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VPNs im Test: VyprVPN

  Martin Gschwentner   4. Nov. 2019

Als "Nest aus Vipern" bezeichnet man im Englischen einen Ort, der voller schlechter Menschen, Einflüsse und Intrigen steckt. Wenn Ihnen die Sicherheit Ihrer Daten am Herzen liegt, werden Sie auch das Internet als einen solchen Ort kennen: Seine dunkle Seite ist immer nur eine Hyperlink-Abzweigung entfernt und selbst auf den harmlosesten Websites lauern zwielichtige Datendiebe.

Wenn Schlangen - frei nach Indiana Jones - wirklich Angst vor Feuer haben, ist VyprVPN die Fackel, die Sie sicher durchs Vipernnest des Internets bringt. Wie sich jene als Werkzeug im Vergleich zu anderen VPN-Diensten schlägt, nehmen wir in diesem Test unter die Lupe.

Was ist VyprVPN?

VyprVPN ist ein VPN-Service mit mehr als zwei Millionen Kunden. Er hat seinen Sitz in der Schweiz, gehört allerdings zum US-Mutterunternehmen Golden Frog. Anwendungen gibt es für Windows, Mac, Android und iOS, außerdem können Sie VyprVPN für Smart TVs und Router konfigurieren.

Testbericht

Kundensupport
Note 1,3
Sicherheit und Privatsphäre
Note 1,3
Performance
Note 1,7
Bedienung und Features
Note 2,0
Server-Netzwerk
Note 2,3

Pro & Contra

gute Performance

"No Logs"-Versprechen unabhängig geprüft

Sitz in der Schweiz

schneller Support mit 24/7 Chat-Funktion

Split Tunneling nur für Mac und Android

Server-Netzwerk nur Mittelmaß

keine kostenlose Version

Bedienung und Features

VyprVPN gibt es nur in der kostenpflichtigen Abo-Version; vor dem Download müssen Sie also zunächst einen Golden Frog-Account erstellen und den Monats- oder Jahrespreis abdrücken. In der Systemsteuerung können Sie dann den entsprechenden Download auswählen. Ist der Account erst erstellt, gehen Installation und Inbetriebnahme von VyprVPN blitzschnell von der Hand.

Die Desktop-Applikation ist in ein bewährtes Interface-Design gekleidet, das sich im Startfenster auf die wesentlichen VPN-Features beschränkt. Hervorgehoben ist der "Verbindungs"-Button, direkt darüber (oder über das unten angetackerte Menü) gelangen Sie zu den alphabetisch sortierten Servern. Kategorien gibt es dort nicht, doch Sie können Favoriten für ein schnelleres Einwählen oben anheften. Neben jedem Server-Standort sehen Sie Angaben zu dessen Geschwindigkeit. Natürlich gibt es auch ein Quick Connect-Feature, das Sie mit dem schnellsten verfügbaren Server verbindet.

Über das Hamburger-Menü oben links gelangen Sie zum Support-Center und werden auf Updates hingewiesen, wenn jene verfügbar sind. Die Einstellungen finden Sie unten im Hauptmenü, im Bereich "Individualisieren". Hier können Sie den Kill Switch aktivieren, Start-Optionen vornehmen und die Protokolle und DNS-Server auswählen - mehr dazu später.

Sie können die üblichen Optionen zum Autostart vornehmen und einstellen, dass sich VyprVPN bei nicht vertrauenswürdigen WLAN-Verbindungen - etwa in öffentlichen Netzen - automatisch verbindet.

VyprVPN liefert das Wesentliche, belässt es dabei aber auch. Am meisten fehlt und auf Windows das bisher ungleichmäßig auf dem VPN-Markt angekommene Split Tunneling-Feature, das es erlaubt, die VPN-Verbindung nur für bestimmte Programme zu aktivieren. Jenes ist bisher nur auf Mac und Android verfügbar. Für zusätzliche Features bleibt nur ein Blick ins restliche Golden Frog-Portfolio. Dort gibt es beispielsweise das Programm "Cyphr" für verschlüsseltes Messaging.

