Datenschutz & Privatsphäre

IP-Adresse verbergen: So verstecken Sie Ihren Standort und mehr

Letzte Aktualisierung
28. Okt. 2020

Ihre IP-Adresse verrät einiges über Sie – Ihren Standort und Ihren Provider beispielsweise. Internetdienstanbieter können sie auch nutzen, um mehr über Ihre Internetgewohnheiten und die Seiten, die Sie besuchen, herauszufinden. Wenn Sie dies verhindern möchten, können Sie Ihre IP-Adresse mit einigen Methoden gezielt verbergen.

Top VPN Anbieter 2024
Gesponsert
ab 2,99 €
pro Monat
NordVPN
ab 6,23 €
pro Monat
ExpressVPN
ab 0,00 €
pro Monat
Proton VPN
ab 1,99 €
pro Monat
Surfshark
alle anzeigen

Wenn Sie Ihre IP-Adresse ändern und verbergen, sind Sie nicht nur anonymer unterwegs, sondern können auch Ländersperren und Zensur überwinden, was beispielsweise beim Streaming ausländischer Filme und Serien relevant ist.

In diesem Beitrag stellen wir die wichtigsten Methoden vor, mit denen Sie Ihre IP-Adresse im Internet verbergen bzw. verändern können.

1.

IP-Adresse über VPN ändern

Ein VPN (Virtual Private Network) ist die bequemste Methode, sich gezielt die IP-Adresse eines bestimmten Landes zu holen. Es funktioniert wie ein Tunnel zwischen Ihrem Gerät und dem Internet, der Ihre IP-Adresse maskiert, Ihren Standort verbirgt und Ihre Verbindung verschlüsselt.

Es gibt unzählige VPN-Dienste, mit deren Apps Sie sichere VPN-Verbindungen herstellen können. Zu diesem Zweck betreiben sie Server auf der ganzen Welt, die Sie in den benutzerfreundlichen Apps der Anbieter auswählen können. Sobald Sie sich mit einem VPN-Server verbinden, sind Sie nicht nur anonym unterwegs, sondern können gezielt auf Content der ausgewählten Region zugreifen.

VPN-Dienste haben auf der ganzen Welt Server, mit denen Sie sich verbinden können.

Inzwischen gibt es zahlreiche VPN-Dienste auf dem Markt, von denen einige sogar mehrere tausend Gateways weltweit betreiben. Den Server-Standort können Sie selbst auswählen und in Sekundenschnelle wechseln, was natürlich besonders in Hinblick auf das Umgehen von Geoblocking interessant ist. Auf diese Weise können Sie nämlich auch auf Streaming-Angebote zugreifen, die in Deutschland aus lizenzrechtlichen Gründen gesperrt sind.

Für die Registrierung benötigen Sie in der Regel nicht mehr als Ihre Mail-Adresse. Teilweise können Sie die Konten aber auch komplett anonym (also auch ohne E-Mail) eröffnen und die Gebühren einfach per Bitcoin bezahlen.

Zudem versprechen die meisten Anbieter, keine Verbindungsdaten aufzuzeichnen und auch keine Informationen herauszugeben – doch ob Sie diesen Versprechen vertrauen, ist natürlich eine andere Sache. Im Zweifelsfall haben Sie Ihren Traffic zwar vom ISP versteckt, ihn allerdings in die Hände eines anderen Unternehmens gegeben. Viele VPN-Dienste unterziehen sich immerhin unabhängigen Audits, um die Validität ihrer Sicherheitsversprechen zu beweisen.

Tipp:

Besitzer einer Fritz!Box können mit der Anwendung Fritz!Fernzugang von einem Windows-Rechner aus eine sichere Verbindung zu ihrem Heimnetzwerk herstellen. Sie das genau funktioniert, erfahren Sie im Artikel VPN auf Fritz!Box.

2.

Anonym Surfen über ein Browser-Plugin

Wenn Sie ausschließlich Ihren Browser-Verkehr und keine zusätzlichen Dateien oder E-Mails anonymisieren möchten, können Sie Ihr Webprogramm mithilfe eines entsprechenden VPN-Plugins aufrüsten. Sowohl für Mozilla Firefox als auch für Google Chrome und viele weitere Browser gibt es eine ganze Reihe praktischer Erweiterungen, die sich einfach per Knopfdruck global für alle Webseiten aktivieren lassen.

