Trojaner entfernen 2026: So gehen Sie vor
Trojaner sind eine der gefährlichsten Arten von Schadsoftware. Der Name kommt nicht von ungefähr: Trojaner tarnen sich nach außen hin als harmlose Programme oder Dateien, öffnen Hackern aber heimlich eine Hintertür in Ihr System.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Trojaner auf Ihrem System erkennen und richtig handeln, um die Bedrohung sicher und effektiv mit allen Spuren zu entfernen.
Trojaner sind schwer zu entdecken. Typische Warnzeichen sind ein verlangsamtes System, ein plötzlich deaktivierter Virenschutz oder ein auffällig hoher Netzwerkverkehr zu einer unbekannten Adresse.
Trennen Sie das Gerät sofort vom Internet, wenn sich der Verdacht bestätigt – so verhindern Sie, dass die Schadsoftware weiter Daten sendet oder empfängt.
Starten Sie das System im abgesicherten Modus und führen Sie einen vollständigen Scan mit dem integrierten Virenschutz durch. Ein zweiter Anti-Malware-Scanner sorgt für zusätzliche Sicherheit.
Beugen Sie erneutem Befall vor: Halten Sie Ihr System aktuell, nutzen Sie einen guten Virenschutz und öffnen Sie keine verdächtigen Anhänge oder Links.
Warnzeichen erkennen: Ist es wirklich ein Trojaner?
Trojaner sind Meister der Tarnung und haben das Ziel, so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben. Sie tarnen sich als harmlose Dateien oder Programme – und führen nach der Ausführung unbemerkt Schadcode auf Ihrem System aus.
Um einen Trojaner aufzuspüren, müssen Sie also ganz genau hinschauen. Typische Warnzeichen können oft auch ganz banale Gründe haben, wie eine volle Festplatte oder veraltete Treiber. Bemerken Sie aber mehrere Auffälligkeiten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Malware handeln könnte.
Folgende Auffälligkeiten können (müssen aber nicht!) auf einen Trojaner oder andere Malware hindeuten:
Der PC wird plötzlich sehr langsam und reagiert verzögert
Updates funktionieren nicht mehr
Unbekannte Prozesse tauchen im Task-Manager auf
Antivirenprogramme starten nicht mehr oder deaktivieren sich von selbst
Es gibt hohen Netzwerkverkehr zu unbekannten Adressen
Die Browser-Startseite hat sich von allein geändert
Dateien und Ordner verschwinden oder ändern sich
Wenn Sie einen konkreten Verdacht haben, geben wir Ihnen in diesem Artikel zusätzliche Tipps, wie Sie einen Trojaner auf Ihrem System erkennen können:
Trojaner entfernen Schritt für Schritt
Wenn Sie die Ursache für die Probleme auf Ihrem Gerät als Trojaner entlarvt haben, ist das kein Grund zur Panik. In den meisten Fällen lässt sich die Schadsoftware auch ohne eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems entfernen.
Folgen Sie einfach unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Internet trennen und Daten sichern
Nehmen Sie als allererstes das kompromittierte Gerät aus dem WLAN oder ziehen Sie das LAN-Kabel, damit der Trojaner keine weiteren Befehle empfangen oder Daten senden kann. Auch Bluetooth sollten Sie sicherheitshalber deaktivieren.
Den WLAN-Schalter finden Sie bei Windows 11 unter „Start“ → „Einstellungen“ → „Netzwerk und Internet“:

Deaktivieren Sie das WLAN über die Netzwerkeinstellungen.
Die Bluetooth-Funktion deaktivieren Sie in den Einstellungen unter „Bluetooth und Geräte“:

Deaktivieren Sie Bluetooth in den Einstellungen unter „Bluetooth und Geräte“.
Sichern Sie als Nächstes Ihre wichtigen Daten auf einem externen Datenträger wie einer externen Festplatte oder einem USB-Stick.
Abgesicherten Modus starten
Starten Sie anschließend Ihr Gerät im abgesicherten Modus. Das ist wichtig, da in diesem Betriebsmodus viele Prozesse und darunter auch die meisten Trojaner nicht mitgeladen werden.
Wenn Windows noch normal hochfährt, gehen Sie wie folgt vor, um den abgesicherten Modus zu starten:
Schritt 1: Klicken Sie auf „Start“ → „Einstellungen“ → „System“ → „Wiederherstellung“.
Schritt 2: Klicken Sie unter „Erweiterter Start“ auf „Jetzt neu starten“.

