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Computervirus: Was ist ein Virus und wie schützt man sich davor?

Letzte Aktualisierung
29. Jan. 2026

Ihr Computer verhält sich ungewöhnlich? Wenn Programme langsamer reagieren, Dateien fehlen oder Fehlermeldungen auftreten, könnte – muss aber nicht – ein Computervirus die Ursache sein. Doch was steckt dahinter, und was sollten Sie in einem solchen Fall tun?

Wir erklären, was ein Computervirus ist und wie er sich von anderer Schadsoftware unterscheidet, wie Infektionen entstehen und welche Warnsignale typisch sind. Außerdem zeigen wir, welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind und wie Sie im Ernstfall richtig reagieren. So lässt sich das Risiko mit einfachen Routinen deutlich reduzieren.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Computervirus ist eine Schadsoftware, die bestehende Dateien verändert. Er verbreitet sich, wenn infizierte Dateien geöffnet oder Programme gestartet werden.

  • Häufige Infektionswege sind E-Mail-Anhänge, unsichere Downloads und sogenannte Makros – kleine Programme in Dateien, die beim Öffnen automatisch Befehle ausführen.

  • Wenn sich Ihr Computer plötzlich ungewöhnlich verhält – etwa langsamer wird, Programme abstürzen oder Dateien verändert sind –, kann das auf eine Infektion hindeuten. Moderne Viren bleiben dabei oft lange unbemerkt.

  • Sie können das Risiko deutlich reduzieren, indem Sie Ihr System aktuell halten, Dateien bewusst öffnen und regelmäßig Backups erstellen. Eine Antivirus-Software kann dabei zusätzliche Sicherheit bieten.

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Was ist ein Computervirus?

Ein Computervirus ist eine Form von Schadsoftware, die sich an andere Dateien oder Programme anhängt und sich beim Ausführen selbst vervielfältigt. Meist wird er erst aktiv, wenn Sie eine infizierte Datei öffnen oder ein manipuliertes Programm starten. So kann er sich weiterverbreiten und Schaden am System anrichten.

Ziel moderner Viren ist selten reine Zerstörung. Manchmal geht es zunächst um die Kontrolle über das System, ums Ausspähen von Informationen oder die Vorbereitung weiterer Angriffe. Viele Viren arbeiten deshalb verdeckt und versuchen, möglichst lange unentdeckt zu bleiben.

Welche Arten von Computerviren gibt es?

Computerviren unterscheiden sich vor allem darin, wo sie sich einnisten und wie sie aktiviert werden. Hier sind die wichtigsten Typen:

  • Dateiviren
    Dateiviren infizieren ausführbare Dateien oder Programme. Wird die betroffene Datei gestartet, wird auch der Virus aktiv. Diese klassische Virusart tritt noch immer auf, insbesondere bei Software aus unsicheren Quellen.

  • Bootsektor-Viren
    Bootsektor-Viren nisten sich im Startbereich eines Datenträgers ein. Sie werden bereits beim Hochfahren des Systems aktiv, noch bevor das Betriebssystem vollständig geladen ist. Moderne Schutzmechanismen haben diese Art seltener gemacht, ausgeschlossen ist sie aber nicht.

  • Makroviren
    Makroviren verstecken sich in Dokumenten, etwa in Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulationsdateien. Sie nutzen integrierte Makro-Funktionen, also kleine Automatisierungen innerhalb eines Dokuments, um schädlichen Code auszuführen. Besonders riskant sind Dokumente, bei denen Makros manuell aktiviert werden müssen.

  • Skript- und E-Mail-Viren
    Diese Viren verbreiten sich häufig über E-Mail-Anhänge oder Links. Beim Öffnen wird ein Skript ausgeführt, das den Virus aktiviert oder weitere Schadsoftware nachlädt. Oft sind solche Mails täuschend echt gestaltet.

Wie unterscheiden sich Computerviren von anderer Malware?

