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Microsoft Windows Defender: Ist der Windows Virenschutz ausreichend?

Letzte Aktualisierung
29. Mai 2024
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Sie suchen Virenschutz für Windows? Dann müssen Sie kein Geld für externe Lösungen ausgeben – mit Microsoft Defender Antivirus ist nämlich bereits ein Antivirus-Tool an Bord. Doch reicht der Windows-interne Schutz wirklich aus?

Wir verraten, was es mit dem Windows Defender auf sich hat, ob er ausreichend Schutz gegen Viren und andere Bedrohungen bietet und ob kostenpflichtige Virenscanner überhaupt noch eine Daseinsberechtigung haben.

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Windows Defender – Was ist das?

Microsoft Defender Antivirus – früher bekannt als Windows Defender – ist ein Virenschutzprogramm von Microsoft, das direkt ins Betriebssystem integriert ist. Jeder Windows-Nutzer profitiert also von Antivirus-Bordmitteln, auch wenn keine kommerzielle Virenschutzlösung installiert ist.

Grundsätzlich funktioniert Microsoft Defender Antivirus wie jede andere Antivirus-Lösung: Es erkennt Anomalien, überwacht Downloads und blockiert Malware, bevor sie Schaden auf Ihren Windows-Geräten anrichten kann. Durch KI und Machine Learning werden auch neue und fortgeschrittene Bedrohungen erkannt.

Sie finden den Windows Defender in den Windows-Einstellungen.

Microsoft verspricht, dass der Defender „fast alle Schadsoftware auf den ersten Blick in Millisekunden blockieren“ kann.

Klingt also so, als hätten Windows-Nutzer allen Virenschutz, den Sie benötigen, bereits out-of-the-box integriert. Doch ist der Windows Defender allein wirklich ausreichend?

Ist Microsoft Defender Antivirus ausreichend?

Die kurze Antwort: Ja, Microsoft Defender Antivirus ist für die meisten Windows-Nutzer vermutlich ausreichend. Es bietet soliden, von Prüflaboren bestätigten Virenschutz, und hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert.

Wer beim Surfen ein paar Grundregeln befolgt, den gesunden Menschenverstand einschaltet und für Extra-Support andere Sicherheitslösungen verwendet – Passwort-Manager und Adblocker zum Beispiel – ist mit dem Windows Defender gut gegen die meisten Gefahren des Online-Alltags gewappnet.

Die längere Antwort ist natürlich etwas komplizierter. Jeder hat ein eigenes Sicherheitsprofil und muss selbst entscheiden, welche Schutzmaßnahmen ausreichend sind. Ob der Windows Defender für Sie genügt, hängt primär von drei Faktoren ab:

  • 1.

    Wie sicherheitsbewusst sind Sie und die anderen Nutzer Ihres Windows-Geräts?

  • 2.

    Was sagen die Ergebnisse der Prüflabore über die Wirksamkeit von Microsoft Defender Antivirus?

  • 3.

    Welche Funktionen wünschen Sie sich von einem Antivirus-Programm?

Gehen wir diese Faktoren noch einmal im Detail durch:

1.

Ihr Verhalten macht den Unterschied

Die größte Gefahr für Ihre Sicherheit lauert nicht im Internet – sie sitzt vor dem Computer. Kein Virenschutzprogramm kann dumme Entscheidungen und unvorsichtiges Verhalten vollständig ausgleichen.

Sie sollten sich auf kein Antivirus-Tool, auch nicht auf den Windows Defender, blind verlassen, sondern zu Ihrem Schutz vor Malware einige grundlegende Regeln befolgen:

  • Öffnen Sie keine verdächtigen Anhänge oder Dateien
    Seien Sie besonders vorsichtig mit E-Mails von unbekannten Absendern oder unerwarteten Anhängen, auch wenn sie von bekannten Absendern stammen.

  • Besuchen Sie nur vertrauenswürdige Websites
    Achten Sie darauf, nur Websites zu besuchen, die Sie kennen und/ oder denen Sie vertrauen. Vermeiden Sie dubiose und verdächtige Seiten, die Schadsoftware verbreiten könnten. Dazu zählen beispielsweise Websites, die illegale Downloads von Filmen oder Musik anbieten.

  • Achten Sie auf HTTPS
    Stellen Sie sicher, dass die von Ihnen besuchten Websites HTTPS verwenden. Das kleine Schloss-Symbol in der Adressleiste des Browsers zeigt an, dass die Verbindung sicher ist.

  • Aktualisieren Sie regelmäßig Ihre Software
    Halten Sie Ihr Betriebssystem und alle installierten Programme auf dem neuesten Stand, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen.

