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VPNs im Test: Surfshark

  Martin Gschwentner   31. Jan. 2020

Auf dem heiß umkämpften VPN-Markt ist Surfshark ein ziemlicher Neuankömmling, der Dinge verspricht, die viele andere Programme längst leisten. Sicheres Surfen, Anonymität im Netz, Blockaden überwinden, ausländische Streaming-Inhalte: All das garantieren zahlreiche VPN-Dienste bereits seit Jahren. Ob sich Surfshark im Haifischbecken etablierter VPN-Größen beweisen kann oder kläglich absinkt, verrät unser Test.

Was ist Surfshark?

Surfshark ist ein VPN-Anbieter mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln, der seit 2017 auf dem Markt ist. Anwendungen gibt es für Windows, MacOS, Linux, Android und iOS, sowie für FireTV und AppleTV. Zudem gibt es Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox. Auch auf anderen Geräte wie Spielekonsolen und weiteren Smart-TVs kann mit ein paar zusätzlichen Schritten eine VPN-Verbindung eingerichtet werden. Wir testeten Surfshark auf Windows und Android.

Testbericht

Kundensupport
Note 1.3
Bedienung und Features
Note 1.3
Sicherheit und Privatsphäre
Note 1.3
Server-Netzwerk
Note 2
Performance
Note 2.3

Pro & Contra

intuitive Anwendungen

viele Features, inklusive Split Tunneling

toller Support

Schnäppchen-Preis im 2-Jahres-Paket

Server-Netzwerk könnte größer sein

Geschwindigkeiten nur solide im Vergleich zu den schnellsten VPNs

Bedienung und Features

Die verschiedenen Surfshark-Anwendungen sind auf der Website übersichtlich aufgelistet und blitzschnell installiert. Weil es keine Gratis-Version gibt, müssen Sie zu Beginn einen Account erstellen und einen Tarif auswählen, damit die App Sie ins Dashboard lässt. Mehr zu den verschiedenen Surfshark-Tarifen später.

Im Interface der Anwendung findet man sich schnell zurecht. Ein blauer Button im Hauptfenster stellt eine Verbindung zum schnellsten Server oder dem nächstgelegenen Land her, direkt darunter befindet sich eine Liste mit den zuletzt verwendeten Verbindungen.

Der "Nicht Verbunden"-Reiter verbirgt Ihre aktuelle IP-Adresse und den Kill Switch, der den Internetzugang deaktiviert, falls die VPN-Verbindung verloren geht. Er sorgt also dafür, dass Ihre IP-Adresse auch dann nicht offen gelegt wird, wenn das VPN oder Ihre Verbindung Probleme macht.

Im Menü links finden Sie neben dem Hauptfenster ein Modul für die verschiedenen Standorte, weitere Funktionen, Einstellungen und einen Mini-Modus, mit dem Sie das Dashboard noch unscheinbarer machen können. Die abgespeckte Variante zieren nur noch ein Ein-Aus-Regler und die ausklappbare Standort-Auswahl.

Bei den Standorten gibt es neben der Komplettliste drei weitere Kategorien: Favoriten, Statische IP und MultiHop. Favoriten können Sie mit einem Klick auf das Stern-Symbol festlegen. Standorte mit statischen IPs behalten stets dieselbe IP-Adresse, also auch dann, wenn Sie die Verbindung trennen und neu herstellen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um dedizierte IPs, sie werden also dennoch mit anderen Nutzern geteilt. MultiHop-Verbindungen stellen eine VPN-Verbindung über zwei Länder her, fügen also eine weitere Sicherheitsebene für noch mehr Maskierung hinzu.

Dedizierte Streaming- oder P2P-Server gibt es nicht. Im Test konnten wir Netflix und den BBC iPlayer aber auch so erfolgreich austricksen und auf amerikanische oder britische Inhalte zugreifen.

Im Funktionen-Untermenü gibt es mit CleanWeb einen Adblocker, der Werbung, Malware und Tracker blockiert. Split Tunneling erledigt Surfshark über den Whitelister, mit dem Sie ausgewählte Websites oder Apps von der VPN-Verbindung ausnehmen können.

