Blog-Software Vergleich - Beliebteste Tools 2021 (Statistik)

Julia P. Manzau

Blogs sind immer noch gefragt und wer in der digitalen Welt auffallen will, muss präsent sein! Laut einer Untersuchung des Center for Marketing Research  unterhielten 81 Prozent der Top-200-Unternehmen 2019 einen Firmenblog – und die Begeisterung fürs Bloggen ist ungebrochen.

Um Ihren Content in die richtige Form und schnell ins Netz zu bringen, gibt es eine große Auswahl professioneller Blog-Software. Welche die richtige ist, hängt von Ihren Ansprüchen und Bedürfnissen ab. Wir haben die beliebtesten Anbieter unter die Lupe genommen und zeigen Ihnen, wie leistungsstark das jeweilige Tool ist.

Statistik - Die beliebteste Blog-Software 2021

Gerade Blog-Software muss leicht zu bedienen, verständlich und weitgehend selbsterklärend sein. Schließlich soll die Energie in den Inhalt und nicht in die Technik fließen. Wir wollten wissen, wer die Favoriten auf dem Markt sind. Mehr als 5 Millionen der beliebtesten Webseiten haben wir auf ihre verwendete Blog-Software geprüft. Ganz oben auf dem Siegertreppchen finden wir den Klassiker: WordPress.

1.

WordPress

2003 ging WordPress mit dem Versprechen an den Start, dass jeder einen Blog in fünf Minuten erstellen kann. Mittlerweile hat sich die gratis erhältliche Open-Source-Software zu einem vollwertigen Content-Management-System (CMS) weiterentwickelt, das aber immer noch leicht und intuitiv zu bedienen ist.

Was macht WordPress so besonders, so erfolgreich? Zum einen setzt es Maßstäbe bei den Individualisierungsmöglichkeiten sowie in Sachen Webstandards. Unter Webstandards versteht man beispielsweise, dass eine Webseite auch auf unterschiedlichen Browsern korrekt angezeigt wird. Zum anderen punktet die Software mit einer unglaublich großen Auswahl an Designvorlagen und Erweiterungen, den sogenannten Plugins. Die hochaktive Entwickler-Community programmiert unermüdlich Themes und Tools – und liefert so immer neue Lösungen für die unterschiedlichen Anforderungen ihrer Anwender.

Dank dieser Vielfalt lässt sich der eigene Blog ansprechend und userfreundlich mit allerlei Features garnieren, die den Lesern Mehrwert und Unterhaltung liefern. So wundert es nicht, dass WordPress unangefochtener Champion und die erste Wahl für Blogger ist.

Einfache Bedienung, auch im Team

Gratis Open-Source-Software

Zahlreiche Designvorlagen (Themes) sowie Erweiterungen für besondere Anforderungen

Große Community und damit weltweiter Support

Wegen der hohen Nutzerzahlen auch bei Hackern beliebt

Für sehr kleine Projekte möglicherweise zu komplex

2.

Blogger

Auf Platz 2 schafft es die Plattform Blogger. 2003 hat Google den Dienst mit den genialen Namen übernommen und komplett in das Google-Universum integriert. Somit verfügt jeder, der ein Google-Konto besitzt, auch ein Blogger-Konto und benötigt für die Nutzung der webbasierten Anwendung keine weitere Installation.

Die kostenlose Blogger-Plattform ist ausgesprochen einfach zu bedienen. Dafür sucht man kreative Funktionen und Individualisierungsmöglichkeiten vergeblich. Für die Ansprüche von Hobby-Autoren mag das ausreichen, für Unternehmen, professionelle Blogger oder Shop-Betreiber nicht.

Auch was Designvorlagen und Funktionen betrifft, muss man bei Blogger Abstriche machen. Die Layouts wirken verstaubt, die Auswahl an Erweiterungen ist beschränkt. Das erklärt auch, warum das ehemalige Flaggschiff der Blogger-Gemeinschaft heute ein Nischendasein führt und eher etwas für absolute Internet-Neulinge ist.

Sehr einfach zu bedienen

Gratis und im Google-Konto inkludiert

Wenige, altmodische Designs

Begrenzte Funktionen & Gadgets

Wachstum und Monetarisierung der Seite kaum möglich

3.

Wix

Der Name entlockt gerne ein Schmunzeln und ist vielleicht für den deutschen Markt nicht optimal gewählt. Dennoch überzeugt das Baukastensystem Wix mit einfacher Handhabung, kreativen Features und zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten. Die große Auswahl an Erweiterungen macht die Blog-Software für Anfänger wie auch erfahrene Nutzer interessant und bietet für fast jede Fragestellung eine Lösung.

