Schwachstellen-Scan konkret nach Schwachstellen (wie veraltete Software-Versionen) suchen.

Bereits der Quick-Scan kann ein paar Minuten dauern und sollte gründlich genug sein, um Malware-Bedrohungen aufzuspüren. Noch länger dauert der vollständige Scan, der nach Abschluss einen Neustart erfordert.

Im Anschluss an die Scans können Sie die Probleme, falls überhaupt welche entdeckt wurden, im Bitdefender-Dashboard mit wenigen Klicks beheben.

Doch manuelle Scans sind nur ein Bereich der Bitdefender-Features. Mit Echtzeitschutz überprüft die Anti-Malware-Suite Ihre Geräte stets im Hintergrund auf Probleme und Gefahren und im Schutz-Menü können Sie zu jeder dieser Funktionen erweiterte Einstellungen vornehmen.

Dazu kommen Extra-Features wie ein Passwort-Manager, ein VPN oder Diebstahlschutz. Als umfassende Schutzzentrale beugt Bitdefender Malware und allen anderen Gefahren im Netz vor, beseitigt bestehende Probleme stärkt noch dazu Ihre Privatsphäre.

Fazit

Falls Sie einfach nur schnell Malware beseitigen oder sich vergewissern möchten, dass auf Ihrem Computer alles mit rechten Dingen zugeht, können Sie zu kostenlosen Tools wie dem AdwCleaner greifen oder die Freemium-Angebote von Diensten wie Avira nutzen. Falls es eine umfassende Anti-Malware-Suite sein soll, die zusätzliche Sicherheitsfunktionen bietet, empfehlen wir den EXPERTE.de-Testsieger Bitdefender.

Unsere Tests zu vielen weiteren Anti-Malware-Programmen finden Sie hier.

Autor: Janis von Bleichert
Janis von Bleichert hat Wirtschaftsinformatik an der TU München und Informatik an der TU Berlin studiert. Er ist seit 2006 selbständig und ist der Gründer von EXPERTE.de. Er schreibt zu den Themen Hosting, Software und IT-Security.