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Privacy Browser: Die besten Browser für maximale Sicherheit

Browser sind die Fenster zum World Wide Web. Der Blick ins Internet soll niemandem verwehrt bleiben, deshalb setzen Internetbrowser vor allem auf eines: Benutzerfreundlichkeit. Intuitiv, schnell und einfach sollen sie sein, beinahe unsichtbar - ohne beim Surfen Aufmerksamkeit auf sich selbst zu ziehen. So ist es kaum verwunderlich, dass weniger technikaffine Menschen manchmal ihr Browser-Programm mit dem "Internet" gleichsetzen.

Doch diese Funktionalität hat ihren Preis. Nicht immer lassen sich Einfachheit und Datenschutz ideal vereinbaren, und Browser müssen beim einen oder anderen Abstriche machen. In aller Regel trifft es dabei den Datenschutz.

Die gängigen Browser - warum ergänzen?

Browser wie Googles Chrome, Mozillas Firefox oder Microsofts Edge werden aus gutem Grund millionenfach verwendet. Ihre Bedienung ist kinderleicht und sie sind vollgepackt mit Features, die das Surfen bequemer und einfacher machen. Doch aus Sicht von Sicherheit und Privatsphäre sind die regulären Browser nicht unbedingt die ideale Wahl.

Das bedeutet nicht, dass das Surfen mit Chrome gefährlich ist. Die Bedenken sind oft prinzipieller Natur. Um Nutzern eine personalisierte Online-Erfahrung zu bieten, nutzt Google beispielsweise viele Tracking-Technologien, die Werbeanzeigen und Suchergebnisse individuell auf die User-Bedürfnisse zuschneiden. Was manche für praktisch halten, empfinden andere als groben Eingriff in die Privatsphäre. Zudem lassen sich Microsoft und Mozilla beispielsweise mit den regelmäßigen Sicherheits-Updates Zeit.

Wer Datenschutz und Privatsphäre besonders wichtig findet und Abstriche beim Surf-Komfort akzeptieren kann, hat eine Reihe von Privacy-Browsern zur Auswahl.

Maximale Sicherheit: Welche Privacy-Browser gibt es?

Sie haben sich entschieden, Ihre Internet-Aktivitäten mit einem Browser für maximale Sicherheit zu ergänzen? Wir stellen Ihnen ein paar der populärsten Vertreter vor.

Tor

Der wohl bekannteste unter den Privacy-Browsern heißt Tor Browser - kurz für "The Onion Router". Die namensgebende Zwiebel ziert auch das Logo des Browsers, der an den populären Firefox angelehnt ist. Tor wurde eigentlich für die U.S. Navy entwickelt, um Regierungskommunikationen geheim zu halten. Heute ist der Browser populär bei Journalisten, Gesetzeshütern und Datenschutz-Aktivisten.

Nutzerdaten werden bei Tor besonders gut verschlüsselt, bevor sie ins Netz geschickt werden, denn sie wandern durch zahlreiche Schichten - wie bei einer Zwiebel - bis die gewünschte Anonymität gegeben ist. Die Privatsphäre der User hat somit oberste Priorität. Mit dem Tor-Browser sind Sie online anonym unterwegs, ohne sich über Browser-Fingerprinting und Tracking Sorgen machen zu müssen.

Abstriche müssen dafür bei der Bedienbarkeit gemacht werden. Wegen der Zwiebel-Struktur bei der Datensendung ist Tor langsamer als reguläre Browser, auch die Startzeit ist länger. Zudem wird das Interface keine Design-Awards gewinnen.

Brave

Eleganter im Design als Tor ist der Open Source-Browser Brave, der es Usern erlaubt, bei jeder Session die Daten auszuwählen, die gelöscht werden sollen. Schutzmechanismen wie AdBlocking oder Anti-Browser-Fingerprinting sind bei Brave bereits voreingestellt. Zudem gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Individualisierung, je nach Nutzerpräferenzen.

Weil der Browser noch relativ jung ist, unterstützt er jedoch viele Erweiterungen von Drittanbietern noch nicht.

Comodo Dragon/ Ice Dragon

Dragon und Ice Dragon sind Privacy-Browser des Anbieters Comodo, die jeweils an Googles Open-Source-Kern Chromium und Mozillas Firefox angelehnt sind. Comodo ist vor allem für wirksame Sicherheitsmechanismen und Firewall-Schutz bekannt, weshalb Dragon und Ice Dragon Nutzern besonders für sensible Online-Aktivitäten zusätzliche Sicherheit spenden.

Opera

Opera mag in dieser Liste vielleicht überraschen, immerhin ist der Browser nicht nur bei Datenschutz-Verfechtern bekannt. Auch Opera basiert auf Chromium und der prinzipiell sicheren Architektur des Open-Source-Kerns von Google. Anonymität verspricht Opera unter anderem mit eingebautem AdBlocker und VPN.

Sonstige Browser

Die Liste an Privacy-Browsern erschöpft sich an vielen weiteren weniger bekannten Alternativen: SRWare Iron, Epic Browser, Torch, Waterfox, Yandex oder Freenet beispielsweise haben ebenfalls ihre Anhänger und Advokaten. Kein Browser ist gleich, und jeder verfügt über verschiedene Features sowie Vor- und Nachteile.

Fazit: Privacy-Browser - nutzen oder nicht?

Gängige Internetbrowser sind sicher und bieten viele Methoden und Erweiterungen, um auch leidenschaftliche Datenschutz-Aktivisten zu beschwichtigen. In Bezug auf die Sicherheit gilt zudem die alte Regel, dass Sie als Nutzer das größte Risiko für sich selbst darstellen. Gefährlicher Malware wie Trojanern können Sie mit der nötigen Vorsicht und dem ein oder anderen Schutzprogramm auch bei Chrome, Firefox und Co. entgehen.

Für sensible Kommunikationen, und wenn Ihnen der Schutz Ihrer Daten besonders am Herzen liegt, eignen sich Browser wie Tor gut als Zweit-Option, die auf Ihrem Rechner installiert ist. Denn kaum jemand wird Garanten für maximale Sicherheit wie Tor als primäre Browser nutzen - obwohl Hybriden wie Opera mittlerweile Bedienbarkeit mit Datenschutz vereinbaren.

Ein allgemeingültiges Urteil lässt sich also nur schwer fällen, denn jeder Browser bringt unterschiedliche Stärken und Schwächen mit sich.

Wenn Sie Ihre Daten auch in herkömmlichen Browsern bestmöglich schützen möchten, können Sie mit verschiedenen Erweiterungen Ihren Browser-Fingerprint schwächen oder Werbeanzeigen blockieren.

Autor: Martin Gschwentner