Geoblocking umgehen

BBC iPlayer in Deutschland schauen: So geht’s und das benötigen Sie

Autor
Martin Gschwentner
Letzte Aktualisierung

Sie ist das große Vorbild von ARD und ZDF, doch ihre Qualität konnten die deutschen Öffentlich-Rechtlichen nie erreichen: die BBC. Die British Broadcasting Company ist eine Institution, auf die viele Briten so stolz sind wie auf ihre Queen oder die Nationalmannschaft. BBC-Inhalte schaut man auf der Insel ganz einfach über den BBC iPlayer, die Mediathek des Senders. Die ist in Deutschland jedoch gesperrt.

Serienhits wie Sherlock, Dr. Who, Fleabag oder Peaky Blinders, sowie das umfangreiche BBC-Film- und Nachrichtenprogramm, sind im iPlayer nur für Besucher aus dem Vereinigten Königreich (England, Wales, Schottland, Nordirland) zugänglich. Schuld an diesen Ländersperren sind Lizenzrechte, denn jene handelt auch die BBC für jedes Land einzeln aus.

Beim Besuch des iPlayers außerhalb des Vereinigten Königreichs erscheint eine Fehldermeldung.

Die gute Nachricht: Technisch kann man diese Ländersperre problemlos umgehen. Wie es geht, und was dabei aus rechtlicher Sicht zu beachten ist, lesen Sie in diesem Beitrag.

BBC iPlayer per VPN in Deutschland nutzen

Die praktischste Methode, die BBC-Ländersperre zu umgehen, ist ein VPN (Virtual Private Network). Dabei handelt es sich um einen Dienst, der Ihre Internetverbindung über einen verschlüsselten Server lenkt, um Ihre Privatsphäre zu schützen und Ihre IP-Adresse zu verschleiern. Je nachdem, wo sich Ihr VPN-Server befindet, ändert sich auch der Standort, der für die Websites, die Sie besuchen, ersichtlich ist.

Verbinden Sie sich per VPN also mit einem Server im Vereinigten Königreich und besuchen dann die BBC iPlayer-Website, sieht es für den Dienst so aus, als wären Sie ein regulärer Besucher. Herstellen können Sie diese Verbindung über eine benutzerfreundliche App, die Sie beim VPN-Anbieter Ihrer Wahl herunterladen.

Fast jeder VPN-Dienst hat Server im Vereinigten Königreich

Leider sind seriöse VPN-Dienste mit freier Standortauswahl, die noch dazu Videostreaming unterstützen, fast immer kostenpflichtig. Allerdings sind die Kosten überschaubar, vor allem, wenn Sie längerfristige Abonnements abschließen. Dann bezahlen Sie meist nur wenige Euro im Monat.

Alternative Möglichkeiten: Smart DNS und Proxy-Server

VPN-Dienste sind aber nicht die einzige Methode, um Ländersperren zu umgehen. Zu den beliebtesten Alternativen zählen Proxy-Server und Smart DNS.

Proxy-Server

Genau wie VPN-Server nehmen Proxy-Server eine Art Vermittlerrolle ein: Ihr Traffic wird über einen Proxy-Server gesendet, sodass kein direkter Kontakt zwischen Ihrem Gerät und dem Internet besteht. Im Gegensatz zum VPN wird die Verbindung dabei zwar nicht verschlüsselt, Ihre IP-Adresse wird jedoch verschleiert und an den Proxy-Standort angepasst. Somit können Sie Ländersperren umgehen.

Einrichten können Sie einen Proxy-Server manuell im Betriebssystem (unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung verrät, wie). Proxy-Server sind meist kostenlos nutzbar, diese Gratis-Angebote sind jedoch weniger verlässlich als kostenpflichtige Alternativen. Eine Auswahl kostenloser Proxy-Server finden Sie in unserer Proxy-Liste.