In seiner Grundversion und ohne eigene Domain ist Wix gratis. Das allerdings ist nur für reine Hobby-Blogger zu empfehlen. Wer professionell auftreten will, sollte sich für eine der kostenpflichtigen Pakete entscheiden. Aber Achtung! Zu komplex sollte die Seite nicht werden, denn das könnte zu Problemen mit der Performance, also der Ladegeschwindigkeit der Webseite, führen. Grund: Wix kann viel, unglaublich viel sogar. Aber das “viel”  benötigt auch viele Datenressourcen, die wiederum die Ladezeiten einer Seite negativ beeinflussen.

Löblich sind die Designmöglichkeiten bei Wix. Die Templates sind modern, stilsicher und es gibt eine beeindruckende Auswahl an Vorlagen für die unterschiedlichsten Branchen. Stärke zeigt Wix auch bei den Gestaltungsmöglichkeiten: Mit dem Drag-and-Drop-Editor – eine Art Baukasten-Editor – lassen sich auch ohne Programmierkenntnisse schicke Seiten erstellen.

Da erstaunt es nicht, dass die Web-Software in den vergangenen Jahren an Beliebtheit gewonnen hat und immer mehr Blogger auf die cloudbasierte Webentwicklungs-Plattform zurückgreifen.

Intuitive Bedienung

Sowohl für Einsteiger als auch Experten geeignet

Ausgesprochen großer Funktionsumfang

Moderne, hochwertige Themes

Beschränkte Möglichkeiten in der Gratis-Version

Webseite kann nicht selbst gehostet werden

4.

Ghost

Das Redaktionssystem Ghost zeigte sich noch bis vor kurzen wenig attraktiv und mit minimalistischer Ausstattung. Mit dem jüngsten Update im März 2021 haben die Entwickler der Blog-Plattform im wahrsten Sinne des Wortes neuen Geist eingehaucht.

So tritt Ghost heute als elegantes Headless-CMS mit modernen SEO-Optionen und integrierten Mitglieds- und Abo-Funktionen auf die digitale Bühne. Für Blogger hat das viele Vorteile: Bei einem Headless-CMS sind Backend-Funktionen wie Erstellung, Verwaltung und Speicherung getrennt von den Frontend-Funktionen wie Präsentation und Bereitstellung. Somit ist das System weniger komplex, die Content-Ausgabe flexibel und das CMS selbst nicht an eine Plattform gekoppelt. Es stellt die Daten per REST-API zur Verfügung.

Wer Ghost selbst hostet, erhält die Software gratis. Die Einrichtung ist etwas komplexer als bei WordPress, da es keine Ein-Klick-Lösung gibt. Ist sie allerdings erst einmal installiert, begeistert sie mit hoher Benutzerfreundlichkeit und schlanker Architektur.

Ghost ist heute eine interessante Alternative für Autoren und Journalisten, die ihre Veröffentlichungen als Profession und nicht nur als Hobby verstehen.

Professionelle Publisher-Software

Intuitive Bedienung

Schnelle Ladezeiten

Headless CMS

Einrichtung erfordert Fachwissen

Kaum Plugins und Erweiterungen

5.

Medium

Eine interessante Sonderrolle nimmt die Plattform Medium ein. Die Blog-Plattform – von Twitter-Gründer Ev Williams 2012 ins Leben gerufen – versteht sich als Zuhause für hochwertige Geschichten. Dort erstellt man keine eigene Webseite, sondern gibt seine Inhalte in eine Art Themen-Pool. Um eigenen Content zu veröffentlichen, benötigt man lediglich ein Medium-Konto – und kann mit dem Schreiben loslegen.

Medium versteht sich als Blog-Katalog, der vielen verschiedenen Autoren Platz bietet. Die Einrichtung bedarf keinerlei Vorkenntnisse oder Programmierfähigkeiten. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, man hat wenig Möglichkeiten der Individualisierung oder Gestaltung der eigenen Inhalte.

Dafür gibt es eine rege Leserschaft. Diese kann die Geschichten kommentieren, bewerten und in sozialen Medien teilen. Mittlerweile nutzen auch Unternehmen die Blog-Plattform, um eigene Themen einfach und schnell zu publizieren.

Ein spannender Aspekt für alle, die bereits über einen Blog verfügen, ist die Import-Funktion von Medium, mit der man seine Inhalte ergänzend zur eigenen Plattform veröffentlichen kann. Das Tool fügt sogar automatisch den notwendigen Tag ein, damit Google erkennt, dass es sich nicht um kopierten oder doppelten Content handelt.

Sehr einfache Bedienung

Keinerlei Einrichtung nötig

Schnelle Publikation eigener Inhalte

Kein eigener Blog, kein eigenes System

Kaum Möglichkeiten der Monetarisierung

Wenige Gestaltungsmöglichkeiten

6.