Führen Sie über die Systemeinstellungen von Windows 11 einen erweiterten Start aus, um im abgesicherten Modus zu starten.
Schritt 3: Klicken Sie nach dem Neustart in der Auswahl auf „Problembehandlung“ → „Erweiterte Optionen“ → „Starteinstellungen“.

Wählen Sie in den Optionen „Problembehandlung“, gefolgt von „Erweiterte Optionen“ und „Starteinstellungen“, aus.
Schritt 4: Starten Sie Ihr System noch einmal neu.
Schritt 5: In der folgenden Auswahl drücken Sie die Taste „4“, um den abgesicherten Modus zu starten.

In den Starteinstellungen mit Taste „4“ den abgesicherten Modus starten.
Wenn Windows nicht mehr normal startet, können Sie die Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) auch erreichen, indem Sie den PC dreimal hintereinander während des Startvorgangs hart ausschalten (Ein/Aus-Schalter gedrückt halten).
Windows erkennt dies und öffnet automatisch die Problembehandlungsoptionen. Machen Sie dann weiter wie oben aufgeführt.
Systemscan im abgesicherten Modus
Ist Ihr System im abgesicherten Modus gestartet, führen Sie einen vollständigen Systemscan durch. In erster Instanz nutzen wir dafür den Windows-integrierten Viren- und Bedrohungsschutz. Unter Windows 11 erreichen Sie ihn über „Einstellungen“ → „Datenschutz und Sicherheit“ → „Windows-Sicherheit“.
Über den Punkt „Scanoptionen“ wählen Sie statt der Schnellüberprüfung den vollständigen Systemscan aus.

Den ersten Malware-Scan führen wir mit dem systemintegrierten Viren- und Bedrohungsschutz durch.
Ist der Scan abgeschlossen, lassen wir zur Sicherheit noch ein zweites Anti-Malware-Tool das System scannen, da ein Scanner allein meist nicht alle Bedrohungen findet. Empfehlenswert sind hier Anbieter wie Malwarebytes, Norton oder Bitdefender. Viele Anbieter bieten eine Free-Version zum kostenlosen Download an.
Laden Sie ein entsprechendes Tool auf einem zweiten, sauberen PC herunter und übertragen Sie es über einen USB‑Stick.