Der Begriff „Virus“ wird im Alltag oft unscharf verwendet. Ein Computervirus ist nämlich nur eine von mehreren Arten von Malware. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich die wichtigsten Malware-Typen unterscheiden:

  • Computervirus
    Ein Virus verändert bestehende Dateien oder Programme. Er benötigt meist eine Nutzeraktion, um aktiv zu werden. Ohne das Öffnen oder Starten einer Datei bleibt er oft inaktiv.

  • Trojaner
    Ein Trojaner gibt sich als harmlose oder nützliche Software aus. Nach der Installation ermöglicht er Angreifern Zugriff auf das System oder lädt weitere Schadsoftware nach. Eine Selbstverbreitung ist nicht typisch.

  • Wurm
    Ein Wurm verbreitet sich selbstständig über Netzwerke. Er benötigt keine infizierten Dateien und keine direkte Nutzeraktion. Sicherheitslücken reichen oft aus.

  • Ransomware
    Ransomware verschlüsselt Dateien oder ganze Systeme. Anschließend wird Lösegeld für die Freigabe gefordert. Der Schaden ist meist sofort sichtbar und gravierend.

Was kann ein Virus auf dem Computer anrichten?

Die Folgen einer Virusinfektion können sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Schäden machen sich sofort bemerkbar, andere erst nach einiger Zeit. Typische Auswirkungen sind unter anderem:

  • veränderte oder gelöschte Dateien

  • ein spürbar langsameres System

  • Abstürze oder Fehlfunktionen von Programmen

Häufig bleibt es dabei jedoch nicht. Ein Virus kann auch als Einstiegspunkt für weitere Angriffe dienen, zusätzliche Schadsoftware nachladen oder sogenannte Hintertüren öffnen. Dadurch erhalten Angreifer unter Umständen dauerhaft Zugriff auf das System oder sensible Daten.

Wie gelangt ein Computervirus auf den Rechner?

Computerviren gelangen selten zufällig auf ein System. In den meisten Fällen gibt es klare Infektionswege, die immer wieder auftreten. Sie nutzen alltägliche Situationen und bekannte Gewohnheiten der Nutzer aus.

Besonders häufig erfolgt eine Infektion über:

  • E-Mail-Anhänge, etwa Rechnungen, Bewerbungen oder angebliche Versandbenachrichtigungen

  • Downloads aus unsicheren Quellen, etwa kostenlose Software oder Raubkopien

  • Manipulierte Webseiten, die Schadcode unbemerkt im Hintergrund ausführen

  • USB-Sticks und externe Datenträger, vor allem von unbekannter Herkunft

Viele dieser Wege wirken auf den ersten Blick harmlos - und genau das macht sie so effektiv.

Menschliche Fehler sind entscheidend

Die gute Nachricht: Technische Schutzmaßnahmen gegen Viren sind heute ziemlich gut. Allerdings können sie nicht vor allen unachtsamen oder leichtsinnigen Handlungen schützen. Menschliche Fehler bleiben nämlich der wichtigste Faktor bei Virusinfektionen.

In der Praxis entstehen Infektionen meist dann, wenn Warnsignale übersehen oder ignoriert werden - ob aus Zeitdruck, Unachtsamkeit oder unklaren Warnmeldungen. Genau darauf setzen Angreifer: Sie gestalten E-Mails und Webseiten möglichst glaubwürdig oder erzeugen gezielt Stress und Handlungsdruck. Je überzeugender das Szenario wirkt, desto höher ist die Erfolgsquote.

Woran erkennt man einen Computervirus?

Eine Virusinfektion ist nicht immer sofort erkennbar. Viele Schadprogramme arbeiten unauffällig im Hintergrund und versuchen, möglichst lange unentdeckt zu bleiben.