Diese verschlüsseln nicht nur alle Ihre Browser-Aktivitäten, sondern verschleiern gleichzeitig auch Ihre IP. Allerdings nutzen Browser-Erweiterungen im Vergleich zu den vollwertigen Programmen eine nicht ganz so starke Verschlüsselung, HTML beispielsweise, und das eben wie gesagt nur auf Browser-Ebene (eine Ausnahme ist die Browser-Erweiterung von ExpressVPN, die Sie allerdings nur nutzen können, wenn auch die Haupt-App installiert ist).

VPN-Browser-Erweiterungen haben oft noch ein paar zusätzliche Features, beispielsweise für Adblocking.

Der Opera Browser hat bereits standardmäßig einen unlimitierten VPN-Dienst integriert. Im Gegensatz zu anderen VPN-Apps müssen Sie sich dafür nicht extra anmelden, sondern können die Funktion ganz einfach über die Einstellungen aktivieren. Dort wählen Sie im Anschluss auch Ihren virtuellen Standort aus oder lassen sich diesen automatisch zuweisen. Leider steht Ihnen hier aber im Gegensatz zu den meisten VPN-Apps keine expliziten Länder zur Verfügung, sondern Sie können sich nur zwischen den Regionen Asien, Amerika und Europa entscheiden.

Ein weiterer Haken: Mit dem integrierten VPN von Opera lassen sich leider auch keine Musik- und Videoangebote im Ausland nutzen, da die IPs den Streaming-Anbietern bereits bekannt sind und von diesen ebenfalls geblockt werden.

3.

IP über einen Proxy-Server verbergen

Ein Proxy-Server ist eine Art Vermittler, der sich beim Aufruf einer Webseite in die Client-Server-Kommunikation einklinkt. Er nimmt stellvertretend die Anfragen entgegen und leitet Sie unter einer neuen IP-Adresse an die Zielseite weiter. Die Antwort wird im Anschluss ebenfalls über den Proxy-Server zurück an den anfragenden Client gesendet. So bleibt der eigentliche Sender anonym und es besteht keine direkte Verbindung zwischen den beteiligten Parteien.

Der Proxy-Server muss lediglich einmal in den Netzwerkeinstellungen betreffenden Clients eingerichtet werden, danach wird sämtlicher Internet-Traffic darüber geleitet. Somit lassen sich auch auf diesem Weg regionale Content-Beschränkungen umgehen. Im Gegensatz zum VPN erfolgt die Datenübertragung aber nicht verschlüsselt, daher ist auch das Sicherheitsrisiko vergleichsweise höher. Daher eignet sich ein Proxy als permanente Lösung zum Verstecken der IP unserer Meinung nach eher nicht.

Eine stets aktualisierte Auswahl kostenloser Proxy-Server finden Sie in der Proxy-Liste von EXPERTE.de.

Proxy-Sonderform Tor: Inkognito unterwegs im Darknet

Den meisten Anwendern dürfte das Tor-Netzwerk („The Onion Routing Project“) vor allem im Zusammenhang mit dem Darknet ein Begriff sein. Es wurde ursprünglich für die geheime Kommunikation der US-Armee mit der Regierung entwickelt und ist über das normale Internet nicht erreichbar.

Genau wie eine Zwiebel besteht auch das Tor-Netzwerk aus mehreren Schichten. Der Zugang erfolgt über einen verschlüsselten Tor-Client, bei dem es sich um eine modifizierte Version des Mozilla Firefox handelt. Am Eintritts-Punkt, dem sogenannten „Entry Node“, lädt dieser eine Liste aller verfügbaren Tor-Server herunter und wählt eine zufällige Route durch das Netzwerk.

Dazu stellt er eine Anfrage an einen beliebigen Knotenpunkt, von wo aus die Datenpakete zum nächsten weitergeleitet werden, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Dadurch kennt jeder Knotenpunkt im Prinzip nur seinen Vorgänger und Nachfolger, nicht aber die eigentliche Quelle oder den Exit-Knoten. Letzterer erfährt auch nie die IP-Adresse des Nutzers, der somit völlig unerkannt bleibt.