  • Verwenden Sie starke und einzigartige Passwörter:
    Nutzen Sie für jede Website und jeden Dienst unterschiedliche, komplexe Passwörter und speichern Sie diese sicher in einem Passwort-Manager.

  • Installieren Sie Adblocker und Anti-Phishing-Tools
    Diese Tools machen das Surfen nicht nur komfortabler, sondern können auch verhindern, dass Sie versehentlich auf bösartige Anzeigen klicken oder auf Phishing-Seiten landen.

Mit etwas Vorsicht können Sie den offensichtlichen Gefahren, die im Internet lauern, heute ziemlich gut aus dem Weg gehen. Dann muss Ihr Antivirus-Programm keine Überstunden schieben, sondern vor allem als zusätzliche Schutzebene vor erweiterten Gefahren agieren – und Rückhalt bieten, wenn Sie vielleicht doch einmal leichtsinnig handeln. All das kann der Windows Defender ziemlich gut.

2.

Was sagen die Prüflabore?

Prüflabore wie AV-Test und AV-Comparatives bewerten regelmäßig die Wirksamkeit von Antivirus-Software. Der Windows Defender hat in diesen Tests in den letzten Jahren gute Bewertungen erhalten, insbesondere was die Erkennung und Beseitigung von Bedrohungen betrifft.

In einem aktuellen Report von AV-Test (Februar 2024) erhielt der Windows Defender sechs von sechs Punkten in allen drei Testkategorien: Schutz, Performance und Benutzerfreundlichkeit. Am wichtigsten ist natürlich die Schutzleistung, die von den Virenschutz-Spezialisten als exzellent eingestuft wurde:

Im jüngsten Malware Protection Test von AV-Comparatives (März 2024) schnitt der Windows Defender nicht ganz so gut, aber immer noch solide ab. Die Schutzrate war hoch, allerdings kam es zu vergleichsweise vielen Falschmeldungen.

Von AV-Comparatives erhielt der Windows-Virenschutz zuletzt 2 von 3 Sternen

Die guten Testergebnisse können auch Sicherheits-Experten überzeugen. Prof. Norbert Pohlmann, Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit, erklärt beispielsweise: „Windows hat aufgeholt und man könnte jetzt sagen, wenn es um gängigen Malware-Schutz geht, dann ist die Onboard-Engine – also der Windows Defender – gut genug. Dazu bräuchte ich keine Extra-Software.“

Starke Schutzleistung, von Prüflaboren bestätigt

Glaubt man den Prüflaboren und Experten, ist Microsoft Defender Antivirus also eine absolut zuverlässige Sicherheitslösung. Die Testergebnisse bestätigen, dass das Windows-interne Tool in der Lage ist, die meisten Bedrohungen effektiv zu erkennen und zu beseitigen.

Dazu kommt, dass die Testbedingungen in den Prüflaboren äußerst anspruchsvoll sind. In den Tests werden nämlich Szenarien simuliert, die viele Bedrohungen gleichzeitig umfassen: Die Programme werden mit unzähligen Schadsoftware-Beispielen bombardiert, um eine möglichst umfassende Schutzbewertung zu ermöglichen.

Im normalen Online-Alltag sind Sie (vor allem, wenn Sie die oben genannten Regeln befolgen) deutlich weniger Bedrohungen ausgesetzt – und vor diesen kann Sie Microsoft Defender Antivirus zuverlässig schützen.

3.

Was kann Microsoft Defender Antivirus nicht?

Obwohl Microsoft Defender Antivirus einen soliden Basisschutz bietet, gibt es bestimmte Bereiche, in denen die Gratis-Lösung möglicherweise nicht mit spezialisierten, kostenpflichtigen Antivirus-Programmen mithalten kann. Hier sind einige der Hauptschwächen und fehlenden Funktionen:

  • Mögliche Phishing-Schwächen
    Mehrere Rezensionen von Microsoft Defender Antivirus heben Schwächen beim Phishing-Schutz hervor. Jener kann nicht immer mit der Leistung anderer spezialisierter Programme mithalten, was möglicherweise ein Risiko darstellt.

  • Fehlende Spezial-Schutzfunktionen
    Viele kostenpflichtige Antivirus-Programme bieten spezielle Schutzmechanismen für bestimmte Szenarien – z. B. Webcam-Schutz oder Funktionen für sicheres Online-Banking. Microsoft konzentriert sich eher auf die Grundausstattung.

  • Performance-Auswirkungen
    Ein häufiger Kritikpunkt kommerzieller Antivirus-Programme ist ihre Auswirkung auf die Performance des Computers. Doch auch Microsoft Defender Antivirus kann die Systemleistung beeinträchtigen.