Dennoch gibt es typische Anzeichen, die auf ein mögliches Problem hindeuten können. Häufige Warnsignale sind:

  • eine plötzlich spürbare Verlangsamung des Systems

  • unerklärliche Pop-ups oder Warnmeldungen

  • Programme, die ohne erkennbaren Grund abstürzen

  • Veränderungen an Dateien oder Einstellungen ohne Zutun des Nutzers

Diese Symptome sind kein eindeutiger Beweis für einen Virus. Sie können auch andere Ursachen haben, etwa fehlerhafte Updates oder Softwareprobleme. Treten jedoch mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig auf oder wiederholen sie sich, lohnt es sich, das System genauer zu überprüfen.

Warum bleiben Viren oft lange unbemerkt?

Moderne Viren sind darauf ausgelegt, möglichst unauffällig zu arbeiten. Sie laufen im Hintergrund und vermeiden Aktionen, die sofort Aufmerksamkeit erzeugen würden. Häufig wird der eigentliche Schaden erst später sichtbar, etwa nach einem Update oder zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Hinzu kommt, dass viele Nutzer kleinere Auffälligkeiten zunächst auf Softwareprobleme oder ein langsames System zurückführen. Das verschafft dem Virus zusätzlichen Spielraum, um Daten auszuspähen, weitere Schadsoftware nachzuladen oder sich tiefer im System zu verankern.

Wie schützt man sich vor Computerviren?

Einen vollständigen, hundertprozentigen Schutz vor Viren gibt es nicht. Sie können das Risiko jedoch deutlich senken – vor allem durch die Kombination aus technischem Schutz und umsichtigem Verhalten.

1.

Praktische Schutzmaßnahmen im Alltag

Viele Virusinfektionen entstehen durch alltägliche und vermeidbare Fehler. Wenn Sie im Online-Alltag ein paar grundlegende Regeln beachten, können Sie das Risiko, überhaupt mit einem Virus in Kontakt zu kommen, von vornherein begrenzen:

  • Halten Sie Ihr Betriebssystem und installierte Programme aktuell.
    Sicherheitsupdates schließen bekannte Schwachstellen, die von Schadsoftware gezielt ausgenutzt werden. Ist Ihre Software veraltet, bleiben diese Lücken offen und Angreifer haben leichtes Spiel.

  • Seien Sie vorsichtig bei E-Mail-Anhängen und unbekannten Absendern.
    Öffnen Sie Anhänge nur, wenn Sie Absender und Inhalt eindeutig einordnen können. Im Zweifel gilt: lieber löschen als klicken.

  • Laden Sie Programme nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunter.
    Nutzen Sie offizielle Herstellerseiten oder bekannte Plattformen. Kostenlose Downloads aus dubiosen Quellen sind ein häufiger Infektionsweg.

Diese Maßnahmen schließen viele typische Einfallstore. Natürlich bleibt trotzdem ein Restrisiko. Wenn Schadsoftware dennoch auf den Rechner gelangt, können Antivirus-Programme helfen, sie frühzeitig zu erkennen.

2.

Antivirus-Programme und ihre Rolle

Antivirus-Programme erkennen bekannte Schadsoftware und überwachen das System in Echtzeit. Sie schlagen Alarm, wenn verdächtige Dateien oder Aktivitäten auftreten. Das ersetzt keine Vorsicht, ergänzt sie aber sinnvoll – vor allem bei intensiver Nutzung von E-Mail und Internet.

Dafür ist nicht unbedingt ein externes, kostenpflichtiges Tool nötig: Moderne Betriebssysteme haben heute bereits eigene Antivirus-Funktionen integriert. Sowohl Windows als auch macOS verfügen über integrierte Sicherheits- und Anti-Malware-Mechanismen, die einen soliden Grundschutz bieten.

Zusätzlich können Sie externe Antivirus-Programme einsetzen, um den Schutz je nach Nutzung zu erweitern. Zu den bekanntesten Anbietern zählen Bitdefender, Norton, Avast und McAfee. Sie verfolgen unterschiedliche technische Ansätze, erfüllen aber denselben Zweck: bekannte und verdächtige Schadsoftware frühzeitig zu erkennen.

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3.