Für einen E-Mail-Leak-Check, den wir auch auf EXPERTE.de anbieten, leitet Sie das Programm ins Web-Dashboard weiter. Dort gibt es mit BlindSearch auch einen Inkognito-Suchmodus, der ganz ohne Werbung, Tracker oder Logs rein organische Ergebnisse anzeigt.

In den Einstellungen können Sie neben der automatischen Verbindung auch das VPN-Protokoll festlegen, auf das wir im Bereich Sicherheit und Privatsphäre noch ausführlicher eingehen.

Mobile App

Die Smartphone-Anwendung von Surfshark ist stark an die Desktop-Version angelehnt. Die Menüpunkte sind (mit Ausnahme der Mini-Version) dieselben, nur befindet sich das Menü hier am unteren Bildschirmende. Auch alle Extra-Features wie Split Tunneling, Kill Switch, MultiHop Server und der Ablocker haben den Weg vom Desktop aufs Smartphone überlebt.

Enttäuscht wird im Surfshark-Dashboard vor allem, wer detailliertere Informationen zur Performance oder den Upload- und Download-Geschwindigkeiten von Servern möchte. Dafür lassen sich die Anwendungen sonst wenig zu Schulden kommen: Sie sind optisch ansprechend, einfach zu bedienen und decken alle wichtigen Features ab, inklusive Split Tunneling, das leider noch nicht überall zum Standard geworden ist.

Note: 1,3

Server-Netzwerk

Surfshark stellt rund 1040 Server in 61 Ländern zur Verfügung. Die meisten davon befinden sich in Europa, doch auch international ist der relativ junge VPN-Dienst bereits ganz gut aufgestellt. Am wenigsten Beachtung finden wie so oft Afrika und der Nahe Osten, wo Surfshark mit insgesamt fünf Standorten in Libyen, Nigeria, Südafrika, Israel und der Türkei vertreten ist.

Mit den Netzwerken der größten VPN-Dienste kann Surfshark (noch) nicht mithalten, doch besonders für einen so jungen Anbieter kann sich die Verteilung durchaus sehen lassen.

Note: 2,0

Performance

Die Performance der von uns getesteten VPNs messen wir anhand eines Servers in Frankfurt mit 1 Gbit/s-Anbindung. Mehrmals täglich verbinden wir uns dort mit einem zufälligen Surfshark-Server, um die Geschwindigkeiten repräsentativ festzuhalten. Ausführliche Informationen zur Methodik finden Sie in unserem VPN Speedtest.

Die folgende Tabelle zeigt, absteigend nach Download + Upload-Geschwindigkeiten sortiert, die Ergebnisse der letzten 30 Tage zum Zeitpunkt des Tests:

Mit Download-Geschwindigkeiten von 123,3 Mbit/s und Upload-Geschwindigkeiten von 42,9 Mbit/s befand sich Surfshark zu Testzeitpunkt auf einem guten vierten Platz. Im Vergleich zu den Geschwindigkeiten von ExpressVPN im gleichen Zeitraum reicht es gerade noch für ein gute Endnote.

Note: 2,3

Sicherheit und Privatsphäre

Der Datenverkehr wird bei Surfshark mit dem AES 256-bit-Standard verschlüsselt, der als der sicherste auf dem Markt gilt. Auf Android können Sie alternativ für bessere Geschwindigkeiten auch ChaCha20 verwenden, was noch bessere Geschwindigkeiten verspricht.

Surfshark unterstützt auf Windows und Android die Protokolle OpenVPN (TCP und UDP), IKEv2 und Shadowsocks. Auf iOS fehlt das Letztere, auf MacOS gibt es derzeit nur IKEv2. Zumindest auf Windows und Android ist die Auswahl damit recht solide, nur Mac-Nutzern fehlt es an Optionen.

DNS- und IP-Leak-Tests bestand Surfshark allesamt ohne Probleme.