Systemscan mit Malwarebytes.
Findet das Tool schädliche Malware, wird sie in Quarantäne verschoben und anschließend gelöscht. Starten Sie Ihren PC danach ganz normal und beobachten Sie, ob sich das System wie gewohnt verhält.
Verdächtige Programme und Erweiterungen löschen
Nach dem Malware-Scan sollten Sie Ihr System auch noch manuell prüfen: Suchen Sie in den installierten Apps und Programmen nach verdächtigen Bezeichnungen wie „Browser“, „Tool“ oder „Updater“. Alles, was Sie nicht selbst installiert haben, sollte im Zweifel gelöscht oder deinstalliert werden.
Entfernen Sie außerdem alle unbekannten Erweiterungen und Add-ons in Ihrem Browser, denn auch dort nistet sich Malware gerne ein.
Beenden Sie anschließend den abgesicherten Modus, indem Sie Ihr Gerät neu starten.
Zum Abschluss prüfen Sie, ob im Task-Manager (STRG+UMSCHALT+ESC drücken oder Rechtsklick auf die Taskleiste) verdächtige Programme oder Prozesse unbemerkt im Hintergrund mitgeladen wurden.
Wenn auch hier nichts auffällig sein sollte, haben Sie den Trojaner erfolgreich von Ihrem System entfernt!
Optional für Fortgeschrittene: Bootfähiges Rescue-System
Wenn Trojaner Ihr Anti-Malware-Programm blockieren und Windows nicht mehr normal startet – auch nicht im abgesicherten Modus –, können Sie die Anti-Malware-Software direkt über einen bootfähigen USB-Stick starten. Diese Methode richtet sich eher an fortgeschrittene Anwender und ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.
Sie benötigen dafür einen USB-Stick mit mindestens 2 GB Speicher und einen zweiten, sauberen PC zum Erstellen des Sticks.
So gehen Sie vor:
Schritt 1: Laden Sie eine kostenlose Anti-Malware-Software als .ISO‑Datei herunter. Wir nutzen im Test das Avira Rescue System.
Schritt 2: Laden Sie Rufus herunter – ein Tool zum Schreiben bootfähiger Laufwerke.
Schritt 3: Starten Sie Rufus, wählen Sie die zuvor heruntergeladene .ISO‑Datei und als Ziel-Laufwerk Ihren USB-Stick aus und klicken Sie auf „Start“. Der Vorgang dauert ein paar Minuten.

Wählen Sie in Rufus die .ISO-Datei aus und als Laufwerk Ihren USB-Stick. Klicken Sie anschließend auf Start, um den Boot-Stick zu erstellen.
Schritt 4: Stecken Sie den USB-Stick an das infizierte Gerät und starten Sie es neu. Um vom Stick zu booten, müssen Sie beim Startvorgang eine bestimmte Taste drücken. Je nach Hersteller variiert diese – am häufigsten sind F11 oder F12.

Im Boot-Menü wählen Sie den USB-Stick aus und starten damit das Anti-Malware-Programm.
Letzter Ausweg: Windows neu aufsetzen
Wenn das System auch nach dem Scan weiterhin nicht sauber läuft, ist die sicherste Methode, das Betriebssystem komplett neu aufzusetzen. Dabei werden zwar alle installierten Programme (und je nach Auswahl auch alle persönlichen Daten) von Ihrem PC entfernt – aber auch restlos alle Trojaner.
Windows 11 bietet zwei verschiedene Methoden, Windows zurückzusetzen:
Option: Zurücksetzen über die Einstellungen
Klicken Sie auf „Start“ → „Einstellungen“ → „System“ → „Wiederherstellung“ und dort auf „PC zurücksetzen“.

Wenn Sie den PC über die Wiederherstellung zurücksetzen, können Sie wählen, welche Daten erhalten bleiben sollen.
Dabei haben Sie die Wahl zwischen „Meine Dateien behalten“, um nur Apps und Einstellungen zu entfernen und persönliche Daten zu behalten, oder „Alles entfernen“, um die Festplatte komplett zu säubern.
Die zweite Auswahl ist gründlicher und wird empfohlen bei Trojanern, die schon tief ins System eingedrungen sind. Sichern Sie bei dieser Wahl unbedingt vorher Ihre persönlichen Daten auf einem externen Medium!
Option: Neuinstallation per USB-Stick oder DVD
Ähnlich wie bei der Rescue-Methode erstellen wir auch hier einen bootfähigen USB-Stick oder eine DVD – dieses Mal mit einer Windows-Installation darauf.
- 1.
Laden Sie das offizielle Microsoft Media Creation Tool herunter. Das Tool führt Sie Schritt für Schritt durch die Erstellung eines Wiederherstellungsmediums (DVD oder USB-Stick) für Windows 11.
- 2.
Starten Sie den PC neu und drücken Sie beim Hochfahren F11 oder F12 (je nach Hersteller), um ins Boot-Menü zu gelangen. Dort wählen Sie das externe Medium aus und starten die Installation von Windows.
Trojaner bei Android entfernen
Auch Android-Geräte sind nicht vor Trojanern gefeit. Wenn Ihr Smartphone oder Tablet infiziert ist, trennen Sie zunächst die WLAN- und Mobilfunkverbindung, um weitere Datenübertragungen zu verhindern.
Starten Sie das Gerät anschließend im abgesicherten Modus: Bei den meisten Herstellern halten Sie dafür die Ein-/Aus-Taste gedrückt und tippen anschließend lange auf „Ausschalten“.
Alternativ schalten Sie das Gerät aus und halten beim erneuten Einschalten, wenn das „Powered by Android“-Logo erscheint, die Lautstärke-runter-Taste gedrückt.