Backups als letzte Sicherheitslinie

Backups schützen nicht vor einer Infektion – sie schützen vor Datenverlust. Wenn Sie Dateien regelmäßig sichern, können Sie Schäden begrenzen, selbst wenn ein Virus das System beeinträchtigt oder Daten löscht. Wichtig ist, Backups getrennt vom laufenden System aufzubewahren.

Was tun, wenn der Computer bereits infiziert ist?

Wenn Sie eine Infektion vermuten, ist schnelles Handeln wichtig. Je früher Sie reagieren, desto geringer fällt der Schaden meist aus. Gehen Sie am besten in dieser Reihenfolge vor:

  • 1.

    Trennen Sie sofort die Internetverbindung
    So verhindern Sie, dass Daten weiter abfließen oder zusätzliche Schadsoftware nachgeladen wird.

  • 2.

    Starten Sie einen vollständigen Virenscan
    Dafür können Sie die integrierten Schutzfunktionen von Windows oder macOS oder einen installierten Virenscanner nutzen. Ein vollständiger Scan dauert länger, erkennt aber auch versteckte Bedrohungen.

  • 3.

    Isolieren Sie gefundene Bedrohungen.
    Verschieben Sie verdächtige Dateien in Quarantäne oder lassen Sie sie vom Sicherheitsprogramm entfernen. Löschen Sie Dateien nicht unüberlegt von Hand.

Diese Maßnahmen können die Ausbreitung stoppen und erste Schäden begrenzen.

Moderne Betriebssysteme bringen bereits grundlegende Sicherheitsfunktionen mit.

Wann ist professionelle Hilfe nötig?

Nicht jede Infektion lässt sich einfach selbst beheben. Sie sollten professionelle Hilfe in Betracht ziehen, wenn:

  • wichtige Daten verloren gegangen sind oder nicht mehr zugänglich sind

  • Ransomware im Spiel ist oder ein Lösegeld gefordert wird

  • Sie den Computer geschäftlich nutzen oder sensible Daten betroffen sind

Mit professioneller Hilfe sind spezialisierte IT-Dienstleister gemeint, etwa Computerfachgeschäfte, Reparaturservices oder der Support eines Antivirus-Anbieters. Diese können das System gezielt prüfen, Daten sichern und weitere Schäden vermeiden. Eigenständiges Herumprobieren kann den Schaden in solchen Fällen sogar vergrößern.

Fazit: Wie gefährlich sind Computerviren heute?

Computerviren sind nach wie vor eine reale Bedrohung. Sie gelangen meist über E-Mail-Anhänge, Downloads oder manipulierte Webseiten auf den Rechner und nutzen vor allem die Unachtsamkeit von Nutzern aus. Der beste Schutz ist daher eine gewisse Grundvorsicht: Installieren Sie regelmäßig Updates, öffnen Sie Dateien bewusst und prüfen Sie Anhänge sowie Downloads kritisch.

Zusätzlich bieten technische Schutzmaßnahmen eine wichtige Absicherung. Moderne Betriebssysteme bringen bereits integrierte Sicherheitsfunktionen mit. Diesen Basisschutz können Sie bei Bedarf durch ein Antivirus-Programm ergänzen. Wir haben einige der besten Antivirus-Tools ausgiebig getestet und miteinander verglichen.

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Ronny hat in Kanada und Freiburg studiert, lange für Fachverlage geschrieben und dabei alles Mögliche gemacht: Interviews, Reportagen, Webseiten, Layouts – gerne auch gleichzeitig. Heute kümmert er sich vor allem um gut lesbare, digital gedachte Inhalte mit Substanz. Garmisch ist seine Basisstation – seine Texte schickt er aber in alle Himmelsrichtungen.
Geprüft durch: Janis von Bleichert
Janis von Bleichert hat Wirtschaftsinformatik an der TU München und Informatik an der TU Berlin studiert. Er ist seit 2006 selbständig und ist der Gründer von EXPERTE.de. Er schreibt zu den Themen Hosting, Software und IT-Security.
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