Der Datenschutzerklärung von Surfshark ist zu entnehmen, dass der Dienst keine Logs speichert. Nur die Anmelde- und Zahlungsinformationen werden gelagert, um Ihren Account zu verwalten. Genau wie ExpressVPN hat der Dienst seinen Sitz auf den Britischen Jungferninseln, die keine strikten Regeln zur Datenspeicherung befolgen müssen und nicht verpflichtet sind, ihre Daten an Geheimdienste weiterzugeben. Sie sind zudem nicht Mitglied von der 14 Eyes oder 5 Eyes Intelligence Sharing Vereinbarungen. Aus Datenschutz-Sicht ist der Firmensitz also rein positiv zu betrachten.

2018 hat Cure53 einen unabhängigen Sicherheits-Audit der Surfshark Browser-Erweiterungen durchgeführt. Dabei schlussfolgerten die Tester, dass "die Anwendungen einen sehr robusten Eindruck hinterlassen und keine Risiken bergen, weder im Bereich Privatsphäre, noch der allgemeinen Sicherheit".

Note: 1,3

Kundensupport

Im Hilfezentrum von Surfshark gibt es allgemeine FAQs und eine Knowledge Base mit Tutorials, allgemeinen Informationen und Infotexten zur Bezahlung. Obwohl uns der Support versicherte, dass der Hilfebereich auch in deutscher Sprache verfügbar sei, fanden wir die Einträge nur auf Englisch. Die Sprache wechseln, wie auf der allgemeinen Website, konnten wir nicht.

Direkten Kontakt ermöglicht Surfshark per 24/7 Live-Chat und Support-Ticket. Im Chat sprachen wir bei jedem Versuch bereits nach rund einer Minute mit einem hilfsbereiten Mitarbeiter, auf unsere Support-Anfrage erhielten wir nach rund sieben Stunden eine E-Mail-Antwort.

Deutschsprachige Support-Mitarbeiter gibt es nicht, doch wenn Sie Ihre Frage auf Deutsch stellen, beantworten sie die Helfer mit automatischen Übersetzungen.

Mit kurzen Antwortzeiten macht Surfshark eine richtig gute Figur, könnte seinen Support aber noch auf andere Sprachen ausweiten.

Note: 1,3

Preisgestaltung

Wie so oft bezahlen Sie bei Surfshark weniger pro Monat, je länger Sie Ihr Abonnement abschließen. Das 2-Jahres-Abo ist jedoch selbst im Vergleich zu günstigeren Konkurrenten ein echtes Schnäppchen und satte 82% günstiger als der Monatspreis. Eine Übersicht über die aktuellen Preise finden Sie hier:

24 Monate12 Monate1 Monat
Preise
Einrichtungsgebühr 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Grundpreis pro Monat 1,79 € 4,99 € 9,89 €
Vertragslaufzeit (Monate) 24 12 1
Limits
Datenvolumen unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Anzahl Geräte unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Features
Anzahl Server 1040 1040 1040
Anzahl Länder 61 61 61
Keine Logs
P2P erlaubt
Tor Zugang
Kill Switch
Protokolle
OpenVPN
IKEv2
OpenVPN
IKEv2
OpenVPN
IKEv2

Bezahlen können Sie mit Kreditkarten, PayPal, Google Pay, Amazon Pay, Kryptowährungen, Alipay und Sofortüberweisung. Spezielle Unternehmens-Tarife gibt es nicht.

Fazit

Kundensupport
Note 1.3
Bedienung und Features
Note 1.3
Sicherheit und Privatsphäre
Note 1.3
Server-Netzwerk
Note 2
Performance
Note 2.3

Surfshark ist vielleicht ein Neuankömmling im großen VPN-Ozean, wo manche Konkurrenten schneller schwimmen und weiter herumkommen - ein kleiner Fisch ist der Dienst aber längst nicht mehr. Intuitive Anwendungen, viele Features, toller Support und exzellenter Schutz machen Surfshark ungeachtet des Preises zu einer soliden Wahl. Dass der Dienst im 2-Jahres-Paket mit das günstigste Premium-Abonnement bietet, könnte den Deal in den Augen vieler Nutzer perfekt machen. Luft nach oben gibt es bei der Netzwerk-Größe und den Up- und Download-Geschwindigkeiten. Wenn Surfshark hier noch einen Zahn zulegt, macht der VPN-Spätzünder auch den etablierten Allround-Testsiegern echte Konkurrenz.