Beim Streaming enttäuschte VyprVPN nicht: Sowohl bei Netflix, als auch im BBC iPlayer konnten wir auf ausländische Inhalte zugreifen, die uns mit unserer regulären Verbindung verwehrt geblieben wären.

Mobile App

In der mobilen Version ist VyprVPN absolut identisch mit dem Desktop-Programm, nur dass uns hier in den Einstellungen als "Verbindung pro App" auch ein praktisches Split Tunneling-Feature entgegenwinkt. Außerdem können Sie einstellen, dass die Verbindung bei jedem Start Ihres Geräts automatisch hergestellt werden soll. So garantieren Sie, dass zu jeder Zeit eine sichere VPN-Verbindung besteht.

Eine Browser-Erweiterung gibt es für VyperVPN nicht (bzw. nicht mehr, denn die Unterstützung wurde wegen der Redundanz eingestellt). Insgesamt bietet der VPN-Service ein solides Feature-Netzwerk, verpackt in ein intuitives Bedienfeld, und deckt dabei alle Basics ab, ohne sein Profil mit Extra-Funktionen zu schärfen.

Note: 2,0

Server-Netzwerk

VyprVPN hat mehr als 700 Server in 64 Ländern. Darauf verteilen sich mehr als 200.000 IP-Adressen. Wie bei den meisten VPN-Anbietern befindet sich ein Großteil der Server in Nordamerika und Europa, während Afrika mit Servern in nur zwei Ländern, Algerien und Ägypten, kaum bedient wird. Dafür hat VyprVPN etwas mehr Standorte in Asien und Mittel- und Südamerika als viele andere VPNs.

Den führenden VPN-Netzwerken von Anbietern wie NordVPN, HideMyAss oder ExpressVPN hinkt VyprVPN damit weit hinterher, doch eine solide Abdeckung gibt es allemal.

Note: 2,3

Performance

Wir testen die Geschwindigkeit von VPNs von einem Server in Frankfurt mit 1 Gbit/s-Anbindung aus. Für ein repräsentatives Ergebnis verbinden wir uns mehrmals täglich mit einem zufälligen VyprVPN-Server, um die durchschnittliche Leistung festzuhalten. Mehr Informationen zur Methodik finden Sie in unserem VPN Speedtest.

Die folgende Tabelle zeigt, absteigend nach Download + Upload-Geschwindigkeiten sortiert, die Ergebnisse der letzten 30 Tage zum Zeitpunkt des Tests:

In unserem Ranking erreichte VyprVPN zum Zeitpunkt des Tests mit einem Download von 206,5 Mbit/s und einem Upload von 11,7 Mbit/s den 5. Platz. Im Vergleich zur Spitze ergibt sich daraus eine "gute" Gesamtwertung.

Note: 1,7

Sicherheit und Privatsphäre

Bei den VPN-Protokollen deckt VyprVPN die Standards OpenVPN, L2TP/IPsec und PPTP ab. Darüber hinaus gibt es für Premium-Abonnenten das Service-eigene, proprietäre "Chameleon"-Protokoll, das auf OpenVPN basiert und die Blockierung oder Drosselung der VPN-Verbindung - beispielsweise in restriktiven Ländern, die gegen VPN-Nutzung vorgehen - vermeiden soll. In unserer Windows-Version, wie auch bei Android, war OpenVPN mit 256-bit Verschlüsselung voreingestellt.

Die Stärke der Verschlüsselung ist also abhängig vom Protokoll, wobei OpenVPN, Chameleon und L2TP/IPsec mit AES 256-bit den bestmöglichen Schutz bieten (OpenVPN gibt auch die Option für 160-bit) und PPTP mit 128-bit Verschlüsselung daherkommt.

IP- und DNS-Leak-Tests bestand VyprVPN im Selbstversuch ausnahmslos.