Smart DNS

Smart DNS ist ein (in der Regel kostenpflichtiger) Dienst, der Ihnen eine ausländische DNS-Adresse verschafft. Einrichten können Sie die DNS-Adressen direkt im Betriebssystem, besondere Software ist nicht erforderlich. Auch hier wird Ihre Verbindung nicht wie beim VPN verschlüsselt, dafür sind die Geschwindigkeitseinbußen minimal.

Sie fragen sich sicherlich, ob es überhaupt erlaubt ist, diese Ländersperre zu umgehen und auf BBC-Inhalte von Deutschland aus zuzugreifen. Diese Frage nach der Legalität hat zwei Aspekte:

1. Ist es legal, BBC-Inhalte über den iPlayer ohne Lizenz zu schauen?

2. Ist es legal, BBC-Inhalte über den iPlayer per VPN zu schauen?

Sehen wir uns beide Fragen einzeln an:

Legalitäts-Check: BBC schauen ohne BBC-Lizenz

Auch im Vereinigten Königreich gibt es Rundfunkgebühren. Wer jene nicht bezahlt, darf auch keine BBC-Inhalte schauen. Im Gegensatz zu den deutschen Öffentlich-Rechtlichen ist die BBC aber noch etwas expliziter: Wenn Sie den iPlayer nutzen, werden Sie ganz direkt gefragt, ob Sie eine solche Lizenz besitzen, und informiert, dass Sie andernfalls gegen das Gesetz verstoßen. Die Antwort erfolgt jedoch auf Vertrauensbasis, nach Beweisen wird nicht gefragt.

Der BBC iPlayer möchte wissen, ob Sie eine Lizenz besitzen, doch Beweise liefern müssen Sie nicht.

Wenn Sie ohne Lizenz BBC-Inhalte ansehen, verstoßen Sie also gegen das Gesetz. Geahndet wird dies mit einer Strafe von bis zu 1.000 Britischen Pfund plus Gerichtskosten. Die Firma, die solche Lizenzgebühren im Auftrag der BBC eintreibt, ist im Lande nicht gerade für ihre Höflichkeit bekannt: Bereits der erste Brief, der nach einem Umzug ins Haus flattert, droht oft mit Geldstrafen.

Lizenz-Preller werden im Vereinigten Königreich auch tatsächlich verfolgt – allein 2019 kam es beispielsweise zu 114.000 Verurteilungen (wobei die Zahlen seitdem wieder stark gesunken sind). Ins Haus lassen muss man die Lizenz-Prüfer jedoch nicht, weshalb viele UK-Einwohner ihre Zahlungspflicht ohne große Angst vor rechtlichen Konsequenzen vernachlässigen. Wie es mit Verfolgungen von BBC-Schauern im Ausland ohne Wohnsitz im Vereinigten Königreich aussieht, ist fraglich.

Dennoch: Legal BBC schauen ist nur möglich, wenn Sie eine BBC-Lizenz besitzen, und jene gibt es nur für Einwohner des Vereinigten Königreichs.

Legalitäts-Check: BBC schauen per VPN

Auch für Leute mit BBC-Lizenz ist der iPlayer nur im Vereinigten Königreich nutzbar. Wer eine Lizenz besitzt und ein VPN verwendet, um die Ländersperre zu umgehen, verstößt jedoch nicht gegen das Gesetz, sondern nur gegen die Nutzungsbedingungen der BBC. Somit befindet man sich in einer gewissen Grauzone, macht sich jedoch nicht strafbar.

Rechtliches Fazit: Ohne Lizenz verstößt man gegen das Gesetz

Um den BBC iPlayer im Ausland legal zu nutzen, benötigen Sie also eine britische TV-Lizenz – und die erhalten Sie nur, wenn Sie einen Wohnsitz im Vereinigten Königreich besitzen. Rechtlich auf der sicheren Seite sind Sie somit nur, wenn Sie als UK-Einwohner die Lizenzgebühren bezahlen, und beispielsweise im Urlaub per VPN auf die BBC-Inhalte zugreifen.