SurfsharkSurfshark VPN
 7.942
1,79 €
∅ mtl. Effektivpreis
24 Monate Laufzeit
1000+ Server in 61+ Ländern
Unbegrenzte Anzahl Geräte
Viele Apps (Linux, FireTV,...)
Speichert keine Logs
Surfshark 24 Monate + 2 weiterere Tarife
Geräte
Datenvolumen
2
VPN Protokolle

Kundenbewertungen

Auf Trustpilot überwiegen positive Bewertungen deutlich und 85% der Nutzer benoten Surfshark mit "Hervorragend" oder "Gut". Besonders das gute Preis-Leistungs-Verhältnis ist für viele Nutzer ausschlaggebend. Gelegentliche Kritik gibt es hingegen zum Tempo der Verbindungen.

Experte.de hat die Erfahrungsberichte und Bewertungen von verschiedenen Bewertungsportalen untersucht und dabei 7942 Bewertungen mit einer Gesamtwertung 4.0 von 5 ermittelt (Quellen).

Alternativen

Raum zur Verbesserung gibt es bei Surfshark in den Bereichen Performance und Server-Netzwerk. Unser Testsieger ExpressVPN hat hier ganz klar die Nase vorn - ist aber eine ganze Ecke teurer. Wenn es hingegen noch günstiger als Surfshark sein soll, nämlich kostenlos, ist Windscribe, unser Top-Gratis-VPN, einen Blick wert.

Empfehlung: Testsieger 2020
ExpressVPNExpressVPN
 128.463
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3000+ Server
160 Städte in 94 Ländern
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30-Tage Geld-zurück-Garantie
ExpressVPN 12 Monate + 2 weiterere Tarife
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Datenvolumen
6
VPN Protokolle
Empfehlung: Preis-Leistungs-Sieger 2020
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∅ mtl. Effektivpreis
36 Monate Laufzeit
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60 Länder
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6 Geräte gleichzeitig
NordVPN 3-Jahres-Paket + 3 weiterere Tarife
6
Geräte
Datenvolumen
4
VPN Protokolle
hide.mehide.me VPN
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∅ mtl. Effektivpreis
ohne Vertragslaufzeit
55+ Standorte in 34+ Ländern
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14-Tage Geld-zurück-Garantie
mit kostenlosem Tarif
hide.me Free + 4 weiterere Tarife
1
Gerät
2 GB
Datenvolumen
6
VPN Protokolle
VyprVPNVyprVPN
 48.522
3,96 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
700+ Server in 70 Ländern
Speichert keine Logs (Audited)
Firmenstandort Schweiz
Premium: eigenes VPN Protokoll
VyprVPN Jährlich + 3 weiterere Tarife
3
Geräte
Datenvolumen
4
VPN Protokolle
PureVPNPureVPN
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3,50 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
2000+ Server & 300.000+ IPs
141 Länder
31 Tage Geld-zurück-Garantie
Speichert Verbindungsdaten
PureVPN 1 Jahr + 2 weiterere Tarife
5
Geräte
Datenvolumen
6
VPN Protokolle
Autor: Martin Gschwentner
Martin Gschwentner hat Amerikanistik und Medienwissenschaft in Deutschland, den USA und Frankreich studiert und arbeitet als freier Redakteur in Paris. Er forscht als Doktorand am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Paris Diderot zum Einfluss des Geldes auf die US-Politik. Auf EXPERTE.de schreibt er über IT-Sicherheit, Datenschutz und Software für Selbständige und Kleinunternehmen.