Tumblr

Tumblr, einst Shooting-Star und Facebook-Alternative für junge User, ist eine Microblogging-Plattform mit beachtlicher Themenbreite. Sie erinnert an eine Mischung aus Facebook und Twitter. Heute ist sie nicht mehr ganz so populär, hat aber immer noch ihre Fangemeinde.

Nicht verwunderlich, schließlich ist die Nutzung kinderleicht. Jeder User erhält nach der Anmeldung eine eigene Seite, die er mit Texten, Fotos, Videos und Zitaten füllen kann. Das war es aber auch schon. So einfach es ist, etwas auf Tumblr zu veröffentlichen, so minimal sind die Gestaltungsmöglichkeiten. Für professionelles Bloggen ist die Plattform daher nicht geeignet. Sinnvoll kann aber ihr Einsatz als ergänzender Marketingkanal sein, auf dem man seine Inhalte einem breiteren Publikum vorstellt.

2019 kaufte die WordPress-Mutter Automattic die Blogging-Plattform. Daher darf man gespannt sein, was die CMS-Entwickler mit Tumblr vorhaben und ob sie dem einstigen Hoffnungsträger neue Impulse geben.

Kinderleichtes posten von Inhalten

Kein Einrichtungsaufwand

Nicht für professionelle Bloggen geeignet

Geringer Funktionsumfang und Designmöglichkeiten

Monetarisierung nicht möglich

Gesamtergebnis

Wenn es um die Gestaltung des eigenen Blogs geht, gehört WordPress immer noch zur ersten Wahl. Seine Benutzerfreundlichkeit sowie die vielen Individualisierungsmöglichkeiten sind für Anfänger und Profis gleichermaßen attraktiv. Danach folgt … lange nichts, Blogger holt den zweiten Platz, ist aber mehr für private Autoren geeignet. Nur knapp dahinter, mit besserem Angebot und eindeutig steigender Tendenz, liegt Wix auf Platz 3.

Unter den Nischenanbietern der Blog-Systeme zeigen sich vor allem Ghost und Medium als durchaus leistungsstark und mit Lösungen für individuelle Ansprüche.

Fazit

WordPress ist immer noch der Platzhirsch in der Blogger-Welt. Die multifunktionale Software bietet nicht nur Profis und Amateuren gleichermaßen eine überzeugende Plattform, sondern investiert auch kontinuierlich in Innovationen. Interessant dabei könnte die Entwicklung von Tumblr sein, das die WordPress-Macher 2019 übernommen haben.

Mit einfacher Handhabung und schickem Design überzeugt auch das Baukasten-System Wix, mit dem man schnell einen Blog inklusive attraktiver Features erstellen kann. Für einfache Seiten und Hobby-Autoren ist die israelische Blog-Software durchaus empfehlenswert.

Interessante Alternativen und Ergänzungen zum Champion finden Autoren vor allem bei Nischenanbietern wie Ghost und Medium, die spezielle Autoren-Anforderungen erfüllen.

Häufige Fragen & Antworten

Was ist die beliebteste Blog-Software?
WordPress ist und bleibt der Favorit und liegt mit deutlichem Abstand auf Platz 1. Es wird auf 95,7 % der von uns untersuchten Websites, die über einen Blog verfügen, genutzt. 691.237 der 5 Millionen größten Websites mit Blog nutzen die Open-Source-Software.

Welche Blog-Software ist die richtige für mich?
Das kommt darauf an, was Sie wollen und was Sie sich technisch zutrauen. Der Allrounder WordPress bietet viel für fast alle Ansprüche – verlangt aber auch ein gewisses Know-how von seinen Nutzern. Ein Baukasten-System wie Wix ist gerade für Technik-Laien einfacher in der Handhabung, aber in der Gratis-Version auch eingeschränkter. Wer mit der professionellen Vermarktung seiner Inhalte liebäugelt, der findet bei Ghost eine ansprechende Umgebung. Medium ist für jeden interessant, der einfach nur bloggen will und noch mehr Leser für seine bereits erstellen Inhalte sucht.

Welche Blog-Software verwendet eine bestimmte Webseite?
Ihnen gefällt eine bestimmte Webseite und Sie möchten wissen, welche Technologien dahinter stehen? Der Technologie-Check von EXPERTE.de listet schnell und übersichtlich alle genutzten Tools für Sie auf.

Autor Julia P. Manzau
Julia P. Manzau verfügt über 30 Jahre Berufserfahrung in leitenden Positionen in Redaktion und Marketing, unter anderem für Unternehmen aus dem Bereich Premium-Automotiv, Maschinenbau und Medizin. Sie hat Politik und Geschichte in Bonn sowie Marketing an der St. Galler Business School studiert und einen Abschluss als Bachelor of Media Engineering (CCI). Seit 2015 arbeitet sie als freie Autorin. Auf EXPERTE.de schreibt sie über die Themen Software, Internet und Marketing.
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