Anleitung: BBC iPlayer in Deutschland nutzen mit VPN

Die einfachste Methode, um Ländersperren zu umgehen, sind VPN-Dienste, weil sie das beste Gesamtpaket aus Benutzerfreundlichkeit, Performance und Sicherheit liefern. Wie Sie Zugriff auf den BBC iPlayer erhalten, erklären wir anhand unseres VPN-Testsiegers NordVPN.

1. Erstellen Sie einen NordVPN-Account und laden Sie die NordVPN-App für Ihr Betriebssystem herunter.

Sie finden alle verfügbaren Apps in Ihrem Nord-Account.

2. Öffnen Sie die VPN-App und wählen Sie im Server-Menü einen Server im Vereinigten Königreich aus.

So ziemlich jeder VPN-Dienst bietet Server im Vereinigten Königreich

3. Stellen Sie eine VPN-Verbindung her.

Ab sofort surfen Sie mit UK-IP.

4. Rufen Sie nun den BBC iPlayer auf. Um Inhalte anzuschauen, müssen Sie zunächst ein Konto erstellen. Klicken Sie dafür in der oberen Menüleiste auf Sign in, anschließend unter Don’t have a BBC account? auf Register now. Jetzt müssen Sie den Registrierungsanweisungen folgen, wobei Sie auch eine Postleitzahl im Vereinigten Königreich angeben müssen. Jene wird jedoch nicht überprüft.

Sie benötigen einen BBC-Account, um iPlayer-Inhalte zu schauen.

5. Sobald Ihr BBC-Account angelegt ist und Sie mit einem Server im Vereinigten Königreich verbunden sind, können Sie auf die BBC-Inhalte zugreifen.

Nun können Sie BBC-Inhalte im iPlayer ohne Fehlermeldung auch außerhalb des Vereinigten Königreichs schauen.

Welche VPN-Dienste sind fürs BBC-Streaming geeignet?

Es gibt viele VPN-Dienste auf dem Markt, und nicht alle sind gleich gut darin, Ländersperren zu umgehen. Darüber hinaus müssen sie eine gute Performance liefern, damit es beim Videostreaming nicht zu Problemen kommt.

Wir haben 22 VPN-Dienste getestet und dabei auch überprüft, wie sie sich mit den Streamern und Mediatheken schlagen. Unsere Top 3 stellen wir im Folgenden kurz vor:

1.

NordVPN

Testsieger 2022
NordVPN Test
NordVPN
(690.267)
5400+ Server, 60 Länder
Exzellente Geschwindigkeiten
Keine Logs
6 Geräte gleichzeitig
Günstig im 2-Jahres-Paket
NordVPN vereint Geschwindigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Funktionsumfang zu einem stimmigen Gesamtpaket, das noch dazu relativ erschwinglich ist.
Datenvolumen
unbegrenzt
Geräte
6
Protokolle
5
Laufzeit
1 - 24 Monate
+3 Monate
Black Friday Deal
NordVPN 2-Jahres-Paket
2,99 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
30 Tage Geld-zurück-Garantie
Testurteil
1,3
sehr gut

Beim Testsieger NordVPN trifft eine schlagkräftige Performance auf hohe Sicherheit und eine exzellente Erfolgsbilanz, was das Entsperren ausländischer Inhalte angeht. Darüber hinaus ist auch der Preis OK, vor allem in den Tarifen mit längerer Vertragsdauer. Aus diesen Gründen liefert NordVPN das unserer Meinung nach beste VPN-Gesamtpaket auf dem Markt, mit dem auch der Zugriff auf die BBC-Mediathek ein Kinderspiel ist.

Testurteil
1,3
04/2021
sehr gut
zum Anbieter
Performance
Note 1,0
Kundensupport
Note 1,3
Bedienung und Features
Note 1,3
Sicherheit und Privatsphäre
Note 1,3
Server-Netzwerk
Note 1,7
2.