  • Keine Extras wie bei Antivirus-Suites
    Antivirus-Suites werden immer umfangreicher und haben, je nach Tarif, auch Extras wie VPNs, eine Kindersicherung oder Diebstahlschutz eingebaut. Bei Microsoft Defender Antivirus finden Sie solche Extras nicht.

Wann lohnt sich externe Antivirus-Software?

Microsoft Defender Antivirus hat also auch Schwächen, genau wie jedes andere Antivirus-Tool. Wenn Sie spezielle Anforderungen haben oder erweiterte Funktionen benötigen, können Sie in Erwägung ziehen, eine kostenpflichtige Antivirus-Lösung zu nutzen, die diese zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen bietet.

Aus folgenden Gründen könnte eine externe Antivirus-Lösung sinnvoll sein:

  • Ihr Unternehmen hat erweiterte Schutzbedürfnisse
    Unternehmen benötigen oft erweiterte Funktionen, um sensible Daten und vertrauliche Informationen zu schützen. Auch für Selbstständige kann zusätzlicher Schutz wichtig sein, um Datenlecks zu verhindern und gesetzliche Vorschriften einzuhalten.

  • Sie möchten maximalen Schutz
    Die interne Microsoft-Lösung bietet laut Prüflaboren guten Schutz, schneidet aber nicht immer so gut ab wie die besten kommerziellen Programme. Weil selbst vorsichtige Nutzer auf Tricks hereinfallen oder von besonders hinterlistiger Malware heimgesucht werden können, ist ein zusätzliches Antivirus-Programm eine Option, wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten.

  • Sie möchten Ihren gesamten Haushalt absichern
    Sie können nur Ihr eigenes Verhalten steuern, nicht das aller anderen im Haushalt. Weniger technisch versierte Familienmitglieder können ungewollt Risiken eingehen und das Netzwerk gefährden. Extra-Virenschutz kann diese Risiken abfangen. Viele Antivirus-Suiten bieten zudem Funktionen wie Kindersicherungen, die speziell für Familien nützlich sind.

  • Sie benötigen Premium-Funktionen für erweiterten Schutz
    Kommerzielle Antivirus-Programme bieten oft zusätzliche Features wie Diebstahlschutz, VPNs und Passwort-Manager. Wenn Sie diese Funktionen auch nutzen, kann sich eine Investition in eine Antivirus-Suite unter Umständen lohnen.

Wenn Sie sich entschieden haben, zusätzlichen Virenschutz zu installieren, müssen Sie sich nur noch für ein Programm entscheiden. Wir haben 15 Lösungen ausgiebig getestet und sie in puncto Schutzwirkung, Funktionsumfang und Benutzerfreundlichkeit miteinander verglichen. Unser komplettes Ranking finden Sie hier:

1.
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3.
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1,8
Testergebnis
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4.
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1,8
Testergebnis
gut
5.
Trend Micro
1,8
Testergebnis
gut
6.
F-Secure
1,9
Testergebnis
gut
7.
Panda Security
2,0
Testergebnis
gut
8.
McAfee
2,1
Testergebnis
gut
10.
Avira
2,2
Testergebnis
gut
12.
Sophos
2,2
Testergebnis
gut
14.
Malwarebytes
2,8
Testergebnis
befriedigend
15.
360 Total Security
3,3
Testergebnis
befriedigend

Fazit

Wenn Sie Windows nutzen, müssen Sie nach Virenschutz nicht lange suchen: Mit dem Microsoft Defender Antivirus ist bereits eine Lösung eingebaut, die starken Basisschutz bietet und die meisten Bedrohungen zuverlässig erkennt und blockiert. Wenn Sie sich an grundlegende Sicherheitsregeln halten, ist der integrierte Schutz von Windows in der Regel ausreichend.

Kostenpflichtige Antivirus-Programme sind heute also keine Pflichtsoftware mehr. Eine Daseinsberechtigung haben sie aber noch immer – beispielsweise, weil sie zusätzlichen Schutz vor Phishing, spezielle Sicherheitsfunktionen wie Diebstahlschutz oder VPNs und erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten bieten können.

Am wichtigsten ist, dass Sie sich nicht blind auf einen Virenschutz verlassen. Sie sollten die Programme primär als zusätzlichen Schutz betrachten und stets selbst wachsam bleiben, um sicherzustellen, dass Ihr System vor Bedrohungen geschützt ist.

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Janis von Bleichert hat Wirtschaftsinformatik an der TU München und Informatik an der TU Berlin studiert. Er ist seit 2006 selbständig und ist der Gründer von EXPERTE.de. Er schreibt zu den Themen Hosting, Software und IT-Security.
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