Android-Gerät im abgesicherten Modus starten.
Im abgesicherten Modus löschen Sie über „Einstellungen“ → „Apps“ alle Anwendungen, die Ihnen verdächtig vorkommen oder die Sie kurz vor dem Auftreten der Probleme installiert haben. Häufig haben diese auffällige Namen wie „Browser“, „Tool“, „Optimizer“ oder „Updater“.
Anschließend starten Sie Ihr Gerät ganz normal neu, um den abgesicherten Modus zu beenden. Führen Sie danach einen vollständigen Scan mit einer Anti-Malware-App durch, um zu prüfen, ob das System sauber ist.
Sollte das Gerät weiterhin auffällig reagieren, ist ein vollständiges Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen die sicherste Option. Gehen Sie dafür auf „Einstellungen“ → „Allgemeine Verwaltung“ → „Zurücksetzen“. Sichern Sie vorher unbedingt Ihre persönlichen Daten!
Trojaner-Befall vorbeugen
Ist der Trojaner entfernt, sollten Sie zunächst alle wichtigen Passwörter ändern und Ihr System vollständig aktualisieren.
Um einer erneuten Infektion vorzubeugen, sollten Sie außerdem einige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beachten. Einen vollständigen Schutz gibt es zwar nicht, mit den folgenden Maßnahmen machen Sie es Trojanern (und anderer Schadsoftware) jedoch deutlich schwerer:
Fazit: So werden Sie Trojaner los
Wenn Sie Opfer eines Trojaners werden, müssen Sie nicht unbedingt das System neu installieren. Mit dem richtigen Vorgehen (Internet trennen, abgesicherten Modus starten und einen gründlichen Scan mit zwei unabhängigen Tools durchführen) lässt sich die Schadsoftware in der Regel vollständig entfernen. Eine Neuinstallation ist nur dann notwendig, wenn der Trojaner zu tief ins System eingedrungen ist.
Generell ist Vorbeugung bei jeder Art von Malware der beste Schutz: Halten Sie Ihr System aktuell, verwenden Sie einen guten Virenscanner und seien Sie wachsam bei Phishing-Angriffen.
Häufig gestellte Fragen
In den meisten Fällen ja. Wenn Sie die Schritte in unserem Ratgeber befolgen, ist es häufig nicht einmal notwendig, das System komplett neu zu installieren, um es zu säubern.
Der in Windows 11 integrierte Viren- und Bedrohungsschutz ist ein sehr guter, kostenloser Schutz gegen Trojaner, Viren und Ransomware. Dennoch ist es ratsam, bei Verdacht auf einen Trojaner auf zwei voneinander unabhängige Scan-Programme zu setzen.
Nicht automatisch, nur weil das Smartphone im selben WLAN ist. Eine Übertragung ist aber möglich, wenn Sie infizierte Dateien vom PC auf das Handy übertragen oder dasselbe Cloud-Konto auf beiden Geräten nutzen. Im Zweifelsfall das Smartphone ebenfalls mit einer Sicherheits-App scannen.
Nein, eine Neuinstallation ist nur der letzte Ausweg, nicht die Regel. Die meisten Trojaner lassen sich mit einem guten Virenscanner im abgesicherten Modus vollständig entfernen. Eine Neuinstallation wird erst dann nötig, wenn der Trojaner so tief ins System eingedrungen ist, dass Scanner ihn nicht vollständig beseitigen können.
