ExpressVPN

ExpressVPN ist deutlich teurer als NordVPN und viele andere VPN-Dienste aus unserem Test. Dafür punktet das Flaggschiff-VPN mit einer benutzerfreundlichen App und Top-Geschwindigkeiten. Auch das Entsperren ausländischer Inhalte ist kein Problem, weshalb sich ExpressVPN auch fürs BBC iPlayer Schauen eignet.

Testurteil
1,3
04/2021
sehr gut
zum Anbieter
Performance
Note 1,0
Kundensupport
Note 1,3
Server-Netzwerk
Note 1,3
Sicherheit und Privatsphäre
Note 1,3
Bedienung und Features
Note 1,7
3.

Surfshark

Surfshark VPN Test
Surfshark VPN
(83.253)
3200+ Server in 65 Ländern
Unbegrenzte Anzahl Geräte
Viele Apps (Linux, FireTV,...)
Speichert keine Logs
Sehr günstig im 24-Monats-Paket
Surfshark zählt zu den günstigsten Anbietern auf dem Markt, überzeugt aber auch abseits des Preises mit starkem Schutz, vielen Features und einem tollen Support mit 24/7 Live-Chat.
Datenvolumen
unbegrenzt
Geräte
unbegrenzt
Protokolle
3
Laufzeit
1 - 24 Monate
Surfshark 24 Monate
2,49 €
mtl. Effektivpreis
zum Anbieter »
83% Rabatt sichern
Testurteil
1,6
gut

Surfshark ist der EXPERTE.de-Preis-Leistungs-Sieger, weil Sie im günstigsten 2-Jahres-Tarif nur rund 2 € im Monat bezahlen müssen. Der günstige Preis ist jedoch nicht das einzige Argument, das für Surfshark spricht: In unserem Speedtest zählt das Programm mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln sogar zu den schnellsten VPN-Diensten, und auch bei der Umgehung von Ländersperren macht es eine gute Figur.

Testurteil
1,6
04/2021
gut
zum Anbieter
Performance
Note 1,0
Bedienung und Features
Note 1,3
Kundensupport
Note 1,7
Server-Netzwerk
Note 2,0
Sicherheit und Privatsphäre
Note 2,0

Fazit

Mit den richtigen Tools ist es recht einfach, den BBC iPlayer auch in Deutschland zu nutzen, um BBC-Filme und -Serien zu streamen. Am bequemsten geht es per VPN, wobei sich unsere Testsieger NordVPN, ExpressVPN und Surfshark bewährt haben. Um mit VPN-Diensten Ländersperren zu umgehen, müssen Sie jedoch kostenlose Abos abschließen. Mögliche Alternativen zum VPN sind Proxy-Server, die kostenlos, aber unzuverlässig sind, und Smart DNS.

Rein rechtlich sollten Sie aber beachten, dass das Streaming per BBC iPlayer nur Leuten gestattet ist, die auch eine britische TV-Lizenz besitzen, und jene gibt es nur für Einwohner des Vereinigten Königreichs. Die Lizenz wird bei der Registrierung nicht überprüft, ist jedoch eine gesetzliche Verpflichtung.

Den BBC iPlayer legal per VPN im Ausland nutzen können daher nur Zuschauer, die eine TV-Lizenz besitzen – sie verstoßen durch die Nutzung eines VPNs lediglich gegen die Nutzungsbedingungen der BBC, nicht aber das Gesetz.

Autor: Martin Gschwentner
Martin Gschwentner hat Amerikanistik und Medienwissenschaft in Deutschland, den USA und Frankreich studiert und arbeitet als freier Redakteur in Paris. Er forscht als Doktorand am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Paris Diderot zum Einfluss des Geldes auf die US-Politik. Auf EXPERTE.de schreibt er über IT-Sicherheit, Datenschutz und Software für Selbständige und Kleinunternehmen.
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