VyprVPN macht wie viele andere VPN-Dienste das "No Logs"-Versprechen, doch im Gegensatz zu vielen anderen Diensten hat man sich dieses Versprechen auch durch eine unabhängige Prüfung validieren lassen. Ein 2018 erstellter Report von Leviathan Security bestätigt, dass VyprPVN "keine identifizierenden Protokolle ohne die Einwilligung der Nutzer" speichert. Die wenigen Schwächen, die von den unabhängigen Prüfern gefunden wurden, habe der Service schnell behoben.

Außerdem hat VyprVPN seinen Sitz in der Schweiz, die für starke Datenschutzgesetze bekannt und kein Mitglied von Abkommen zur Massenüberwachung ist. Für Nutzer, denen Privatsphäre bei der Wahl Ihres VPNs besonders am Herzen liegt, liefert VyprVPN also viele handfeste Gründe, warum es im Vergleich zu anderen Diensten besser mit Ihren Daten umgeht.

Note: 1,3

Kundensupport

VyprVPN bietet einen Support-Chat, in dem Mitarbeiter rund um die Uhr Ihre Fragen beantworten - in deutscher wie englischer Sprache (wenn man nicht gerade einen deutschsprachigen Mitarbeiter antrifft, kommt allerdings die Barriere der automatischen Übersetzung dazu). Zunächst werden Sie von einem Bot begrüßt, doch falls jener mit seinem Latein ans Ende kommt, haben Sie die Option, mit einem echten Support-Mitglied zu sprechen.

Die Wartezeiten variierten etwas, doch wir waren immer innerhalb weniger Minuten oder sogar Sekunden an erster Position.

Darüber hinaus können Sie natürlich auch ein Support-Ticket eröffnen. Unsere Frage wurde per E-Mail nach weniger als zwei Stunden beantwortet - und das an einem Sonntag.

Im Hilfe-Center gibt es Anleitungen, FAQs und nützliche Blogs.

Beim Support macht VyprVPN aus unserer Sicht alles richtig.

Note: 1,3

Preisgestaltung

VyprVPN gibt es zu verschiedenen Tarifen in monatlichen und jährlichen Abonnements. Das Standard-Abo erlaubt bis zu drei Geräte, während VyprVPN Premium Platz für bis zu fünf Geräte bietet und Ihnen zudem Zugriff auf das hauseigene Chameleon-Protokoll und die VyprVPN Cloud verschafft. Gerade im Jahres-Tarif zählt der Service zu den erschwinglichsten VPNs auf dem Markt.

Eine aktuelle Preisliste finden Sie hier:

JährlichPremium JährlichMonatlichPremium Monatlich
Preise
Einrichtungsgebühr 0.00 € 0.00 € 0.00 € 0.00 €
Grundpreis pro Monat 3.96 € 5.42 € 7.95 € 10.50 €
Vertragslaufzeit (Monate) 12 12 1 12
Limits
Datenvolumen unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt
Anzahl Geräte 3 5 3 5
Features
Anzahl Server 700 700 700 700
Anzahl Länder 70 70 70 70
Keine Logs
P2P erlaubt
Tor Zugang
Kill Switch
Protokolle
OpenVPN
PPTP
IPSec
L2TP
OpenVPN
PPTP
IPSec
L2TP
Eigenentwicklung
OpenVPN
PPTP
IPSec
L2TP
OpenVPN
PPTP
IPSec
L2TP
Eigenentwicklung

Auch für Unternehmen gibt es zwei Tarife: Business und Business-Premium, das Extras wie eine fest zugeordnete IP und einen eigenen, dedizierten Server verspricht.

Eine kostenlose Version von VyprVPN gibt es nicht, dafür gibt es bei der Desktop-App eine 30-tägige Geld zurück-Garantie und für mobile Geräte eine dreitägige Testversion. Bezahlen können Sie mit Kreditkarten, PayPal, Alipay oder Google/ Apple Pay.

Fazit

Kundensupport
Note 1,3
Sicherheit und Privatsphäre
Note 1,3
Performance
Note 1,7
Bedienung und Features
Note 2,0
Server-Netzwerk
Note 2,3

VyprVPN ist ein in fast jeder Hinsicht grundsolider VPN-Dienst, der besonders mit seinem Fokus auf die Sicherheit und Privatsphäre seiner Nutzer aus der Menge hervorsticht. Auf dem chaotischen Marktplatz von Online-Dienstleistern bleibt einem oft nichts anderes übrig, als sich auf die Versprechen der Dienste zu verlassen, weshalb der unabhängige Audit von VyprVPN auch bei der Konkurrenz die Runde machen sollte.

VyprVPNVyprVPN
 47576
3,96 €
∅ mtl. Effektivpreis
12 Monate Laufzeit
700+ Server in 70 Ländern
Speichert keine Logs (Audited)
Firmenstandort Schweiz
Premium: eigenes VPN Protokoll
VyprVPN Jährlich + 3 weitere Tarife
3
Geräte
Datenvolumen
4
VPN Protokolle

Mit flotten und intuitiven Anwendungen, einem guten Netzwerk und einer soliden Feature-Abdeckung macht das VPN aber auch abseits der Datenschutz-Debatte eine gute Figur. Aufs Siegertreppchen der schnellsten VPNs schafft es VyprVPN in unserem Speedtest nicht, doch auch hier ist das Ergebnis mehr als zufriedenstellend.

VyprVPN führt selten Bestenlisten an, gibt als Summe seiner Teile jedoch einen guten Begleiter durchs digitale "Nest aus Vipern" ab.

Kundenbewertungen

In den von uns erfassten Kundenbewertungen kommt VyprVPN insgesamt auf eine "gute" Note. Kritische Stimmen gibt es vor allem zum Support, der anderen Nutzern wesentlich weniger hilfreich erschien als uns. Auch Verbindungsprobleme und langsame Verbindungen werden des Öfteren erwähnt. Positiv hervorgehoben werden häufig das Preis-Leistungs-Verhältnis, die einfache Bedienung und Features wie Chameleon.

Experte.de hat die Erfahrungsberichte und Bewertungen von verschiedenen Bewertungsportalen untersucht und dabei 47576 Bewertungen mit einer Gesamtwertung 3.9 von 5 ermittelt (Quellen).

Alternativen

Empfehlung: Testsieger 2019
ExpressVPNExpressVPN
 112999
7,43 €
∅ mtl. Effektivpreis
15 Monate Laufzeit
3000+ Server
160 Städte in 94 Ländern
Speichert keine Logs
30-Tage Geld-zurück-Garantie
ExpressVPN 12 Monate + 2 weitere Tarife
3
Geräte
Datenvolumen
6
VPN Protokolle
Empfehlung: Preis-Leistungs-Sieger 2019
NordVPNNordVPN
 165004
3,17 €
∅ mtl. Effektivpreis
36 Monate Laufzeit
5000+ Server weltweit
60 Länder
Keine Logs
6 Geräte gleichzeitig
NordVPN 3-Jahres-Paket + 3 weitere Tarife
6
Geräte
Datenvolumen
4
VPN Protokolle
hide.mehide.me VPN
 12838
0,00 €
∅ mtl. Effektivpreis
ohne Vertragslaufzeit
55+ Standorte in 34+ Ländern
Speichert keine Logs
14-Tage Geld-zurück-Garantie
mit kostenlosem Tarif
hide.me Free + 4 weitere Tarife
1
Gerät
2 GB
Datenvolumen
6
VPN Protokolle
Autor: Martin Gschwentner
Martin Gschwentner hat Amerikanistik und Medienwissenschaft in Deutschland, den USA und Frankreich studiert und arbeitet als freier Redakteur in Paris. Er forscht als Doktorand am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Paris Diderot zum Einfluss des Geldes auf die US-Politik. Auf EXPERTE.de schreibt er über IT-Sicherheit, Datenschutz und Software für Selbständige und Kleinunternehmen.